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Lieber Thomas,
Würde ich nicht sehen, dass es so ist, wie Du sagst:
| Zitat: |
| Nebulös geht seinen Weg des Suchens - sonst wär`er wohl nicht hier; |
...dann würde ich meine Zeit auch nicht damit verschwenden, auch nur ein einziges Wort an ihn zu adressieren, oder an sonst jemanden hier.
Sei also auch 'tolerant', Thomas, und lass mich den Weg darstellen, so wie ICH ihn sehe.
| Zitat: |
To|le|ranz, die; -, -en [1: lat. tolerantia, zu: tolerare, tolerieren]:
1. <o.Pl.> (bildungsspr.) das Tolerantsein (1); Duldsamkeit: T. gegen jmdn. üben.
2. (Med.) begrenzte Widerstandsfähigkeit des Organismus gegenüber [schädlichen] äußeren Einwirkungen (bes. gegenüber Giftstoffen od. Strahlen).
3. (bes. Technik) zulässige Differenz zwischen der angestrebten Norm u. den tatsächlichen Maßen, Größen, Mengen o.Ä.: maximale, enge -en.
© Duden - Deutsches Universalwörterbuch, 5. Aufl. Mannheim 2003 [CD-ROM]. |
'Toleranz', 'Duldsamkeit', verpflichtet uns dazu, jeden Menschen zu dulden, ihn frei ent-scheiden, unter-scheiden zu lassen, wie er etwas sehen will, ihn als Person für seine Ansichten und Meinungen nicht zu verurteilen, ihn deswegen nicht zu hassen, ihm nichts GEWALTSAM aufzuzwingen, was er nicht will.
Toleranz heisst nicht, dass man nicht 100% ig seine eigene ÜBERZEUGUNG und Sicht der Dinge klar darstellen, verfechten und mitteilen dürfte oder dass man dazu sagen müsste: Es ist aber dazu auch alles andere ebenso wahr, ganz egal was es auch sei!
Ich darf als 'toleranter Mensch', und das bin ich 100%, sagen, dass ich diese oder jene Ansicht ganz und gar nicht teile, - ich darf sagen, dass ich ETWAS Bestimmtes, das ein Mensch SAGT oder TUT, hasse, - ich soll und darf jedoch DEN MENSCHEN SELBST, der etwas sagt oder tut, das ich hasse, IHN ALS PERSON NIEMALS DESWEGEN NICHT DULDEN, hassen, verurteilen oder über ihn richten, indem ich nicht mehr bereit wäre, ihn als Mitmenschen zu ertragen, zu erdulden, zu respektieren, in allen seinen Menschenrechten, DAS WÄRE DANN 'INTOLERANZ'!
Ich darf als toleranter Mensch sehr wohl ins Licht stellen, was meiner Sichtweise gemäss wahr ist, und was nicht. Damit verurteile ich niemanden, ob er das was ich sage annimmt, oder nicht, - das ist dann seine Sache, seine freie Entscheidung, denn ich zwinge ihn ja nicht, seinen Standpunkt zu ändern. Wird er nicht von dem, was er von mir vernimmt, 'über-zeugt', dann bleibt er doch frei, weiter so zu denken, wie bisher, sich weiter so zu äussern, wie ER etwas sehen will, - oder etwa nicht?
Nur auf diese Weise, indem man sich 'auseinander-setzt', also indem etwas von zwei oder mehr unterschiedlichen Seiten her betrachtet wird, ist es überhaupt möglich, dass der 'persönliche Sichtwinkel', also die 'eigene Perspektive', überhaupt erweitert werden kann, ergänzt durch die Sichtweise anderer Menschen, und dass somit unser eigener 'Horizont' sich erweitert.
Intolerant sein heisst (wie ich es verstehe), jemanden als Menschen nicht mehr gelten zu lassen, wegen seiner Überzeugung. Intoleranz heisst (für mich), eine andere Überzeugung nicht zulassen, - das heisst, eine andere Überzeugung dürfte dann gar nicht mehr geäussert werden, weil man sie nicht toleriert, nicht duldet.
Wäre dies hier meine Webseite, dann hätte ich z.B das Recht, zu 'filtern' und den Leuten von Anfang an zu sagen: 'Hört mal, wer hier nur dazu auf diese Seite kommt, weil er mich und andere davon überzeugen möchte, dass alles was ich hier sage und vertrete, NICHT die Wahrheit sei, - der ist hier am falschen Ort und wird vielleicht so lange es sinnvoll scheint, noch von mir Antworten bekommen und geduldet. Stellt es sich aber heraus, dass er von dem, was ich anbiete, gar nichts verwerten kann, dann werde ich ihm empfehlen, anderswo nach Gleichgesinnten zu suchen, statt bei mir 'Verwirrung' zu stiften und 'zu stören'.
Ich wäre dann, auf meiner 'eigenen' Webseite wohl bezüglich Inhalten nicht unendlich 'tolerant', auch wenn ich in der Regel immer bereit bin, andere Meinungen anzuhören, soweit ich mir dazu die Zeit nehmen will und kann, solange es für mich inhaltlich Sinn macht, und ich dabei auch nur einen winzigen Ansatz erkenne, dass ich dadurch etwas mir 'Neues', 'Wichtiges' erfahren und dazulernen könnte.
Was einen Menschen angeht, dem es nur darum ginge, zu widersprechen um des Widerspruchs und der Rechthaberei willen, dessen Ziel allein das 'Stören' wäre, würde ich einen solchen weder hassen, noch verurteilen, noch belästigen oder verfolgen wollen oder denken, dass ich das Recht hätte, über sein Leben und die Ansichten, die er vertreten will, zu entscheiden, das würde ich zu 100% Gott überlassen, wie ER diesen weiterführen will, denn ich weiss, dass bei Gott ALLES möglich ist, was uns unmöglich erscheint. Ich würde ihm aber weder Zeit noch Raum geben, die mir gehören.
Intoleranz hat ja die Geschichte bekanntlich genug geprägt, dass man andersdenkenden Menschen das Recht, sich überhaupt noch irgendwo öffentlich zu äussern oder sogar das Recht 'zu leben' (!) abgesprochen hat. Solches IST 'Intoleranz' , denn man duldet etwas dann wirklich nicht, man schafft es einfach ab, in einem Wahn, so das 'Paradies nach der eigenen Vorstellung' schaffen zu können, indem man alles 'Störende' radikal beseitigt. Davor müssen wir uns hüten und solche Tendenzen auf der Ebene der 'Politik' und bei 'Machthabern' erkennen!
Das muss unterschieden werden davon, dass jemand eine klare Meinung hat, diese vertritt und uneingeschränkt dazu steht, denn Intoleranz will ja das gerade 'abstellen'. Das Recht zu argumentieren und die Dinge einander gegenüberzustellen, 'sich auseinanderzusetzen', muss bleiben, - wo man DAS beschneiden will, DA fängt man an, intolerant zu sein"
Sehen wir, dass alles, was UNS gefährlich werden kann, irrtümliche Ansichten, unsere eigenen Gedanken manchmal als scheinbar harmlos und 'richtig' sich 'eingenistet' haben, und wir merken nicht, dass wir in und an uns selber beständig arbeiten müssen, mit der 'Heiligung'. Dass dies ein 'Reinigungsprozess' ist, - weil wir ja aus der Dunkelheit zum Licht kommen, und nicht umgekehrt. Weil dies ein 'Wachstumsprozess' ist, dass, - je mehr 'Wahrheit wir aufnehmen, desto grösser der Wahrheitsanteil IN uns also wird, desto mehr 'Irrtum' wird auf der anderen Seite automatisch 'hinausgeschoben', ausgeschieden.
Es geht seit Beginn der Schöpfung bei allem und in allem um 'Scheidung', Unter-scheidung, Ent-scheidung und Stellungnahme, Ein-stellung, um das, worauf man sich ein-stellt, worauf man abstellt, wozu man sich stellt, worauf man sich stützt, - um den Boden, worauf etwas steht, die Basis, worauf etwas aufgebaut ist.
In der Meinung, man sei geistig erwachsen, 'fertig' und müsse selber nicht mehr 'wachsen', man wisse genug und müsse das was man hat und weiss, nur noch durch alle Böden hindurch gegen alles andere verteidigen, - in solcher Einstellung ist 'Stillstand' und darum auch 'Rückstand' allen jenen gegenüber, die bis zur Vollendung heranwachsen, durch vernehmen (Vernunft), verstehen (Verstand), durch hören, überprüfen, nachdenken, unterscheiden, entscheiden und (Neu-)Einstellung, Optimierung.
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