Seinem Partner in dem Tod folgen?


Man hört doch immer öfters in den Nachrichten, dass Menschen Selbstmord begehen, weil ihr Partner gestorben ist. Kann Liebe soweit gehen? Ich für meinen Fälle würde meinen Freund in den Tod folgen. Warum? Auch wenns vielleicht blöd klingt, könnte ich mir ein Leben ohne ihn nicht vorstellen, ich hab zwar genug Freunde, doch ich wäre irgendwie immer einsam. Es gibt zwar paar Sprichworte in denen es heißt, dass seelische Wunden mit der Zeit heilen, doch ich glaube wenn einem der geliebte Partner stirbt, dauerd es entweder Jahrzehnte bis man es einigermaßen verarbeitet hat oder man schafft es nie darüber hinwegzukommen. Klar, es gibt keine Frage auch Außnahmen. Selbst in meinem Freundeskreis, gab es einmal so einen Vorfall. Bei welchem die Frau in einem Verkehrsunfall ums Leben kam und ihr Mann darauf Selbstmord beginn. Soetwas würde ich als wahre Liebe bezeichnen. Liebe, die selbst der Tod nicht zerstören kann.
Was meint ihr dazu?
Hallo Gaahl,

also ich denke nicht, dass es unbedingt mit Liebe zu tun hat, wenn man seinem Partner/in in den Tod folgt. Das würde dann ja heißen, dass alle, die das nicht tun, ihren Partner nicht genug geliebt hätten. Liebe, bedeutet ja nicht, nur in und durch den Partner zu leben. Das wäre dann ja Abhängigkeit.
Liebe klammert nicht. Liebe soll halten ohne festzuhalten. Ich glaube schon, dass es nur sehr schwer zu verkraften ist, aber man muss ja weiterleben mit dem Schmerz. Die Erinnerung wird sicher auch nie vergehen, aber irgenwann lernt man auch damit umzugehen. Ich habe es im Familien-und Freundeskreis schon öfters erlebt. Jeder geht anders damit um, aber bis jetzt haben es Gott sei Dank alle geschafft mit dem Verlust weiterzuleben und auch irgenwann wieder Freude am Leben zu haben. gerad wenn der Partner/die Partnerin lange krank waren (Krebs) ist es ein großes Zeichen von Liebe, den anderen, wenn die Kraft nicht mehr da ist, auch gehen zu lassen und zu wissen, dass es besser so ist für den Partner. Für die Zurückgebliebenen ist es natürlich immer schlimmer, denn sie müssen ja mit dem Verlust weiterleben. Sich dann umzubringen, hat dann nicht vorrangig etwas mit Liebe zu tun, sondern mit Trauer und der Angst, alleine weiterzuleben. Zu denken man schafft es nicht ohne den anderen.

Liebe Grüße
Kerstin
Da ich bisher noc keinen Partner gefunden habe, mit dem ich das Leben teilen wollte/will, weiß ich es nicht. Aber ich denke ich würde ähnlich reagieren. Das wäre vergleichbar mit dem Tod beider Elternteile als Minderjähriger, weil dann die Eltern ein extremer Bestandteil des Lebens sind (Jedenfalls sollte das so sein). Später rücken die Eltern in den Hintergrund, aber Personen wie Freunde und Partner werden bedeutsamer.
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Go ahead punk, make my day.
Mein Partner ist am Montag nach 14tägiger Krankheit plötzlich und vollkommen unerwartet gestorben. Wir hatten keine Möglichkeit, uns voneinander zu verabschieden. Er hatte keinerlei Möglichkeit, sich auf den Tod vorzubereiten. Nach einer bakreiellen Infektion (Legionärserkrankung) begann er hoch zu fiebern, phantasierte und wurde auf der Intensivstation ins künstliche Koma versetzt. Er war gerade einmal 45 Jahre alt.

Wir sind erst vor 5 Monaten in ein riesiges Haus mit riesigem Garten gezogen und haben nichts als Pläne für unsere weitere gemeinsam Zukunft gemacht. Wir hatten unser Leben noch vor uns.

Er fehlt mir an allen Enden. Ich habe ihn abgöttisch geliebt. Seinetwegen habe ich als Österreicherin eine glänzende Karriere in meiner Heimat sausen gelassen, um mich hier am Niederrhein niederzulassen. Ich habe meine Heimat verloren, denn ich kann nicht mehr zurück: hier bin ich in seiner Nähe, hier sind seine Familie, die mich aufgenommen haben wie ein eigenes Kind, seine Freunde, die Dinge, die ihm und mir wichtig waren. Ich habe nicht einmal genug Geld, um das Haus alleine zu finanzieren. Mir fehlt mein Ratgeber, mein Lehrmeister aber auch mein kleiner Junge, der er manchmal war. Mir fehlt seine Nähe, der Druck seiner weichen, warmen Hände. Einfach alles.

Die Frage, die sich mir stellt ist eigentlich weniger, ob ich mich umbringen soll, sondern wozu ich noch leben soll.

Liebe Grüße
Madeleine
Vielleicht, liebe Madeleine, um genau diese Erfahrungen die Du machen musstest, an andere Menschen weiter zu geben, die sich aufgegeben haben.
Hallo liebe Madeleine,

ich möchte Dir mein Beileid aussprechen. Es ist immer tragisch einen geliebten Menschen zu verlieren. Aber, so schnell und unerwartet, ist es besonders schwierig.

Du brauchst nun aber nicht nur Trost. Ich möchte Dich bitten, Dich mit der Nicolaidis Stiftung in Verbindung zu setzen. Hier die Adresse und Telefonnummer:

Nicolaidis Stiftung GmbH
Adi-Maislinger-Str. 6-8
81373 München

Telefon: 089-74363-202
(von 9:30 - 11:30 / 14:30 - 17:00)

Diese Stiftung kümmert sich speziel um jung verwitwete Menschen. Notfalls können diese Menschen noch andere Adressen nennen.

Bitte gib nicht auf, liebe Madeleine. Dein Partner ist nicht ganz weg. Er ist immer noch bei Dir. In meinem Beruf habe ich schon sehr viele Dinge erleben dürfen, die mich sicher machen, dass die Verstorbenen uns immer mal wieder "besuchen". Es ist sehr schwer, ohne seinen Partner weiterzumachen. Dem Partner in den Tod folgen ist aber keine Lösung.

Liebe Grüsse
Bobo
Also ich find auch nicht, das es unbedingt etwas mit Liebe zu tun hat, seinem Partner in den Tod zu folgen, zudem die meinsten Lebenspartner sich nichts mehr wünschen, alsdaß ihr Partner auch nach dem Tod weiterlebt.

Mein Freund lag vor 2 Jahren auch schon fast im sterben und er hat mir immer wieder gesagt, das ich stark sein soll, wenn er nicht mehr da wäre und ja keinen Selbstmord o.ä. machen soll.

Zum Glück hat er es überlebt, aber ich glaube nicht, das ich deswegen Selbstmord gemacht hätte, meine Liebe zu ihm, kann ich auch anders beweisen.
Ich kann die Trauer verstehen, das Leid, was man fühlt wenn ein Mensch, den man liebt stirbt, ich selber habe zwar nicht meinen Lebenspartner verloren, doch habe ich mit 14 Jahren meine Mutter verloren. Das ist jetzt fast 16 Jahre her, sie fehlt mir, doch vergessen werde ich sie niemals.
Meinem Vater hat es sehr mitgenommen, er hat sich im Entefeckt Jahre lang zurückgezogen, hatte keine Lust mehr, irgendetwas zu unternehmen. Die Trauer, hat ihn aufgefressen, bis er dann nach mehreren Jahren eine neue Freundin gefunden hat. Sie ist zwar junger als ich, doch sie haben viele gemeinsahme Interessen. Und ich glaube das ist um einiges wichtiger als das Alter.
Ich glaube nicht, das mein Vater daran gedacht hätte, sich umzubringen, jedenfalls nehme ich das an, als Kind, sieht man solche Dinge nicht so, man kann es nicht richtig definieren.
Ich selber, wüsste nicht, was ich tun würde, das entscheidet der Moment, ich finde, jeder muss seinen Weg gehen, ob er nun am leben bleibt oder nicht.
Das ist der freie Wille jedes einzelnen.
Aber ich glaube ich würde eher weiterleben wollen, es gibt so vieles zu erfahren, zu viel um ein Leben von vielen auf zu geben(Wiedergeburt).

Denkt an die, die gestorben sind, sie werden auf euch warten.

Dracul2
Liebe Madeleine!

Auch mein herzliches Beileid!
Auch wenn das nur leer klingen mag!
Was glaubst Du würde Dein Partner nun sagen, wenn er zu Dir vom Jenseits reden würde?
Würde er Dir sagen:
„Schatz komme zu mir“ (?)

Oder würde er Dir sagen:

„Tut mir leid für Dich mein Schatz, dass ich so früh und unerwartet gehen musste!
Ich liebe Dich noch immer!
Du kannst es nicht verstehen, warum das sein musste!
Ich sehe die Dinge nun umfassender als Du von Deiner Seite aus und ich sehe den Sinn in dem, was Dir als sinnlos erscheint.
Ja, ich sehe auch den Sinn in Deinem Leben. Mein Glück ist ausschließlich Dein Glück und ich werde erst dann Glücklich sein, wenn ich Dich wieder lachen sehe.
Wisse, dass ich nicht von Dir gegangen bin, sondern ich bin nur aus Deiner Wahrnehmung gegangen!
Wisse dass ich immer da bin und Dir nun näher bin, als ich es je hätte sein können, bevor ich aus Deiner Wahrnehmung ging.
Lebe Du Dein Leben, Du musst es nicht ohne mich leben.
Erst dann, wenn Du erkennst, dass ich mehr bin als mein verstorbener Körper – ja unendlich viel mehr – dann hast Du den Sinn meines Gehens begriffen.
Und das, was ich bin, das bist Du auch.
Es gibt keine Grenzen wo Du aufhörst und wo ich beginne.
Wir fließen ineinander.
Liebe mich, denn ich bin immer noch bei Dir.
Aber wisse, dass die seelische Liebe, die ich zu Dir habe und die Du zu mir noch finden wirst, keine Liebe ist, die bindet.
Es wird noch Jahre dauern, bis Du Dich innerlich soweit von mir abgelöst hast, dass Du in einer neuen Beziehung Deine Erfüllung finden wirst.
Wisse: Seelische Liebe kennt keine Eifersucht.
Wisse: Seelische Liebe hat kein schlechtes Gewissen.
Ja, ein Herz ist kein Doppelsofa, aber die Liebe zu mir wird nach und nach transformiert.
Die Liebe zu mir wird zu dem Sofa auf das Du irgendwann einen anderen Partner einladen kannst und sollst.
Ich werde Dich weiter lieben, mein Glück ist Dein Glück und darum sehne ich mir diese Zeit herbei und unterstütze Dich mit aller Kraft, dass Du mich in meiner körperlichen Form loslässt.
Hast Du diese seelische Liebe erreicht, so werde auch ich die Erfüllung finden, denn Dein Glück ist mein Glück!
Madeleine ich liebe Dich und ich werde Dir zu der tiefsten Liebe verhelfen.
Dann, und nur dann wirst Du das Heilsame in dieser Katastrophe sehen.“
Eine wunderschöne Beschreibung für die Liebe nach dem Tod.
Es ist aber bestimmt auch sehr schwer eine neue Bindung einzugehen, doch ich glaube jeder Partner wünscht sich das.
Meine Mutter wäre sicherlich nicht glücklich gewesen, wenn mein Vater mich im Stich gelassen hätte, nur um ihr zu folgen.
Die Liebe kennt keine Grenzen, sie ist Bestantteil immerfort, wird nie aufgeben, abwarten.
Nur wenn man die Seele gehen lässt, ist sie frei, aber ich glaube, das ist manchmal einfacher gesagt, als getan.
Man hängt an diesen lieben Menschen, und man möchte ihn am liebsten nie aufgeben, aber das soll man auch nicht, man soll an ihn denken, dahin zurück gehen, wo man zusammen gelacht hat.
In Gedanken ist er immer bei dir Madeleine, sein geistiger Körper schaut auf dich herab, so wie es Martin schon anders vormuliert hat.

Liebe Grüße Dracul2