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Erläuterungen zum 11.Kapitel der Offenbarung des Johannes












Ein Auszug aus Abdu'l Baha, "Beantwortete Fragen", Baha'i Verlag

ERLÄUTERUNGEN ZUM 11. KAPITEL DER OFFENBARUNG DES JOHANNES

Am Anfang des 11. Kapitels der Offenbarung des Johannes heißt es:

Zitat:
„Und es ward mir ein Rohr gegeben, einem Stecken gleich, und er sprach: Stehe auf und miß den Tempel Gottes und den Altar und die darin anbeten.“

„Aber den Vorhof außerhalb des Tempels wirf hinaus und miß ihn nicht; denn er ist den Heiden gegeben, und die heilige Stadt werden sie zertreten zweiundvierzig Monate.“


Dieses Rohr ist ein vollkommener Mensch, der mit einem Rohr verglichen wird, und die Bedeutung dieses Vergleichs ist die: Wenn das Innere des Rohres hohl und frei gemacht wird, können wunderbare Melodien auf ihm gespielt werden; und wie Ton und Melodie nicht von ihm selber kommen, sondern vom Flötenspieler, der darauf bläst, so ist das geheiligte Herz jenes gesegneten Menschen losgelöst von allem außer Gott, rein und frei von jeder menschlichen Bindung, und ist der Gefährte des göttlichen Geistes. Jede seiner Äußerungen kommt nicht von ihm selbst, sondern von dem wirklichen Flötenspieler und ist göttliche Eingebung. Darum wird er mit dem Rohr verglichen, und dieses Rohr ist wie ein Stab eine Hilfe für die Schwachen und eine Stütze für die menschlichen Geschöpfe. Es ist der Stab des göttlichen Hirten, mit dem Er Seine Herde hütet und zu den Weideplätzen im Königreiche leitet.

Weiter ist gesagt: „ ... und er sprach: Stehe auf und miß den Tempel Gottes und den Altar und die darin anbeten.“ Das heißt, vergleiche und miß: Messen ist die Auffindung des richtigen Verhältnisses. Der Engel sagte also: Vergleiche den Tempel Gottes und den Altar mit denen, die darin beten, nämlich ermiß ihre wirkliche Beschaffenheit und erforsche, auf welcher Stufe sie stehen, welchen Rang, welche Vollkommenheiten und Eigenschaften sie haben und wie ihr Zustand und ihr Betragen sind. Verschaffe dir Kenntnis von den Geheimnissen dieser heiligen Seelen, die in Reinheit und Heiligkeit am Allerheiligsten wohnen.

Zitat:
„Aber den Vorhof außerhalb des Tempels wirf hinaus und miß ihn nicht; denn er ist den Heiden gegeben ... „


Zu Beginn des 7. Jahrhunderts nach Christus, als Jerusalem erobert wurde, blieb das Allerheiligste, nämlich das Gebäude, das Salomon errichtet hatte, äußerlich erhalten. Der Vorhof außerhalb des Allerheiligsten aber wurde weggenommen und den Heiden gegeben. „Und die heilige Stadt werden sie zertreten zweiundvierzig Monate.“ Das heißt, die Fremden werden Jerusalem 42 Monate lang, also 1260 Tage, beherrschen und leiten. Da jeder Tag ein Jahr bedeutet, ergeben sich nach dieser Rechnung 1260 Jahre, was der Dauer des Zeitalters des Islam entspricht. Denn nach dem Text der Heiligen Schrift ist jeder Tag ein Jahr, wie wir im 4. Kapitel, Vers 6, des Buches Hesekiel lesen: „Du sollst tragen die Missetat des Hauses Juda vierzig Tage lang; denn ich gebe dir hier auch je einen Tag für ein Jahr.“

Die Berechnung dieser Prophezeiungen beginnt mit der Offenbarung des Islam, als Jerusalem zertreten wurde, das heißt, daß es entehrt wurde. Das Allerheiligste aber blieb erhalten, beschützt und geehrt. Diese Ereignisse dauerten bis 1260. Diese 1260 Jahre sind eine Prophezeiung für die Offenbarung des Bab, des Tores für Baha'u'llah, Der im Jahre 1260 nach der Auswanderung Muhammads erschien. Da die Zeit von 1260 Jahren damit beendet wurde, beginnt Jerusalem, die Heilige Stadt, wiederum aufzublühen, bevölkert und glücklich zu werden. Jeder, der Jerusalem vor 60 Jahren sah und es heute² wiedersieht, wird bemerken, wie es gedeiht, wie volkreich es geworden ist und seine Ehre wieder gefunden hat.

Dies ist der äußere Sinn der Verse der Offenbarung Johannis, aber es gibt noch eine andere Erklärung und eine symbolische Bedeutung: Das göttliche Gesetz zerfällt in zwei Teile; ein Teil ist die wesentliche Grundlage, die alle geistigen Dinge umfaßt, das heißt, er bezieht sich auf die geistigen Tugenden und göttlichen Eigenschaften. Er unterliegt weder Wechsel noch Wandel. Er ist das Allerheiligste, das der Kern im Gesetz Adams, Noahs, Abrahams, Mose, Christi, Muhammads, des Bab und Baha'u'llahs ist, und das besteht und gültig bleibt durch die Zeitalter aller Propheten. Niemals wird er aufgehoben, denn er ist geistige, nicht materielle Wirklichkeit. Er ist Glaube, Wissen, Gewißheit, Gerechtigkeit, Frömmigkeit, Rechtschaffenheit, Vertrauenswürdigkeit, Liebe zu Gott, innerer Friede, Reinheit, Loslösung, Demut, Sanftmut, Geduld und Standhaftigkeit. Er ist Mitleid mit den Armen, verteidigt die Unterdrückten, beschenkt die Unglücklichen und hebt die Gefallenen auf.

Diese göttlichen Eigenschaften, diese ewigen Gebote werden niemals aufgehoben, sondern sie werden bestehen und in alle Ewigkeit dauern. Diese Tugenden der Menschheit werden in jedem prophetischen Zyklus erneuert, denn an seinem Ende geht das geistige Gesetz Gottes, das heißt die menschlichen Tugenden, verloren, und nur die äußere Form bleibt zurück.

So war bei den Juden am Ende des mosaischen Zeitalters, das mit der Offenbarung Christi zusammenfällt, das göttliche Gesetz verlorengegangen, und eine Form ohne Geist war übriggeblieben. Das Allerheiligste war unter ihnen verschwunden, aber der Vorhof Jerusalems als Ausdruck für die Form der Religion - fiel in die Hände der Heiden. So ging auch das Wesentliche des göttlichen Gesetzes Christi, in dem die höchsten Tugenden der Menschheit enthalten sind, verloren, und nur die äußere Form blieb in den Händen der Priester und Mönche zurück. Und ebenso ist die Grundlage der Religion Muhammads verschwunden, aber ihre Form blieb in den Händen der amtlichen Ulama. - Jene Grundlagen der Religion Gottes, die geistiger Natur und die Tugenden der Menschheit sind, werden niemals aufgehoben. Sie werden nie abgesetzt, sind ewig und werden im Zeitalter jedes Propheten erneuert.

Der zweite Teil des göttlichen Gesetzes, der die stoffliche Welt betrifft und Fasten, Gebet, Gottesdienst, Ehe und Scheidung, Abschaffung der Sklaverei, Gerichtsbarkeit, geschäftliche Angelegenheiten sowie Strafe und Sühne für Mord, Gewalttat, Diebstahl und Körperverletzung umfaßt, - dieser Teil also, der sich auf die materiellen Dinge bezieht, wird in jedem prophetischen Zyklus je nach den Erfordernissen der Zeit geändert und abgewandelt.

Kurz, was mit dem Ausdruck „das Allerheiligste“ gemeint ist, ist jenes geistige Gesetz, das niemals verändert, abgewandelt oder aufgehoben wird, und die „Heilige Stadt“ bedeutet das materielle Gesetz, das abgeschafft werden kann. Und dieses materielle Gesetz, das als die Heilige Stadt bezeichnet wird, sollte 1260 Jahre lang mit Füßen getreten werden.

Zitat:
„Und ich will meinen zwei Zeugen geben, daß sie sollen weissagen tausend zweihundertundsechzig Tage, angetan mit Säcken.“
Diese zwei Zeugen sind Muhammad, der Bote Gottes, und Ali, der Sohn Abu-Talibs.

Im Qur'an steht geschrieben, daß Gott zu Seinem Propheten Muhammad sprach: „Wir haben dich zum Zeugen, zum Botschafter der Freude und zum Warner gemacht.“ Das heißt: „Wir haben dich als Zeugen, als Vermittler froher Botschaften und als Bringer des Zorns Gottes eingesetzt.“ Die Aufgabe eines Zeugen ist, die Tatsachen durch seine Aussage zu belegen. Die Gesetze dieser beiden Zeugen hatten während 1260 Tagen, von denen jeder ein Jahr bedeutet, Gültigkeit. Muhammad ist dem Stamm und 'Ali dem Zweig zu vergleichen, ebenso wie Moses und Josua. Weiter heißt es: „ ... angetan mit Säcken.“ Das soll besagen, daß sie, äußerlich gesehen, alte Kleidung, keine neue, trugen. Mit anderen Worten, zu Beginn besaßen sie in den Augen des Volkes keinerlei äußeren Glanz, und ihre Sache erschien nicht neu, denn Muhammads geistiges Gesetz entspricht dem Gesetz Christi in den Evangelien, und viele Seiner Gesetze, die sich auf materielle Dinge beziehen, stimmen mit denen des Alten Testaments überein. Das ist die Bedeutung der alten Kleidung.

Dann ist gesagt:
Zitat:
„Diese sind die zwei Ölbäume und zwei Fackeln, stehend vor dem Herrn der Erde.“
Diese zwei Seelen vergleicht Er mit Ölbäumen, weil zu jener Zeit alle Lampen mit Olivenöl brannten. Es sind zwei Personen gemeint, von denen jener Geist der Weisheit Gottes, der die Ursache der Erleuchtung der Welt ist, erscheint. Diese Leuchten Gottes sollten strahlen und scheinen, deshalb wurden sie mit zwei Fackeln verglichen: Die Fackel ist der Wohnort des Lichts, und von ihr strahlt das Licht aus. In gleicher Weise scheint und strahlt aus diesen erleuchteten Seelen das Licht der Führung.

Weiter heißt es: „ ... stehend vor dem Herrn der Erde.“ Sie stehen also im Dienst Gottes und erziehen Seine Geschöpfe, wie zum Beispiel die wilden Nomadenstämme der arabischen Halbinsel, die sie in solcher Weise erzogen, daß sie die höchste Kulturstufe jener Zeit erreichten und ihr Ruf und ihre Berühmtheit die Welt durchdrang.

Zitat:
„Und so jemand sie will schädigen, so geht Feuer aus ihrem Munde und verzehrt ihre Feinde.“
Damit ist gemeint, daß ihnen niemand Widerstand leisten kann. Wenn jemand ihre Lehren und ihr Gesetz herabsetzen will, so wird er von eben diesem Gesetz, das aus ihrem Munde geht, erfaßt und verzehrt. Und jeder, der versucht, sie zu hassen, zu verletzen und zu bekämpfen, wird durch einen Befehl, der aus ihrem Munde geht, vernichtet. Und so kam es auch; alle ihre Feinde wurden überwunden, in die Flucht geschlagen und zunichte gemacht. In dieser sichtbarsten Weise hat Gott ihnen beigestanden.

Ferner steht geschrieben:
Zitat:
„Diese haben Macht, den Himmel zu verschließen, daß es nicht regne in den Tagen ihrer Weissagung,“
was bedeutet, daß sie in jenem Zyklus wie Könige sind. Das Gesetz und die Lehren Muhammads sowie die Erklärungen und Erläuterungen Alis sind himmlische Gnade; wenn sie wollen, haben sie die Macht, diese Gnade zu gewähren. Wenn sie nicht wollen, wird es nicht regnen: in diesem Zusammenhang ist Regen das Zeichen für Gnade.

Später heißt es:
Zitat:
„ ... und haben Macht über das Wasser, es zu wandeln in Blut.“
Damit soll gesagt sein: Das Prophetentum Muhammads ist dem Prophetentum Mose, und die Macht 'Alis derjenigen Josuas gleich. Wenn sie wollen, verwandeln sie das Wasser des Nils, soweit es die Ägypter und die Gottesleugner angeht, in Blut. Das heißt, daß das, was die Ursache ihres Lebens war, durch ihre Torheit und ihren Hochmut zur Ursache ihres Todes wurde. So wurden Herrschaft, Reichtum und Macht des Pharao und seines Volkes, die die Ursachen des Lebens der Nation waren, durch ihre Gegnerschaft und Verleugnung und ihren Stolz zur Ursache von Tod, Zerstörung, Zerstreuung, Erniedrigung und Armut. Diese beiden Zeugen haben also die Macht, Völker zu vernichten.

Und weiter steht geschrieben:
Zitat:
„ ... und zu schlagen die Erde mit allerlei Plage, so oft sie wollen.“
Das bedeutet, daß sie auch die materielle Kraft und die Macht besitzen, Übeltäter, Bedrücker und Tyrannen zu erziehen. Denn Gott hat diese beiden Zeugen mit äußerer und innerer Macht begnadet, so daß sie die wilden, blutdürstigen und tyrannischen arabischen Nomaden, die wie Raubtiere waren, bessern und erziehen konnten.

Zitat:
„Und wenn sie ihr Zeugnis geendet haben“
, will sagen, wenn sie durchgeführt haben, wozu sie beauftragt waren, die göttliche Botschaft übermittelt, die Gesetze Gottes eingeführt und die himmlischen Lehren verbreitet haben, so daß die Zeichen geistigen Lebens in den Seelen offenbar würden, das Licht wahrer menschlicher Tugenden leuchte, bis umfassende Fortschritte unter die Nomadenstämme gebracht sind,
Zitat:
„ ... so wird das Tier, das aus dem Abgrund aufsteigt, mit ihnen einen Streit halten und wird sie überwinden und wird sie töten.“
Mit diesem Tier sind die Bani-Umayyih (Die Dynastie der Umaijaden) gemeint, die sie aus dem Abgrund des Irrtums angriffen und sich gegen die Religion Muhammads und die Wirklichkeit 'Alis - mit anderen Worten die Liebe zu Gott - empörten.

Wenn gesagt ist, daß das Tier mit den beiden Zeugen einen Streit hält, so heißt das einen geistigen Streit. Denn es wird sich in voller Stärke gegen die Lehren, die Einrichtungen und das Brauchtum dieser beiden heiligen Seelen wenden, und zwar in einem solchen Ausmaß, daß die Tugenden und Vorzüge, die durch die Kraft dieser beiden Zeugen unter den Völkern und Stämmen verbreitet wurden, ganz verloren gehen, und die tierische Natur und sinnliche Leidenschaften die Oberhand gewinnen werden. Deshalb werde dieses Tier, das einen Streit mit ihnen hält, sie überwinden; das heißt, die Dunkelheit des Irrtums, die von dieser Bestie ausgeht, wird die ganze Welt beherrschen, und sie wird jene beiden Zeugen töten. Mit anderen Worten: Das von ihnen unter den Völkern erweckte geistige Leben wird das Tier vernichten, und die Religion Gottes mit den Füßen tretend, wird es die göttlichen Gesetze und Lehren völlig beseitigen. Danach wird nichts als ein lebloser Körper ohne Geist übrigbleiben.

Zitat:
„Und ihre Leichname werden liegen auf der Gasse der großen Stadt, die da heißt geistlich `Sodom und Ägypten`, da auch ihr Herr gekreuzigt ist.“
„Ihre Leichname“ bedeutet die Religion Gottes, und die „Gasse“ bezeichnet ihre öffentliche Anprangerung. „Sodom und Ägypten, da auch ihr Herr gekreuzigt ist“ bezieht sich auf jene Gegend Syriens, und besonders auf Jerusalem, wo die Umaijaden damals herrschten. Hier wurden die göttlichen Lehren und das Gesetz Gottes zuerst mißachtet, und ein Körper ohne Geist blieb zurück. „ihre Leichname“ steht für Gottes Gesetz, das wie ein lebloser Körper ohne Geist übrigblieb.

Zitat:
„Und es werden etliche von den Völkern und Geschlechtern und Sprachen ihre Leichname sehen drei Tage und einen halben und werden ihre Leichname nicht lassen in Gräber legen.“
Wie früher bereits erklärt wurde, bedeuten nach der Ausdrucksweise der Heiligen Bücher drei und ein halber Tag drei und ein halbes Jahr, drei und ein halbes Jahr aber bestehen aus 42 Monaten, und 42 Monate aus 1260 Tagen; und da jeder Tag nach dem Text der Heiligen Schrift ein Jahr bedeutet, heißt das, daß während 1260 Jahren, die den Zyklus des Qur'an bilden, die Stämme, Nationen und Völker „ihre Leichname sehen“, was heißt, daß sie aus der Religion Gottes eine Schaustellung machen: einerseits handeln sie nicht in Übereinstimmung mit ihr, andererseits lassen sie nicht zu, daß „ihre Leichname“ - eben das Gesetz Gottes - zu Grabe getragen werden. Äußerlich halten sie an der Religion Gottes fest und lassen sie nicht völlig aus ihrer Mitte verschwinden; auch erlauben sie nicht, daß ihr toter Körper ganz zerstört und vernichtet werde. In Wirklichkeit aber haben sie das Gesetz Gottes verlassen, und nur nach außen hin erwähnen sie es und halten an seinem Namen fest.

Mit „etliche von den Völkern“ sind die Stämme und Nationen gemeint, die unter dem Schutz des Qur'an vereinigt sind und die nicht zulassen, daß die Sache Gottes und Sein Gesetz auch nach außen hin völlig zertreten und zerstört werden. So haben sie das Gebet und das Fasten beibehalten, aber die wirklichen Grundlagen der Religion Gottes, nämlich Moral, gute Lebensführung und Erkenntnis der göttlichen Geheimnisse sind verlorengegangen. Das Licht der menschlichen Tugenden, die aus der Gottesliebe und Gotteserkenntnis erwachsen, ist erloschen, und die Dunkelheit der Gewalt, der Unterdrückung und satanischer Leidenschaften und Laster hat die Oberhand gewonnen. Der Körper des göttlichen Gesetzes wurde wie ein Leichnam in der Öffentlichkeit zur Schau gestellt, und zwar 1260 Tage lang, von denen jeder ein Jahr bedeutet. Und dies ist die Zeit des Muhammadanischen Zyklus.

Was diese beiden Männer geschaffen hatten, und was das Fundament des göttlichen Gesetzes gewesen war, das haben die Menschen verwirkt. Sie zerstörten die Tugenden der menschlichen Welt, die die göttlichen Geschenke und der Geist dieser Religion sind, in solcher Weise, daß Aufrichtigkeit, Gerechtigkeit, Liebe, Einigkeit, Reinheit, Heiligkeit, Loslösung und alle göttlichen Eigenschaften unter ihnen vergingen. Nur Gebete und Fasten blieben von der Religion bestehen; dieser Zustand dauerte 1260 Jahre, was die Zeitspanne für den Zyklus des Furqan ist. Es war, als ob die beiden Zeugen gestorben und ihre Körper ohne Geist zurückgeblieben wären.

Zitat:
„Und die auf Erden wohnen, werden sich freuen über sie und wohlleben und Geschenke untereinander senden; denn diese zwei Propheten quälten die auf Erden wohnten.“
„Die auf Erden wohnten“ bedeutet die anderen Nationen und Rassen, nämlich die Völker Europas und des fernen Asiens. Als sie sahen, daß sich der Charakter des Islam völlig verändert hatte, daß das göttliche Gesetz nicht mehr befolgt wurde, daß Tugenden, Eifer und Ehre vernichtet und die Eigenschaften verwandelt waren, freuten sie sich und waren froh, daß Sittenverderbnis die islamischen Völker angesteckt hatte, denn sie wußten, daß diese deshalb von anderen Völkern unterworfen werden würden. So ist es auch geschehen. Sieh, wie dieses Volk, das auf dem Gipfel der Macht stand, heute erniedrigt und unterdrückt ist.

Die anderen Völker werden „Geschenke untereinander senden“ heißt, sie werden sich gegenseitig helfen, „denn diese zwei Propheten quälten die auf Erden wohnten“. Mit anderen Worten, sie hatten die anderen Völker und Nationen der Welt besiegt und unterworfen.

Zitat:
„Und nach drei Tagen und einem halben fuhr in sie der Geist des Lebens von Gott, und sie traten auf ihre Füße; und eine große Furcht fiel über die, so sie sahen.“
Dreieinhalb Tage bedeuten 1260 Jahre, wie vorher ausführlich erklärt wurde. Die zwei Personen, deren Körper ohne Geist dalagen, bedeuten die Unterweisungen und das religiöse Gesetz, das Muhammad begründet und 'Ali verbreitet hatte, dessen wahre Grundlage jedoch verlorenging und von dem nur die äußere Form übrigblieb. In diese Körper kehrte der Geist zum zweiten Male ein, das heißt, jene Grundlagen und Lehren wurden zum zweiten Male eingesetzt. Mit anderen Worten: Geistigkeit des göttlichen Gesetzes war in Materialismus, Tugenden in Laster, Liebe zu Gott in Haß, Erleuchtung in Finsternis, göttliche Eigenschaften in satanische, Gerechtigkeit in Tyrannei, Erbarmen in Feindseligkeit, Aufrichtigkeit in Lüge, Führung in Irreleitung und Keuschheit in niedrige Sinnenlust verwandelt worden. Nach dreieinhalb Tagen, die nach der Ausdrucksweise der Heiligen Bücher 1260 Jahre bedeuten, wurden jene göttlichen Lehren, Tugenden und Vollkommenheiten und die geistigen Gnadenbeweise durch das Erscheinen des Bab und die Ergebenheit des Quddus erneuert.

Der Atem der Heiligkeit wehte, das Licht der Wahrheit leuchtete, der seelenerquickende Frühling erschien, und der Morgen der Führung dämmerte. Die beiden leblosen Körper wurden wieder belebt, und diese beiden großen Männer, der eine der Begründer, der andere der Verbreiter, standen auf und waren wie zwei Fackeln, denn sie erleuchteten die Welt mit dem Lichte der Wahrheit.

Zitat:
„Und sie hörten eine große Stimme vom Himmel zu ihnen sagen: Steiget herauf! Und sie stiegen auf in den Himmel ...“
Das heißt, aus dem verborgenen Himmel hörten sie die Stimme Gottes, die sprach: Was getan werden mußte und was notwendig war, habt ihr vollbracht, die Lehren und frohen Botschaften habt ihr verbreitet, Meine Botschaft habt ihr den Geschöpfen übermittelt, den Ruf Gottes habt ihr erschallen lassen und eueren Auftrag habt ihr erfüllt. Nun müßt ihr wie Christus euer Leben dem innig Geliebten als Opfer darbringen und Märtyrer werden. Und jene Sonne der Wahrheit und jener Mond der Führung gingen beide wie Christus am Horizont des größten Martyriums unter und stiegen auf zum Königreich Gottes.

„ ... und es sahen sie ihre Feinde“ das heißt, viele ihrer Feinde erkannten nach ihrem Märtyrertod die Höhe ihrer Stufe und die Erhabenheit ihres Verdienstes und bekundeten ihre Größe und Vollkommenheit.

Zitat:
„Und zu derselben Stunde ward ein großes Erdbeben, und der zehnte Teil der Stadt fiel, und wurden getötet in dem Erdbeben siebentausend Namen der Menschen.“


Dieses Erdbeben ereignete sich in Shiraz nach dem Märtyrertod des Bab. Die Stadt war in Aufruhr, und viele Menschen kamen um. Darüber hinaus herrschte durch Krankheiten, Cholera, Hungersnot, Teuerung, Mangel und Unglück so große Erregung, wie sie nie zuvor dagewesen war.

Zitat:
„Und die anderen erschraken und gaben Ehre dem Gott des Himmels.“


Bei dem Erdbeben in Fars jammerten und klagten die Überlebenden Tag und Nacht, sie flehten und riefen zu Gott; sie waren so von Angst und Aufregung erfüllt, daß sie nachts weder Schlaf noch Ruhe fanden.

Zitat:
„Das andere Wehe ist dahin; siehe, das dritte Wehe kommt schnell.“
Das erste Wehe war das Erscheinen Muhammads, des Sohnes 'Abdu'llahs - Friede sei mit ihm. Das zweite Wehe war das Kommen des Bab - Ruhm und Preis seien ihm. Das dritte Wehe ist der große Tag der Offenbarung des Herrn der Heerscharen und der Strahlungspunkt der Schönheit des Verheißenen. Die Erklärung für diesen Punkt, das Wehe, steht im Buche Hesekiel im 30. Kapitel, Vers 2-3, wo es heißt: „Und des Herrn Wort geschah zu mir und sprach: Du Menschenkind, weissage und sprich: So spricht der Herr, Herr: Heulet: `O weh des Tages`. Denn der Tag ist nahe, ja, des Herrn Tag ist nahe.“

Es ist demnach sicher, daß der Tag des Wehe der Tag des Herrn ist; denn jener Tag bringt das Wehe den Achtlosen, den Sündern und den Nicht-Erkennenden. Darum ist gesagt: „Das andere Wehe ist dahin; siehe, das dritte Wehe kommt schnell.“ Dieses dritte Wehe ist der Tag der Offenbarung Baha'u'llahs, der Tag Gottes; und er war nahe dem Tag des Erscheinens des Bab.

Zitat:
„Und der siebente Engel posaunte; und es wurden große Stimmen im Himmel, die sprachen: Es sind die Reiche der Welt unseres Herrn und seines Christus geworden, und er wird regieren von Ewigkeit zu Ewigkeit.“


Der siebente Engel ist ein mit himmlischen Eigenschaften begabter Mensch, der sich mit überirdischem Wesen und Charakter erheben wird. Stimmen werden laut, damit das Erscheinen der Offenbarung Gottes verkündet und bekannt werde. Am Tage des Kommens des Herrn der Heerscharen und in der Zeit des göttlichen Zyklus des Allmächtigen, der in allen Büchern und Schriften der Propheten verheißen und erwähnt wurde, - an diesem Tag des Herrn wird das geistige und göttliche Königreich errichtet und die Welt erneuert; ein neuer Geist wird allem Erschaffenen eingehaucht, die Zeit des göttlichen Frühlings bricht an, die Wolken der Gnade regnen, die Sonne der Wahrheit scheint, der lebenspendende Windhauch weht, die Menschenwelt legt ein neues Gewand an, die Erde wird zu einem erhabenen Paradiese; die Menschheit wird erzogen, Krieg, Streit, Zank und Bosheit verschwinden, Wahrhaftigkeit, Rechtschaffenheit, Ehrlichkeit und Gottesverehrung erscheinen; Einigkeit, Liebe und Brüderlichkeit werden die Welt erfüllen, und Gott wird herrschen von Ewigkeit zu Ewigkeit, das heißt, daß das geistige und ewige Königreich aufgerichtet wird. So ist der Tag Gottes. Alle Tage, die früher kamen und gingen, waren die Tage Abrahams, Mose, Christi oder der anderen Propheten, dieser Tag aber ist der Tag Gottes, denn die Sonne der Wahrheit wird in all ihrer Pracht und Herrlichkeit aufgehen.

Zitat:
„Und die vierundzwanzig Ältesten, die vor Gott auf ihren Stühlen saßen, fielen auf ihr Angesicht und beteten Gott an und sprachen: Wir danken Dir, Herr, allmächtiger Gott, Der Du bist und warest, daß Du hast angenommen Deine große Kraft und herrschest.“


In jedem Zyklus waren die Auserwählten und Heiligen zwölf Männer. Jakob hatte zwölf Söhne; in den Tagen Mose waren es zwölf Stammeshäupter; in der Zeit Christi waren es zwölf Jünger und in den Tagen Muhammads zwölf Imame. Aber in dieser herrlichen Offenbarung sind es vierundzwanzig Männer, das Doppelte all der anderen, denn die Größe dieser Offenbarung erfordert es. Diese heiligen Seelen sitzen in der Gegenwart Gottes auf ihren eigenen Thronen, was bedeutet, daß sie ewig herrschen.

Diese vierundzwanzig großen Persönlichkeiten verehren, obgleich sie auf den Thronen ewiger Herrschaft sitzen, dennoch das Erscheinen der allumfassenden Offenbarung und sind ergeben und demütig und sagen: „Wir danken Dir, Herr, allmächtiger Gott, Der Du bist und warest, daß Du hast angenommen Deine große Kraft und herrschest.“ Das besagt: Deine Lehren wirst Du überall verbreiten, und alles, was auf Erden ist, wirst Du unter Deinem Schutz vereinen, und die ganze Menschheit wirst Du im Schatten eines einzigen Zeltes versammeln. Obwohl es das ewige Königreich Gottes ist und Er immer ein Königreich hatte und noch hat, bedeutet das Königreich hier Seine eigene Offenbarung; und Er wird alle die Gesetze und Lehren, die der Geist für die menschliche Welt sind, und ewiges Leben geben. Diese allumfassende Offenbarung erobert die Welt durch geistige Macht, nicht durch Krieg und Streit; sie tut es mit Frieden und Heiterkeit, nicht mit dem Schwert und Waffen; sie errichtet dieses himmlische Königreich mit wahrer Liebe und nicht mit der Gewalt des Krieges. Sie fördert diese göttlichen Lehren durch Güte und Rechtlichkeit, nicht durch Waffengewalt und Härte. Sie erzieht die Menschen und Nationen so, daß sie trotz aller Verschiedenheit ihrer Lebensumstände, der Mannigfaltigkeit ihrer Sitten und Charaktere, der Unterschiede in ihren Religionen und Rassen, wie es in der Bibel heißt, wie der Wolf und das Lamm, der Leopard und das Zicklein, die Schlange und der Säugling Kameraden, Freunde und Gefährten werden. Der gegenseitige Rassenhaß, die religiösen Gegensätze und die nationalen Schranken werden völlig beseitigt, und alle werden unter dem Schatten des Gesegneten Baumes in größter Einigkeit und Harmonie miteinander leben.

Zitat:
„Und die Heiden sind zornig geworden,“
weil Deine Unterweisungen den niedrigen Neigungen der Heiden entgegenliefen, „und es ist gekommen Dein Zorn“, das heißt, über alle kam offenbarer Schaden, weil sie Deine Ermahnungen, Ratschläge und Unterweisungen nicht befolgten; darum gingen sie Deiner ewigen Gnadengaben verlustig, und das Licht der Sonne der Wahrheit blieb vor ihnen verschleiert.

Zitat:
„ ... und die Zeit der Toten, zu richten“,
das heißt, die Zeit kommt, in der die Toten, nämlich die Seelen, die dem Geist der Liebe Gottes fern sind und am ewigen Leben der Heiligkeit nicht teilhaben, gerecht gerichtet werden; dies bedeutet, daß sie sich erheben werden, um das zu empfangen, was sie verdienen. Er läßt die Wahrheit ihrer Geheimnisse sichtbar werden und zeigt, in welchen Niederungen sie in dieser Welt leben, so daß sie mit Recht Tote genannt werden.

Zitat:
„ ... und zu geben den Lohn Deinen Knechten, den Propheten und den Heiligen und denen, die Deinen Namen fürchten, den Kleinen und Großen.“
Dies besagt, daß Er die Gottesfürchtigen mit unendlicher Gnade auszeichnen und sie gleich Sternen am Himmel ewiger Erhabenheit leuchten lassen wird. Er hilft ihnen, indem Er sie zu einem Betragen und einer Lebensweise befähigt, die das Licht für die Menschheit, der Anlaß zur Führung und das Mittel zum ewigen Leben im göttlichen Königreich sind.

Zitat:
„ ... und zu verderben, die die Erde verderbt haben.“
Das bedeutet, daß Er die Nachlässigen ausschließen wird, denn die Blindheit der Blinden wird offenbar, die Schau der Sehenden wird sich zeigen, die Torheit und Unwissenheit der Irregeleiteten wird erkannt und das Wissen und die Weisheit der Geführten werden deutlich; aus diesem Grunde werden die Verderber vernichtet.

Zitat:
„Und der Tempel Gottes ward aufgetan im Himmel.“
Das himmlische Jerusalem wird gefunden, und das Allerheiligste wird sichtbar. Das Allerheiligste bedeutet in der Sprache der Weisen das Wesen des göttlichen Gesetzes und die wahre göttliche Lehre, die in keinem Zyklus irgendeines Propheten verändert wurde, wie schon früher erklärt wurde. Das Heiligtum Jerusalems wird mit der Wirklichkeit des göttlichen Gesetzes verglichen, das das Allerheiligste ist, und all die Gesetze, Gebräuche, Riten und irdischen Vorschriften sind die Stadt Jerusalem - daher wird oben vom himmlischen Jerusalem gesprochen. Kurz, da in diesem Zyklus das göttliche Licht in hellstem Glanz von der Sonne der Wahrheit ausstrahlt, wird sich das Wesen der göttlichen Unterweisung in dieser erschaffenen Welt durchsetzen, und die Finsternis der Torheit und Unwissenheit wird vergehen; die Welt wird zu einer neuen Welt, und Erleuchtung wird vorherrschen. So wird das Allerheiligste erscheinen.

Zitat:
„Und der Tempel Gottes ward aufgetan im Himmel,“
heißt auch, daß durch die Verbreitung der göttlichen Lehren, das Erscheinen der himmlischen Geheimnisse und den Aufgang der Sonne der Wahrheit die Tore zum Heil und Erfolg in der ganzen Welt geöffnet sind und himmlische Segnungen sichtbar werden.

Zitat:
„Und die Lade Seines Bundes ward in Seinem Tempel gesehen.“
Das heißt, das Buch Seines Testamentes wird in Seinem Jerusalem sichtbar, die Tafel des Bundes wird geschrieben, und die Bedeutung von Testament und Bund wird klargemacht. Der göttliche Ruf durchdringt den Osten und Westen, und die Verkündung der Sache Gottes erfüllt die Welt. Die Verletzer des Bundes werden erniedrigt und zerstreut, und die Getreuen werden geliebt und erhöht, denn sie halten sich an das Buch des Testaments und stehen fest und aufrecht im Bunde.

Zitat:
„Und es geschahen Blitze und Stimmen und Donner und Erdbeben und ein großer Hagel.“
Nach dem Erscheinen des Buchs des Bundes erhebt sich ein großer Sturm, die Blitze des göttlichen Zornes zucken, die Donnerschläge der Bündnisverletzung werden vernehmbar, das Erdbeben des Zweifels zeigt sich, der Hagel der Vergeltung fällt auf die Verletzer des Bundes, und sogar jene, die sich als gläubig bekennen, werden von Prüfungen und Versuchungen heimgesucht.
Lieber Deas!

Das sind sehr interessante Ausführungen, dürfte ich diese weiter verwenden?

selam Zahra
Liebe Zahra

Ja natürlich!

Liebe Grüße, Deas
Ich habe da eine andere Erklaerung gefunden:

Offenbarung 11




Offenbarung 11,1.2 Und es wurde mir ein Rohr gegeben, einem Meßstab gleich, und mir wurde gesagt: Steh auf und miß den Tempel Gottes und den Altar und die dort anbeten. Aber den äußeren Vorhof des Tempels laß weg und miß ihn nicht, denn er ist den Heiden gegeben; und die heilige Stadt werden sie zertreten zweiundvierzig Monate lang.

Nachdem in Offenbarung 10 vom Beginn des Gerichts die Rede ist oder besser gesagt, von der großen Enttäuschung im Jahre 1844 n. Chr. die zu der Erkenntnis führte, dass in diesem Jahre das Vorwiederkunftsgericht begonnen hatte (vgl. Das Gericht), ist nun an dieser Stelle von einem Messen die Rede. Um nun etwas messen zu können, muss man es erst genau betrachten.

Es fällt auf, dass der Tempel, der Altar und die darin anbeten getrennt betrachtet werden. Damit kann es sich bei dem Tempel nicht um die Gemeinde Gottes handeln, da sie bereits durch die Anbeter dargestellt wird. Mit dem Tempel kann aber auch nicht der Tempel des Alten Testaments gemeint sein, da man bei diesem Tempel nur im Vorhof anbeten durfte und der Tempel bereits durch die Römer zerstört war, als Johannes die Offenbarung erhielt. Damit kann es sich nur noch um den himmlischen Tempel, das himmlische Heiligtum handeln (vgl. Das himmlische Heiligtum).

Hinweis: Vers 19 bestätigt obige Auslegung, da dort vom Tempel Gottes im Himmel die Rede ist.

Das Messen derjenigen, die im Tempel anbeten bedeutet nun, dass Gott anhand unseres Handelns untersucht, welchen Glauben wir haben. Menschen werden nur durch ihren Glauben gerettet, aber der Glaube zeigt sich in unseren Werken, weil Glaube ohne Werke tot ist (Hebräer 11,14):

Jagt dem Frieden nach mit jedermann und der Heiligung, ohne die niemand den Herrn sehen wird ..

Was hat es nun mit dem Vorhof, der den Heiden gegeben ist, auf sich?

Im alttestamentlichen Tempel, der nach Hebräer 9,24 ein Schatten oder Abbild des himmlischen Tempels war (vgl. Das himmlische Heiligtum), befand sich der Vorhof mit dem Opferalter außerhalb des eigentlichen Tempels. Die Opferungen der Tiere waren ja nur sinnbildliche Handlungen, die auf das Opfer Jesu am Kreuz verweisen sollten. Da Jesus hier auf Erden geopfert wurde, kann der Vorhof nicht im himmlischen Tempel sein. Im Himmel kann es auch keinen Tod geben.

Da der Vorhof den Heiden gegeben ist, deutet dies den Missbrauch des Opfers an. Durch das einmalige Opfer Jesu am Kreuz sind keine weiteren Opfer mehr nötig (vgl. Hebräer 9,2. Dies wird auch dadurch ersichtlich, dass beim Tod Jesu der Vorhang im Tempel zeriss, der die zwei Abteilungen des Heiligtums trennte. Das alte Opfersystem hatte seine Erfüllung gefunden. Dennoch wird heute in manchen Religionen immer noch geopfert und es werden Priester eingesetzt, obwohl Jesus seit seiner Auffahrt in den Himmel unser Hohenpriester ist (vgl. Hebräer 8,1) und zur Rechten Gottes sitzt. Es deutet also auf einen falschen Gottesdienst hin, auf einen Gottesdienst, bei dem ein falscher Priester eingesetzt und Gottes Wort durch Menschensatzungen ersetzt wurde.

Die Heiden werden nun die heilige Stadt 42 Monate zertreten. Dieser Zeitraum begegnet uns des Öfteren in der Bibel und stellt die Zeit des Mittelalters dar, in der das päpstliche Rom die Vorherrschaft in Europa hatte (vgl. z.B. Offenbarung 12,6). Die Heiden sind nun diejenigen, die im Vorhof leben. Dies drückt die rein äußere Zugehörigkeit zur Kirche aus, aber es fehlt die lebendige Gemeinschaft mit Jesus, unserem Hohenpriester im Himmel. Die heilige Stadt stand im Alten Testament für Jerusalem. Im Neuen Testament ist Jerusalem nach Galater 4,26 auch ein Symbol für die Gemeinde Jesu. So ist die Zertretung der heiligen Stadt ein Symbol für die Verfolgungen der Gemeinde Gottes im Mittelalter durch angebliche Nachfolger Jesu, denen eine echte Beziehung zu Jesus fehlte (Johannes 16,1.2):

Das habe ich zu euch geredet, damit ihr nicht abfallt. Sie werden euch aus der Synagoge ausstoßen. Es kommt aber die Zeit, daß, wer euch tötet, meinen wird, er tue Gott einen Dienst damit.


Offenbarung 11,3-5 Und ich will meinen zwei Zeugen Macht geben, und sie sollen weissagen tausendzweihundertundsechzig Tage lang, angetan mit Trauerkleidern. Diese sind die zwei Ölbäume und die zwei Leuchter, die vor dem Herrn der Erde stehen. Und wenn ihnen jemand Schaden tun will, so kommt Feuer aus ihrem Mund und verzehrt ihre Feinde; und wenn ihnen jemand Schaden tun will, muß er so getötet werden.

An dieser Stelle begegnet uns wieder der Zeitraum von 1260 Tagen, der gleichbedeutend mit 42 Monaten oder 1 Zeit und 2 Zeiten und eine halbe Zeit ist. In allen drei Fällen bestimmt dieser Zeitraum nach dem Jahr-Tag-Prinzip die päpstliche Vorherrschaft im Mittelalter während eines Zeitraums von 1260 Jahren (vgl. Daniel 7,25b).

In Johannes 5,31-40 erfahren wir, dass Jesus die Schrift als diejenige ausweist, die von ihm zeugt. Deshalb können wir davon ausgehen, dass die zwei Zeugen, die zwei Ölbäume oder die zwei Leuchter für das Alte und das Neue Testament stehen, die von Jesus zeugen. Beide sind wichtige Zeugnisse für den Ursprung und die Fortdauer des Gesetzes Gottes. Beide sind gleichfalls Zeugen für den Heilsplan. Die Vorbilder, die Opfer und die Weissagungen des Alten Testaments weisen auf den kommenden Erlöser hin. Die Evangelien und die Briefe des Neuen Testaments berichten von einem Heiland, der genauso gekommen ist, wie es die Vorbilder und Weissagungen vorhergesagt hatten.

Was bedeutet es nun, dass die Zeugen mit Trauerkleidern angetan sind?

Im "finsteren" Mittelalter wurde fast alles getan, um die Bibel dem Volk vorzuenthalten. Auch wurde unter dem Vorwand der Ehrfurcht vor der Bibel diese in einer unbekannten Sprache vor dem Volk verschlossen und verborgen gehalten. Dieser Zustand wird durch die Trauerkleider dargestellt.

Hinweis: Der 14. Kanon des Konzils zu Toulouse lautet: "Die Laien dürfen die Bücher des A. und N.T. nicht besitzen." Hefele V, 982. Auf gleiche Weise verbot das Konzilium zu Trient, die Bibel ohne einen Erlaubnisschein vom Bischof zu lesen, und wer es tue, begehe eine Todsünde.

Hinweis: Die Bibel war während der 1260 Jahre weitgehend durch Legenden und kirchliche Überlieferungen verdrängt worden. Anstelle der Verkündigung der Errettung durch Gnade, pochte die Kirche auf Werkgerechtigkeit: Wallfahrten, Ablass, Reliquienverehrung und andere "fromme Werke".


Offenbarung 11,6 Diese haben Macht, den Himmel zu verschließen, damit es nicht regne in den Tagen der Weissagung, und haben Macht über die Wasser, sie in Blut zu verwandeln und die Erde zu schlagen mit Plagen aller Art, sooft sie wollen.

Als Israel vom Pharao in Knechtschaft gehalten wurde, hatte das Wort Gottes in Moses Mund die Macht, die Gewässer Ägyptens in Blut zu verwandeln. Als Israel zur Zeit Isebels der Abgötterei verfallen war, da hatte das Wort Gottes in Elias Mund die Macht, den Himmel zu verschließen, damit es drei Jahre nicht regnen sollte.

Alles was Gott uns durch sein Wort, die Bibel, bezeugt, wird eintreten. Die letzten Plagen z.B., die über diese Erde gehen (vgl. Offenbarung 15/16), werden ganz sicher eintreten, da Gottes Wort es bezeugt.


Offenbarung 11,7.8 Und wenn sie ihr Zeugnis vollendet haben, so wird das Tier, das aus dem Abgrund aufsteigt, mit ihnen kämpfen und wird sie überwinden und wird sie töten. Und ihre Leichname werden liegen auf dem Marktplatz der großen Stadt, die heißt geistlich: Sodom und Ägypten, wo auch ihr Herr gekreuzigt wurde.

Nachdem die Bibel, Gottes Zeugen, während des Mittelalters unter größten Schwierigkeiten gegen den zunehmenden Abfall geweissagt haben, so sollte am Ende dieser Zeit das Tier aus dem Abgrund aufkommen und sie völlig vernichten.

Was aber ist das Tier aus dem Abgrund?

Wie wir in Daniel 7,25b gesehen haben, endeten die 1260 Jahre im Jahre 1798 n. Chr., als der General Napoleons den Papst gefangen nahm. Damit war die päpstliche Vorherrschaft des Mittelalters zu Ende.

Hinweis: Durch den Einfluss Roms waren in Frankreich, wie in keinem anderen Land Europas, schwere Verfolgungen über die Bekenner des Evangeliums hereingebrochen. In der Bartholomäusnacht 1572 n. Chr. wurden zahllose Anhänger der Reformation getötet. Die Hugenotten erklärte man für vogelfrei. Das päpstliche Rom billigte die Unterdrückung der Bevölkerung und rechtfertigte alles Handeln durch die Bibel, so dass die Bevölkerung die Bibel ablehnte, obwohl sie sie doch gar nicht kannte.

Am 26. November 1793 n. Chr. war durch Erlass der Nationalversammlung in Paris die Religion offiziell abgeschafft worden. Alle religiösen Schriften (inkl. Bibel) wurden verbrannt. Die zwei Zeugen wurden getötet.

Da nach Daniel 7,17 ein Tier ein Symbol für eine politische Macht ist, können wir das Tier, das aus dem Abgrund aufsteigt, als Atheismus deuten, der mit Hilfe einer Staatsmacht, in diesem Fall Frankreich, gegen die Bibel kämpft.

Hinweis: Frankreich ist die einzige Nation in der Welt, von der berichtet wird, dass sie als Nation ihre Hand in offener Empörung gegen den Gott, den Schöpfer des Weltalls, erhoben hat. Frankreich steht in der Weltgeschichte als einziger Staat da, der durch den Erlass seiner gesetzgebenden Versammlung erklärte, dass es keinen Gott gebe, in dessen Hauptstadt sämtliche Bewohner vor Freude sangen und tanzten, als sie die Bekanntmachung empfingen.

Das geistliche Sodom und Ägypten können wir mit Hilfe Jeremia 23,14 deuten. Dort wird Jerusalem als Sodom bezeichnet, weil die Bewohner von Gott abwichen und wir wissen, dass Sodom und Gomorra das Gericht Gottes traf. Das geistliche Ägypten steht nach 2.Mose 5,2 für die offene Ablehnung Gottes und seines Gesetzes, da der Pharao sagte, er kenne keinen Gott.


Offenbarung 11,9 Und Menschen aus allen Völkern und Stämmen und Sprachen und Nationen sehen ihre Leichname drei Tage und einen halben und lassen nicht zu, daß ihre Leichname ins Grab gelegt werden.

Die zwei Zeugen sollten drei Tage und einen halben tot sein. Nach dem Jahr-Tag-Prinzip ergibt sich daraus ein Zeitraum von 3 1/2 Jahren.

Am 26. November 1793 n. Chr. wurde in Frankreich die Religion abgeschafft. Ziemlich genau 3 1/2 Jahre später wurden am 17. Juni 1797 n. Chr. die Beschränkungen der Religion von der Nationalversammlung wieder aufgehoben und volle Religionsfreiheit gewährt.

Was heißt das aber nun, dass die Leichname nicht ins Grab gelegt wurden?

Nachdem per Gesetz die Religion abgeschafft wurde, trieb man Spott mit der Bibel und ihren Inhalten. Dazu ein Auszug aus der "Gazette Nationale" vom 14.11.1793:

"Der Volksverein der Museumssektion kündigt an, dass die Mitbürger dieser Sektion Gerechtigkeit geübt haben an allen Büchern des Aberglaubens und der Lüge. Breviere, Gebetbücher, Alte und Neue Testamente haben in einem großen Feuer die Torheiten gesühnt, welche sie die menschliche Rasse bewogen zu begehen."

In Lyon ließ man z.B. einen Esel aus einem Kelch Wein trinken und dann in feierlicher Prozession die Bibel durch die Straßen schleifen. Auch wurde in dieser Zeit die 10-Tage-Woche eingeführt, um nicht mehr an den Schöpfer des Himmels und der Erde zu gedenken (vgl. Evolution vs. Schöpfung).


Offenbarung 11,10 Und die auf Erden wohnen, freuen sich darüber und sind fröhlich und werden einander Geschenke senden; denn diese zwei Propheten hatten gequält, die auf Erden wohnten.

Mit den Propheten sind wieder das Alte und das Neue Testament gemeint, die von Gott, Jesus und der Erlösung zeugen. Satan hatte der Welt glauben gemacht, dass die Bibel Quäler der Menschheit sei und man freute sich, sie endlich los zu sein.

Aber es zeigte sich doch sehr schnell, dass eine qualvollere Zeit folgte. Während zur Ehre der "Vernunft" eine Festlichkeit die andere jagte, floss in Paris von morgens bis abends das Blut von der Guillotine und in Paris herrschte großes Elend.


Offenbarung 11,11-14 Und nach drei Tagen und einem halben fuhr in sie der Geist des Lebens von Gott, und sie stellten sich auf ihre Füße und eine große Furcht fiel auf die, die sie sahen. Und sie hörten eine große Stimme vom Himmel zu ihnen sagen: Steig herauf! Und sie stiegen auf in den Himmel in einer Wolke, und es sahen sie ihre Feinde. Und zu derselben Stunde geschah ein großes Erdbeben, und der zehnte Teil der Stadt stürzte ein; und es wurden getötet in dem Erdbeben siebentausend Menschen, und die anderen erschraken und gaben dem Gott des Himmels die Ehre. Das zweite Wehe ist vorüber; siehe das dritte Wehe kommt schnell.

Seit Frankreich sich gegen Gottes beide Zeugen erhoben hatte, sind diese wie nie zuvor geehrt worden. Im Jahre 1804 wurde die Britische und die Ausländische Bibelgesellschaft gegründet. Es folgten ähnliche Einrichtungen mit zahlreichen Zweigen auf dem europäischen Festland. Im Jahre 1816 nahm die amerikanische Bibelgesellschaft ihre Tätigkeit auf. Zur Gründungszeit der britischen Gesellschaft war die Bibel in fünfzig Sprachen gedruckt und verbreitet worden. Seitdem hat man sie in unzählige Sprachen und Mundarten übersetzt. Übersetzungen aus der Heiligen Schrift gibt es gegenwärtig in über tausend Sprachen und Dialekten, und jedes Jahr werden mehrere Millionen Bibeln und Bibelteile in der Welt verbreitet.

Hinweis: Selbst der "blutige" Robespierre erkannte, dass man mit Gottesleugnung nicht weit komme. Er sagte in einer Rede: "Wenn es keinen Gott gäbe, so müsse man ihn erfinden".

Betrachten wir nun das Erdbeben und die Stadt. Nach Vers 8 handelt es sich bei der Stadt um die große Stadt. In Offenbarung 17,18 erfahren wir, dass die große Stadt die Frau ist, die die Herrschaft über die Könige auf Erden hat. Wie wir in Offenbarung 17 gesehen haben, ist die Frau ein Symbol für Rom und somit ist Frankreich eines der zehn Hörner, die dem Tier, also dem päpstlichen Rom, ihre Macht gaben.

Hinweis: Näheres über die zehn Hörner und das Tier lesen Sie bitte in Daniel 7 oder in Offenbarung 17 nach.

Frankreich ist demzufolge also der zehnte Teil der großen Stadt. In dem Erdbeben fiel der zehnte Teil der Stadt und 7000 Menschen wurden getötet. In der Elberfelder-Übersetzung heißt es, dass 7000 Menschennamen getötet wurden. 7000 Menschen wäre auch unzureichend gewesen, da während der Revolution ca. 2 Millionen Menschen starben. Während der Revolution von 1793-98 n. Chr. und darüber hinaus führte Frankreich gegen den Adelstitel Krieg. Unter dem Vorwand der Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit wurde beschlossen, alle Ehrentitel, Ehrenämter, das Königtum, dessen Embleme, ja selbst darauf bezügliche Straßen- und Ortsnamen, abzuschaffen. So wurden durch den Umbruch in Frankreich, der durch das Erdbeben dargestellt ist, die Titel und Namen der Menschen getötet. Der zehnte Teil des päpstlichen Reiches stürtzte ein und Frankreich trennte sich vom Papst was zur Folge hatte, dass Napoleon im Jahre 1798 n. Chr. den Papst gefangen nahm, was zugleich das Ende der päpstlichen Vorherrschaft in Europa bedeutete.

Da nun die zweite Wehe vorüber ist, wird damit wieder an die prophetische Kette der sieben Posaunen aus Offenbarung 8/9 angeknüpft. Alle Texte dazwischen sollten zur sechsten Posaune hinzugerechnet werden.


Offenbarung 11,15 Und der siebente Engel blies seine Posaune; und es erhoben sich große Stimmen im Himmel, die sprachen: Es sind die Reiche der Welt unseres Herrn und seines Christus geworden, und er wird regieren von Ewigkeit zu Ewigkeit.

Aus Offenbarung 10,7 erfahren wir, dass mit der siebenten Posaunen das Geheimnis Gottes vollendet ist. Aus Kolosser 2,2 ist Jesus das Geheimnis Gottes.

Die siebente Posaunen dürfte demnach mit dem Ende der Gnadenzeit beginnen, bei dem Jesus das hohenpriesterliche Gewand ablegt und seine Königsgewänder anzieht. Damit ist sein Reich vollendet. Wenn die Gnadenzeit endet, ist jeder Fall der Menschheit entweder zum Leben oder zum Tode entschieden worden.

Hinweis: Bis zum Ende der Gnadenzeit ist Jesus nach 1. Johannes 2,1 unser Fürsprecher im Himmel, der unsere Sünden tilgt. Wenn die Gnadenzeit endet und das Vorwiederkunftsgericht abgeschlossen ist (vgl. Das Gericht), wird Jesus aus dem himmlischen Heiligtum heraustreten und die sieben letzten Plagen werden über diese Erde gehen (vgl. Offenbarung 15/16).

Da das Geheimnis Gottes mit der siebenten Posaune vollendet ist, können wir davon ausgehen, dass zu diesem Zeitpunkt Tag und Stunde der Wiederkunft Christi von Gott bekannt gegeben werden. Kurz vor der Sintflut erhielt Noah ebenfalls die Botschaft (1.Mose 7,4):

Denn von heute an in sieben Tagen will ich regnen lassen auf Erden ...

Und da nach Matthäus 24,37 das Kommen des Menschensohns genau so sein wird, wie in den Tagen Noahs, wird wohl Gott den Tag und die Stunde verkündigen.

Hinweis: Man könnte nun damit argumentieren, dass in Matthäus 24,36 steht, dass vom Tag und der Stunde niemand außer dem Vater Bescheid weiß. Aber es steht nicht da, dass er den Zeitpunkt nicht kurz vor der Wiederkunft bekannt geben wird. Wenn es so sein wird, wie in den Tagen Noahs, dann können wir davon ausgehen, dass Gott sein Volk über den Zeitpunkt informieren wird.


Offenbarung 11,18.19 Und die Völker sind zornig geworden; und es ist gekommen dein Zorn und die Zeit, die Toten zu richten und den Lohn zu geben deinen Knechten, den Propheten und den Heiligen und denen, die deinen Namen fürchten, den Kleinen und den Großen, und zu vernichten, die die Erde vernichten. Und der Tempel Gottes im Himmel wurde aufgetan, und die Lade seines Bundes wurde in seinem Tempel sichtbar; und es geschahen Blitze und Stimmen und Donner und Erdbeben und ein großer Hagel.

In diesen Versen ist von unterschiedlichen Ereignisse die Rede:

- Der Zorn der Völker
- Der Zorn Gottes
- Die Zeit um die Toten zu richten
- Lohn der treuen Nachfolger
- Vernichtung der Verderber
- Öffnung des Tempels
- Ende der Gnadenzeit

Im 19. Jhdt begann die Evolutionstheorie ihren Lauf rund um die Erde. Die Menschheit wollte sich von Gott lösen und nichts mehr mit einem Schöpfer zu tun haben. So sind wir heute kein christliches Abendland mehr, sondern ein atheistisches Abendland. Doch die Bibel bezeugt uns, dass wir von Gott erschaffen wurden und dass der Sabbat, der zum Gedenken an die Schöpfung von Gott eingesetzt wurde, immer noch gültig ist. So sind die Völker auf Erden zornig geworden, weil es trotz offener Auflehnung gegen Gott immer noch Menschen gibt, die an einen Schöpfer glauben und die die heilsnotwendige Umkehr hin zum Gott der Bibel verkündigen.

Dieser Zorn der Völker wird sogar soweit gehen, dass alle, die am biblischen Sabbat zum Gedenken an den Schöpfer festhalten, getötet werden sollen (vgl. Offenbarung 13,15). Doch wenn dies geschehen soll, wird Gott für sein Volk auf Erden eintreten. Er wird das Blatt wenden und die sieben letzten Plagen ausgießen, die nach Offenbarung 15,1 die Vollendung des Zornes Gottes sind. Nachdem die Plagen ausgegossen und das Volk Gottes Jesus entgegen entrückt wurde, beginnen die 1000 Jahre, in denen die gottlosen Toten gerichtet werden (vgl. Offenbarung 20,1). Nach diesen 1000 Jahren wird das Urteil über die Gottlosen vollstreckt. Das Böse wird für immer vernichtet und eine neue Erde geschaffen werden (vgl. Offenbarung 21,1). Der Erlösungsplan sieht vor, dass die Nachfolger Jesu wieder auf einer neuen Erde leben sollen, auf der es keinen Tod, Leid oder Schmerz geben wird. Diese neue Erde ist der Lohn der treuen Nachfolger, auf die seit Adam die Menschen hoffen.

Hinweis: Die Bibel verheißt uns eine neue Erde mit paradiesischen Zuständen. Wer die Schöpfung und damit den Schöpfer unserer heutigen Erde ablehnt, der kann auch nicht daran glauben, dass Gott unsere Erde neu machen wird. Wir erkennen, welch furchtbare Folgen die Evolutionstheorie hat.

Was heißt das nun, dass die Lade im Tempel sichtbar wurde?

Nach Daniel 8,14 begann im Jahre 1844 n. Chr. die zweite Phase des Versöhnungsdienstes Jesu im himmlischen Heiligtum (vgl. Das himmlische Heiligtum). Bei diesem Dienst wird das Heiligtum von den Sünden gereinigt. Es findet ein Vorwiederkunftsgericht statt, bei dem entschieden wird, wer erlöst wird. Bei diesem Gericht geht es nicht darum, wer verdammt wird, da ja nach Römer 3,10.11 sowieso alle Menschen verloren sind, weil alle gesündigt haben. Bei dem Gericht (vgl. Das Gericht) geht es darum, wer errettet werden kann. Der Beginn dieses Gerichts, bei dem alles an Hand der Gebote Gottes beurteilt wird, wird durch die Bundeslade im Allerheiligsten dargestellt, in der sich die Gebote Gottes befinden. Die Bundeslade ist auch ein Zeichen dafür, dass Gott seinen Bund mit uns Menschen immer noch hält (vgl. 2. Mose 19,5). Wir Menschen sind abgewichen und sind unsere eigenen Wege gegangen. Gott aber blieb treu zu seinem Bund, den er uns verheißen hat.

Am Ende dieses Gerichts, wenn die Gnadenzeit endet, wenn entschieden ist, wer erlöst wird, werden die Engel die Winde loslassen. Es folgen dann die sieben letzten Plagen Gottes, denn nach Offenbarung 16,18 geschehen in der letzten Plage Blitze und Stimmen und Donner, und es geschah ein großes Erdbeben.
Salut

Ich finde beide Auslegungen sehr interessant

Ellen
Forum -> Judentum und Christentum


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