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Umgang mit den Tieren












Robi hat folgendes geschrieben:
wie lässt sich dieser überaus gütige Standpunkt gegenüber den Tieren vereinbaren mit dem Essen derselben ?


Ich denke, die Schrift von Abdu'l Baha bezieht sich vor allem auf sinnlose Gewalt, wie Menschen sie sich untereinander auch zufügen - immerhin töten sich Menschen nicht gegenseitig, um voneinander zu leben. Tiere töten in der Regel, um überleben zu können, also entweder um an Fressen zu kommen oder nicht selbst getötet zu werden beispielsweise. Somit finde ich, dass der Mensch - der von seinen Überlebensinstinkten her eben auch tierisch veranlagt ist - durchaus berechtigt ist, Tiere zu töten, um sich zu ernähren. Heutige Massentierhaltung allerdings ist eindeutig als sinnlose Grausamkeit zu werten, ist somit dem Text nach zu verurteilen - es ist als würde man wie in dem Film "Matrix" vorgehen, wo die Menschen als Lebende "Batterien" eingesetzt und dazu eingepfercht werden - dass das für Tiere genauso schlimm wäre, fällt vielen schwer zu begreifen.
Ich persönlich mag Fleisch auch zu gerne, um vollständig darauf zu verzichten und fühle mich deswegen auch nicht wirklich schuldig, wie oben schon erwähnt entspricht es der menschlichen Natur, die der tierischen eben doch nicht so unähnlich ist - und auf Fleisch zu verzichten bzw. Fleisch aus Massentierhaltung zu boykottieren können sich viele eben nicht leisten... Ein endloses Dillemma...

Gruß
Lillian Lo
mein Thema ^^

Es geht ja nicht um's Fleisch essen generell. Der Mensch braucht wenigstens ab und an tierisches Eiweiß, um Mangelerkrankungen vorzubeugen, und man kann eben auch in unserer Zeit nicht alles durch künstlich Erzeugtes ausgleichen. Wir essen allerdings sehr selten und sehr wenig Fleisch. Und meine Hunde brauchen es ja auch, besonders mein jüngster, der nach seiner Hüft-OP mehr Proteine, sprich Fleisch, benötigte zwecks Muskelaufbau. Anabolika wären die letzte (Not-)Lösung gewesen. Allerdings überlegen wir uns auch die Herkunft etc.

Eier kaufe ich grundsätzlich aus Freilandhaltung. Nicht aus Bodenhaltung, denn mit dieser "Produktbezeichnung" wird der Verbraucher getäuscht.

Wir essen aber z.B. keinesfalls Froschschenkel, Schildkrötensuppe, Wachteln... Fröschen werden die Beine bei lebendigem Leib herausgerissen, oft sterben sie stundenlang qualvoll. Schildkröten werden, um den Transport zu erleichtern, durch die Beine große Löcher gebohrt, um Seile hindurchzuziehen, welche dann an den Booten befestigt werden, die die Tiere dann hinter sich herziehen. Ebenfalls bei lebendigem Leib wird ihnen der Panzer über Feuer abgelöst...

Nächstes Thema: Pelztierzucht. Die Tiere werden unter grausamsten Bedingungen gehalten, enormen Minustemperaturen ausgesetzt, damit ihr Fell nur ja schön dicht wird. Aufgrund dieser perversen Haltung entwickeln bspw. Nerze Verhaltensstörungen, indem sie ihre Artgenossen beißen und anfressen. Die Tiere werden vergast, ertränkt, gemust. Teilweise im Mutterleib getötet... Dieser "Wirtschaftszweig" ist m.E. völlig überflüssig, da Pelze heutzutage nur ein Prestige sind und nicht, wie früher, zum Warmhalten dienen.

Tierversuche
Es bestehen immer wieder Diskrepanzen zwischen Tierschutzvereinen und der Pharmaindustrie. Weil: Tierversuche sind und bleiben nicht zu 100% auf den Menschen übertragbar (siehe Contergan...), was die PI natürlich bestreitet. Aber warum brauchen die Hersteller immer noch menschliche Probanden, um ein Medikament zu testen, bis es auf den Markt kommen darf? Warum bestehen immer noch sehr viele Nebenwirkungen bei den meisten Medikamenten?

Lange wurde sogar seitens der PI behauptet, Tiere hätten kein Schmerzempfinden. Nur merkwürdig, dass man dann Hunden, an denen bei vollem Bewusstsein chriurgische Eingriffe zum Forschen vorgenommen wurden, vorher die Stimmbänder durchtrennt hat. Der Schmerzensschrei hätte wohl die "Herren der Schöpfung" gestört...

Dasselbe in der Kosmetikindustrie. Mittlerweile gibt es genügend Anbieter, die bei der Herstellung ihrer Produkte gänzlich auf Tierversuche verzichten, diese auch nicht anderweitig in Auftrag geben.

Weltraumforschung:
hier werden Tiere zu Versuchen eingesetzt, um die Entwicklung möglicher giftiger Dämpfe/Gase zu untersuchen...

Waffenindustrie:
Bestes Beispiel: Der vor Jahren amtierende amerikanische Außenminister Weinberger geriet in Kritik, weil er neue Waffen testete. Er bevorzugte Beagle (Hunde), die sehr geduldig sind... Sie wurden an Leinen nebeneinander aufgehangen und dann wurden an ihnen die neuen Waffen getestet.

Hundekämpfe:
Ich war vor über 20 Jahren aktiv im Tierschutz tätig. Natürlich ehrenamtlich. Schon damals war uns bekannt, dass in gewissen Kreisen Hundekämpfe stattfinden. Aber glaube keiner, dass wir an irgend einer Stelle angekommen wären. Man hätte dieses im Keim ersticken können, statt dessen wurde man belächelt und als hysterisch abgestempelt. Das Ergebnis sieht man ja heute: es ist eskaliert und zu einem nicht mehr kontrollierbaren Problem geworden. Dürfe allseits bekannt sein.

Stierkämpfe
Hahnenkampf
Pamplona
Großwildjägerei
Aussetzen von Tieren
Auslegen von Gift

und und und ...

Bleibt noch zu erwähnen, dass es zudem auch noch genügend Privatpersonen gibt, die irgendwelche Defizite kompensieren, indem sie Tiere quälen. Ist ja auch praktisch: ein Tier kann sich nicht wehren. Also, hau drauf, und du bist ein ganz großer Mensch...

Die Palette ließe sich noch ewig lange fortsetzen.

Aber ich höre jetzt erst mal auf. Sonst bin ich wieder auf 360 und brauche Ellen, damit ich wenigstens wieder auf 180 komme.


Eine Hoffnung bleibt mir: wenn es, wie ich fest glaube, tatsächlich ein Leben nach dem Tod gibt, dann werden diese Menschen, die keienrlei Respekt vor wehrlosen Geschöpfen haben, zur Rechenschaft gezogen. An deren Stelle möchte ich dann allerdings nicht sein.
Ich verstehe eigentlich eure Antworten nicht. Ich finde klarer als dieses Zitat kann man nicht ausdrücken, dass der Mensch Tiere nicht töten soll. Ich finde es ist ein wundervoller Text. der Auftrag noch liebevoller zu Tieren als zu Menschen zu sein, weil sie weder Sprache noch Intelligenz (Behörden etc.) haben sich zu wehren, doch die gleiche Wahrnehmung von Schmerz wie Menschen haben, zeigt von zutiefster Menschlichkeit und mitgeschöpflichkeit.
Aus den Lebensgeschichten zahlreicher Yogis (und Yoginis) und deren langer Lebensdauer weiss man, dass der Verzicht auf Fleisch mit einer gleichzeitig vernünftigen Ernährung das Gegenteile einer Mangelernährung ist. Es ist keineswegs menschlich Tiere zu essen, wenn man menschlichkeit im Sinne Baha'u'llah definiert.

Könntet ihr selbst euren Hund oder Hasen oder das Pferd, dem ihr gerade noch beim Springreiten zugesehen habt, erstechen oder erschießen? Wenn ja, würdet ihr dabei Freude verspüren? wohl kaum. Wäscht man die Hände in Unschuld wenn man das Töten in sterile aber deshalb nicht weniger grausame Schlachthöfe verlagert?
Schmerz sieht man nicht mehr, wenn er duftend am Teller liegt, in die Welt gesetzt wurde er nichtsdestotrotz.

Als Menschen haben wir die Wahl, wie wir mit unseren trieben umgehen, gerade als religiöse Menschen. Die Entschuldigung: es ist menschlich und natürlich Tiere zu töten finde ich deshalb inakzeptabel. Es wäre dann auch menschlich und natürlch seine feinde zuhassen und Rache auszuüben.
suchende hat folgendes geschrieben:
Der Mensch braucht wenigstens ab und an tierisches Eiweiß, um Mangelerkrankungen vorzubeugen...



Nein, braucht man nicht. Man braucht Eiweiß, das ist sicher. Aber man kann entweder pflanzliches Eiweiß essen, oder Tiere, die pflanzliches Eiweiß gefressen haben...
Da muss ich asamandra zustimmen: Würden wir uns gesund ernähren, also ohne Chemikalien, ohne Alkohol, ohne Drogen irgendwelcher Art, bräuchten wir wohl kein tierisches Eiweis in Form von Schnitzel oder Salami...
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