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Diese physische, menschliche Welt ist der Macht der Triebe u












Sünde und Erlösung

Diese physische, menschliche Welt ist der Macht der Triebe unterworfen, und Sünde ist die Folge dieser Macht der sinnlichen Begierden, die nicht den Geset-zen der Gerechtigkeit und Heiligkeit gehorchen. Der Körper des Menschen ist ein Sklave der Natur; was immer sie befiehlt, wird er tun. Darum sind Sünden wie Zorn, Eifersucht, Streit, Habsucht, Geiz, Torheit, Vorurteil, Haß, Stolz und Herrschsucht in der stoffli-chen Welt vorhanden. Alle diese niedrigen Eigen-schaften finden sich in der Natur des Menschen. Ein Mensch ohne geistige Erziehung ist wie ein Tier... Darum ist die stoffliche Welt des Menschen eine Welt der Sünde. In dieser physischen Welt steht der Mensch nicht höher als das Tier.
Jede Sünde entspringt den Forderungen der Na-tur, und diese Ansprüche, die der Eigenart der Materie entstammen, sind beim Tier keine Sünde, während sie für den Menschen Sünde sind. Das Tier ist die Quelle von Unvollkommenheiten, wie Zorn, Gier, Neid, Hab-sucht, Grausamkeit und Selbstsucht; alle diese Mängel werden bei Tieren gefunden, stellen aber keine Sünden dar. Beim Menschen dagegen sind sie Sünde.
Adam vererbte dem Menschen das leibliche Le-ben, aber die Wirklichkeit Christi, das heißt das Wort Gottes, ist die Ursache des geistigen Lebens. Sie ist der lebenspendende Geist. Das bedeutet, daß alle Unvoll-kommenheiten, die den Erfordernissen des physischen Lebens entstammen, durch die Lehren und Unterwei-sungen dieses Geistes in menschliche Vollkommenheit umgewandelt werden. Deshalb war Christus der leben-spendende Geist und die Ursache des Lebens für die ganze Menschheit.
Adam war die Ursache des physischen Lebens, und weil die stoffliche Welt des Menschen die Welt der Unvollkommenheit und Unvollkommenheit gleichbe-deutend mit Tod ist, verglich Paulus die stoffliche Un-vollkommenheit mit dem Tod.
Aber die meisten Christen glauben, daß Adam sündigte, als er vom verbotenen Baume aß; denn er war ungehorsam. Sie glauben, daß er die Strafe für sei-nen Ungehorsam auf alle seine Nachkommen vererbte. So sei Adam zur Ursache für den Tod aller Menschen geworden. Diese Erklärung widerspricht der Vernunft und ist offensichtlich falsch; denn sie besagt, daß alle Menschen, sogar die Propheten und Boten Gottes, Menschen ohne Fehl und ohne Sünde, nur weil sie von Adam abstammen, schuldlos schuldig und sündig ge-worden seien; daß sie deshalb bis zum Tage des Op-fers Christi zu qualvoller Höllenstrafe verdammt wa-ren. Dies ist weit von der Gerechtigkeit Gottes ent-fernt. Wenn Adam ein Sünder war, was war die Sünde Abrahams? Was haben sich Isaak und Josef zuschul-den kommen lassen? Was hat Moses Übles getan?
Christus, der das Wort Gottes ist, hat sich selbst geopfert... Er erhob sich, die Menschen zu lehren und zu erziehen, und so opferte Er sich, um den Geist des Lebens zu spenden. Sein Leib starb, damit Sein Geist die Menschen neu beseele.
'Abdu'l-Bahá, Christ sein heißt
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