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Glaubensbekenntnis und Hauptgebet der Baha'is












gnostik hat folgendes geschrieben:
Deswegen bin ich etwas irritiert das solche frühen Schriftstellen unkommentiert auf Bahai Seiten stehen.und wie ich an euren Antworten gesehen habe auch bei euch nicht relativ gesehen werden.


Lieber gnostik,

auch wir haben es relativiert. Ich habe dir Passagen aus Bahaullahs Schriften gezeigt, die das Schwert verbieten und die Kunst der Rede gebieten. Somit ist der Grund des Märtyriums schon mal eingegrenzt.

Wenn also ein Tyrann einen Bahái wegen seiner Reden tötet so erweisen wir unserem Märtyrer Kraft eines der Verse, die du zitiert hast, den höchsten Respekt.

Was für eine Einstellung erwartest du eigentlich konkret von uns ? Dass wir die Märtyrer wie ganz normale Tote behandeln ? Was genau ?
Wo kann man den Kitab i Aqdas online lesen?
Liebe Gabriele,

Zitat:
ich bin von der Reinkarnationslehre überzeugt. Also kann ich kein Bahai werden.


Schauen wir uns den Text auf einer Erklärungskarte an (einer österreichischen, aber die Deutsche ist net wirklich anders):



Da du dich nicht zu den von ihm offenbarten Lehren bekennst, könntest du nicht wahrhaftig Bahá'í werden, du müsstest lügen, wenn du die Karte unterschreibst.

Zitat:
Ja, weil ihm/ihr die Zusammenhänge erklärt werden.


Ich glaube das nach dem Hinscheiden des Körpers sofort in ein transzendentes Jenseits eintritt und dort für immer verweilt. Würde deine Reinkarnationslere dies zulassen?

Zitat:
kann es für liebende Menschen überhaupt Feinde geben


Das waren seine Worte. Das er ab diesem Zeitpunkt der größte Feind der Bahá'í sei. Davor hat er die Adressaten des Briefes noch etwas beleidigt.

Zitat:
kann man nicht auch einen Kritiker als das nehmen, was man auch im Leben annehmen kann - einen Menschen, der auf Schwächen hinweist ?


Was verstehst du unter Kritik? Ich verstehe darunter ein rationelles Untersuchen mit einem anschließend neutralen Beurteilen. Herr F. hat aber eben geschworen, dass er der Feind der Bahá'í sei und das er nichts unversucht lassen werde um der Bahá'í-Religion zu schaden.

F. weißt nicht auf etwas hin, sondern konstruiert systematisch Thesen über die Bahá'í, welche fast allesamt jeglicher Realität entbehren. Wie einige Bahá'í-Autoren bereits feststellten: Die Desinformation wird bei ihm zur Methode.

Zitat:
Das heißt, wenn ein Hindu Bahai wird, kann er auch weiterhin an die Reinkarnation und das Karma glauben, gleichberechtigt neben allen anderen Ansprüchen - oder ?


Der Begriff Hindu zeigt doch gerade das man eben dem Hinduismus (naja doofes Beispiel, weil der Hinduismus nicht homogen ist) angehört und dessen Ideen vertritt. Man muss sich nun entscheiden, ob man nun Bahá'u'lláh als Manifestation Gottes anerkennt, oder nicht. Eine gewisse Idee des Karmas existiert ja auch im Bahá'í-Glauben und sicher ist die persönliche Suche nach der Wahrheit von der Ursprungsreligion beeinflusst. Aber Bahá'u'lláh zeigt eben mit diesen Versen das Kitáb-i-Aqdas, das es ja eben verschiedene Religionsgruppen gibt. Aber das dies eben in Eintracht leben sollen.

Zitat:
Also auch den Inhalten anderer Religionen.


Ja, es sind subjektive Wahrheiten, wie auch die Wahrheit der Bahá'í-Religion, nur das Bahá'í eben glauben, dass Bahá'u'lláh die Wahrheit für dieses Zeitalter brachte.

Zitat:
Welche Kritiker würdest Du anders respektieren, welche kannst du annehmen bzw. ihnen zugestehen, gegenüber Bahai tolerant zu sein ?


Wie gesagt, was ist für dich ein Kritiker? Leute, welche sich, zumindest zu großen Teil, zuverlässig mit der Bahá'í-Religion beschäftigt haben sind:

* Manfred Hutter
* Juan Cole
* Denis MacEoin

Wobei die letzten Zwei auch teilweise manch einmal ins private Abrutschen, zumindest in einigen wenigen Werken.

Zitat:
Das heißt, alle Kritiker sind verlogen ?


Es ging hier um die Punkte, nicht generell um jeden Kritiker. Zumindest auf seiner Webseite ist mir bis jetzt kein Dokument untergekommen, welches eben nicht der systematischen Desinformation dient. Ich kann dir nicht genau sagen ob F. es nicht besser weiß oder lügt. Leider weißt alles auf den letzten Punkt hin, gerade da er sich ja immer als Kenner selbst betitelt (oder sich als jemand anderes ausgibt und sich dann so betitelt).

Zitat:
Ich ahnte schon, daß ich mit den Fragen einiges anstoße, was nicht angestoßen werden darf oder soll oder sollte oder möchte oder könnte - werde mich in Zukunft daran halten, weil ich nicht mehr danach fragen werde. D.h. ich werde es lesen, aber dazu dann keinen Kommentar mehr abgeben. Dann glauben alle, ich stimme allem zu und habe keine Fragen und keine Meinung.


Es geht nicht darum, dass du nicht fragen darfst, du sollst es sogar. Aber eine Frage stellen oder immer wieder jemanden zitieren, welcher sich immer wieder als fehlerhafte Quelle herausstellt, finde ich befremdlich zum Einen, aber zum Anderen verständlich.

Viel logischer fände ich es nach speziellen Sachverhalten oder Versen zu fragen. Stattdessen scheinst du dich vielmehr für Thesen zu interessieren, welche die Bahá'í negativ darstellen.


Liebe Grüße, Tobias
Sakina

@Rahiym

Mir ist einfach nur aufgefallen das in den VERBORGENEN Worten eine Märtyrer Heroisierung stattfindet die weit jenseits meines normal menschlichen Empfindens liegt.
Solche mystischen Überinterpretationen sind mir bis jetzt noch in keinem "heiligen" Text begegnet.
Zitat:
so ist dies in Meinen Augen größer als die Schöpfung des Weltalls und das Licht beider Welten. Strebe danach, o Diener!

Das Bahalulla später von dieser Verherrlichung des Märtyrertums Abstand genommen hat wußte gestern oder vorgestern noch nicht.Deswegen habe ich die Diskusion über diesen Punkt angefangen.
Von deiner oder von Seiten Tobias kam aber kein Hinweis auf diese sich geänderten Einstellungen Bahalullas sondern nur Argumente für die ursprünglichen Texte.Zwar mit der Einschränkung das sinnbildlich zu verstehen.Aber warum kein Hinweis auf den zeitlichen Kontext.
Ich dachte für mich ist es nicht einfach durch den Wust von Bahai Schriften zu pflügen aber anscheinend ist auch für Bahai nicht so einfach durchzublicken oder eine gewisse Übersicht zu haben.
Das klingt jetzt vielleicht etwas? Ich hoffe du weißt was ich meine.
Auserdem ist mein englisch nicht so gut und ich muß mich auf solche Artikel verlassen die ander geschrieben haben.zB.kann ich nicht durch Studium der Texte von Bahalulla so eine Analyse machen.
Weil ich weder die Texte noch eine zeitliche Zuordnung habe.
wie gesagt ich grabe noch zwischen den Wurzeln.
http://www.bahai-library.com/articles/zanjan.browne2.html

mfffggg gnostik
Lieber gnostik,

Zitat:
In diesem Artikel steht zB.das sich Bahalluhla von der Verherrlichung des Märtyrertums später zu einer Relativierung und dann fast bis zur Ablehnung übergegangen ist.


So ist eine der Thesen Denis MacEoin's, welcher sogar als er noch Bahá'í war in der Forschung davon ausging, man müsse das Thema so behandeln, als ob es keinen Gott und auch keine Manifestationen Gottes gäbe. Er behandelte also in gewisser Weise den Báb und Bahá'u'lláh wie Politiker, welche einen bestimmten Kurs vorgaben.

Über diese Methode könnte man nun lang und breit streiten, aus der Sicht der Politikwissenschaft und einem breiten Teil der Geschichtswissenschaft mag dies durchaus ein kluger Schachzug von MacEoin zu sein, Religionswissenschaftlich ist das Ganze etwas zweifelhaft, da der Báb und Bahá'u'lláh, sich ja als Manifestationen Gottes und nicht als politische Führer verstanden, wie auch ihre Anhänger.

Zu beachten ist hier, dass einige Werke Bahá'u'lláhs, darunter auch die Verborgenen Worte, entstanden sind als Bahá'u'lláh zwar bereits eine Manifestation Gottes war, dies aber noch ein Geheimnis war und er dies nur durch verschlüsselte Botschaften mitteilte (besonders im Kitáb-i-Íqán). Die Verborgenen Worte fassen ja den Kern aller Religionen zusammen, alle Religionen hieß hier bis einschließlich die Bábi-Religion, denn die Bahá'í-Religion war noch nicht entstanden.

Jedoch muss man ebenso darauf verweisen das Abdu'l-Bahá die Bahá'í aufforderte die Weisheit der Verborgenen Worte in den Alltag einfließen zu lassen. Weiten Vorrang vor den Verborgenen Worte haben jedoch das Kitáb-i-Aqdas, der Kitáb-i-Íqán und die Tafeln, welche Bahá'u'lláh nach seiner öffentlichen Erklärung offenbarte (bzw. nach dem Kitáb-i-Aqdas).

Zitat:
Deswegen bin ich etwas irritiert das solche frühen Schriftstellen unkommentiert auf Bahai Seiten stehen.und wie ich an euren Antworten gesehen habe auch bei euch nicht relativ gesehen werden.


Wir fügen doch nichts zu unseren heiligen Schriften hinzu! Es gibt eine unabhängige Suche nach Wahrheit. Keine Kommentare im Originaltext, keine vorgelegten Denkschienen... Soweit kommt es ja noch...

Die absichtliche Verfälschung des Heiligen Textes wäre eine der größten Sünden wieder der Offenbarung Bahá'u'lláhs und des Bábs.

Zitat:
Auch die Vermischung die militanten Bab Bewegung und ihrer Opfer als Märtyrer der Bahai´s zu definieren hatt bei mir zur Verwirrung beigetragen.


Die Bábi-Religion war nicht generell militant geprägt. Jedoch, und dies stimmt, waren die Bábi dazu bereit sich und ihre Wahrheit, notfalls mit Waffengewalt, zu verteidigen und auch Rache zu üben. Gerade in einem schon gewalttätigen Umfeld führte dies oft zu unüberlegten, fanatisierten Einzeltaten, wie den Anschlag auf den Schah, welchen weder der Báb, noch sein formeller Nachfolger, noch Bahá'u'lláh befahlen oder gut hießen.

Viele Bábi hofften der systematischen Verfolgung entgehen zu können indem sie den persischen Staat militärisch bekämpfen. Weder etwas, dass der Báb so direkt gelehrt hat, noch sonderlich erfolgreich. Stellt sich aber die Fragte, ob die Bábi-Religion ohne das Mittel des heiligen Krieges überhaupt die ersten Jahre überlebt hätte oder ob sie nicht gleich vollkommen getilgt worden wäre.

Wie du richtig festgestellt hast, ist einer der großen Unterschiede zwischen der Offenbarung des Báb und der Bahá'u'lláhs, dass Bahá'u'lláhs Offenbarung fast durchweg pazifistisch ist. Nur in sehr wenigen Fällen, nämlich zur Einschränkung eines Aggressors gegen die Staatengemeinschaft oder eines ihrer Mitglieder sollen alle gegen ihn sofort gemeinsam vorgehen, um eben so Krieg für immer zu verhindern.

Bahá'u'lláh stellt in den Mittelpunkt seiner Offenbarung die Einheit Gottes / der Religionen / der Menschheit, welche schließlich im größten Frieden völlig erreicht wird. Dagegen stand im Mittelpunkt der Offenbarung es Bábs die Erwartung das "Ihn, den Gott offenbaren wird", bald erscheinen wird und eben jenes weltliche Leiden beenden wird. Alles sollte auf sein Kommen vorbereitet werden und wenn man die Bábi daran hindern wollte, dann war es aus der Sicht vieler Bábi eben recht sich die nötige Freiheit zu erkämpfen.

Geistig sind die Offenbarungen Bahá'u'lláhs sehr nah beieinander, materiell unterscheiden sich ihre Aussagen aber teils sehr.


Liebe Grüße, Tobias
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