zwei Fragen zum Brauchtum im Islam


Also, ich verfolge ja sehr viele Berichte über Islam,
Judentum, Aktuelles, Palästina und so weiter.

Nun habe ich immer wieder entnommen, dass
Angehörige des Islam a) innerhalb von 24
Stunden beigesetzt werden und b) in ein
Leinentuch gehüllt werden.

Wenn beides so richtig ist, könnte mir vielleicht
jemand erklären, warum dieses so ist?
Worauf diese Bräuche begründet sind?

Und stimmt es, dass, wenn ein Angehöriger des
Islam im Sterben liegt, die Fenster geöffnet
werden/bleiben müssen, damit dessen Seele
den Ausgang findet (kann es nicht besser
ausdrücken).

Mir genügt's nicht zu wissen, dass etwas so oder
so ist, sondern ich weiß auch gerne warum...
Liebe Suchende,

Ich weiß nicht wie es im Islam genau aussieht, vielleicht kann Dir Zahra dazu eine Antwort geben, aber es ist in der Baha'i Religion auch üblich den Verstorbenen in Tücher aus Seide oder Baumwolle einzuhüllen und nicht länger als eine Stunde zu transportieren. Ich habe dazu einen Thread verfasst unter:

http://www.geistigenahrung.org/ftopic1449.html

Über das Warum kann ich nur meine Interpretation geben: Der Körper des Menschen wird sehr verehrt, weil er der Seele des Menschen ein Leben lang zu Diensten gestanden hat, die Seele war der Reiter und der Körper das Pferd. Die sterblichen Überreste sollen daher mit dem angemessenen Respekt und der Würde, die sie verdient hat, nach dem Tod behandelt werden.

Es steht im Kommentar zum Heiligsten Buch:

Zitat:
Der Zweck dieses Verbots ist, die Zeitdauer des Leichentransports auf eine Stunde zu begrenzen, unabhängig vom Transportmittel für den Weg zur Begräbnisstätte. Baha'u'llah betont: "Je früher das Begräbnis stattfindet, desto angemessener und annehmbarer ist es."


Liebe Grüße, Deas
Bestattungsregeln im Islam (sunnitisch);


BUND DER ISLAMISCHEN WELT GENERALSEKRETARIAT

Makkah al-Mukkaramah

Im Namen Gottes, des Barmherzigen, des Erbarmers.
Klammert Euch fest an den Bund Gottes und zerstreut Euch nicht



Ehre sei Gott, der den Tod und das Leben erschaffen hat, um uns alle zu prüfen und um zu belohnen diejenigen von uns, welche am besten handeln. Ehre sei Gott, der in der Welt einen Lebensraum geschaffen hat für uns, Lebendige und Tote. Segen und Friede auf Muhammad, dem letzten der Propheten.
Gott, der Gesegnete, der Erhöhte, hat den Menschen über alle Kreatur erhoben, seine Vorliebe dem gläubigen Muslim verliehen, ihm durch Sonderrechte Vorrang gegeben und ihn seiner Würde versichert lebendig oder tot. Wie bei seiner Ankunft in der Welt, sei der Muslim durch die Reinigung, die Erhöhung und die Freude herzlich willkommen. Die Erdoberfläche ist für ihn als Wohnstätte ausgebreitet. Bei seiner Abberufung verlässt er die Welt durch die Waschung, die Beisetzung und durch das Gebet. Die Erdtiefe bietet ihm das Grab und die Bedeckung, um seine Würde zu bewahren.


Der Sterbende

Frage: Was tun mit dem Sterbenden?

Antwort:
Erstens: Ihn legen Richtung Kaaba in Mekka und zwar in zwei Arten: Entweder ihn auf die rechte Seite legen, das Gesicht gegen die Kaaba gerichtet, oder ihn gut auf den Rücken legen, mit den Füssen Richtung Kaaba, und den Kopf etwas gehoben, so dass das Gesicht gegen die Kaaba gerichtet ist. Die erstere Art wird bevorzugt.

Zweitens: Ihm das Glaubensbekenntnis mittels der Formel: "Es gibt nur einen Gott, Muhammad ist sein Prophet" zu erinnern. Dieses muss in anständiger Weise und diskret getan sein. Ebenso muss man es nicht zu oft wiederholen, um den Sterbenden nicht zu belästigen damit seine letzten Worte sein mögen: "Es gibt nur einen Gott".

Drittens: Dem Sterbenden wird im Moment seines Todes das Glied der Familie, das ihm am nächsten steht, das fähigste zur Verschwiegenheit und das frömmste zugeführt, damit es ihn an Gott als die Hoheit, an die Vergebung seiner Sünden und an das Testament erinnere.

Viertens: Frauen während ihrer Menstruation, solche, die die Periode der vierzig Tage nach dem Wochenbett nicht beendet haben, unreine Personen und alles, was die Engel ablehnen könnten, wie Musikinstrumente und andere Unterhaltungsapparate müssen vom Toten ferngehalten werden. Eine wohlriechende Substanz soll zu ihm gebracht werden.

Fünftens: Die Gebete für ihn und für die Helfer müssen zahlreich sein und der Koran muss rezitiert werden, besonders Surat Yasin. Die Rezitation muss sehr diskret sein, um den Sterbenden nicht zu beunruhigen. Nach dem Tod soll die Rezitation des Koran's aufhören; da es von der Sunna des Propheten nicht anerkannt ist und den Frühmuslimen nicht bekannt war.

Sechstens: Es ist demjenigen, der beim Sterbenden wacht, empfohlen, ihm die Wohltaten Gottes, des Erhöhten, in Erinnerung zu rufen, um sein Vertrauen zu stärken in die Grosse und Herrlichkeit Gottes, denn es steht geschrieben in der heiligen Überlieferung: "Ich bin, wie mich mein Knecht sieht",


Frage: Was tun mit dem Sterbenden nach der Gewissheit seines Todes und vor der Waschung?

Antwort:
Erstens: Ihm die Augen schließen.

Zweitens: Den Unterkiefer and den Kopf binden, um die Erschlaffung zu verhindern.

Drittens: Auf seinen Bauch einen angemessenen Gegenstand stellen, um zu verhindern, dass er sich aufbläht.

Viertens: Wenn möglich, sofort nach dem Tod die Gelenke sanft biegen, sonst sein lassen. Dafür die Arme gegen die Vorderarme gegen die Seiten des Körpers, die Beine gegen die Oberschenkel, die Oberschenkel gegen den Bauch. Dies verhindert, dass der Körper steif wird und erleichtert damit die Waschung und die Beisetzung.

Fünftens: Der Verstorbene wird leicht gehoben, das Gesicht gegen die Kaaba gerichtet.

Sechstens: Er wird ausgekleidet und wird zugedeckt mit einem Tuch, das den ganzen Körper zudeckt.

Siebtens: Sich beeilen seine Schulden zu bezahlen.

Achtens: Es ist angebracht, die Leute über seinen Tod zu informieren, damit sie and der Bestattung teilnehmen können, mit der Bedingung, die Stimme nicht zu erheben. Ein solches Benehmen bezieht sich auf die Wehklagen, welchen sich die Heiden vor dem Islam hingaben.

Neuntens: Es ist verboten die Stimme zu erheben, zu jammern, sich auf die Wangen zu schlagen, die Kleider zu zerreißen, usw. Tränen auf den Toten sind nicht verboten, soweit sie nicht von obigen Handlungen begleitet sind. Sie trauernde Person soll das Leid geduldig tragen und auf den Trost und die Belohnung Gottes warten.

Zehntens: Aus Respekt für den Toten ist es empfohlen, sich mit der Vorbereitung des Toten und seiner Bestattung zu beeilen.



Die Waschung des Verstorbenen

Welches Reglement ist gültig für die Waschung des Verstorbenen?

Die islamische Waschung des Verstorbenen ist ein auferlegter religiöser Ritus in Übereinstimmung mit allen Muslimen. Seine Durchführung ist eine gemeinsame Verpflichtung. Einmal übernommen durch jemanden, sind die ändern befreit.


Welches sind die Forderungen für denjenigen, der die Waschung des Verstorbenen durchführt?

Erstens: Es muss ein gewissenhafter, volljähriger Muslim sein.

Zweitens: Er muss selber die Entscheidung treffen, die Waschung des Verstorbenen durchführen zu wollen.

Drittens: Er muss vertrauenswürdig sein, ehrlich und gut informiert sein über die Waschungsregeln, um sie gemäss der Sunna ausführen zu können. Er soll die Untugenden nicht unter die Leute bringen, sondern im Gegenteil die Unvollkommenheiten, die er sieht, verheimlichen.


Wer unternimmt die Waschung des Verstorbenen?

Erstens: Die am besten geeignete Person, um den Verstorbenen zu waschen und zu bestatten, ist zuerst der vom Verstorbenen Gewählte, ferner in der Vorrangordnung: der Vater, der Großvater, dann nach und nach seine väterlichen und dann mütterlichen nahen männlichen Verwandten. Es ist der Frau erlaubt, ihren Ehegatten zu waschen.

Zweitens: Die am besten geeignete Person, um eine verstorbene Frau zu waschen, ist zuerst die Mutter, dann die Großmutter, dann nach und nach die nahen weiblichen Verwandten. Es ist dem Mann erlaubt, seine Ehegattin zu waschen.

Drittens: Es ist den Frauen erlaubt, den Verstorbenen zu waschen, wenn dieser ein Knabe ist. Ebenso ist es den Männern erlaubt, die Verstorbene zu waschen, wenn es sich um ein Mädchen handelt.

Viertens: Falls eine Frau stirbt unter Männern, von denen keiner der Ehegatte ist, darf ein Fremder sie trocken waschen mit Sand und gedeckten Händen, sodass sie nicht direkt berührt wird. Ebenso darf, falls ein Mann stirbt unter Frauen, von denen keine die Ehegattin ist, eine Fremde ihn auf dieselbe Weise waschen, ohne ihn direkt zu berühren.


Welcher Verstorbene soll gewaschen werden?

Erstens: Der Verstorbene muss Muslim sein, der Ungläubige wird nicht gewaschen.

Zweitens: Es darf keine Frühgeburt sein. Ist der Fötus tot geboren, so wird er nicht gewaschen.

Drittens: Ein genügend großer Körperteil muss vorhanden sein.

Viertens: Ist der Verstorbene ein Märtyrer eines Kampfes auf dem Gottes-Weg, so ist es nicht notwendig, ihn zu waschen.

Fünftens: Reines Wasser muss zur Verfügung stehen, sonst ist die Waschung nicht verpflichtend. Sie kann durch die trockene Waschung des Körpers mit Hilfe von Sand ersetzt werden.


Welches Reglement ist gültig für die Waschung des Pilgers?

Der Pilger muss mit Wasser gewaschen werden, aber man stelle keine wohlriechende Substanz neben ihn. Auch sein Kopf darf nicht bedeckt sein, da er auferweckt werden wird als Pilger am Tage der Auferstehung.


Welches Reglement ist gültig für die Waschung des Märtyrers?

Ein Märtyrer des Kampfes wird nicht gewaschen; seine Waffen, sein Gürtel und alles außer den Kleidern muss weggenommen werden. Dann wird er mit den Kleidern, in denen er getötet wurde, bestattet. Es ist nicht verboten, ihn mit anderen Kleidern zu bestatten, jedoch ist es besser, die Kleider des Kampfes zu behalten. Das Gebet ist nicht notwendig für den Märtyrer. Er wird, wie es der Prophet vorschreibt, Segen und Frieden auf ihm, ohne Gebet bestattet. Nach der Überlieferung Jabir's hat der Prophet, Segen und Frieden auf ihm, verordnet, die blutbefleckten Märtyrer des Kampfes von Uhud ohne Waschung und Gebet zu bestatten (gemeldet durch al-Bukhari und Muslim).


Wie wird der Verstorbene gewaschen?

Erstens: Zu Beginn der Waschung muss der Verstorbene vom Bauchnabel (Bauchmitte) bis zu den Knien Bedeckt sein.

Zweitens: Die Waschung muss and einem privaten Ort durchgeführt werden.

Drittens: Der Wäscher umwickelt seine Hand mit einem Stoffstück, um damit den Köper von allen Unreinheiten zu reinigen.

Viertens: Dann wickelt er seine Hand in ein anderes Stoffstück, um den Rest des Körpers zu reinigen, und drückt leicht auf den Bauch, wenn es nicht der Körper einer schwangeren Frau ist. Es ist empfohlen, neben dem Verstorbenen Weihrauch oder irgend eine andere wohlriechende Substanz zu stellen, damit sich kein unangenehmer Geruch verbreitet.

Fünftens: Leicht den Kopf des Verstorbnen haben, sodass das Wasser der Waschung mit den Körperausscheidungen ablaufen kann und nicht zum Kopf zurückkommt.

Sechstens: Der Wäscher führt zwei nasse Finger zwischen den Lippen des Verstorbenen ein, um seine Zähne zu reinigen, dann in die Nasenhöhlen, um sie gleichfalls zu reinigen. Nachher erfüllt der Wäscher die rituelle Reinigung wie für das Gebet und passt auf, dass kein Wasser in den Mund und die Nase fließt.

Siebtens: Wasser auf den Körper gießen, die rechte Seite zuerst vorn und dann hinten waschen, nachher auf die gleiche Art die linke Seite. Der Wäscher beginnt den Kopf und den Bart zu waschen.

Achtens: Der Verstorbene wird mit Lilienwasser, mit reinem Wasser oder mit einem Mittel, das den Körper reinigt, wie Seife, gewaschen. Ins letzte Waschwasser wird eine kleine Menge einer wohlriechenden Substanz beigegeben, wie zum Beispiel Kampfer.

Neuntens: Voll Ehrfurcht soll der Wäscher den Verstorbenen vorsichtig behandeln; beim Umdrehen des Körpers, beim Abreiben seiner Glieder, beim Drücken auf den Bauch, beim Biegsammachen der Gelenke, bei allem, was ihn betrifft.

Zehntens: Aus religiöser Pflicht wird der Verstorbene nur ein einziges Mal gewaschen, aber die Sunna des Propheten schreibt die Wiederholung der Waschung vor, so oft sie notwendig ist.

Elftens: Wenn nach der Waschung sich irgend eine Unreinheit löst und am Körper haftet, muss man die Stelle reinigen und die Waschung ein oder drei oder fünf bis sieben mal wiederholen. Falls sich die Unreinheiten nach dem Einkleiden lösen, wird die Waschung nicht wiederholt, sondern nur die Unreinheiten beseitigt.

Zwölftens: Der Körper des Verstorbenen muss mit einem trockenen Tuch abgetrocknet werden, damit das Leichentuch nicht nass wird.

Dreizehntens: Nach der Waschung den Kopf und den Bart des Verstorbenen einbalsamieren mit einer wohlriechenden Essenz außer Safran. An die Körperstellen, auf die man sich beim Beten stützt, wie die Stirn, die Nase, die Hände, die Knie, die Füße, eine parfümierte Substanz verteilen. Die parfümierte Substanz wird auch auf die Ohren und die Achselhöhlen verteilt. Am besten verwendet man Kampfer.



Das Einkleiden des Verstorbenen

Welches Reglement ist gültig für das Einkleiden des Verstorbenen?

Das islamische Einkleiden des Verstorbenen, ausgenommen der Märtyrer eines Kampfes, ist eine vorgeschriebene religiöse Pflicht in Übereinstimmung aller Muslime. Die Durchführung dieser Pflicht ist ein allgemein gültiger Ritus; einmal von jemandem übernommen, sind die ändern befreit. Die Kosten für das Einkleiden, für die Vorbereitung und für die Bestattung müssen aus den persönlichen Gütern geleistet werden, an denen sich kein fremdes Recht anschließt. Wenn der Verstorbene keine persönlichen Güter besitzt, fallen die Einkleidekosten auf denjenigen, der den Verstorbenen während seines Lebens unterhalten hat, zu. Wenn dieser keine Güter besitzt wird das Einkleiden durch die islamische Kasse getragen, sonst fällt die Haftung kollektiv an die Muslime, die die Kosten für das Einkleiden, für die Vorbereitung und für die Bestattung decken können.


Wie sieht das Leichentuch für den Mann aus?

Der Mann wird in drei weiße Leichentücher, von denen keines ein Hemd oder Turban ist, eingewickelt. Es ist erlaubt, nur zwei Leichentücher zu gebrauchen. Die notwendige Mindestanzahl für das Einkleiden ist ein Leichentuch, das den ganzen Körper deckt.


Wie sieht das Leichentuch für das Kind aus?

Das Kind wird in ein einziges Leichentuch eingewickelt, aber es ist nicht verboten, es in drei Leichentücher einzuwickeln.


Wie wird der Mann eingewickelt?

Erstens: Die mit Weihrauch parfümierten Leichentücher werden aufeinander ausgebreitet. Das letzte davon muss größer und breiter sein.

Zweitens: Der mit einem Tuch bedeckte Verstorbene wird auf die ausgebreiteten und mit Weihrauch parfümierten Leichentücher gelegt.

Drittens: Der Rand des obersten Leichentuches über die rechte Seite des Verstorbenen falten und den anderen Rand über die linke Seite. Ebenso das zweite und dritte Leichentuch falten.

Viertens: Diese Leichentücher um den Körper festbinden, sie werden wieder gelöst, sobald der Verstorbene im Grab liegt.

Fünftens: Falls man kein Leichentuch findet, das groß genug ist, um den ganzen Körper zu decken, bedeckt man nur den Kopf, auf die Füße legt man Pflanzen oder Papierblätter oder Ähnliches. Findet man nur genügend Blätter, um die intimen Organe des Verstorbenen zu decken, dann werden nur diese bedeckt.
Sind bei zahlreichen Verstorbenen nicht genügend Leichentücher vorhanden, so können zwei oder drei Männer in ein einziges Leichentuch eingewickelt und im gleichen Grab bestattet werden , wie es mit den Uhud-Märtyrern, Gott schenke ihnen seine Gnade, getan wurde.


Wie sieht das Leichentuch für die Frau aus?

Die Frau wird in fünf weiße Leichentücher eingewickelt: ein Hemd, eine Leibbinde, eine Bandage, ein Schleier für den Kopf, ein Stoffstück, um die Oberschenkel zusammenzuhalten. Wenn dies nicht möglich ist, wird die verstorbene Frau auf die gleiche Weise wie der verstorbene Mann eingewickelt.


Wie wird die Frau eingewickelt?

Erstens: Die Leichentücher werden in der Reihenfolge aufeinander ausgebreitet. Dann wird die mit einem Tuch bedeckte Verstorbene auf die ausgebreiteten und mit Weihrauch parfümierten Leichentücher gelegt.

Zweitens: Das Stoffstück wird um ihre Oberschenkel gebunden.

Drittens: Die Leibbinde wird angezogen.

Viertens: Die Verstorbene wird mit ihrem Hemd bekleidet.

Fünftens: Ihr Haar ist aus drei Teilen geflochten und liegt auf dem Rücken.

Sechstens: Sie wird mit dem Schleier bekleidet.

Siebtens: Sie wird in die Bandage eingewickelt, die zuerst festgebunden wird, dann wieder gelöst wird, sobald die Verstorbene bestattet ist.



Das Bestattungsgebet

Welches Reglement gilt für das Bestattungsgebet?

Das Bestattungsgebet ist eine vorgeschriebene Pflicht in Übereinstimmung mit allen Muslimen. Es ist eine allgemein gültige Pflicht; einmal von jemandem übernommen, sind die ändern befreit.


Welche Person ist am besten geeignet, um über dem Verstorbenen zu beten?

Die am besten geeignete Person für dieses Gebet ist zuerst die vom Verstorbenen Gewählte, unter der Bedingung, dass diese Person nicht lasterhaft oder irrgläubig ist. Weiter in der Vorrangordnung: der Souverän oder sein Stellvertreter, dann in zurückgehender Reihenfolge: der Vater, der Großvater oder der Urgroßvater, und dann in steigender Reihenfolge: der Sohn, der Enkel oder der Urenkel, dann nach und nach die weiteren nahen männlichen Verwandten.


Beschreibung des Bestattungsgebets

Erstens: Die Person muss selber die Entscheidung treffen, über dem verstorbenen Mann oder der Frau oder dem Kind zu beten. Diese Entscheidung muss Herzen kommen.

Zweitens: Die Formel: "Gott ist der Größte" wird während des Gebetes vier mal wiederholt: Das erste Mal am Anfang des Gebetes und dann erst wird die Fatiha (Das Eröffnungskapitel des Korans) rezitiert. Wenn man zum zweiten Mal die Formel: "Gott ist der Größte" ausspricht, hebt man die Hände hoch, danach spricht man das Ibrahims: "Oh Gott, segne Muhammad und seine Familie, wie Du Ibrahim und seine Familie gesegnet hast: Du bist der Gütige, der Höchste.

Gib Deinen Segen Muhammad und seiner Familie, wie Du ihn Ibrahim und seiner Familie gegeben hast. Du bist der Gesegnete, der Erhöhte", Dann hebt man nochmals die Hände hoch und wiederholt zum dritten Mal die Formel: "Gott ist der Größte", dann betet man für den Verstorbenen mit dem überlieferten Gebet: "0 Gott, gib Deine Vergebung unseren Lebenden und Verstorbenen, unseren Zeugen und Abwesenden, unseren Jungen und Alten, unseren Männern und Frauen. 0 Gott welcher von uns Du leben lässt, lass ihn im Islam leben und welchen von uns Du abrufst, lass ihn im Glauben sterben. 0 Gott, verweigere unseren Verstorbenen die Belohnung nicht und setze uns keinen Prüfungen aus nach unserem Tod". Es ist ebenfalls erlaubt, andere Gebete , zu gebrauchen. Daraufhin hebt man die Hände hoch und sagt zum vierten Mal: "Gott ist der Größte", Man schweigt einem Augenblick still oder man wiederholt die Formel: "0 Gott, verweigere unseren Verstorbenen die Belohnung nicht und setze uns keinen Prüfungen aus nach unserem Tod". Zum Schluss grüßt man (Salam) ein einziges Mal und das Bestattungsgebet ist beendet.

Drittens: In der Sunna des Propheten wird das Bestattungsgebet in der Gruppe verrichtet, wenn eine Anzahl Muslime anwesend sind. Der Imam, der das Gebet leitet, stellt sich zuvorderst, hinter ihm ordnen sich die Gläubigen in drei Reihen. Dies ist die empfohlene Weise für das Gebet.


Wenn jemand zu spät kommt und verpasst eine oder mehrere der vier Formeln: "Gott ist der Größte", was muss er tun?

Er geht zu der Gruppe und folgt dem Gebet des Imam's. Wenn dieser das Gebet mit der Gruß-Formel endet, ergänzt der Verspätete sein Gebet und rezitiert die versäumten Abschnitte, wie oben beschrieben wurde.


Welches Gebet wendet man an, wenn die verstorbene Person ein Kind ist?

Das Gebet für ein Kind ist dasselbe wie für einen Mann, jedoch nach dem dritten "Gott ist der Größte", anstatt um Vergebung für den Verstorbenen zu bitten, macht man folgendes Gebet; "0 Gott, mache ihn zum Wegbereiter, der den Weg seiner Eltern erleuchte, mache ihnen daraus eine Belohnung und ein Kleinod".



Das Tragen der Totenbahre

Wie wird der Trauerzug gestaltet?

Gemäss dem Wort des Propheten, Segen und Frieden auf ihm, ist es besser, sich mit dem Trauerzug zu beeilen: "Beeilt Euch mit dem Trauerzug. Ihr macht es zum Besten des Verstorbenen, wenn es ein guter Mann war, wenn nicht, macht Ihr es, um Euch vom Bösen zu befreien" {gemeldet durch al-Bukkhari und Muslim).


Welches Reglement ist gültig für den Trauerzug?

Am Trauerzug teilzunehmen ist ein von der Sunna empfohlener Brauch und kann in einer von drei verschiedenen Arten durchgeführt werden:

Erstens: Über dem Verstorbenen beten, dann weggehen.

Zweitens: Dem Leichenzug folgen bis zum Friedhof, an der Beerdigung teilnehmen und weggehen.

Drittens: Nach der Beerdigung bleiben, für den Verstorbenen die Vergebung Gottes erfragen, um die kraft des Glaubens und für das Heil seiner Seele bitten.


Was soll derjenige machen, der an der Beerdigung teilnimmt?

Erstens: Er soll demütig sein und über das Ende nachdenken, seine weiteren Aufgaben überlegen und sich bewusst sein, was aus dem Verstorbenen wird. Er soll den Namen Gottes immer wiederholen und beten für den Verstorbenen, ohne die Stimme zu erheben. Er soll sich nicht mit den Dingen dieser Welt befassen und sich nicht durch Gelächter und Ähnliches zerstreuen.

Zweitens: Er soll sich nicht setzen, bevor der Verstorbene beerdigt ist. Derjenige, der vor dem Leichenzug eintrifft, darf sich setzen bis zur Ankunft der Tragbahre.

Drittens: Im Leichenzug darf man nicht reiten. Sollte jemand nicht gehen können und sich gezwungen sehen, zu reiten, muss er hinter dem Trauerzug reiten, in Übereinstimmung mit der Sunna des Propheten.



Die Beerdigung des Verstorbenen


Wie sieht das Grab aus?

Erstens: Das Grab muss mindestens die Tiefe einer Menschenbrust erreichen, jedoch ist es besser, tiefer und breiter zu graben.

Zweitens: Die Sunna lehrt, im Grab eine Nische auszuhöhlen für die Beerdigung des Verstorbenen, wie im Grab des Propheten, Segen und Friede auf ihm. Ist die Tiefe des Grabes erreicht, höhlt man in der Richtung der Kaaba die vorgesehene Nische aus, um den Verstorbenen hineinlegen zu können.

Drittens: Ist es Nicht möglich, eine Nische vorzubereiten, so gräbt man für den Verstorbenen einen Graben in die Erde. Dieser Graben wird im Grabgrund ausgehöhlt. Er wird mit irgendeinem Dach überdeckt, um zu vermeiden, dass der Verstorbene staubbedeckt wird.

Viertens: Die Beerdigung des Verstorbenen soll in einem Friedhof für Muslime stattfinden, außer wenn dies unmöglich wäre. Ein Märtyrer hingegen,, der in einer Schlacht gefallen ist, sollte dort begraben werden, wo er getötet wurde, wenn dies möglich ist. So geschah es auch für die Märtyrer des Kampfes von Uhud, Gott schenke ihnen seine Gnade.


Wie wird der Verstorbene beerdigt?

Erstens: Wenn es möglich ist, soll der Verstorbene in das Grab von der Seite, wo seine Füße liegen werden, hineingelegt werden.

Zweitens: Es gehört sich, das Grab einer verstorbenen Frau mit einem Tuch zu decken.

Drittens: Eine verstorbene Frau wird in das Grab gelegt durch einen der Ihren, dessen Verwandtschaftsgrad die Heirat verbietet. Ist dies nicht möglich, soll sie durch einen älteren Mann, der befähigt ist zu beerdigen, hineingelegt werden. Der Verwandte, der berechtigt ist, die verstorbene Frau zu beerdigen ist der, welchem es erlaubt war, sie schon zu Lebzeiten zu sehen oder sie auf Reisen zu begleiten.

Viertens: Der Verstorbene wird in der Nische auf der rechten Seite platziert, das Angesicht in Richtung Kaaba. Er muss in der Nähe der Wand liegen, um nicht auf das Angesicht zu fallen, hinten ist er gestützt von einem Erdhaufen, um nicht auf den Rücken zu fallen.

Fünftens: Derjenige, welcher den Verstorbenen ins Grab legt, sagt: "Im Namen Gottes und im Glauben an Seinen Propheten".

Sechstens: Die Knoten des Leichentuches am Kopf und an den Füssen lösen.

Siebtens: Sobald der Verstorbene im Grab liegt, ummauert man ihn mit Schlammbacksteinen und verstopft die Zwischenräume mit Erde, um zu verhindern, dass Staub eindringen kann. Anstelle von Schlammbacksteinen kann Schilf oder Ähnliches verwendet werden.

Achtens: Es ist empfehlenswert, auf das Grab dreimal Staub zu werfen, bevor man es mit Erde bedeckt.


Was macht man mit dem Grab nach der Beerdigung?

Erstens: Das Grab soll um eine Handbreite über dem Boden erhöht werden, um erkannt zu sein und auch um vor Passantentritten geschützt zu werden, Gebete sprechen für das Heil des Verstorbenen.

Zweitens: Das Grab darf mit einem Stein oder etwas anderem dieser Art erkenntlich gemacht werden.

Drittens: Es ist besser, die Oberfläche des Grabes zu wölben, als sie auszuebnen.

Viertens: Es ist verboten, irgend etwas auf dem Grab zu bauen oder es zu verputzen, da es sich um heidnische Bräuche handelt.

Fünftens: Es ist sträflich, sich auf das Grab zu setzen oder sich daran zu lehnen. Es ist auch verboten, bei den Gräbern Zuflucht zu suchen oder spazieren zu gehen.

Sechstens: Es ist nicht erlaubt, Moscheen zu bauen, oder Lampen anzuzünden auf den Gräbern. Gemäss Abu Dawud sagte der Prophet, Segen und Friede auf ihm: "Gott verdamme die Frauen, welche die Gräber besuchen, auch solche, welche Moscheen bauen oder Lampen anzünden auf den Gräbern", und ebenso: "Gott verdamme die Juden, welche aus den Gräbern ihrer Propheten Anbetungsstätten gemacht haben" (gemeldet durch al-Bukhari und Muslim).


Welche Regel gilt für den Besuch der Gräber?

Der Besuch der Gräber ist den Männern empfohlen, auf Grund der Überlieferung des Propheten. Er schreibt ihn vor als Erinnerung and das Ende und an ein neues Leben. Der Besuch auf den Gräbern ist den Frauen verboten, auf Grund der vorher erwähnten Worte (Gott verdamme die Frauen, welche die Gräber besuchen...).
Beim Besuch sollte der Besucher sagen: "Segen und Friede auf Euch Gläubige und Muslime, die hier ruhen, wir werden Euch wiedertreffen. Wir bitten Gott, uns und Euch das Wohlbefinden zu verleihen". Man soll auch um Vergebung und Gnade für den verstorbenen bitten.

Dagegen ist es streng verboten den Verstorbenen um etwas zu bitten, ihn um seine Hilfe anzurufen, oder um seine Fürsprache anzuhalten. Ebenfalls darf man nicht mit den Händen über das Grab streichen oder darum herumkreisen. All dies sind abscheuliche und abergläubische Handlungen, die zu Vergötterung und zur Verneinung der absoluten Einheit Gottes führen. Die Propheten und die Apostel haben diese Einheit als Gebot Gottes verkündigt, über welchem Segen und Friede liegt.


Welche Regel gilt, um sein Beileid auszusprechen?

In Übereinstimmung mit der Sunna des Propheten wird das Beileid den Leidtragenden bis drei Tage und drei Nächte ausgesprochen. Die dazu gehörende Formel ist: "Gott erhöhe Eure Belohnung, versichere Euch seines Trostes und verleihe die Vergebung Eurem Verstorbenen", Die Erwiderung dieser Formel lautet: "Gott erhöre Eure Gebete und schenke uns und Euch seine Gnade".


Wie wird die Veranstaltung von Trauerfeiern und besonderen Trauerversammlungen beurteilt?

Die gebräuchliche Sitte, Versammlungen zu veranstalten, an denen der Koran während drei Nächten nach dem Tod rezitiert wird, oder Trauerfeiern und besondere Versammlungen am Tag des Todes, oder am dritten oder vierzigsten Tag, oder Jahrestag, sind alles abergläubische Handlungen, die vom Volk eingeführt wurden und weder auf dem Koran noch auf der Sunna des Propheten, noch auf den Überlieferungen der muslimischen Vorfahren basieren. Gott, der Erhöhte, möge ihnen Seine Gnade schenken. Zum Abschluss bitten wir Gott, den Gesegneten, den Erhöhten, uns durch das unsterbliche Wort zu stärken in dieser und in der anderen Welt, uns leben und sterben zu lassen im Glauben des Islams und in der Lehre der Sunna, und uns zu seinen frommen Verehrern zu zählen. Er ist der Erhörer und der Beantworter aller unserer Gebete.
_________________
Allâhu nûru s-samâwâti wa-l ard
Gott ist das Licht von Himmel und Erde

Aysha
Das Totengebet

Das Totengebet ist für die Muslime ein Gemeinschaftsgebet.
Das bedeutet, dass man es nicht alleine verrichtet, sondern
mit einer Gruppe von Muslimen.

Ablauf des Gebetes

Das Gebet enthält vier Tekbir (Allahu akber - Allah ist der größte).
Dazu werden die Hände an die Ohren gehoben und der Tekbir gesprochen.
Das besondere beim Totengebet ist, dass es nur im Stehen verrichtet wird.
Man geht beim Totengebet nicht in die Ruku und Niederwerfung.

Die Leiche liegt aufgebahrt vor der Gemeinde.
(Man kann jedoch ein Totengebet für jemanden abhalten,
der in entfernten Ländern gestorben ist.)
Der Tote darf kein Schahid (Märtyer) sein.

Wenn der Vorbeter (Imam oder Hoca) den Tekbir spricht,
tut das die Gemeinde ihn nach. Nun liest jeder für sich die Al-Fatiha Sure.

Der Imam hebt danach die Hände und spricht den zweiten Tekbir.
Die Gemeinde folgt ihn dabei wieder.
Danach spricht jeder für sich die Segenswünsche (Dua) al-salavat.

Nun hebt der Imam zum dritten mal die Hände und spricht wieder mit lauter Stimme den dritten Tekbir. Die Gemeinde folgt ihn wieder.
Nun spricht jeder für sich ein Dua für den Toten.
Dieses Dua kann in etwa lauten, dass man Allah bittet, ER möge den Verstorbenen seine Sünden vergeben und
das ER ihn ins Paradies eingehen lässt.

Der Imam hebt danach zum vierten und letzten mal die Hände zu den Ohren und spricht den Tekbir. Die Gemeinde folgt ihn wieder dabei.
Nun spricht jeder für sich selber ein Dua,
dass aber für ihn selber und für die muslimische Gemeinde ist.

Nach der Dua wendet der Imam und die Gemeinde folgt ihm nach,
das Gesicht nach rechts und spricht dabei den Selam-Gruß.
Anschließend dreht er seinen Kopf nach links (die Gemeinde folgend)
und spricht wiederum den Selam-Gruß.
Das Totengebet ist nun beendet.



Das Totengebet:

Der Imam stellt sich mit dem Gesicht nach Mekka so am Sarg des verstorbenen Mannes hin, daß er etwa hinter der Mitte des Körpers steht, bei Frauen jedoch hinter dem Oberkörper. Die übrigen Gäste stellen sich wie bei allen Gebeten üblich in Reihen hinter den Imam.

Die Hände werden bis in Kopfhöhe erhoben:

Allahu Akbar
(Gott ist der Größte)
Aschhadu-alla ilaha
(Ich bezeuge, daß es keinen Gott gibt außer Gott)
illa-llah
(außer Gott)
Aschhadu-anna Muhammadan rasulu
(Ich bezeuge , daß Mohammed der Gesandte)
llah
(Gottes ist.)
Allahu Akbar
(Gott ist der Größte)
Allahumma salli ala Muhammadin
(O Gott, segne Muhammed und nimm)
wa ala alihi
(ihn in Dein Schutz)
Allahu Akbar
(Gott ist der Größte)
Allahumma-ghfir lillmuminina
(Unser Herr, verzeihe den Gläubigen,)
wa-l muminat
(Männern und Frauen.)
Allahu Akbar
(Gott ist der Größte)
Allahumma-ghfir
(Unser Gott)
lihada-l- majjit
(verzeihe diesem Toten.
lihadihil majjit
(verzeihe dieser Toten)
Allahu Akbar
(Gott ist der Größte)
_________________
Allâhu nûru s-samâwâti wa-l ard
Gott ist das Licht von Himmel und Erde

Aysha
Ich will nicht pedant sein, aber dennoch frage ich mich: Haben die Sunniten auch im Koran irgendwo einen Anhalt zu dieser Sache gefunden?

Gibt es koranische Verse, die das obige bestätigen?

(Frage aus Neugier)