Wie schaut das Leben nach dem Tod aus?


Über den Tod - aus den Bahai-Schriften

Inhalt

I. Der Tod
II. Die nächste Welt
III. Weiterententwicklung der Seele
IV. Beispiel Mutterleib-Embryo-Nächste Welt
V. Selbstmord
VI. Fürsprache in der nächsten Welt
VII. Trennung vom Leibe
VIII. Traeume
IX. Himmel und Hoelle


I. Der Tod

1. Der Körper ist sterblich. Wenn sich die Atome trennen, beginnt die Zersetzung
2. Mit der Seele ist es anders, sie ist unsterblich: Sie ist keine Verbindung von Elementen

II. Die nächste Welt

1. Die nächste Welt ist innerhalb dieser Welt. Sie ist über Raum und Zeit erhaben.
2. Diese Welt und die nächste Welt sind eine Welt
3. Beispiel: Die Welt des Kindes im Mutterleib ist auch in dieser Welt - aber das Embryo kann unsere Welt nicht begreifen
4. Die Stufen der Toten und Lebenden sind verschiedenartig und voneinander getrennt
5. Baha’u’llah erklärt, dass wenn wir wüssten, wie die nächste Welt ausschaut, wir es hier nicht länger als eine Stunde aushalten könnten. Wir hätten den Wunsch, sofort in die nächste Welt überzutreten.
6. Wir sollen keine Angst haben vor der nächsten Welt –vor allem wenn unser Leben voller guter Taten war
7. Nach dem Tod erreichen wir eine Stufe, die viel edler und schöner ist
8. Die nächste Welt ist eine geistige Welt und es gehört zu den Geheimnissen des Lebens, dass wir nicht wissen, wie sie aussieht
9. Die Propheten haben uns nie genau gesagt, wie die nächste Welt aussieht. Warum nicht? Weil es etwas vollkommen anderes ist, als wir je erfahren haben. Man kann zb dem Kind im Mutterleib auch nicht erklären wie unsere Welt aussieht
10. Alles, was wir über die nächste Welt wissen, ist: Unser Bewußtsein und unsere Persönlichkeit werden weiterleben und die nächste Welt ist besser (so wie auch diese Welt besser ist als die Welt des Embryos). Vergleich: So als würde man einen Raum verlassen und einen anderen Raum betreten und dabei seine Kleider ablegen. Das Bewußtsein und die Erinnerungen bleiben erhalten, man hat seine Kleider (also den Körper) abgelegt
11. Spekulation über die nächste Welt sind in Ordnung, aber haben wenig Sinn, weil wir es nie verstehen werden können
12. „Das Wesen der Seele nach dem Tode läßt sich niemals beschreiben, noch ist es angemessen und erlaubt, ihre ganze Beschaffenheit den Augen der Menschen zu enthüllen“
13. "Das künftige Leben birgt weit größeren Segen als dieses Erdenleben und seine Freuden“
14. „Diese Welt ist wie des Menschen Leib, und das Reich Gottes ist wie der Geist des Lebens“
15. Der Reichtum der anderen Welt ist Gottnähe
16. Wir sind nie abgeschnitten von jenen, die dort sind. Der wahre und wirkliche Einfluß liegt nicht in dieser, sondern in der anderen Welt

III. Weiterententwicklung der Seele

1. Seele kehrt zurück und wird zur „Herrlichkeit des Geliebten“ versammelt, wenn sie auf den Wegen Gottes gewandelt ist
2. „Sie wird eine Stufe erreichen, die keine Feder beschreiben, keine Zunge schildern kann“
3. „Sie wird nach ihrem Aufstieg solche Kraft besitzen, daß alle Welten, die der Allmächtige erschaffen hat, durch sie gefördert werden können“
4. Künste und Wunderwerke der Welt verdanken wir solchen Seelen
5. „Zur Frage, ob die Seelen einander in der geistigen Welt wiedererkennen: Dies ist gewiß, denn das Gottesreich ist die Welt der Schau, wo alle verborgenen Wirklichkeiten erschlossen werden“
6. „Die menschliche Wirklichkeit nimmt nicht eine körperliche, sonderm himmlische Gestalt an, die aus himmlischen Elementen zusammengesetzt ist „
7. Die menschliche Seele beginnt mit der Bildung des Embryos und von da an entwickelt sie sich bis in alle Ewigkeit in verschiedenen Stufen
8. Seele schreitet durch viele verschiedene Welten durch. Wie diese Welten aussehen wissen wir nicht
9. Geistiger Fortschritt ist nicht nur in unserer Welt möglich, sondern auch in der nächsten Welt. Erkenntnis auch in der nächsten Welt möglich
10. In der nächsten Welt ist es einfacher Gott näher zu kommen als auf dieser Welt
11. Wahre Religion ermöglicht dem Menschen die höchsten Stufen zu erreichen
12. Seele = Zeichen Gottes
13. Seele = Himmlischer Edelstein
14. Die Wirklichkeit der Seele wird von den gelehrtesten Menschen nicht begriffen. Ihr Geheimnis kann kein Verstand enträtseln
15. „Seele schreitet nach ihrer Trennung vom Leibe weiter, bis sie die Gegenwart Gottes erreicht“
16. ". in einem Zustand und einer Beschaffenheit, die weder der Lauf der Zeiten und Jahrhunderte noch der Wechsel und Wandel dieser Welt ändern können"
17. Die Seele wird so lange bestehen, wie das Reich Gottes bestehen wird
18. „Sie wird die Zeichen Gottes und Seine Eigenschaften offenbaren, Seine Gnade und Huld enthüllen“
19. „Erführe ein Mensch, was einer solchen Seele in den Welten Gottes . verordnet ist, er entflammte sogleich mit seinem ganzen Wesen im überwältigenden Verlangen, diese erhabenste, diese geheiligte, strahlende Stufe zu erreichen“
20. Die Seele des Menschen steckt nicht in seinem Körper. Die Beziehung ist wie die Sonne zu einem Spiegel. Die Sonne (die Seele) zeigt sich im Spiegel (dem menschlichen Körper). Die Eigenschaften der Seele werden im Körper offenbar. Wenn der Spiegel zerbricht, ist die Sonne davon nicht betroffen, die Seele lebt also unabhängig vom Körper weiter
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"Die Trübsale dieser Welt gehen vorüber, und was uns bleibt, ist das, was wir aus unserer Seele gemacht haben." Shoghi Effendi
IV. Beispiel Mutterleib-Embryo-Nächste Welt

1. „Das Jenseits ist so verschieden vom Diesseits wie diese Welt von der des Kindes, das noch im Mutterleib ist“
2. Die auf dieser Welt erforderlichen Triebe und Kräfte wurden ihm in jenem begrenzten Zustand verliehen. Er braucht Augen in dieser Welt, er erhielt sie vorgebildet in jener anderen. Ohren etc.
3. Auf dieser Welt muß der Mensch sich daher für das jenseitige Leben vorbereiten
4. „Was braucht man alles um sich auf die nächste Welt vorzubereiten
Erstens: Erkenntnis Gottes
zweitens: Liebe zu Gott
drittens: Glauben
viertens: Werke der Nächstenliebe
fünftens: Selbstaufopferung
sechstens: Loslösung von dieser Welt
siebtens: Reinheit und Heiligkeit“
5. „Wie die Wirkungen und der Nutzen des Lebens im Mutterleib nicht an jenem dunklen, engen Ort zu suchen sind, so werden Lohn und Strafe, Himmel und Hölle, Vergeltung und ausgleichende Gerechtigkeit für die im gegenwärtigen Leben begangenen Taten in jener anderen Welt offenbar werden“
6. Wenn man sagt, das Leben hört mit dem Tod auf, ist es, als würde man sagen, das Leben des Kindes im Mutterleibes würde mit der Geburt aufhören
7. „Die Dahingegangenen haben Eigenschaften, die sich von denen der Erdenbewohner unterscheiden; aber es gibt keine wirkliche Trennung“
8. Die Embryo-Welt ist in dieser Welt
9. Kein Zurück mehr, um nicht vorhandene Fähigkeiten wieder zu entwickeln
10. Reinkarnation ist so, als würde man sagen, man kehre nach der Geburt wieder in den Mutterleib zurück
11. Nur kurze Zeit um alle Fähigkeiten zu entwickeln, danach ist es zu spät

V. Selbstmord

1. Nicht erlaubt in der Baha’i Religion, denn Gott, der Schöpfer allen Lebens, darf allein das Leben wieder nehmen
2. Wenn ein Baha’i sich umbringt, ist er aber immer noch ein Baha’i
3. Man darf einen Selbstmörder nicht verurteilen (so wie man keinen Menschen verurteilen darf als Baha'i. Richten über andere ist streng verboten). Güte, Mitleid und Sympathie für die Leiden von Menschen, die sich umbringen.

VI. Fürsprache in der nächsten Welt

1. „Jene, die dem göttlichen Hof nahe sind, dürfen Fürsprache einlege, und diese Fürsprache wird von Gott gebilligt“
2. „Wenn ein reicher Mann bei seinem Tode ein Vermächtnis für die Armen und Schwachen hinterläßt, dann Ursache von Fortschritt für seine Seele“
3. „Es ist sogar möglich, daß die Lage derer, die in Sünde und Unglauben gestorben sind, geändert werden kann; das heißt, sie mögen zum Gegenstand der Verzeihung durch die Gnade Gottes“
4. Für die Verstorbenen zu beten ist sehr nützlich und hilfreich
5. Die Art und Weise wie Gott mit jedem einzelnen verfahren wird, ist für uns ein Msyterium
6. Abdu’l Baha sagt: Betet für sie, wie sie für euch beten

VII. Trennung vom Leibe

1. „Alle Menschen werden nach ihrem leiblichen Tode den Wert ihrer Taten abschätzen und alles erkennen, was ihre Hände bewirkt haben“

VIII. Traeume

1. Zeichen für ein Leben nach dem Tod
2. „Gott, der Erhabene, hat diese Zeichen in die Menschen gelegt, damit die Philosophen die Geheimnisse des Fortlebens nicht zu leugnen vermögen, noch herabsetzen, was ihnen verheißen ist“
3. „Sieh, wie viele Geheimnisse er birgt, welche Weisheiten er enthält, und wie groß die Zahl der Welten ist, die er einschließt“

IX. Himmel und Hoelle

1. „Das Paradies ist, Sein Wohlgefallen zu gewinnen, und ewiges Höllenfeuer, nach Gerechtigkeit von Ihm gerichtet zu werden“
2. „Was das Paradies anbelangt, so ist es eine Wirklichkeit, an der es keinen Zweifel geben kann. Hier und heute in dieser Welt ist es in der Liebe zu Mir und in Meinem Wohlgefallen verwirklicht“
3. „Wer versäumt, Ihn zu erkennen, verdammt sich selbst zum Elend des Fernseins, das nichts ist als völliges Nichtsein, der Inbegriff des niedersten Feuers“
Mein lieber Deas,

du hast dir sehr viel Mühe gegeben und eine wirkliche Menge von Punkten zusammengetragen! Deine Notizen lesen sich wie ein Sammlung von Glanzpunkten zu dem Thema, die alle Aspekte ansprechen. Wundervoll.

Alles Liebe von Yojo
Yow, echt gute Zusammenstellung.
Kannst du das als PDF oder sonstige Datei zur Verfügung stellen.

Greets Ayurvader
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Why not try Peace for a while,
if we don't like it, we can always go back to war.

Abdu'l Bahá
Hi!!

Das ist mal eine wirklich tolle Zusammenstellung, vielen Dank!

Grüße,
J.B.
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"Die beste Art Gott zu danken, ist einander zu lieben."

'Abdu'l-Bahá
Deas hat folgendes geschrieben:

3. Beispiel: Die Welt des Kindes im Mutterleib ist auch in dieser Welt - aber das Embryo kann unsere Welt nicht begreifen
9. Die Propheten haben uns nie genau gesagt, wie die nächste Welt aussieht. Warum nicht? Weil es etwas vollkommen anderes ist, als wir je erfahren haben. Man kann zb dem Kind im Mutterleib auch nicht erklären wie unsere Welt aussieht.


Tja, nur behandeln Menschen ihre Embryos aber anscheined um einiges besser, als es die Menschen (und Gott) im Jenseits mit uns (ihren Embryos) tun! Denn wenn ein Mensch im Diesseits mitbekommt, dass es einem Embryo im Mutterleib schlecht geht, dann tut er alles um ihm zu helfen.
Die Menschn im Jenseits scheinen aber bloss teilnahmslos zuzusehen, wenn ihre Babys hier auf der Erde verhungen und elend zu grunde gehen, es gibt ja nicht mal ein Wort des Trostes...
Hallo Nebuloes

Das stimmt so nicht , dennn das Jenseits legt dir den Trost den du Deinen Mitmenschen gibst schon in dein Herz und in dein Denken. . Du bist also massgeblich daran beteiligt das Jenseitige in das Diesseitige einzubringen .


Hallo Deas
Schoene Zusammenstellung,danke fuer deine Arbeit
und Zeit die du dafuer aufgewendet hast, dass wir es lesen konnten.

Lieben Gruss an Alle
Ellen
Deas hat folgendes geschrieben:

4. „Was braucht man alles um sich auf die nächste Welt vorzubereiten
Erstens: Erkenntnis Gottes
zweitens: Liebe zu Gott
drittens: Glauben
viertens: Werke der Nächstenliebe
fünftens: Selbstaufopferung
sechstens: Loslösung von dieser Welt
siebtens: Reinheit und Heiligkeit“


Also muss man all diese Punkte erzielen um in die nächste Welt zu gelangen sonst kommt man in die Hölle? Oder man kommt bei der nächsten Welt einfach besser an als wenn man dies alles nicht erfüllt..?

Sowieso finde ich es komisch, dass man von Himmel und Hölle redet und zugleich von einer neuen Welt. Wiederspricht sich da nicht etwas? Oder gibt es einfach eine neue Welt in der Hölle und eine im Himmel?

Für eine Erklärung wäre ich dankbar oder ein Link wo ich dies nachlesen kann.


Ansonsten finde ich diese Zusammenstellung super!


Gruss Krabby G
Ellen Lutringer hat folgendes geschrieben:

Das stimmt so nicht , dennn das Jenseits legt dir den Trost den du Deinen Mitmenschen gibst schon in dein Herz und in dein Denken. . Du bist also massgeblich daran beteiligt das Jenseitige in das Diesseitige einzubringen .


Kann ich mir ehrlich gesagt nicht vorstellen, da kein Mensch eine wirklich Ahnung oder Erinnerung an bzw. von dem Jenseits hat.
Und da es auch sonst kein Eingreifen gibt und diese Welt, so wie sie geschaffen wurde, sicher auch kein fehgeschlagenes Experiment ist, ist für mich recht eindeutig, dass Gewalt, Ungerechtigkeit, Armut, Hunger, Leid usw. gewollt oder egal sind.

Die Frage ist allerdings warum? Warum überlässt man die Babies im Schoss der Mutter Erde so gleichgülit ihrem leicht zu verhinderndem Leid?
Wird der Schmerz anderer so bedeutungslos, wenn man ihn aus einer anderen Perspektive betrachtet?
Hallo Nebulös -

da würde ich mit den Fragen noch etwas früher einsetzen - wer ist 'das Jenseits',
das irgendwem irgendetwas 'ins Herz legt'
Wer ist es, der/die/das 'Babies' ihrem Leid überlässt, und inwiefern ist dieses Leid
leicht zu verhindern?
Wer ist der/die/das 'Eine' im Gegensatz zu den 'Anderen', die Schmerz empfinden?

Auch wenn das Wort erst bei Leibniz auftaucht - die Frage der Theodizee ist
im Monotheismus uralt - schon im Buch Ijob gibt es Ansätze dazu - und eine
zweifelsfreie Antwort darauf gibt es bis heute nicht...