Religion kontra BDSM?!


Hallo zusammen.

Ich ärgere mich zur Zeit ziemlich über gewisse Leute in meinem Umfeld. Sie benutzen "schwul" als eine Beleidigung und machen Homo-/ Trans- oder Bisexuelle fertig.
Ich zitiere einige Aussagen:
Zitat:
In der Bibel steht, Homosexualität sei eine Todsünde.


Zitat:
Mann und Frau sind für einander geschaffen worden. Denn wenn die Frauen auf Frauen/ Männer auf Männer stehen entstehen daraus keine Kinder. D.h. die Menschheit würde aussterben, wenn alle so wären.


[/quote] Gleiche Geschlechter sollten sich abstossen. Die wollen nur etwas Besonderes sein.[quote]

Zitat:
Gott liebt diese Menschen nicht. Denn das sind keine richtigen Christen.


Es schockiert mich und macht traurig, wie feindselig alle sind. Es ist so lächerlich. Ein Schwuler ist genauso wie jeder andere Mensch auch. Ja, vielleicht pflegt er sein äusseres (manchmal) besser... Aber ich verstehe nicht, was daran falsch sein soll, auf das selbe Geschlecht zu stehen.
Ich frag mich auch, wieso die Heterosexuellen die Homo- , Bi- und Transsexuellen nicht einfach ihre Art ausleben lassen wollen.. Es kann ihnen ja eigentlich egal sein, wie die anderen ihr Leben gestalten..

Was meint ihr dazu?
@ Tiamick: muss ich 'meine' Zeugen fragen, die wissen das garantiert und finden das schneller als ich
@Tiamick

Zur Homosexualität schau mal bei Röm. 1,18-27; 1. Kor. 6,9-10; 1. Tim. 1,9-10; Gen. 19,4-13; Leviticus 18,22; Leviticus 20, 13 nach. Zur Sexualmoral in der Ehe wirst du dann noch bei Paulus sehr fündig. Wenn du willst mal später auch mit genauen Angaben.

Aber klar, praktische Tipps zur Ausübung sind das nicht. Die gibt es so im Baha'itum aber auch nicht.

@Baha'i-Freunde

Schaut mal hier und durchsucht das Dokument nach "sex":

http://bahai-library.com/?file=hornby_lights_guidance
Zu dem Thema Religion kontra BDSM weiß ich nichts, aber es gibt eine Art von alltäglichem SM. Es ist der Egoismus. Jemand, der egoistisch handelt, schadet nicht nur den Mitmenschen, er schadet auch sich selbst. Extremformen sind die Süchtigen aller Art von Sucht. Eine andere Extremform sind die Diktatoren. Sie schaden nicht nur dem "Feind", sie schaden ihrem eigenen Volk noch vielmehr.
Lg helmut
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...und die Menschen auf der Erde machen Wumtata!
Das ist auch meine persönliche Meinung. Wenn erwachsene Menschen körperliche Lust einvernehmlich miteinander teilen, geht das niemand anderen etwas an, mit wem, wo, wie, wann...
Die Bahai-Lehrmeinung ist allerdings eine andere...
Ist eines meiner großen Probleme mit der Bahai-Lehre
Bin ich froh, dass ich Bahá'í geworden bin, bevor ich wusste, was in den Schriften zur Homosexualität steht

So hatte ich genügend Zeit mich mit den Schriften, der Wahrhaftigkeit dieser und meinem Glauben an sich auseinanderzusetzen, bevor ich mich an so kontroverse Themen 'gewagt' habe *g*

In der Zeit habe ich für mich persönlich festgestellt, dass Gottes Gesetz sinnvoll für die ganze Menschheit ist und Er schon Seinen Grund dafür haben wird.
Es wird ja niemand verurteilt, der homosexuell ist. Lediglich der sexuelle Ausdruck einer homosexuellen Liebe ist verboten. Und jeder kann sich selbst entscheiden, ob er lieber Bahá'í sein möchte oder lieber Sex mit seinem Partner hat.

Ich weiß, Alkoholismus lässt sich nicht mit Homosexualität vergleichen, schließlich ist das eine eine Sucht, das andere nicht, aber auch ein Alkoholiker, der Bahá'í sein möchte, muss sich früher oder später entscheiden, ob er lieber weiter dem Alkohol anhängt oder sich lieber Gott zuwendet.
Ich glaube, dass die meisten Botschaften, Ge- und Verbote in den Religionen tiefsinniger zu interpretieren sind, als es gemeinhin getan wird.

Da wäre zunächst einmal das Wort "Sünde" - was ist das eigentlich? Meist wird darunter ein Vergehen verstanden, das von Gott bestraft werden wird. So kann es aber nur interpretiert werden, wenn Gott als "Etwas" außerhalb von uns verstanden wird. Wenn man versteht, dass Gott und wir nichts Unterschiedliches sind, kann man Sünde als "Vergehen an sich selbst" verstehen - Vergehen in dem Sinne, dass man sich selbst schadet.

Bei der Sexualität muss zunächst mal daran gedacht werden, dass der Mensch die einzige "Gattung" auf Erden ist, die einen Geschlechtstrieb unabhängig von der Fruchtbarkeit hat; da die Schöpfung perfekt ist, kann man davon ausgehen, dass es auch so gewollt ist, dass es bei uns Menschen dabei noch um etwas anderes als die Fortpflanzung geht. Die Erklärung, bei gleichgeschlechtlicher Liebe könnten keine Kinder gezeugt werden und sie sei deshalb verboten, geht m. E. am Wesentlichen vorbei - denn auch zwischen Mann und Frau ist die Zeugung bekanntlich nur an wenigen Tagen im Monat möglich, während der Schwangerschaft gar nicht und während der Stillzeit nur eingeschränkt. Jenseits der Wechseljahre wieder überhaupt nicht mehr...

Der sexuelle Austausch ist (neben der Fortpflanzung) dafür da, auf körperlicher Ebene die Polarität zu überwinden, um "Eins" zu werden - das hat durchaus eine mystische Ebene. Vor diesem Hintergrund kann man verstehen, dass es bei gleichgeschlechtlichem Sex diese Polarität gar nicht gibt. Mit gleichgeschlechtlichem Sex bringt man sich also selbst um die Möglichkeit, diese Polarität zu überwinden. Insofern verschwendet man die Sexualität gewissermaßen zur reinen Triebbefriedigung, also auf rein körperlicher Ebene. Das Verbot der Homosexualität im Christentum ist m. E. ursprünglich mehr im Sinne der "Fürsorge" zu verstehen. Hier wäre dann die Verbindung zur "Sünde" - wir sollen uns selbst nicht schaden. Was dann die Kirchenväter draus gemacht haben, steht aus einem ganz anderen Blatt...

Mit dem Finger auf Homosexuelle zu zeigen, sich über sie lustig zu machen oder über sie abzulästern, ist ein Verhalten auf Kindergarten-Niveau, darüber braucht man meiner Meinung nach gar keinen Gedanken verschwenden. Aber Gedanken kann man sich machen... Ich habe mit einer lesbischen Frau einige sehr persönliche Gespräche geführt - das mag jetzt nicht repräsentativ sein - aber ich habe erkannt, dass sie exakt der Konfrontation mit dem Gegenpol ausweicht. Ich glaube nicht daran, dass gleichgeschlechtliche Ausrichtung angeboren ist, sondern "erworben".

Gruß
traveller
Tobias schrieb:
Zitat:
Aber klar, praktische Tipps zur Ausübung sind das nicht.



Genau um die "praktische Ausübung" ging es doch hier! Nicht darum, ob
der Sex z.B. in einer Ehe stattfindet oder nicht.

Riki schrieb:

Zitat:
@ Tiamick: muss ich 'meine' Zeugen fragen, die wissen das garantiert und finden das schneller als ich



Natürlich bezweifele ich das, weil es solche Texte in der Bibel nicht gibt.
Es gibt bestimmt sogar Menschen, die ernsthaft glauben, in der Bibel stehe
geschrieben Sex dürfe nur in der "Missionarstellung" stattfinden.
Das ist natürlich auch Unfug!

Zitat:
Sie benutzen "schwul" als eine Beleidigung und machen Homo-/ Trans- oder Bisexuelle fertig.

Bei ersterem erwische ich mich auch zeitweise, obwohl ich überhaupt kein Problem mit Homo- bzw. Bisexualität habe. Es ist natürlich nicht rechtfertigbar, sondern eine blöde Angewohnheit.

Aber um Eminem zu zitieren:
Zitat:
Ich sag' zu jemanden Schwuchtel, nicht weil er schwul ist, sondern weil er'n Zensur ist!