Woher kommt beim Menschen der Wunsch zu leben?


Lieber Herzlich,

Zitat:
Es ist für mich schwer vorstellbar, dass jemand sich an diesem Leben mit all seinen Schwierigkeiten und Prüfungen "vorbeimogeln" kann, ohne in der nächsten Welt dafür mit entsprechenden Konsequenzen rechnen zu müssen. Das wäre all denen gegenüber, die ihre Prüfungen willig annehmen, ungerecht und auch irgendwie unlogisch. Warum sollte Gott uns in diese Stätte des Wachstums setzen, wenn er uns gleichzeitig erlaubt, dem Wachstum (unserer Seelen) auszuweichen?


das ist eine Sache des Glaubens. Und vielleicht ist das Wachstum mit dem Prozess des sterbens ja erfüllt!
Hallo Gast,

Zitat:
das ist eine Sache des Glaubens.


... hm ... wirklich nur des Glaubens? ... Oder auch der Konsequenz? ... Ich meine, welchen Sinn würde unser ganzes Dasein machen, wenn es nicht auf ein Ziel gerichtet wäre, dass es von dieser Welt und seinen Begrenzungen frei macht? ... Und wer, der das Leben in dieser Welt so schon sehen will, weil ihm nichts anderes konsequent erscheint, kommt dann umhin, es als einmalige Gelegenheit zum Wachsen der Seele, also des unvergänglichen Teils des Menschenwesens, zu sehen? ... Und kann so jemand dann noch annehmen, dass es rechtens ist, der höheren Weisheit, die diesen ganzen komplexen Vorgang in die Wege geleitet hat und begleitet, die Gefolgschaft zu verweigern und dem eigenen Wachstum in dieser Welt einfach ein Ende zu setzen?

Zugegeben, das hat viel mit Glauben zu tun, aber Glauben führt auch irgendwann zu Gewißheit.

Zitat:
Und vielleicht ist das Wachstum mit dem Prozess des sterbens ja erfüllt!


Da, wo das Sterben nicht in der eigenen Hand liegt, also wenn Menschen zum Beispiel schon in jungen Jahren im Krieg oder an einer Krankheit sterben, glaube ich, dass Gott die verlorenen Wachstumsmöglichkeiten sicher ausgleicht. Dass Er das auch dann tut, wenn jemand die hier gegebenen Wachstumsmöglichkeiten ausschlägt? Darauf würde ich nicht vertrauen.

Ist die Tatsache, dass wir immer wieder, wenn auch manchmal mit erheblichem zeitlichen Abstand, feststellen können, dass wir an der Überwindung einer schwierigen Lebenssituation "gewachsen" sind, nicht schon Beweis genug?

Ich will allerdings nicht in Abrede stellen, dass es Lebenssituationen gibt, in denen ein Mensch seines Daseins entsetzlich müde geworden ist und sich alles wünscht, nur nicht, weiterleben zu müssen. Auch das ist eine Prüfung, an der wir wachsen können, wohl eine der schwersten und wichtigsten.


Liebe Grüße ,

Herzlich
Lieber Herzlich,

glaubst du an ein Leben nach dem Tod? Oder daran das wir wiedergeboren werden? Das dies hier möglicherweise nicht unser einziges Leben ist und war? Das es nichts gibt und niemals geben wird ausser dem was jetzt ist?! Das vielleicht nichts zur höheren Verbindung und Evolution führt als die Liebe? Kann man in Liebe töten? In Liebe sterben?Ist vielleicht die Liebe das Ziel? Könnte sein, aber ich weiß es nicht genau. Was meinst du dazu?

Herzliche Grüße
Timo
Hallo Timo,

Danke für Deine Antwort. Ich muß mich leider heute etwas kürzer fassen. Meine Antworten sind auch nicht verbindlich, d.h. sie entsprechen nur meinem persönlichen Glaubensverständnis.

Zitat:
glaubst du an ein Leben nach dem Tod?


Ja, und sehr gern. Ich freue mich drauf.

Zitat:
Oder daran das wir wiedergeboren werden?


Nein.

Zitat:
Das dies hier möglicherweise nicht unser einziges Leben ist ...


Ja, siehe oben.

Zitat:
Das es nichts gibt und niemals geben wird ausser dem was jetzt ist?!


Ich bin überzeugt, dass es eine ganze nächste Welt, vielleicht sogar Welten, gibt, in die wir nach diesem Leben eintreten. Sie existiert und umgibt uns schon jetzt. Wir haben in dieser Welt nur nicht die geistigen Organe und das Fassungsvermögen, um sie wahrzunehmen.

Zitat:
Das vielleicht nichts zur höheren Verbindung und Evolution führt als die Liebe?


Liebe ist die Basis, das ist für mich klar. Wir können sie nur nicht selbst "machen", sondern müssen stets für "Energienachschub" sorgen, indem wir uns den Manifestationen Gottes, d.h. seinen Offenbarern, wie z.B. Christus, Mohammed und Bahá´u´lláh oder auch Gott selbst im Gebet und in der Tat zuwenden.

Zitat:
Kann man in Liebe töten?


Für mich schwer vorstellbar. Es mag hart klingen, aber ich würde in so einem Fall immer ein egozentrisches Motiv im Hintergrund vermuten.

Zitat:
In Liebe sterben?


Natürlich. In den ersten Tagen einer jungen Religion geben viele Menschen ihr Leben für den Glauben hin. Ich glaube kaum, dass etwas anderes als Liebe zu Gott und zu Seinen Propheten sie dazu befähigt.

Zitat:
Ist vielleicht die Liebe das Ziel?


Ja. Gott ist die Liebe.


Liebe Grüße,

Herzlich
Hi Timo,

Zitat:
Dier ganze Hokuspokus um den Tod ist schon eine ziemlich unnatürliche Sache und ein fettes Geschäft. ... Wir sehen die Toten nicht wenn sie verbrannt werden, Familienmitglieder werden am selben Tag abgeholt, viele sterben an speziellen Orten, wir pflegen sie nicht mehr, geschweige denn begleiten die Menschen in den Tod. Wenige machen das noch.
Und der Tod gehört zur Geburt.
Wenn wir den Tod zu fürchten hätten, gäbe es den Tod nicht (glaube ich).
Vielleicht kannst du mir da folgen!


Das kann ich gut nachvollziehen. Der Tod wird mehr und mehr aus dem Alltag ausgeblendet.

Zitat:
Der Tod bietet jedem vertrauenden Gläubigen den Kelch dar, der in Wahrheit Leben ist. Er schenkt Freude und ist ein Bote des Frohsinns. Er verleiht die Gabe ewigen Lebens.

Bahá´u´lláh


Ich verstehe es so, dass es in Ordnung ist, sich auf den Tod, also auf das Verlassen dieser Welt und das Eingehen in die nächste Welt zu freuen - und in diesem Geiste alles Schwere dieser Welt anzunehmen und den GANZEN Weg, den Gott für uns vorgesehen hat, aufrecht und tapfer zu gehen.

Liebe Grüße,

Herzlich
Na, dann ist ja alles in Butter.

Liebe Grüße
Zitat:
Na, dann ist ja alles in Butter.


Wirklich ?

Liebe Grüße,

Herzlich
Der Wunsch zu leben entsteht zum Teil aus angst und andererseits wurde es so glaube ich antrainiert.
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Lucky!