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Religiöse Vorurteile












Liebe/r Quantus tremor,

Willkommen im Forum, ich hatte schon Deine zwei ersten Beiträge gelesen. Vielen Dank dafür!

Zum Thema interreligiöser Dialog und religiöse Vorurteile: So wie die Juden Jesus nicht als göttlich inspiriert "akzeptieren", so akzeptieren die Christen Muhammad nicht und genau so akzeptieren die Moslems den Bab und Baha'u'llah nicht. Dieses Dilemma wird leider immer in den Vordergrund gestellt. Sobald man mit Juden über Christus spricht, kommt gleich als erste Meldung "Jesus ist aber für uns nicht der Messias". Sobald man mit Christen über Muhammad spricht, wird gesagt "Muhammad war ein falscher Prophet". Wenn man mit Moslems über Baha'u'llah spricht, wird gesagt "Muhammad ist das Siegel der Propheten, nach ihm kommt keiner mehr". Das Trennende ist immer der Beginn des "Dialogs". Aber was nützt ein interreligiöser Dialog wenn man gleich zu Beginn des Dialogs die Differenzen in den Vordergrund stellt? Es gibt so viele Dinge, die die Religionen gemeinsam haben - den Glauben an Gott, die Goldene Regel, der Glaube an ein Leben nach dem Tod, an Nächstenliebe und so vieles mehr. Warum konzentrieren wir uns auf die Dinge, die uns trennen anstatt auf die, die wir gemeinsam haben?

Zu der Frage wie man beispielsweise andere Religionsstifter verehren kann: Es stimmt wirklich! Es gibt viele "falsche Propheten" - Sektenchefs, denen mehr am Geld liegt als an der Suche nach Wahrheit und am Wohl ihrer Anhänger. Christus hat selbst gesagt, wie man sie erkennen und von den wahren Propheten unterscheiden kann:

Zitat:
Sehet euch vor vor den falschen Propheten, die in Schafskleidern zu euch kommen, inwendig aber sind sie reißende Wölfe. An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen. Kann man auch Trauben lesen von den Dornen oder Feigen von den Disteln? Also ein jeglicher guter Baum bringt gute Früchte; aber ein fauler Baum bringt arge Früchte. Ein guter Baum kann nicht arge Früchte bringen, und ein fauler Baum kann nicht gute Früchte bringen. Ein jeglicher Baum, der nicht gute Früchte bringt, wird abgehauen und ins Feuer geworfen. Darum, an ihren Früchten sollt ihr sie erkennen.


An ihren Früchten also. Zum Beispiel Muhammad - die Geschichte hat eindrucksvoll gezeigt, dass am Islam "etwas dran sein muss": Millionen von Menschen wurden durch Zeitalter hindurch von der Religion Muhammads inspiriert. Über Jahrhunderte hindurch war die islamische Wissenschaft und Kultur durch die Lehren im Koran führend und der Europäischen während des Mittelalters weit überlegen (siehe auch zB den Thread "Koran und moderne Wissenschaft" auf http://www.geistigenahrung.org/ftopic309.html).

In tausenden Moscheen auf der ganzen Welt beten Millionen von Moslems täglich zu Gott. Haben all diese Menschen ein unreines Herz? Tausende christliche Missionare haben vor der Zeit Muhammads versucht die Araber zum Christentum zu bewegen und haben es nicht geschafft. Muhammad hat sie alle dazu gebracht die Wahrheit und Schönheit Christi zu erkennen. Jeder, der die Sure Maria im Koran gelesen hat, ist ergriffen von der Schönheit der Erzählung. All das wurde von einem einzelnen Mann begründet, der weder lesen noch schreiben konnte. Keine normalen Menschen haben solche Dinge vollbracht wie die Stifter der Weltreligionen. Müssen wir nicht zugeben, dass so eine derartige Kraft nicht menschlicher Natur sein kann?

Liebe Grüße, Deas
Lieber Deas,

das hast du sehr schön geschrieben.

Alles Liebe von Yojo
Sorry wenn ich das sage - ich greife niemanden damit an: Aber Aussagen wie "Christus der Sohn Gottes und der ganz Rest = falsche PRopheten" kommen immer aus der Ecke der erzkonservativ_ultra_fundamentalistischen Anhänger. Was bringt so eine Aussage ausser dass man sich damit nur Feinde macht? In jeder Religion gibt es solche Tendenzen sich als die einzig "wahre REligion" zu sehen. Ich stimme suchende zu. Man soll einen Glauben haben, aber muss man es gleich überall lautstark herumposaunen? Udn dann auch noch sagen, ja gut machen wir Dialog aber in Wirklichkeit wissen wir ja alle, dass wir ja die Wahrheit haben und ihr nicht!

Boris
Es steht zwar geschrieben: "Niemand kommt zum Vater denn durch mich!". und ich glaube auch an Jesus, aber ich sehe diese Worte nicht losgelöst und keineswegs bedeuten sie für mich (als Katholikin), dass diese Religion die "alleinseligmachende" ist (welch eine arrogante Einstellung, mit der zum Glück weitestgehend aufgeräumt wurde!). Man sollte auch andere Bibelworte berücksichtigen, die die vorgenannten in einem anderen Licht erscheinen lassen:

<b>Was ihr dem Geringsten meiner Brüder tut, das habt ihr mir getan! </b>

und ist dann nicht der, welcher Religion auch immer, der sich um seine Mitmenschen kümmert, ihnen liebevoll begegnet, in Not tröstet und vieles mehr, Jesu' oder generell Gottes Herzen ganz, ganz nah ... und so wird er auch zum Vater kommen!

Allen einen gesegneten Sonntag!

Désirée
Liebe Désirée,

Du sprichst mir aus der Seele!

Schönen Tag noch, friend
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