Religion kontra BDSM?!


Servus.

Mir fällt auf, hier, dass es ein sehr großes Bedürfnis zu sein scheint, erstens die Wahrheit zu kennen und zweitens das, was ein jeder für die Wahrheit hält, kämpferisch, aggressiv, dominant und damit überheblich, arrogant und somit demütigend gegenüber anderen, durchzusetzen.

Also sadistisch. Was da ja mal die eine Seite des BDSM wäre.

Andererseits fällt mir auf, dass ebenso ungefragt irgendwelche Geschichten, Ideen, tausende Jahre alte unbeweisbare und zum Teil extrem unlogische, geradezu märchenhafte Erlösermaximen nur deshalb als wahr angenommen werden, weil möglichst viele Menschen diese Ideen teilen zum einen, man sich also durch eine möglichst große Gruppe von Menschen geborgen fühlt, welche ausnahmslos sich einem höheren menschlichen- immer fleischlich inkarnierten- Wesen hingeben zum anderen.
Also einem Jesus, Shanti sowieso, Bahahulla, Buddha, Osho, usw.

Immer einem Mann, interessanterweise.

Das wäre also dann die andere Seite des BDSM, die masochistische.

Insofern empfinde ich den thread schon sehr aufschlussreich, wenngleich sicherlich nicht so, wie die Autorin desselben sich das gedacht hatte.

Mir springen da außerdem sofort ein paar Gedanken ins Hirn, die ich gerne teilen würde:

Dass die Wahrheit zu erkennen sehr wichtig für den Menschen ist, darüber sind sich wohl zweifellos alle einig, ungeachtet der Gruppe, der sie angehören.
Das könnte man wohl als den Stamm des Baumes betrachten.

Sofort danach aber scheiden sich die Geister in unterschiedliche Meinungen über die Wahrheit und beginnen, darüber zu streiten und bemühen sich, Recht zu haben, indem sie seltsame Ideen kreieren. Und Beweise an Land ziehen, die sich meistens auf sehr alte Texte beziehen.

Was an einem sehr alten von Menschen geschriebenen Text könnte denn ein Beweis sein?

Als allererstes müßte einem denkenden Menschen doch in den Sinn kommen, dass die Wahrheit, wenn sie denn die Wahrheit sein soll, vor allem Streit, Konflikt, Widerspruch, Aggression, Unterwürfigkeit, Zweifel und vor allem Überheblichkeit ausschließt.

Denn das Bedürfnis nach Wahrheit drückt das Bedürfnis nach Erlösung aus, oder nicht?
Und Erlösung bedeutet Frieden und Liebe.

Und Frieden beinhaltet, dass man nie mit niemand streiten will und kann.

Also müßte der durchschlagende Beweis für die Wahrheit doch so geartet sein, dass dadurch kein Streit, kein Konflikt, keine Überheblichkeit, keine Ausgrenzung und keine Geringschätzung entsteht.
Also kann doch schon mal die Wahrheit nicht von einer elitären Sondergruppe innerhalb dem Rest der niedereren Menschheit vertreten sein, weil ja gerade diese die Überheblichkeit zum Programm hat.

Also dürfte die Wahrheit weder Sadismus noch Masochismus sein. Was ja dann der Voraussetzung für BDSM sowieso gänzlich den Boden entzieht- ohne dafür zu kämpfen, sondern das Bedürfnis fällt dann einfach weg.

Und das wäre dann Liebe zu nennen.

Also ist doch eine Wahrheit, für die gestritten wird, schon selbst Beweis dafür, dass es nicht die Wahrheit ist.

Zum anderen fällt mir auf, dass die Menschen, die das mentale Programm ihrer Gruppe für die Wahrheit halten, auch Gott gegenüber geringschätzend sind, denn sie implizieren, dass es Gott genüge, einfach nur Teil einer Gruppe zu sein, vorgegebene Worte nachzuplappern ohne selbst zu denken oder gar zu leiden.

Das ist keine wahrhaftige Anstrengung. Das ist nicht das Nadelör.

Wenn es doch schon um so riesige Dinge wie die absolute Wahrheit, Gott, die Erlösung und die Überwindung der Welt geht, so kann man doch nicht annehmen, dass Gott SELBST sich einen Weg ausgedacht hat, der funktioniert wie ein Supermarkt: hingehen, was aus dem Regal holen, konsumieren.

Das ist viel eher das Markenzeichen des Materialismus.

Man müßte doch allerwenigstens davon ausgehen, dass wir von dem Weg, der zur Erlösung führt, nicht die geringste Ahnung haben. Dass wir weder die Wahrheit noch Gott auch nur annähernd verstehen, vor allem nicht dessen Liebesfähigkeit.

Also müßten wir doch zuerst unsere Haltung dahingehend ändern, dass wir uns zumindest für die Kleinen, Unwissenden, sich auf jeden Fall erst mal Irrenden und Lieblosen halten.

Die ehrlich keine Ahnung haben von dem Weg, den GOTT geplant hat.
Und der Wahrheit, die sich daraus ergibt.


Um dann von diesem Punkt aus vorsichtig und demütig, wissend, dass wir wahrscheinlich erst mal viele Fehler von uns geben und uns eher unmenschlich verhalten, sonst wären wir ja nicht hier, unsicher tapsend in Richtung GOTT begeben, immer mit dem Ziel Wahrheit vor Augen.

Aber ebenso erkennend, dass das ein langer und mühsamer Weg ist, ein weiter Weg, ein schwerer Weg und wir weit von dem Ziel entfernt sind, solange da noch das Bedürfnis besteht, andere Menschen zu übergehen, sie zu dominieren, sie klein zu machen, sie zu erniedrigen, zu demütigen, nur um selbst einen imaginären Punkt des Höherseins einzunehmen, des Besserwissens, des Darüberstehens, was eben genau nicht- Liebe demonstriert und deshalb nicht die Wahrheit sein kann.

Oder uns einem spirituellen Hero zu unterwerfen, einfach weil er sich gottgleich gibt, wie jeder Narzisst das tut und wir dabei jede Logik über den Haufen werfen müssen, um das zu tun.

Wenn wir uns denn wirklich vorgenommen haben, uns GOTT zu nähern, dann müsste doch unser erstes und dringenstes Bedürfnis sein, Liebe zu lernen.

So dass wir also dann erst mal anfangen müssten, niemanden zu dominieren, uns niemandem zu unterwerfen, also weder dem männlichen noch dem weiblichen Narzissmus zu verfallen und nie zu streiten.

Niemanden gering zu schätzen, bloß weil er was anderes glaubt- er ist ebenso unwissend und zweifelnd wie wir und hat dieselben Ängste und tappst hier im Dunkeln.

Niemanden retten zu wollen, denn auch das impliziert, darüber zu stehen und zu wissen, was für einen anderen Menschen richtig ist- ohne ihn jemals nach seinen Bedürfnissen, Sorgen und Ängsten vorher zu fragen.

Liebe würde doch zuallererst bedeuten, jedem Menschen, ungeachtet was er ist, denkt, fühlt und tut, Respekt zu zollen und ihn anzunehmen- selbst wenn ich keine Ahnung von der Wahrheit habe.

Und diese Liebe auch in Wort und Tat auszudrücken.

Die Wahrheit kann man ja dann weiter suchen, sogar ganz im stillen Kämmerlein ohne je darüber zu sprechen, denn wer hat denn was davon, dass ich ihm meine Wahrheit erzähle?

Wenn das Bedürfnis des Darüberstehens und des Dominierens weg fällt aus Liebe, dann fällt ja auch sogleich das Bedürfnis weg, über Wahrheit überhaupt sprechen zu müssen, sodass also tatsächlich bei einer hinreichenden Hingabe an die Liebe das Bedürfnis nach Wahrheit weg fällt,

und dann aber der Gegenstand der Liebe- Gott, die anderen und ich- den ganzen Raum der Aufmerksamkeit einnehmen, so dass nach dem ganzen Gesuche und Gestreite allein im Angesicht der Liebe sonst nichts mehr übrig bleibt als ebendiese.

Sodass sich also tatsächlich bei genügender Hingabe an Gott und die Erlösung die Wahrheit selbst auflöst.

Und somit ist das Ende der Wahrheit die ganze Liebe und ihr bleibt dann bei dieser Erkenntnis nun mehr das Vermehren der Liebe und diese hat nicht das geringste Bedürfnis zu streiten oder jemanden zu retten.

Diese will nur in Anwesenheit des Liebenden stehen und sein Wohlgefühl vermehren.

Vielleicht erscheint uns GOTT deshalb oft so schweigend, da Er/ Sie schon lange weiß, dass sich Liebe in beiden Polen zeigt: der anteilnehmenden Anwesenheit und nur gewissen wohlüberlegten Worten, sowieso wissend, dass wir von ganz allein so werden wie sie- ohne jeden Beweis und ohne jedes Argument.

In stiller Freude über unsere ständig wachsende Liebe, denn nichts sonst macht alle Wesen überall wahrhaftig glücklich.

Oder nicht?

Liebe Grüße
Ja, mein Psychologie-Dozent pflegte zu sagen:

"Die größten Kritiker der Elche
sind meistens selber welche!"
_________________
Sind wir denn wirklich die heiligsten Wesen auf Erden?
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Glühwürmchen hat folgendes geschrieben:

Man müßte doch allerwenigstens davon ausgehen, dass wir von dem Weg, der zur Erlösung führt, nicht die geringste Ahnung haben. Dass wir weder die Wahrheit noch Gott auch nur annähernd verstehen, vor allem nicht dessen Liebesfähigkeit.


So ahnungslos sind wir nicht.
Wir haben unser Gewissen. Und das ist der "Kompass", der uns zu wahrhaftigem Handeln führen kann. Das Gewissen ist das "göttliche Organ" - der innere Raum, in dem Gott wohnen kann, das innere Heiligtum des Menschen. Es braucht aber Bildung. Es ist nicht von sich aus vollkommen in der Unterscheidung. Der Mensch handelt dann wahr, wenn er dem Gewissen folgend das sittlich Gute tut. Und da Gott der Ursprung des Guten und Wahren ist bringt uns das Gott näher. Da wir nie absolut gut und daher auch nie ganz in der Wahrheit sein können musste Gott durch Christus das für uns stellvertretend tun, um den Weg zu eröffnen.

Und Gottes Liebe übersteigt die unsere. Sie wird am Kreuz offenbar. Dort können wir sie erkennen und in sie eindringen - immer tiefer, ohne sie je vollständig zu begreifen.

"Es gibt ein modisches Raisonnement, wie Gott sich habe erlauben können, seinen Sohn für alle "schlachten" zu lassen und sein Blutopfer einzufordern als Abzahlung an die Gerechtigkeit.Bei einem solchen Vorwurf handelt es sich um ein grandioses Missverständnis.

Nirgends geht es um kleinkrämerische Gerechtigkeit, es geht um die Preisgabe Gottes selbst: Bitter wie sonst nichts ist das Hergeben des Sohnes. Und dieses Hergeben bis ins Maßlose und Missverständliche führt zur Verwechslung der Liebe mit Prostitution - eben dasselbe geschieht Gott in solcher Anklage, er hätte doch einen Sohn nicht ausliefern dürfen. Damit ist Gott in die äußerste Verwechslung seiner Liebe eingetreten. Weil er eine Liebe gelebt hat, unter deren unverstandenen Vorzeichen die Menschheit mit ihm zu rechten beginnt, ob es eigentlich soviel "Verschwendung" gebraucht hätte.

Als Abraham seinen Sohn opfern wollte, hielt ein Engel den Arm des Geprüften auf. Auf Golgotha geschah keine Schonung: "Diesmal hing kein Widder mehr im Strauch" - weder für den Vater noch für den Sohn. So dass der Vater das Letzte gab, ja, dass er sich verschwendete, gratis, aber auch frustra - umsonst und bis ins Missverständnis hinein umsonst. Dieses große Umsonst der Liebe Gottes, das sich an unserem Begreifen bricht, ist die Stelle, an der sich die agape ins Unausdenkliche öffnet."

Hanna-Barbara Gerl-Falkovitz
Glühwürmchen hat folgendes geschrieben:
Mir fällt auf, hier, dass es ein sehr großes Bedürfnis zu sein scheint, erstens die Wahrheit zu kennen und zweitens das, was ein jeder für die Wahrheit hält, kämpferisch, aggressiv, dominant und damit überheblich, arrogant und somit demütigend gegenüber anderen, durchzusetzen.

Also sadistisch. Was da ja mal die eine Seite des BDSM wäre.


Es besteht ganz sicher ein großes Bedürfnis, die Wahrheit zu erkennen; aber es ist verwerflich, seine eigenen Erfahrungen auf die Art weiter zu geben, die Du hier nennst. Baha'u'llah verbietet das ausdrücklich. Sollte es hier manchmal trotzdem den Anschein haben, dass ein Baha'i irgendwie dominant 'rüberkommt, so ist das eine subjektive menschliche Schwäche, die man aber bei allen Menschen in Betracht ziehen muss bzw. sollte.

Glühwürmchen hat folgendes geschrieben:
Andererseits fällt mir auf, dass ebenso ungefragt irgendwelche Geschichten, Ideen, tausende Jahre alte unbeweisbare und zum Teil extrem unlogische, geradezu märchenhafte Erlösermaximen nur deshalb als wahr angenommen werden, weil möglichst viele Menschen diese Ideen teilen zum einen, man sich also durch eine möglichst große Gruppe von Menschen geborgen fühlt, welche ausnahmslos sich einem höheren menschlichen- immer fleischlich inkarnierten- Wesen hingeben zum anderen.
Also einem Jesus, Shanti sowieso, Bahahulla, Buddha, Osho, usw.


Bei Diskussionen ist es normal, dass man auch Zitate bringt; das ist zum besseren und sichereren Vermitteln eines Themas oft notwendig. Alle menschengemachten Geschichten und Ideen sind sowieso nicht relevant.

Wenn wir einen Bruchteil des Wesens Gottes und seiner Eigenschaften erkennen wollen, geht der sichere Weg über die Gesandten Gottes, die den Menschen in jedem Zeitalter zur Verfügung standen; natürlich müssen sie sich als Mensch manifestieren, ansonsten könnten wir ihre Botschaft nicht verstehen.

Glühwürmchen hat folgendes geschrieben:
Sofort danach aber scheiden sich die Geister in unterschiedliche Meinungen über die Wahrheit und beginnen, darüber zu streiten und bemühen sich, Recht zu haben, indem sie seltsame Ideen kreieren. Und Beweise an Land ziehen, die sich meistens auf sehr alte Texte beziehen.

Was an einem sehr alten von Menschen geschriebenen Text könnte denn ein Beweis sein?


Wortstreit und Rechthaberei sind in der Baha'i-Religion äußerst unerwünscht.
Die Schriften der Baha'i-Religion sind so neu (wir schreiben erst das Jahr 172 B.Ä.), dass noch nicht mal alle übersetzt sind, und der Offenbarer selbst - Baha'u'llah - hat sie geschrieben bzw. diktiert.

Glühwürmchen hat folgendes geschrieben:
Als allererstes müßte einem denkenden Menschen doch in den Sinn kommen, dass die Wahrheit, wenn sie denn die Wahrheit sein soll, vor allem Streit, Konflikt, Widerspruch, Aggression, Unterwürfigkeit, Zweifel und vor allem Überheblichkeit ausschließt.

Denn das Bedürfnis nach Wahrheit drückt das Bedürfnis nach Erlösung aus, oder nicht?
Und Erlösung bedeutet Frieden und Liebe.

Und Frieden beinhaltet, dass man nie mit niemand streiten will und kann.


Da bin ich vollkommen Deiner Meinung, und nichts anderes lehrt auch Baha'u'llah. Ich bitte, menschliche Schwächen zu entschuldigen.

Baha'u'llah sagt: " Das erste Zeichen des Glaubens ist Liebe"

Glühwürmchen hat folgendes geschrieben:
Zum anderen fällt mir auf, dass die Menschen, die das mentale Programm ihrer Gruppe für die Wahrheit halten, auch Gott gegenüber geringschätzend sind, denn sie implizieren, dass es Gott genüge, einfach nur Teil einer Gruppe zu sein, vorgegebene Worte nachzuplappern ohne selbst zu denken oder gar zu leiden.

Das ist keine wahrhaftige Anstrengung. Das ist nicht das Nadelör.


Da bin ich auch ganz bei Dir. Wir sollen selbstständig nach der Wahrheit suchen - auch ein Prinzip der Baha'i-Religion.

Glühwürmchen hat folgendes geschrieben:
Man müßte doch allerwenigstens davon ausgehen, dass wir von dem Weg, der zur Erlösung führt, nicht die geringste Ahnung haben. Dass wir weder die Wahrheit noch Gott auch nur annähernd verstehen, vor allem nicht dessen Liebesfähigkeit.

Also müßten wir doch zuerst unsere Haltung dahingehend ändern, dass wir uns zumindest für die Kleinen, Unwissenden, sich auf jeden Fall erst mal Irrenden und Lieblosen halten.

Die ehrlich keine Ahnung haben von dem Weg, den GOTT geplant hat.
Und der Wahrheit, die sich daraus ergibt.


Und weil wir selbst nicht die geringste Ahnung haben, werden wir von den Gesandten Gottes geführt. Ich, als kleiner Mensch käme da nicht weit. So aber finde ich Hinweise auf das Wesen Gottes.

Glühwürmchen hat folgendes geschrieben:
Aber ebenso erkennend, dass das ein langer und mühsamer Weg ist, ein weiter Weg, ein schwerer Weg und wir weit von dem Ziel entfernt sind, solange da noch das Bedürfnis besteht, andere Menschen zu übergehen, sie zu dominieren, sie klein zu machen, sie zu erniedrigen, zu demütigen, nur um selbst einen imaginären Punkt des Höherseins einzunehmen, des Besserwissens, des Darüberstehens, was eben genau nicht- Liebe demonstriert und deshalb nicht die Wahrheit sein kann.

Oder uns einem spirituellen Hero zu unterwerfen, einfach weil er sich gottgleich gibt, wie jeder Narzisst das tut und wir dabei jede Logik über den Haufen werfen müssen, um das zu tun.

Wenn wir uns denn wirklich vorgenommen haben, uns GOTT zu nähern, dann müsste doch unser erstes und dringenstes Bedürfnis sein, Liebe zu lernen.


Es ist ein langer, schwerer Weg, das kann ich unterschreiben und viele andere sicher auch. Und ein "Drüberstehen" darf es nicht geben. Wir sollen uns austauschen, unsere Erfahrungen vergleichen aber niemals versuchen, uns über andere zu erheben.

Ich würde es nicht "unterwerfen" nennen; wenn wir versuchen, uns Gott zu nähern, geht das m.E. am besten über die Gesandten Gottes. Wem könnte ich sonst vertrauen? Natürlich ist das Wichtigste die Liebe, das habe ich schon weiter oben geschrieben.

Glühwümchen hat folgendes geschrieben:
Niemanden retten zu wollen, denn auch das impliziert, darüber zu stehen und zu wissen, was für einen anderen Menschen richtig ist- ohne ihn jemals nach seinen Bedürfnissen, Sorgen und Ängsten vorher zu fragen.

Liebe würde doch zuallererst bedeuten, jedem Menschen, ungeachtet was er ist, denkt, fühlt und tut, Respekt zu zollen und ihn anzunehmen- selbst wenn ich keine Ahnung von der Wahrheit habe.

Und diese Liebe auch in Wort und Tat auszudrücken.


Genau! Ich kann nur meine Erfahrungen mit den Mitmenschen teilen, sollte aber nicht missionieren.
Darüber sprechen und uns austauschen sollten wir aber auf jeden Fall, weil jeder vom Anderen doch wieder ein Stück dazulernen kann.

Ich möchte betonen, dass meine Antworten meine eigene Sicht darstellen und keineswegs als allgemeingültig zu verstehen sind.
_________________
»Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüt«
Dies ist das höchste und größte Gebot.
Das andere aber ist dem gleich: »Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst«.
In diesen beiden Geboten hängt das ganze Gesetz und die Propheten
Glühwürmchen hat folgendes geschrieben:

Also müßte der durchschlagende Beweis für die Wahrheit doch so geartet sein, dass dadurch kein Streit, kein Konflikt, keine Überheblichkeit, keine Ausgrenzung und keine Geringschätzung entsteht.
Also kann doch schon mal die Wahrheit nicht von einer elitären Sondergruppe innerhalb dem Rest der niedereren Menschheit vertreten sein, weil ja gerade diese die Überheblichkeit zum Programm hat.
Also ist doch eine Wahrheit, für die gestritten wird, schon selbst Beweis dafür, dass es nicht die Wahrheit ist.
Zum anderen fällt mir auf, dass die Menschen, die das mentale Programm ihrer Gruppe für die Wahrheit halten, auch Gott gegenüber geringschätzend sind, denn sie implizieren, dass es Gott genüge, einfach nur Teil einer Gruppe zu sein, vorgegebene Worte nachzuplappern ohne selbst zu denken oder gar zu leiden.
Das ist keine wahrhaftige Anstrengung. Das ist nicht das Nadelör.
Wenn es doch schon um so riesige Dinge wie die absolute Wahrheit, Gott, die Erlösung und die Überwindung der Welt geht, so kann man doch nicht annehmen, dass Gott SELBST sich einen Weg ausgedacht hat, der funktioniert wie ein Supermarkt: hingehen, was aus dem Regal holen, konsumieren.
Das ist viel eher das Markenzeichen des Materialismus.
Man müßte doch allerwenigstens davon ausgehen, dass wir von dem Weg, der zur Erlösung führt, nicht die geringste Ahnung haben. Dass wir weder die Wahrheit noch Gott auch nur annähernd verstehen, vor allem nicht dessen Liebesfähigkeit.
Also müßten wir doch zuerst unsere Haltung dahingehend ändern, dass wir uns zumindest für die Kleinen, Unwissenden, sich auf jeden Fall erst mal Irrenden und Lieblosen halten.
Die ehrlich keine Ahnung haben von dem Weg, den GOTT geplant hat.
Und der Wahrheit, die sich daraus ergibt.
Um dann von diesem Punkt aus vorsichtig und demütig, wissend, dass wir wahrscheinlich erst mal viele Fehler von uns geben und uns eher unmenschlich verhalten, sonst wären wir ja nicht hier, unsicher tapsend in Richtung GOTT begeben, immer mit dem Ziel Wahrheit vor Augen.
Aber ebenso erkennend, dass das ein langer und mühsamer Weg ist, ein weiter Weg, ein schwerer Weg und wir weit von dem Ziel entfernt sind, solange da noch das Bedürfnis besteht, andere Menschen zu übergehen, sie zu dominieren, sie klein zu machen, sie zu erniedrigen, zu demütigen, nur um selbst einen imaginären Punkt des Höherseins einzunehmen, des Besserwissens, des Darüberstehens, was eben genau nicht- Liebe demonstriert und deshalb nicht die Wahrheit sein kann.
Oder uns einem spirituellen Hero zu unterwerfen, einfach weil er sich gottgleich gibt, wie jeder Narzisst das tut und wir dabei jede Logik über den Haufen werfen müssen, um das zu tun.
Wenn wir uns denn wirklich vorgenommen haben, uns GOTT zu nähern, dann müsste doch unser erstes und dringenstes Bedürfnis sein, Liebe zu lernen.
So dass wir also dann erst mal anfangen müssten, niemanden zu dominieren, uns niemandem zu unterwerfen, also weder dem männlichen noch dem weiblichen Narzissmus zu verfallen und nie zu streiten.
Niemanden gering zu schätzen, bloß weil er was anderes glaubt- er ist ebenso unwissend und zweifelnd wie wir und hat dieselben Ängste und tappst hier im Dunkeln.
Niemanden retten zu wollen, denn auch das impliziert, darüber zu stehen und zu wissen, was für einen anderen Menschen richtig ist- ohne ihn jemals nach seinen Bedürfnissen, Sorgen und Ängsten vorher zu fragen.
Liebe würde doch zuallererst bedeuten, jedem Menschen, ungeachtet was er ist, denkt, fühlt und tut, Respekt zu zollen und ihn anzunehmen- selbst wenn ich keine Ahnung von der Wahrheit habe.
Und diese Liebe auch in Wort und Tat auszudrücken.
Die Wahrheit kann man ja dann weiter suchen, sogar ganz im stillen Kämmerlein ohne je darüber zu sprechen, denn wer hat denn was davon, dass ich ihm meine Wahrheit erzähle?
Wenn das Bedürfnis des Darüberstehens und des Dominierens weg fällt aus Liebe, dann fällt ja auch sogleich das Bedürfnis weg, über Wahrheit überhaupt sprechen zu müssen, sodass also tatsächlich bei einer hinreichenden Hingabe an die Liebe das Bedürfnis nach Wahrheit weg fällt,
und dann aber der Gegenstand der Liebe- Gott, die anderen und ich- den ganzen Raum der Aufmerksamkeit einnehmen, so dass nach dem ganzen Gesuche und Gestreite allein im Angesicht der Liebe sonst nichts mehr übrig bleibt als ebendiese.
Sodass sich also tatsächlich bei genügender Hingabe an Gott und die Erlösung die Wahrheit selbst auflöst.
Und somit ist das Ende der Wahrheit die ganze Liebe und ihr bleibt dann bei dieser Erkenntnis nun mehr das Vermehren der Liebe und diese hat nicht das geringste Bedürfnis zu streiten oder jemanden zu retten.
Diese will nur in Anwesenheit des Liebenden stehen und sein Wohlgefühl vermehren.
Vielleicht erscheint uns GOTT deshalb oft so schweigend, da Er/ Sie schon lange weiß, dass sich Liebe in beiden Polen zeigt: der anteilnehmenden Anwesenheit und nur gewissen wohlüberlegten Worten, sowieso wissend, dass wir von ganz allein so werden wie sie- ohne jeden Beweis und ohne jedes Argument.
In stiller Freude über unsere ständig wachsende Liebe, denn nichts sonst macht alle Wesen überall wahrhaftig glücklich.
Oder nicht?

Dasselbe denke ich im Letzten.
_________________
Jedes Schicksal ist angemessen, individuell zugeschnitten, denn nichts, was Gott tut, ist sinnlos!
So ein schöner Thread und ich war im Urlaub

sylvia007 hat folgendes geschrieben:
Jesus Christus sagt über sich: „Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben. Niemand kommt zum Vater, als nur durch mich.“


Ich sage über mich: "Ich bin der weltbeste Liebhaber!" Dann wird es schon stimmen.

Zitat:

So ähnlich, wie du einem Freund aus Freundesliebe zu ihm den Strafzettel stellvertretend bezahlst, wenn der Freund pleite ist.


Jesus ist ja nicht gestorben, oder?

Dein Vergleich hinkt diesbezüglich. Wenn du davon ausgehst, dass Jesus auferstanden und in den Himmel gefahren ist, was ja eine Erhöhung darstellt, so ist es wie wenn ich meinem Freund 20 Euro für seinen Strafzettel gebe und er mir dann 500 Euro zurück gibt. Ich sehe da das Opfer nicht.

Zitat:
Nicht alles in anderen Religionen ist falsch, aber sie sind - als Ganzes, als Religion - nicht von Gott.


Na zum Glück sind sie das nicht. Ich bin da sehr froh darüber.

Zitat:
Auch ich habe mein Hirn nicht einfach ausgeknippst, aber meinst du denn, dass dein persönlich-privates Urteil richtiger ist als 2000 Kirchengeschichte: 2000 Jahre Ringen um die Wahrheit, 2000 Jahre Denken von Menschen, die weit gebildeter und intelligenter, zudem weit heiliger (näher an Gott, durchsichtiger für Jesus) waren als du und ich?


Und du meinst dass Menschen die 2000 Jahre über etwas nachdenken richtiger liegen als Menschen die das länger tun?

Aber prinzipiell: Wahrheit ist Wahrheit egal ob ich in 5 Minuten auf eine Wahrheit stoße oder ob ich 2000 Jahre darüber brüte.

Zitat:
Es ist falsch, seine eigene, beschränkte Urteilsfähigkeit als oberste Lehrinstanz zu deklarieren und anzunehmen, man könne selbst das Evangelium vollständig richtig auch in den großen Zusammenhängen verstehen.[(...) Die eigene Erkenntnis- und Urteilsfähigkeit kann nicht die letzte Lehrinstanz sein.


Evangelium hin oder her ist die eigene Erkenntnis- und Urteilsfähigkeit IMMER als oberste Instanz zu sehen. Alles andere ist Nachgeplapper bis hin zur Gehirnwäsche.

PapaLooo hat folgendes geschrieben:
Und dann das unter diesem Thema:
"Religion kontra BDSM"
Hier wird darüber geschimpft, wenn sich Paare gewisse sexuelle Praktiken ausdenken.
Aber Gott wiederum soll soviel Gefallen an der Folterung eines Menschens haben. dass dies gar zur Bedingung wird, etwas für Menschen zu tun.


Daran habe ich spontan auch gedacht. Jesus hat sich freiwillig gefangen nehmen, foltern, auspeitschen lassen, bis hin zum Tod. Das ist gut, sogar so gut, dass wir das als größtes Ereignis der Menschheitsgeschichte betrachten sollen.

Aus diesem Gedankengut heraus sind Praktiken wie Selbstgeißelung, Bußgürtel, etc. entstanden, denen man sich freiwillig unterwirft um durch den Schmerz sich selbst zu läutern.

Aber wenn ein Pärchen im Einvernehmen ein bisschen mit Handschellen, heißem Kerzenwachs oder einer Lederpeitsche rummacht ist das eine Schweinerei und diese verirrten Seelen bedürfen dringender Rettung durch den einzig wahren Glauben.
Minou hat folgendes geschrieben:
Alle menschengemachten Geschichten und Ideen sind sowieso nicht relevant.

Wie meinst du das?
sylvia007 hat folgendes geschrieben:
Nicht alles in anderen Religionen ist falsch


Damit bewegst du dich zumindest wieder etwas in Richtung der Lehre deiner Kirche für die du hier ja so wortstark eintrittst.

sylvia007 hat folgendes geschrieben:
, aber sie sind - als Ganzes, als Religion - nicht von Gott.


Und das Christentum ist es? Inklusive des Protestantismus? Und Inquisition? Und Hexenverbrennungen? Und den antisemitischen und frauenfeindlichen Ausbrüchen einzelner Kirchenväter? Und einzelnen Päpsten die z.T. Orgien in ihren Privatgemächern feierten? Etc. etc.

sylvia007 hat folgendes geschrieben:
Sie können nicht von Gott sein, weil Gott sich nicht bzgl. ein und derselben Sache widerspricht.


Das wäre zwar erstmal ein logisches Argument, doch ist es auch ein logisches Argument gegen das Christentum, welches nämlich von der Hebräischen Bibel abweicht, welche ja vor den Christentum da war.

sylvia007 hat folgendes geschrieben:
Beispiel: Entweder war Jesus Gott oder eben nicht. Beides kann nicht zugleich wahr sein.


Diese Aussage ist nach der Lehre deiner eigenen Kirche Häresie.

Deine Kirche lernt nämlich das Jesus Gott und Mensch ist und zwar beides ganz.

sylvia007 hat folgendes geschrieben:
Andere Religionen sind wie eine Art Fälschung der Wahrheit: vieles ist völlig richtig und wahr, aber in anderem enthalten sie einen Stachel der Unwahrheit, der den Menschen fehlleitet.


Die da währen? Nehmen wir mal als Beispiel den Buddhismus. Was ist da falsch? Und was ist mit den aus heutiger Sicht bedenklichen Aussagen die sich in der Bibel finden?

sylvia007 hat folgendes geschrieben:
Der von dir herangezogene Koran ist ein hervorragendes Beispiel dafür, die Suren zur Verfolgung und Tötung von Juden und Christen sind ja bekannt.


Nein, weil es sowas im Koran nicht gibt.

Es gibt zwar das Gebot des Islam zur herrschenden Religion zu machen und Nichttheisten und Polytheisten zum Islam zu bekehren oder zu töten, aber gerade Juden und Christen sind zu Schutzbefohlen zu machen. Entsprechend spielten sie in der islamischen Geschichte auch eine durchaus bedeutende Rolle.
Burkl hat folgendes geschrieben:
luschn hat folgendes geschrieben:
sylvia007 hat folgendes geschrieben:
luschn hat folgendes geschrieben:
Danke für den Buchtipp, aber da gebe ich mein Geld lieber für ernsthafte Lektüre aus.
der Buchautor meint das aber ganz ernst https://de.wikipedia.org/wiki/Gabriele_Amorth


Aus Wiki:
"Außerdem hielt er sowohl die Praxis von Yoga als auch das Lesen von Harry-Potter-Romanen für satanisch."

Einfach nur LOL!


Der Autor wird das sicher differenzierter darstellen und begründen wie er zu dem Schluss gelangt. Jedenfalls hängen beide Themen mit einem zu beobachtenden Neu-Heidentum zusammen.


Was hat Harry Potter mit 'Neuheidentum' zutun? Wenn überhaupt, dann handelt Harry Potter von Magie und nicht von 'Heidentum' (was ja die abwertende Bezeichnung für die ursprünglichen Religionen unseres Kontinents ist). Ich bin kein großer Fan der Serie, aber von allem was ich bisher da mitbekommen habe geht es in der Serie um eine Welt voller Magie, aber ohne Götter. Wie so oft in Fantasy gibt es 'die Guten' und 'die Bösen', die dann, nachdem das Böse lange im verborgenen Agiert und gegeneinander kämpfen. Es sieht für das Böse ganz gut aus, bis der Auserwählt sich opfert und dann alle rettet (was wiederum eher ein christliches Symbol in unserer Kultur ist). Recht kreativ an der Serie ist, dass die Bösen anscheinend ziemliche faschistische und rassistische Vorstellungen haben und somit das was böse sein soll recht konkret benannt wird. Auch verwischen an einigen Stellen Gut und Böse durchaus mal und selbst der Auserwählte ist nicht der von dem man es denkt.

Warum ist das 'Neuheidentum' und Herr der Ringe und Ultima nicht?


Yoga wird im Westen von den meisten Menschen als Sport und Entspannungsübung betrieben. Die philosophischen und geistigen Ebenen sind nur einem Bruchteil bekannt und auch bei denen mag ich nicht erkennen was an ihnen 'neu-heidnisch' oder gar satanisch sein soll. Viele von denen die sich auf einer tieferen Ebene mit Yoga beschäftigen reichern es interessanterweise hier in der Regel mit Psychologie (wenn oft auch ein populistisches Zerrbild davon) und westlicher Esoterik an.

Warum ist das satanisch oder heidnisch und der ebenfalls aus Indien stammende Rosenkranz nicht?
Tobias hat folgendes geschrieben:
Warum ist das 'Neuheidentum' und Herr der Ringe und Ultima nicht?


Als Neu-Heidentum würde ich eine sich doch recht deutlich abzeichnende Rückkehr des Geister- und Magieglaubens in unserem Kulturkreis bezeichnen. Charakteristika im Heidentum sind ja, dass die dunklen Mächte letztlich unberechenbare Bedrohungen sind - und diese durch "magische Rituale" unterworfen und "gezähmt" werden müssen.

Das Böse hat durch seine Unberechenbarkeit und Ungezähmtheit im Heidentum die "Oberhand" - darum ja auch die Wendung eine "Heidenangst" zu haben. Und der Mensch braucht magische Hilfsmittel um obsiegen zu können. Im christlichen Glauben ist der Sieg Christi über das Böse da - die Auferstehung hat den Tod als mächtigste Waffe des Bösen durch die Auferstehung neutralisiert. Dadurch gibt es keine absolute Dunkelheit mehr die mit "Heidenangst" zu befürchten wäre. Auch braucht der Christ keine übermenschlichen magischen Kräfte, um das Böse Zu besiegen. Durch Anteilhabe an Christus ist dieser Sieg Wirklichkeit.

Ich orte nicht hinter jedem heidnischen Erzählmotiv "satanischen" Einfluss. Was ich allerdings schon sehe ist, dass mit dem Schwächerwerden des christlichen Glaubens auf unserem Kontinent die "Heidenangst" zunimmt. Ich denke da auch an den Boom des Halloween-Fests.

Zitat:
Yoga wird im Westen von den meisten Menschen als Sport und Entspannungsübung betrieben.


Aber nicht nur. Oftmals steckt dahinter keine harmlose Freizeitaktivität sondern ein meiner Meinung nach nicht unproblematischer Mix aus esoterischen und östlich-religiösen Elementen, die zu einer "Eigenbau-Religion" zusammengebastelt werden. Im Endergebnis nicht immer eine Mischung, die wirklich gut tut.