Viele sind zwar berufen, wenige aber auserwählt...


1 Jesus fuhr fort, zu ihnen in Gleichnissen zu reden.
2 Er sagte: "Mit dem Himmelreich ist es wie mit einem König, der für seinen Sohn die Hochzeitsfeier bereitete.
3 Er schickte seine Knechte, die Geladenen zur Hochzeit zu rufen. Doch sie wollten nicht kommen.
4 Er sandte nochmals andere Knechte aus und gab ihnen den Auftrag, den Geladenen zu sagen: >Seht, ich habe mein Mahl bereitet, meine Ochsen und mein Mastvieh sind geschlachtet, alles steht bereit. Kommt zur Hochzeit!<
5 Sie aber kümmerten sich nicht darum, sondern gingen fort: der eine auf sein Landgut, der andere zu seinem Geschäft,
6 die übrigen aber fielen über seine Knechte her, mißhandelten sie und schlugen sie tot.
7 Als der König das erfuhr, wurde er zornig, sandte sein Heer aus, ließ die Mörder töten und ihre Stadt in Brand stecken.
8 Dann sagte er zu seinen Knechten: >Die Hochzeit ist zwar bereitet, aber die Geladenen waren nicht würdig.
9 Geht also hinaus auf die Straßenkreuzungen und ladet zur Hochzeitsfeier, wen ihr nur findet.<
10 Die Knechte gingen auf die Straßen hinaus und brachten alle herbei, die sie fanden, Gute und Böse, und der Hochzeitssaal füllte sich mit Gästen.
11 Als nun der König eintrat, um sich die Gäste anzusehen, fiel sein Blick auf einen, der nicht mit einem Gewand für die Hochzeit bekleidet war.
12 Er sagte zu ihm: >Freund, wie konntest du es wagen, hier ohne Hochzeitsgewand zu erscheinen?< - Der aber schwieg.
13 Da befahl der König den Dienern: >Bindet ihm Hände und Füße, und werft ihn hinaus in die äußerste Finsternis! Dort wird Heulen und Zähneknirschen sein.<
14 Viele sind zwar berufen, wenige aber auserwählt."
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"Die Trübsale dieser Welt gehen vorüber, und was uns bleibt, ist das, was wir aus unserer Seele gemacht haben." Shoghi Effendi
Jene, die bereit sind, ihre Jüngerschaft zu akzeptieren und das wahre Erbe anzutreten, weden vom Meister dazu aufgefordert. Dies geschieht oft auf seltsame Weise. Wenn der Meister sagt:'' Folge mir,'' sagt er es zu einem , der dazu fähig und bereit ist, überallhin zu gehen, wo Er hingeht - was auch in eine innere Ebene sein kann.

Erinnern sie sich an die Geschichte in der Bibel, in der ein Mann zu Jesus kam und sagt: '' Meister, wohin du gehst, da will auch ich hingehen.'' Und jesus antwortete mit den Worten : '' Die Füchse haben Höhlen und die Vögel der Lüfte haben Nester, der Menschensohn aber hat keinen Platz, wo er sein Haupt hinlegen kann.''
Jesus sagte diesem Mann schonend, daß er nicht bereit sei, zu folgen, wandte sich aber sofort zu einem seiner Jünger und sagte ; "Folge mir."
Der Jünger sollte dem Meister in die Welt folgen , in der es keine errichteten, sichtbaren Häuser gab, sondern in der die Seele nach Belieben umherstreifen konnte.
Der erste Mann war nicht fähig,in diese innere Ebene zu folgen, der andere Jünger aber besaß das Verstehn und die Fähigkeit. Obwohl er vielleicht in der Lage gewesen wäre zu folgen, zögerte er. Das äußere Bewußtsein, die Welt und ihre Bindungen fesselte ihn.
Tatsächlich bestand bei dem Jünger, den Jesus aufforderte, mit ihm zu gehen. dieselbe Situation wie bei dem anderen Mann.
Daraufhin sagte Jesus: '' Niemand, der seine Hand an den Pflug legt und zurückblickt, ist tauglich für das Reich Gottes.''
Das wird bei Lukas 9:62 berichtet.
Was er meinte, war, daß man nicht tauglich ist, in das Bewußtsein Gottes im eigenen Inneren einzutreten.
Das hieß, daß der erste Mann, der Jesus folgen wollte, im äußeren Bewußtsein der Welt gefangen war. Er glaubte nur an die Dinge, die er sehn konnte und hatte wenig Vertraun in seiner Fähigkeit, zu erschaffen und selbst gewaltige Werke im Bereich des Unsichtbaren zu Vollbringen.
Er wollte dem Meister überallhin folgen, aber Jesus ging häufig in einen sochen hohen Bewußtseinszustand, daß er sich sogar dem Zugriff von Menschen entziehen konnte, die ihn in der Menge gefangenzunehmen trachteten.
Er hatte also kein Heim; nicht einmal ein so bescheidenes wie die Füchse und die Vögel, sondern durchstreifte nach Belieben die kosmischen Welten.Der erste Mann konnte ihm dorhin nicht folgen. Der Jünger konnte dies, denn er war ein Schüler des Meisters und geschult worden, doch er wich zurück, ihm zu folgen und gewaltige Taten des Glaubens auszuführen.

Wir sollten in der Lage sein, zu folgen und die Kraft für gewaltige Taten zu empfangen. Wie Jesus zu jenen sagte, die ihm vor langer Zeit folgten:
'' Seht, ich übergebe euch die Kraft !''


(Aus dem Buch: " Die Flöte Gottes "
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RELAX and Let Go
Das ist sehr wahr, Otira. Es geht immer um Loslösung von den Dingen dieser Welt, ein reines und offenes Herz...

O Mein Diener! Befreie dich aus den Banden dieser Welt und löse deine Seele aus dem Gefängnis des Selbstes. Ergreife die Gelegenheit, denn niemals kehrt sie wieder.

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O Sohn der Erde! Wenn du Mich begehrst, suche niemanden außer Mir. Willst du Meine Schönheit schauen, so schließe deine Augen vor der Welt und allem, was darinnen ist. Denn Mein Wille und der Wille eines anderen sind wie Feuer und Wasser; sie können nicht im selben Herzen wohnen.

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Loslösung ist wie die Sonne; sie löscht das Feuer der Begierde und Selbstsucht, in welches Herz sie auch scheint. Wer vom Lichte der Einsicht erleuchtet ist, wird sich sicherlich von der Welt und Ihren Nichtigkeiten loslösen ... Lasse dich durch die Welt und ihre Gemeinheit nicht betrüben. Glücklich ist der Mensch, den Reichtum nicht eitel und Armut nicht traurig macht.
Baha'u'llah
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"Die Trübsale dieser Welt gehen vorüber, und was uns bleibt, ist das, was wir aus unserer Seele gemacht haben." Shoghi Effendi
...trotzdem verstehe ich noch nicht die Bedeutung von dem Hochzeitsgewand. Die Knechte hatten also auf der Straße die Leute aufgesammelt, und zur Hochzeit geladen. Einer von denen erschien dort ohne Hochzeitsgewand und wird in die Hölle geschickt. Welche Bedeutung hat das Hochzeitsgewand hier?

Yojo
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"Es ist die Sehnsucht Gottes an diesem Tage, alle Menschen als eine Seele und einen Körper zu betrachten" (Bahá'u'lláh)
Yojo hat folgendes geschrieben:
...trotzdem verstehe ich noch nicht die Bedeutung von dem Hochzeitsgewand. Die Knechte hatten also auf der Straße die Leute aufgesammelt, und zur Hochzeit geladen. Einer von denen erschien dort ohne Hochzeitsgewand und wird in die Hölle geschickt. Welche Bedeutung hat das Hochzeitsgewand hier?

Yojo


Lieber Yojo !

Ich bin zwar ein sehr einfacher und praktischer mensch, doch vielleicht hilft dir meine antwort aus deine frage weiter.

Der eine kann und will nicht,
der andere will und kann nicht.

Er kann nicht mit schmutzigen kleidern erscheinen.
Der weg zum erfolg im Gottesbewußtsein liegt darin das gefühl aufzugeben, etwas zu brauchen, loszulassen, bindungen aufzugeben und sie sorge um das eigene schicksal Gott zu übertragen, dem gegenüber wirklich gleichgültig zu sein, was aus allem wird.

Das hochzeitsgewand ist das reine bewußtsein.


Alles liebe
Otira
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RELAX and Let Go
Meine liebe Otira!

ich danke dir so sehr für deine Worte. Du triffst den Kern, du hast die richtige Saite in meiner Seele zum schwingen gebracht!

:danke:

Das Hochzeitsgewand bedeutet: "Ich möchte bei dir sein, lieber Gott!" "Wie schön, daß ich dich gefunden habe, mein Schöpfer, mein Urheber, meine Seele und mein Zuhause!" Es nicht anzuhaben bedeutet Gott nicht zu erkennen, sondern in seiner Gegenwart irgendetwas zu wünschen, irgendetwas eben, ohne Seiner wirklich jemals gewahr zu werden. Und das ist tatsächlich sehr, sehr traurig für diese Seele.

Du schreibst "ich bin zwar ein sehr einfacher und praktischer Mensch", und ich glaube gerade das befähigt dich diese Dinge so brilliant zu verstehen und zu sehen.

Das macht mich so glücklich.

Alles, alles Liebe und Gute dir, dein Yojo
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"Es ist die Sehnsucht Gottes an diesem Tage, alle Menschen als eine Seele und einen Körper zu betrachten" (Bahá'u'lláh)