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Liebe Elisha,
natürlich gibt' s verschiedene Stufen der Gottesnähe bzw. der Gottesferne. Denn genauso wie die Menschen in der diesseitigen Welt einen unterschiedlichen Bezug zu Gott haben, so haben sie auch unterschiedliche Stellungen zu Gott in der jenseitigen Welt. Doch genauso wie man in dieser Welt die völlige Loslösung von der Materie und die völlige Hinwendung zur Geistigkeit erlangen kann, kann man dies in der jenseitigen Welt auch.
Nach den Baha' i-Schriften sind die Taten, weswegen der Mensch in der diesseitigen Welt "gebüsst" hat, vor Gott vergangen - ein Mensch, der aus krankhaftem Trieb heraus 2 oder 200 Menschen umgebracht hat, und dafür in dieser Welt verurteilt wurde, wird genauso in der Welt Gottes willkommen geheissen, wie ein Mensch der in dieser Welt 2 oder 200 Menschen gerettet hat. Der Unterschied zwischen beiden Menschen besteht nur darin, das ein Mörder ertmal in der Welt Gottes lernen muss, seine geistigen Fähigkeiten zu nutzen und zu entfalten, während der Lebensretter schon ein gewisses Mass an geistigen Fähigkeiten mitbringt. Daraus resultieren natürlich verschiedene Stufen des Mensch-seins in der jenseitigen Welt.
Unsere buddhistischen Freunde sprechen hier von "Wiedergeburt" - und im Prinzip ist der Eintritt in die jenseitige Welt auch eine Art der Wiedergeburt. Und wenn unsere buddhistischen Freunde glauben, das der Mensch als Stein, Pflanze, Insekt, Fisch, Hund oder Vogel wiedergeboren werden kann, dann kennzeichnet diese Auffassung nach meiner Überzeugung eigentlich die verschiedenen Stufen die der Mensch in der geistigen Welt einnimmt (Wu sieht das sicherlich anders.. ).
Die "klaren Regeln" innerhalb der Baha' i-Religion sind die gleichen, wie sie auch in allen anderen Religionen zu finden sind. Um möglichst Gottesnah zu sein, sollte jeder Mensch sein Leben so leben, das er zu "einer Quelle des Friedens für seine Mitmenschen" wird. Jeder Mensch sollte auf seine Art Gott lieben und das eigene diesseitige Leben zugunsten Gottes und seiner Mitmenschen gering achten; den "hilflosen ein Helfer, den Dürstenden das Wasser und den Heimatlosen ein Obdach" sein. Im Prinzip ist das die "goldene Regel" - und dies nicht nur in der Baha' i-Religion, sondern in allen Religionen.
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