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Wie schaut das Leben nach dem Tod aus?












Hallo Jivatma,

also erst einmal muss ich sagen, dass ich den Begriff "transzendental" nicht sonderlich nützlich finde, da er leicht mit Transzendenz verwechselt werden kann, was ja schon ein Unterschied ist.
Grundsätzlich hat die Seele als Tätigkeit alle Auswahlmöglichkeiten an Genüssen. Die Sache ist nur, dass wenn eine Seele in einem Körper inkarniert ist, z.B. in Menschenform, sich die Seele "meist" nicht darüber bewusst ist, dass es diese Entscheidung selbst getroffen hat, die Station der Erfahrung der physikalischen Ebene zu durchlaufen.
Der Unterschied einer bedingten Seele ist nun, dass diese sich an Genüsse klammert, die vergänglich sind. Oder um es noch grundsätzlicher zu formulieren: Genüsse, die an Zeit gebunden sind.
Deshalb muss die Seele erstens lernen, dass sie nicht der an Zeit gebundene Körper ist. Dazu reicht es nicht aus, dies nur rational hergeleitet zu haben und dann zu sagen: "ok, meinem Verstand nach bin ich nicht mein Körper". Sie muss es erfahren, schulen und entwickeln, und zwar durch Meditation.
Und die Seele muss, in welcher Form von Existenzbewusstsein sie auch immer inkaniert sein mag, lernen, willentlich und bewusst auf vergängliche, also zeitgebundene, Freuden zu verzichten, und zwar nicht nur vorübergehend, sondern in perfekter Weise für immer! Denn alle Genüsse, die zeitebunden sind, haben eines gemeinsam: Sie werden einen irgendwann enttäuschen und einen leiden lassen. Wenn also Gott möchte, dass wir uns nicht an weltliche Freuden wie Sex, das tollste Auto klammern oder keine weltliche Macht anstreben, dann nicht, weil er uns leiden lassen will, sondern ganz im Gegenteil, weil er weiß, dass es uns irgendwann dadurch nur schlecht gehen wird und es uns davon abhält, wahre Freude zu erleben, bei der die meisten Menschen keine auch nur annähernde Vorstellung davon haben, was für ewige, unvorstellbare Freude tatsächlich von Gott für sie, also uns, vorgesehen ist. Um mal so nebenbei zu bemerken, ist es deshalb auch ausgeschlossen, dass einen Mann in einer lächerlich-naiven ego-bezogenen Vorstellung des "Himmels" niedere, illusionäre Freuden wie z.B. Jungfrauen erwarten werden. Eine bedingte Seele ist also innerhalb ihrer Inkanation eigenverschuldet in ihrer Erkenntnis bedingt und klammert sich bei einem Mangel an Selbstüberwindung an illusionäre, vergängliche Freuden, die irgendwann Leid bedeuten werden.

Wenn eine Seele aber nun im Prozess ihres inkarnierenden Weges dies lernt und erkennt, dann "befreit" sie sich aus diesen Zwängen der zeitgebundenen Faktoren und des damit stets verbundenen Leidens. Entwickelt sie sich zu höchstem Bewusstsein, also etwas, dass weit, weit über das rationale Bewusstsein hinausgeht, ist sie befreit, eins mit Gott und in perfektem Einklang mit dessen Willen. In diesem Zustand wird die Seele nicht mehr leiden, nie mehr. Das würde ich befreite Seele nennen.
Aber ich muss dazu sagen, dass es der Seele letzlich freisteht, ob sie sich überhaupt dahin entwickelt bzw. entwickeln will. Denn die Handlungsfreiheit, und damit die Eigenverantwortlichkeit, ist eine der Bedingungen für potenziell absolutes Bewusstsein.

gruß, freeline
jivatma, soweit ich informiert bin, gibt es in einigen Religionen nur ein einmaliges Kommen der Seele in einen Körper auf Erden, egal wie dieses Leben verläuft - alle Unarten und unguten Charakterlichkeiten müssen im Jenseits bearbeitet bzw. aufgelöst werden. Für mich gibt es da einige Widersprüche - aber es hat halt jede Religion oder Geistesrichtung die eigenen Ansichten, die einer bestimmten Linie folgt - Christen denken anders über das Jenseits als Moslems und Hindus anders als Buddhisten usw. kann man das weiter verfolgen.
http://www.geistigenahrung.org/leben-nach-dem-tod.html
anders in
http://www.puramaryam.de/todgeburt.html

Es baut sich sicherlich auf die Lehren derer auf, die sich schon vor Jahrtausenden darüber Gedanken machten.

Diese Hinwendung zum Spirituellen wird sich im Wassermann-Zeitalter noch verstärken - bzw. es werden mehr Menschen mit Erscheinungen aus der Anderwelt konfrontiert. Gott kennt alle Wege, wie er zu den Menschen über seine Mittler Kontakt halten kann.

freeline,
Zitat:
Tut gut, auch mal solche Zitate oder Interpretationen von Zitaten hier zu lesen.


so manche Erklärung finde ich in dieser Richtung und vergleiche mit anderen - merke aber, daß alles, was mir an Literatur in die Hände fällt sich in diesem Bereich aufhält. Für mich also wegweisend.

Ja, ja - hier ist eine große Vielfalt der ThemenThreads - schön, daß es das geben darf bzw. gibt.

http://www.philos-website.de/index_.....lenueberleben_b.htm~main2

http://www.anthroposophie.net/stein....._steiner_zwoelf_sinne.htm

suche nach: geburt der seele + geburt des menschen
Hallo freeline,

Zitat:
also erst einmal muss ich sagen, dass ich den Begriff "transzendental" nicht sonderlich nützlich finde, da er leicht mit Transzendenz verwechselt werden kann, was ja schon ein Unterschied ist.

Nun aus meiner Sicht ist das eine qualitativ und das andere quantitativ.

Zitat:
Der Unterschied einer bedingten Seele ist nun, dass diese sich an Genüsse klammert, die vergänglich sind. Oder um es noch grundsätzlicher zu formulieren: Genüsse, die an Zeit gebunden sind.

Das sehe ich genau so. Ich würde jedoch noch hinzufügen das je mehr sie diesen illusorischen Genüssen nachjagt, durch das nur noch tiefer in Illusion fällt.
Zitat:
Deshalb muss die Seele erstens lernen, dass sie nicht der an Zeit gebundene Körper ist. Dazu reicht es nicht aus, dies nur rational hergeleitet zu haben und dann zu sagen: "ok, meinem Verstand nach bin ich nicht mein Körper". Sie muss es erfahren, schulen und entwickeln, und zwar durch Meditation.

Aller Anfang ist schwer. Krishna sagt in der BG, das materielle Freuden (Sinnengenuss) am Anfang wie Nektar sind und am Ende wie Gift, und die spirituelle Disziplin (sadhana) am Anfang wie Gift erscheint jedoch am Ende wie Nektar ist.
Zitat:
Denn alle Genüsse, die zeitebunden sind, haben eines gemeinsam: Sie werden einen irgendwann enttäuschen und einen leiden lassen.

Leiden-Schaft. Krishna sagt in der BG, das Lust der allesverschlingende sündige (im sinne von absondern, sich trennen) Feind in dieser Welt ist. Wenn man Lust nicht lernt zu kontrollieren entwickelt sich Zorn und Zorn macht Blind.
Der Punkt hier ist meiner Meinung nach; die Erinnerung an den "Geschmack" der Sinnesfreuden bleibt und darum muss sie durch höhere Freuden ersetzt werden. Hier nun haben meiner Meinung nach die etablierten Religionen versagt, denn der Sadhaka (Schüler) lernt nicht wie er durch Übung und Regulierung höhere Freuden erfahren kann. ---> "sündigen-beichten, sündigen-beichten .... etc." Das System des Beichtens wurde/wird dazu missbraucht um Menschen abhängig zu machen = Macht über die Massen.

Zitat:
..... Vorstellung des "Himmels" niedere, illusionäre Freuden wie z.B. Jungfrauen erwarten werden. Eine bedingte Seele ist also innerhalb ihrer Inkanation eigenverschuldet in ihrer Erkenntnis bedingt und klammert sich bei einem Mangel an Selbstüberwindung an illusionäre, vergängliche Freuden, die irgendwann Leid bedeuten werden.


Hierzu erklärt Krishna in der BG das es durch frommes Handeln die Möglichkeit gibt bessere mat. sinnliche Freuden zu erfahren als wir es hier auf Erden kennen. In höheren materiellen Dimensionen im Universum (oberes Planetensystem) gibt es Sinnesfreuden die tausendmal grösser sind als hier auf Erden - jedoch auch sie sind vergänglich. Und wenn das karmische Guthaben aufgebraucht ist, wird man wieder auf Erden geboren und alles beginnt von neuem. Die Veden geben das Beispiel des "Kauen des Gekauten".
Man muss lernen durch die unaufhörliche Flut von Wünschen nicht gestört zu werden um schlussendlich alle mat. Wünsche aufzugeben. "Wunschlosigkeit" bedeutet nicht ohne Wünsche zu sein, denn Individuum bedeutet immer auch Wünsche zu haben, aber keine Wünsche mehr nach mat. Sinnenbefriedigung.

Zitat:
In diesem Zustand wird die Seele nicht mehr leiden, nie mehr. Das würde ich befreite Seele nennen.


Nun "Selbstbefreiung" gibt es aus meiner Sicht nicht, denn schlussendlich ist alles von Mukunda (ein Name Gottes - derjenige der Befreiung (mukti)gewährt) abhängig.
die Veden erklären das es drei Arten von befreiten Seelen gibt.
- sadhana-siddha (jemand der durch die strickte Ausführung der regulierenden Prinzipien die Perfektion erlangt)
- kripa-siddha (jemand der durch die dienende Haltung gegenüber einer bereits befreiten Seele durch diese gesegnet wurde)
- nitya-siddha (jemand der niemals durch die materielle Natur verunreinigt war)

Zitat:
Aber ich muss dazu sagen, dass es der Seele letztlich freisteht, ob sie sich überhaupt dahin entwickelt bzw. entwickeln will. Denn die Handlungsfreiheit, und damit die Eigenverantwortlichkeit, ist eine der Bedingungen für potenziell absolutes Bewusstsein.


Ja, das sehe ich auch so. Der materielle Kosmos wird auch Durga genannt. Dur bedeutet schwierig und ga bedeutet "weg gehen, verlassen".
Eine andere Bedeutung von Durga ist Festung oder Gefängnis. Die materielle Welt ist ein Ort voller Gefahren und eine art "Besserungsanstalt" um uns zur Besinnung zu bringen. Da widerspreche ich Gabrieles Ansicht die die Auffassung vertritt das sich die Seele "automatisch noch Oben entwickelt". Die Veden sagen hierzu deutlich nein, denn die individuelle Seele besitzt einen freien (wenn auch begrenzten) Willen. Und "automatische Entwicklung" würde bedeuten, kein freier Wille.

Gruss
@freeline
Das
Zitat:
Du solltest schon genau lesen, was ich exakt geschrieben habe. Und das war nicht, dass "ich eine Seele aus buddhistischer Sicht definieren will".


habe ich auch nicht behauptet. Das war lediglich eine Folgerung und die daraus resultierende Frage meinerseits! Vielleicht liest Du mal selber richtig...

Gruß
jivatma:
Zitat:
Da widerspreche ich Gabrieles Ansicht die die Auffassung vertritt das sich die Seele "automatisch noch Oben entwickelt".


So automatisch ist das nun auch wieder nicht.
In Anatomie der Seele Kapitel 14 - Der Drehbühneneffekt der Seele - und die Licht- und die Schattenseite - Der Drehbühneneffekt wird gemeint:

"Es besteht ein qualitativer Unterschied zwischen den Anlagen und somit auch in der Helligkeit bzw. Dunkelheit der Sektoren, je nachdem , ob z.B. ein Trieb, ein Affekt noch hemmungslos ausgelebt wird oder schon "kanalisiert", bewußt gemacht, weit gehend verwandelt oder gänzlich veredelt - "sublimiert" - worden ist. Je weniger sich ein Mensch Impulse oder Inhalte seiner Seele bewußt gemacht hat, je weniger er sie beherrscht, je wehrloser er seinen rohen Trieben, Begierden und Leidenschaften ausgeliefert ist und von seinen Emotionen und Affekten regeriert wird, desto "dunkler" ist auch der Sektor, aus dem sie hervortreten oder hervorbrechen. Je gründlicher er sich von seiner Rücksichtslosigkeit, seiner Ichbezogenheit oder seinem Egoismus lösen kann, umso heller werden auch die Sektoren, aus welchen die Impulse zu den jeweiligen Aktionen stammen."

Um diesen ganzen Aufbau zu verstehen, muß man schon mehr wissen bzw. darüber lesen und das läßt sich in der heutigen Form der Leichtigkeit nicht bewältigen.

"Dem Menschen wird also nicht nur das vorgegeben, was er ausleben soll, sondern auch die Art, wie er es tun soll. Beides "soll" er allerdings nur deshalb tun, weil bestimmte Erfahrungen, die er auf diese Weise machen und bestimmte Lehrstücke, die er dabei lernen muß, in seinem Entwicklungsplan an die Reihe gekommen sind. Und er wird auf die vorgegebene Weise leben und handeln, weil er sich auf der betreffenden Entwicklungshöhe noch nicht anders verhalten kann."

Wie gesagt, man muß da eben von A anfangen bis zum Z. - wie ein Alphabeth - mit dem Fehlen nur eines Buchstaben können wir so manches Wort nicht vervollständigen.
Aber das weißt Du ja selbst - alles ist gut aufgebaut - man muß nur dahinter kommen und erkennen.

"So wird der Mensch immer wieder erfahren können, daß er neben viel Negativem auch eine gute - helle - Seite in sich hat. Deshalb ist er im Laufe seiner Entwicklung verschiedenen, mitunter gegensätzlichen Erfahrungen ausgesetzt. Sie ermöglichen es ihm, einmal die gute, einmal die dunkle Seite seiner Seele kennenzulernen, sich somit selber zu erfahren, um einerseits zur Entwicklung seines Potentials angespornt zu werden, andererseits die nötigen Korrekturen an sich vornehmen zu können."

Übrigens, wenn ich mir heute die Nachrichten auf spiegel.de, stern.de und focus.de anschaue, dann kann ich nur sagen: der Inhalt des Buches bestätigt, was wir im täglichen Leben vorfinden.

Ihr könnt eure Gegenwart nur richtig interpretieren, wenn ihr einen Blick auf die Vergangenheit werft, denn jedes Ereignis ist die Konsequenz eines vorhergehenden Ereignisses. Ihr wisst das zwar, aber ihr müsst euch auch bewusst werden, dass ihr an dieser Gegenwart, die die Konsequenz der Vergangenheit ist, arbeiten könnt, damit die Zukunft all eure guten Wünsche und Vorhaben verwirklicht.
Um den Sinn seines Lebens und des Lebens anderer Menschen richtig zu verstehen, muss man es als Konsequenz einer fernen Vergangenheit sehen. Aber, und das ist das Wichtigste, man muss es auch als Ausgangspunkt für ein neues Leben betrachten. Wer ein Menschenleben betrachtet, ohne dabei zu berücksichtigen, dass es nur ein Glied in einer langen Kette darstellt, der kann nur fehlerhafte Urteile fällen.

www.aivanhov.de/tagesgedanken
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