Religion kontra BDSM?!


hallo erstmal, ich habe hier viele interessante dinge bisher gelesen und bemerkt das hier viele doch sehr religiöse menschen zu finden sind.

da möchte ich einfach mal ein thema anreißen was einen schritt weiter geht als "sex vor der ehe"...

ich hoffe alle von euch können mit "BDSM" etwas anfangen, falls nicht hier einmal ein "informationslink" zu wikipedia:

http://de.wikipedia.org/wiki/BDSM


jetzt würde mich mal interessieren wie menschen die damit evt weniger oder gar nichts zu tun haben darüber denken, gerade im bezug auf religionen.
wie es eben mit toleranz gegenüber sexuellen bedürfnissen und dem bestreben sich an die regeln einer religion zu halten steht.

ich kann hier auch gleich mal sagen das ich BDSM eigentlich für eine tolle und spassige sache halte und gerne ein wenig andersartige dinge im bezug auf sexuelles mache, die meisten finden es okay, aber gerade die etwas "religiöseren" haben den kontakt mehr oder weniger abgebrochen bzw die bekanntschaft aushungern lassen.

besteht gegenüber "sexuelle spiele aus spass" eine allgemeine ablehnung oder gibt es dinge die eher religiöse menschen an BDSM generell ablehnend finden, die nicht auf dem willen das sex nur für die fortpflanzung vollzogen werden soll beruhen?

ich bin mal gespannt was sich hier zu diesem thema alles ergibt
Hallo maSu!

Den Thread habe ich nach 'Liebe und Partnerschaft' verschoben, da er ja nicht speziell mit 'Judentum, Christentum, Islam' zu tun hat.
Ich denke das Problem sind weniger 'sexuelle Spiele aus Spaß' - für wen Sexualität ausschließlich zum Kinderzeugen gut ist, der wird damit wenig anfangen können ; und wer auf dem Standpunkt steht, dass nichts 'schlecht' ist, was SSC geschieht, der wird kaum Probleme haben damit - sondern was ist mit jenen Menschen, die diese Veranlagung haben - wie gehen die damit um, wenn das wirklich 'böse' sein sollte...
Im Prinzip die gleiche frage wie bei der Homosexualität - nur wird BDSM eben in der Bibel nicht explizit angesprochen - gewisse Visionen von Heiligen und Praktiken in manchen religiösen Orden gehen aber recht deutlich in diese Richtung - da gibt's auch Literatur darüber...
Es ist aber tatsächlich so, dass da ganz abenteuerliche Vorstellungen und Vorurteile kursieren - ich kannte mal einen buddhistischen Mönch, der in einem Ohr einen Goldring trug. Als ihn jemand darauf aufmerksam machte, dass das eigentlich ein Erkennungszeichen für Homos sei, zuckte er nur die Schultern - das mache ihm nichts aus, gegen die habe er keine Vorurteile. Einige Zeit später las er irgendwo, es sei eher ein Zeichen von SM - darauf legte er den Ring ab und trug ihn nie wieder - 'mit diesen Leuten wolle er keinesfalls verwechselt werden'...
hallo wu,

danke für das verschieben, hatte das unterforum wohl übersehen

naja das beispiel mit dem mönch ist irgendwie schon ziemlich gut, da ich die erfahrung gemacht habe das viele eine art der pseudotoleranz gegenüber homosexualität entwickelt haben und BDSM nicht als sexuelle "grundneigung" verstanden wird sondern eher als sowas wie "musikgeschmack" welcher sich ja ändern könnte.

erstmal zur "pseudotoleranz":
man vertritt die moralisch ethischen wunschvorstellungen einer gesellschaft die so nicht existiert, man tut so als seien alle gleichberechtigt und tarnt die diskriminierung nur geschickter, so kenne ich einen fall wo ein homosexueller sich auf einen job bewarb und der personalleiter gründe suchte ihn abzulehnen da er keinen homosexuellen in der position ahebn wollte. also wirkte dieser personalleiter gegenüber den außenstehenden tolerant da er sich scheinbar nicht an der homosexuelität störte aber in wirklichkeit war dies der einzige knackpunkt.

und jetzt zur "sexuellen grundneigung":
ich weiss selber das man diese phantsien, wünsche und träume nicht unterdrücken kann, ich weiss nur zu gut das eine unterdrückung dieser dinge in die sexuelle isolation führt und schwere depressionen zur folge haben kann, demnach ist das eben nicht der sich stetig ändernde musikgeschmack sondern eben genauso einzuordnen wie homosexualität.

jetzt bringt es mir nur herzlich wenig genauso abgewiesen zu werden wegen miener sexuellen ausrichtung wie homosexuelle, egal ob die oleute mir offen ins gesicht sagen das sie aufgrund meiner sexualität nichts mit mir zu tun haben wollen oder ob sie heimlich den kontakt abbrechen, es läuft auf das gleiche hinaus.
fortsetzung wegen 3000 zeichenbegrenzung pro post(sinn??):


jetzt gibt es aber gerade in den szenekreisen viele diskussionen um religion und kirche und das gerade in diesen bereichen BDSM ein sehr heikles thema ist, so arbeitet eine bekannte in einer katholischen kindertagesstätte und hat unglaubliche angst das es jemand erfahren könnte wenn sie mal auf einer BDSM-und-fetisch-party war oder das ein ehemaliger freund sie aus rache outen könnte. sie würde ihren job dadurch verlieren.

denns ind wir mal ehrlich: wer sein kind in eine katholische kindertagesstätte gibt, der würde sein kind doch keiner "dahergelaufenen sadistin" anvertrauen?! oder?

aus diesem grunde ist es in meinem relativ "perversen" freundeskreis immer wieder ein thema wie kirche oder religion "uns sexuell andersartigen" begegnet, da einige sehr schlechte erfahrungen damit gemacht haben.
"wie du schlägst deine freundin?" - "ja, weil sie es mag, einverstanden ist und es erregend findet" - diese argumente zählen oftmals gar nichts und so muss man sehr gut aufpassen wenn man unter 18ist und "damit" anfängt da die eltern der u18 freundin einen wegen körperverletzung anzeigen könnten usw usw

also bzgl BDSM gibt es nur eine pseudotoleranz oder gar öffentliche diskriminierung, so haben meine eltern es akzeptiert, wollten mir gleichzeitig aber verbieten derartige spiele bei uns im haus zu machen.
Liebe Masu,

also, die Kirchen haben sich schon immer mit der sexuellen Freiheit in die Wolle gekriegt... alles was nicht der Missionarsstellung entsprach, war "igittigittAgathe" Die Kirchen würd' ich hier mal nicht als Masstab ansehen.... und wer vom Terror der Diozöse betroffen ist, soll die Brüder vor' m Verfassungsgericht verklagen!
Hallo maSu!

ja, es gibt Berührungspunkte, sogar einen christlichen Arbeitskreis zu dem Thema [musste jetzt eine Zeitlang suchen, bis ich den wieder gefunden hatte ] - aber was hast Du - bzw. die Freundin - wirklich davon? Die Rezeption der Sache bei ihrem Dienstgeber dürfte sich dadurch nicht wesentlich ändern - für Dich oder Euch ist's aber vielleicht persönlich interessant.
Ob in einem Entlassungsfall eine Klage wirklich Aussicht auf Erfolg hätte, scheint mir zumindest zweifelhaft - da würde wohl am ehesten noch eine 'einvernehmliche Auflösung des Dienstverhältnisses' rauskommen... Ich weiß von einer katholischen Buchhandlung hier am Ort, wo Einzustellende einen Revers unterschreiben müssen, dass sie am Sonntag die Messe besuchen, dass sie nicht in einer 'wilden Ehe' leben - und dass eine Abweichung von diesem Zustand ein Entlassungsgrund ist .
ehm @thomas: "liebeR maSu" - wenn ich richtig gucke bin ich ein mann aber okay, konntest du nicht wissen


hmm ich frage mich wo diese leute sind die sex vor der ehe für sündig halten(oder ähnlich rel. extreme meinungen haben), deren meinung zu dem thema wäre interessant.


@wu: leider ist das nicht nur bei berufen die direkt oder indirekt mit der kirche zu tun haben ein problem, auch normale kindergärten überlegen es sich zweimal eine(n) "sadist(in)" ein zu stellen, alle berufe sind davon irgendwie betroffen, wer würde wohl eine führungskraft einstellen die devot und masochistisch ist? klar ist das nur auf sexuelle dinge bezogen, aber da trennen zuviele nicht!

ein bekannter ist KFZ-meister und hat angst davor jemand könnte was erfahren, da seine azubis ihn mit großer wahrscheinlichkeit nicht mehr ernst nehmen würden wenn die wüssten das er vor seiner frau niederkniet und sie mit "herrin" anredet.
wenn er beim sex unten liegen würde würde das aber nichts ändern, obwohl das "genau so ein fall" wäre.

darüber hinaus hatte ich gerade in meiner "outingzeit" große probleme da ich doch schon nach den religiösen normen großgeworden bin, nicht streng religiös aber sex war ein relatives tabuthema daheim und und alles was nicht der heterosexuellen norm entsprach war "krank" und "schlecht".
Hallo MaSu

nach allem, was ich bisher von der Bahai Religion weiss, gibt es keine Regeln dafür, welche Art Sexualität du betreiben darfst oder was du in der Sexualität darfst. Das Gebot ist jedoch "Gemeinsame Sexualität nur in der Ehe", d.h. BDSM nur mit der Ehepartnerin, aber sonst mit niemand.
Wie schafft ihr das bloss, 3 Jahre alte Themen plötzlich wieder auszugraben...und dann drauf zu antworten, als wäre es von Gestern
Frag ich mich auch
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Weil ich liebe,

führt ein unsichtbarer Weg über den Himmel.

Vögel reisen auf diesem Weg, die Sonne und der Mond und alle Sterne durchwandern diesen Pfad bei Nacht.