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Hi Mukunda!
Finde ich gut, was Du schreibst - auch wenn die Sprache nicht ganz die meine ist -
und es erinnert mich spontan sehr an eine Buchrezension, die ich erst gestern in
einem buddhistischen Forum gefunden habe - vielleicht auch für Dich oder Andere
hier interessant:
| Zitat: |
Schmidt-Leukel, Perry (2005): Gott ohne Grenzen. Eine christliche
und pluralistische Theologie der Religionen. Gütersloh: Gütersloher
Verlagshaus.
Leider ist der Buchtitel mehr als irreführend: Schmidt-Leukel
(belegt mit einem Lehrverbot der Röm.-Kath. Kirche) bezieht sich im
Buch nämlich ausdrücklich nicht nur auf theistische Religionen,
sondern geht von einem Absoluten aus, das seiner Meinung nach (und
auch nach der anderer pluralistischer "Theologen", z.B. John Hick)
keineswegs unbedingt "personal" gedacht werden muss. Diesem
Absoluten tritt der Mensch in den verschiedenen Weltregionen und
Kulturkreisen auf unterschiedliche Weise gegenüber - ohne dass
innerhalb der Weltreligionen behauptet werden könnte, dass
irgendeine Weise des Gegenübertretens allen anderen unter dem Strich
überlegen wäre.
Da das Absolute dem unerleuchteten Menschen letztlich stets
verborgen bleibt (Subjekt-Objekt-Spaltung), ist es legitim, sich in
den unterschiedlichen Religionen unterschiedliche Modelle ("Bilder")
mit jeweils anderen vorherrschenden Aspekten vom Absoluten zu machen.
Da diese Modelle von uns Unerleuchteten aber niemals mit
dem "Absoluten an sich" hinsichtlich ihres Wahrheitsgehaltes
verglichen werden können, ist es auch sinnlos, sie sozusagen in eine
Rangreihe bringen zu wollen...
M.E. werden hier ganz starke konstruktivistische Tendenzen sichtbar -
und noch etwas: Man muss sich vor Augen halten, dass selbst der
Religionsstifter oder auch jeder Erleuchtete, der jenseits jeglicher
Subjekt-Objekt-Spaltung lebt, zwangsläufig immer dann in diese
Spaltung zurückfällt, wenn er uns vor dem jeweiligen kulturellen
Hintergrund über das Absolute im Medium Sprache "Mitteilung" macht:
Eigentlich bliebe ihm ja nur das Schweigen, denn sagbar ist "es" ja
nicht...
Dass die "Chefideologen" vieler Religionen dieser Sichtweise wenig
abgewinnen, kann ich gut verstehen. Dennoch: Ist nicht auch die
eigene bevorzugte Religion letztlich immer nur ein Vehikel, ein
Fahrzeug unter anderen? Und heißt es nicht sogar in einem
buddhistischen Text sinngemäß: Trag das Floß nicht auf deinen
Schultern mit dir, nachdem du damit über den Fluss gerudert bist...?
Auf dem Fluss magst du es freilich sehr gut gebrauchen können - ja
geradezu notwendig haben! |
P.S. Den Text, von dem hier die Rede ist, habe ich vor ein paar Monaten
schon mal hier 'reingestellt
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