Religion kontra BDSM?!


Burkl hat folgendes geschrieben:
Gott sagt ja nicht: "Ihr Christen seid die Auserwählten - freut euch, bleibt unter euch und schaut selbstzufrieden auf die Anderen herab!", sondern Er sagt:

"Geht hinaus in die ganze Welt, und verkündet das Evangelium allen Geschöpfen!" (Mk 16,15)

Alle sollen die Chance haben zur vollen Wahrheit zu gelangen. Das Apostolat ist daher letztlich Folge der Liebe und Gerechtigkeit.

Die folgenden Sätze stehen im klaren Widerspruch zu den paulinischen Briefen.
Es bestanden keine missionarischen Absichten!
Sie zeigen, dass Jesus´ Anliegen sich vor allem auf Israel und die Juden beschränkt.
Mat. 10:5 - 10:6: Diese Zwölf sandte Jesus aus und gebot ihnen: Geht nicht zu den Heiden, und betretet keine Stadt der Samariter, sondern geht zu den verlorenen Schafen des Hauses Israel.
Mat. 10:23: Wenn man euch in der einen Stadt verfolgt, so flieht in eine andere. Amen, ich sage euch: Ihr werdet nicht zu Ende kommen mit den Städten Israels, bis der Menschensohn kommt.
Mat. 15:24 Er antwortete: Ich bin nur zu den verlorenen Schafen des Hauses Israel gesandt.
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Siehst Du es jetzt?

Die Bibel wurde von Menschen geschrieben, und Menschen sind nun mal fehlbar.
Es gibt Widersprüche und wo Widersprüche sind, sind auch Wahlmöglichkeiten. Wir können die Bibel als Absolutum ansehen, oder auch als eine Inspirationsquelle benutzen.
(Diesen Text habe ich übrigens bereits unter meinen vorigen User-Namen geschrieben)
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Sind wir denn wirklich die heiligsten Wesen auf Erden?
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PapaLoooo hat folgendes geschrieben:
Papaloooo hat folgendes NICHT geschrieben:
Burkl hat folgendes geschrieben:
Papaloooo hat folgendes geschrieben:
Kannst du Gift trinken und es schadet dir nicht?


Sorry - ist schon korrigiert.
Papaloooo hat folgendes geschrieben:
Siehst Du es jetzt?


Ich sehe, dass außerhalb der Auslegung der Bibel durch das Lehramt der Kirche Vieles im Dunklen bleibt. Oftmals Wesentliches.
Aber irgendein Lehramt kann prinzipiell auch Subjektives vom Glauben lehren, was nicht stimmen muss.
Peter.Trim hat folgendes geschrieben:
Aber irgendein Lehramt kann prinzipiell auch Subjektives vom Glauben lehren, was nicht stimmen muss.


Wenn dieses Lehramt der Autorität der Tradition, der Bibel und der Leitung durch Petrus untersteht - dann ist es nicht irgendein Lehramt, sondern das, was Christus eingesetzt hat.
Burkl hat folgendes geschrieben:
Wenn dieses Lehramt der Autorität der Tradition, der Bibel und der Leitung durch Petrus untersteht - dann ist es nicht irgendein Lehramt, sondern das, was Christus eingesetzt hat.


Ich spare mir mal den Kommentar, dass das so eindeutig in keinem Evangelientext drinsteht und die Petrusbriefe davon auch nichts wissen.

Das heißt natürlich nicht, dass die Bahá'í nicht einen ideellen Führungsanspruch Petri im Jüngerkreis anerkennen würden. Nur ein ausdrückliches autoritatives Lehramt sehen wir darin nicht.
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"Nicht mitzuhassen, mitzulieben bin ich da." Sophokles: Antigone, Vers 523
Sören hat folgendes geschrieben:
Ich spare mir mal den Kommentar, dass das so eindeutig in keinem Evangelientext drinsteht und die Petrusbriefe davon auch nichts wissen.

Deinem Kommentar liegen 2 unausgesprochene Annahmen zu Grunde:
1. Die eigenen Erkenntnis- und Urteilsfähigkeit ist die oberste Lehrinstanz
2. Das reformatorische Prinzip „Sola Scriptura“

Es ist falsch, seine eigene, beschränkte Urteilsfähigkeit als oberste Lehrinstanz zu deklarieren und anzunehmen, man könne selbst das Evangelium vollständig richtig auch in den großen Zusammenhängen verstehen. Das führte nach der Reformation außerhalb der katholischen Kirche bis heute zu einer Zersplitterung in abertausende christliche Gemeinschaften, die sich in wichtigen Punkten widersprechen und damit von der Wahrheit entfernen.

Schlussfolgerung (1):
Die eigene Erkenntnis- und Urteilsfähigkeit kann nicht die letzte Lehrinstanz sein.

Peter.Trim hat folgendes geschrieben:
Aber irgendein Lehramt kann prinzipiell auch Subjektives vom Glauben lehren, was nicht stimmen muss.
Guter Punkt! - Warum sollte man ausgerechnet dem Lehramt der katholischen Kirche glauben, was sollte dieses Lehramt von anderen Lehrautoritäten unterscheiden?

Am Verständnis des Wesens der Kirche steht und fällt der Weg zur ganzen Wahrheit!

Die entscheidende Frage lautet also:
Ist die Kirche nur eine organisatorische Gemeinschaft unter vielen oder ist sie mehr?

Und die Antwort darauf lautet:
Sie ist mehr als eine organisatorische Gemeinschaft.

Denn:
Jesus hat der Menschheit nicht nur ein Buch hinterlassen, sondern er ist, von Pfingsten an, selbst anwesend in seiner Kirche. Die Kirche ist von Jesus gestiftet worden (so, wie er selbst war: wie ein Senfkorn) und ihr hat er Vollmacht gegeben, in seinem Namen zu wirken. An Pfingsten gab es noch keine Bibel, trotzdem haben die Apostel und deren Nachfolger die Wahrheit des Evangeliums 'gehandhabt', ihre Vollmacht auch in Handlungen ausgestaltet (Taufe etc). Die Kirche entfaltet in der Geschichte durch das Wirken des Hl. Geistes die Wahrheit des Evangeliums und übersetzt sie auch in die jeweilige Zeit. Von innen betrachtet (also geistig gesehen) lebt und wirkt Jesus Christus in der Kirche selbst weiter. Die Gläubigen sind so betrachtet sein Leib, denn er drückt sich durch sie aus und wirkt durch sie, Jesus Christus ist das Haupt. In Wahrheit verhält es sich also so, dass ein Bekenntnis zu Jesus Christus untrennbar von einem Bekenntnis zur Kirche ist.
Die Wahrheit drückt sich also nicht nur in der Schrift aus, sondern untrennbar davon auch in der Kirche.

Schlussfolgerung (2):
„Sola Scriptura“ ist unhaltbar.
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Autorin von: https://sadomasochistisch.wordpress.com/
sylvia007 hat folgendes geschrieben:
Deinem Kommentar liegen 2 unausgesprochene Annahmen zu Grunde:
1. Die eigenen Erkenntnis- und Urteilsfähigkeit ist die oberste Lehrinstanz
2. Das reformatorische Prinzip „Sola Scriptura“


Deinem Kommentar liegen ebenfalls 2 Annahmen zugrunde:

1. Dass ich mir das selber ausgedacht habe und
2. dass ich Protestant sei.

Beides entspricht nicht den Tatsachen.

Zu 1. ist anzumerken, dass eigentlich die orthodoxe Tradition des Christentums mit seinen ursprünglich fünf Ökumenischen Patriarchaten die ursprüngliche Verfasstheit des Christlichen Glaubens darstellt, wie auch z.B. durch das Konzil von Nizäa 325 bestätigt, auf dem Rom der Ehrenvorrang unter damals noch vier, später mit Jerusalem fünf gleichberechtigten Patriarchen zugesprochen wurde. Dieser Ehrenvorrang hatte keinerlei praktische Auswirkungen, denn die Jurisdiktionsgewalt unterlag in jedem Patriarchat dem jeweiligen patriarchen. Die Einmischung eines anderen Patriarchen in die inneren Angelegenheiten seines Amtskollegen wäre demnach ein klarer Rechtsbruch gewesen. Darüber hinaus hatte der Patriarch lediglich den Ehrenvorsitz des Bischofskollegiums seines Patriarchats inne, während die Bischöfe selbst aus den Reihen der Geweihten gewählt wurden. Die einzige autoritative Lehrinstanz war und ist bis heute demnach ein Ökumenisches Konzil unter Mitwirkung sämtlicher Bischöfe der Christenheit. Insofern erfüllen auch von diesem Standpunkt aus die Konzilien der Römisch-Katholischen Kirche nicht diese Bedingung, da es sich bei ihnen in Wahrheit um Partikularsynoden des Patriarchates von Rom handelt, die wiederum keine Lehrautorität beanspruchen können.

Ein autoritatives Lehramt des Papstes hat es jedenfalls weder in der Frühzeit der Kirche noch das ganze Mittelalter hindurch gegeben. Erst 1870 wurde dies festgelegt und wird seitdem verkauft, als hätte Christus diese Festlegung bereits im Evangelium getroffen.

Zu 2. weiß ich nicht, an welcher Stelle du aufgehört hast, mir zuzuhören, aber es hätte theoretisch bei dir ankommen können, dass ich Bahá'í bin und entsprechend auch das Prinzip "sola scriptura" für mich keine direkte Relevanz hat. Denn bei den Bahá'í gibt es nach meinem Glauben eine autoritative Lehrinstanz, nämlich Bahá'u'lláh als Gottesoffenbarer und nachfolgend seinen Sohn 'Abdu'l-bahá, der in der Schrift selbst ausdrücklich als Interpret eingesetzt worden ist. Daneben gibt es eine weitere Instanz, das Universale Haus der Gerechtigkeit, das ermächtigt ist, alles zu regeln, was im Heiligen Text nicht ausdrücklich behandelt ist -und dies zu einem späteren Zeitpunkt wieder zu ändern. Der Unterschied ist, dass man sich hierbei nicht auf Felsenmetaphern stützen muss, sondern ausdrückliche Anweisungen existieren.
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"Nicht mitzuhassen, mitzulieben bin ich da." Sophokles: Antigone, Vers 523
Sören hat folgendes geschrieben:
es hätte theoretisch bei dir ankommen können, dass ich Bahá'í bin und entsprechend auch das Prinzip "sola scriptura" für mich keine direkte Relevanz hat.
Dass du Bahai bist war mir vollkommen bewusst. Du hast aber argumentiert als ob das Sola Scriptura Prinzip grundsätzlich im Christentum Anwendung findet. (Ganz nebenbei bemerkt: Ich vermute daher tatsächlich, dass du ursprünglich mal Protestant warst und daher aus dieser Denkschule heraus argumentiert hattest.)

Deshalb auch meine Annahme über dich von Punkt 1, dass du die eigenen Erkenntnis- und Urteilsfähigkeit als oberste Lehrinstanz verstehst - Denn irgendwie musst du ja mal Bahai geworden sein. D.h. irgendwann hast du eine Entscheidung über den christlichen Glauben gefällt, nebenbei bemerkt: dieser liegt dir als Bahai ja offenbar gar nicht sooo weit entfernt. Buddhismus wäre ferner.

Jetzt folgt ein Gedankengang:
Der Schritt von einer protestantischen Kirche/Gemeinschaft in eine andere protestantischen Kirche/Gemeinschaft (z.B . lutherisch zu Freikirche oder Calvinismus o.ä.) ist sehr naheliegend. Dem liegt eben zu Grunde:
1. Meine persönliche Urteils- und Erkenntnisfähigkeit, mit der ich
2. im Prinzip "Sola Scriptura" die Bibel interpretiere.
Beispiel: Ich stelle fest: nach meinem Verständnis sagt die Schrift abc, meine Kirche sagt aber bcd. Daher wechsele ich in die Gemeinschaft, die abc behauptet.
Der Schritt aus dieser Denkart hinaus in eine andere Religion wie z.B. Bahai oder Islam ist im Grunde genommen genauso naheliegend wie in eine andere protestantische Gemeinschaft.
Beispiel: Schon die Dreifaltigkeit geht nicht eindeutig aus der Bibel hervor. Wenn ich diese also aus der Bibel (2.) nicht selbst erkenne (1.), dann kann sie nach dieser Denkart auch nicht wahr sein. Ein Kriterium für eine Religionsgemeinschaft, die für mich in Frage kommt ist nun also, dass diese nicht die Wahrheit der Dreifaltigkeit behauptet.

Der Schritt heraus aus der katholischen Kirche in eine protestantische Gemeinschaft ist jedoch - ein richtiges Verständnis vom Wesen der katholischen Kirche vorausgesetzt (siehe mein vorhergehender Beitrag!) - ein ganz anderer, mit dem Wechsel von einer protestantischen Gemeinschaft in eine andere protestantische Gemeinschaft / andere Religion nicht zu vergleichen.
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Autorin von: https://sadomasochistisch.wordpress.com/
Also 1. einmal ist der Papst nicht Petrus selbst, meine ich, 2. ist auch nicht Petrus unbedingt derjenige gewesen, der alle Sachen laut Bibel so vorbildlich gemacht haben soll, zum Beispiel die Verleugnung Jesu 3x hintereinander.