"Ich WEISS, dass es Gott gibt"


Liebe Freunde,

Ich bin neu hier und wie viele "Suchende" auf Eure Seite gestossen. Ich würde Euch gerne so etwas wie meine persönliche Erfahrung schildern, d.h., die Erfahrung die ich mit meiner damals 6jährigen Tochter (heute 8 J) gemacht habe...

Es war beim Mittagsessen, als mein Töchterchen mich plötzlich fragte: "Mama, wer bin ich eigentlich". Ich nahm die Frage erstmal nicht ernst und meinte nur, das weisst Du doch.... Da fing sie verzweifelt an zu weinen und meinte, "...nein, Mama, du verstehst mich nicht... Bin ich Luft? Oder was bin ich?" Sie fing schluchzend an herumzustammeln und versuchte mir verzweifelt mit den Worten einer 6 jährigen zu erklären, was sie meinte." Ich bekam eine Gänzehaut, hatte ich doch vor vielen Jahren mal davon gehört, dass es Menschen gibt die s.g. "Astralreisen" machen, d.h., die fähig sind, bewusst aus ihrem Körper herauszuschlüpfen. Meine Tochter hatte gerade mit der 1. Klasse Grundschule begonnen und uns fiel schon auf, dass sie bei den Hausaufgaben oft richtig "geistesabwesend" da sass. Erst nach mehrmaligem lautem Ansprechen, antwortete sie wieder.... Auch die Lehrerin meinte, das Mädchen sitze immer so verträumt im Unterricht... Nun musste ich feststellen, dass meine Tochter vermutlich diese Fähigkeit besitzt. Als ich sie ausfragte, meinte sie. "Mama, das ist ganz einfach, ich tue so als konzentriere ich mich... dabei schaue ich auf meinen Bleistift und konzentriere mich nach innen hinein... Da bin ich plötzlich Luft und schwebe nach oben an die Decke. Einmal bin ich sogar alleine hinaus auf die Strasse und sehe alle Menschen von oben und die Häuser sind ganz klein. Mama, das ist ein Abenteuer, so ganz ohne Mama und Papa rauszugehen...."

Ich war natürlich ersteinmal platt. Dann beruhigte ich mich selbst und, da ich ein gläubiger Mensch bin, sagte ich mir intuitiv, dass das sicher ein natürliches Phänomen ist.... Ich erklärte meiner Tochter ganz behutsam, dass das, was sie "macht" nicht alle Menschen können, und dass das was sie kann ein Geschenk vom lieben Gott ist......

Am gleichen Tag lief ich los und suchte nach Büchern. Eigentlich wollte ich mir eines über "Astralreisen" kaufen, es fiel mir aber eines von Louise Hay in die Hand "Wahre Kraft kommt von Innen". Inzwischen habe ich alle ihre Bücher verschlungen, dannach begann ich mich mit der Buddha Lehre auseinanderzusetzen und ich muss sagen, mein Leben hat sich in den letzten zwei Jahren verändert. Ich verstehe plötzlich die Bibel, sie ist eins mit der Buddah Lehre, nur ist die letztere klarer. Ich weiss auch tief in meinem Innern, dass es ein Leben nach dem Tod gib, oder besser gesagt, es gibt keinen Tod, es findet nur eine Verwandlung statt. Unsere Seele lebt ewig. Was meine Tochter anbelangt, wenn ich sie ab und an frage, ob sie "es noch kann", dann winkt sie ab und meint, sie mache das nicht mehr, es ist ihr zu "gruselig"... "Mama, hier unten auf der Erde ist es viel schöner, hier hat es Bäume und ausserdem komme ich doch dort hin wenn ich sterbe..." Sie ist ein sehr, sehr sensibles Mädchen und behauptet immer: Mama ich glaube nicht an Gott, ich WEISS dass es Gott gibt. Ich weiss es inzwischen auch. Man muss nur auf sein Herz hören und nicht darauf was der Verstand (Kopf) sagt....

Irgendwo habe ich dann auch gelesen, dass angeblich alle Babies mit dieser "Gabe" geboren werden, diese sich aber dann ganz schnell verliert. Bei meiner Tochter hat es wohl ein wenig länger angehalten......

Über Eure Meinung / Erfahrungsberichte würde ich mich freuen.
Liebe Rosa,

Willkommen im Forum. Ich bin sehr fasziniert von Deinem Beitrag und gespannt, was andere User in unserem Forum dazu sagen werden, vielleicht weiss der eine oder andere über dieses Phänomen Bescheid.
Ich selbst höre zum ersten Mal von einem solchen Ereignis, und bin überzeugt davon, dass kleine Kinder inituitiv eine Beziehung zu Gott haben und aufbauen. Ganz sicher ist die Anlage dazu da, wahrscheinlich "verkümmert" sie nur, wenn wir diese Anlagen nicht pflegen und hegen und im Laufe der Zeit verschwindet sie. Die Gesellschaft, in der wir leben, ist materialistisch ausgerichtet und solche Dinge nimmt man auch nicht ganz ernst. Wahrscheinlich werden viele gesagt haben: "Sie hat eine lebhafte Phantasie!" Du hast ja auch gesagt, dass es als Träumerei "abgestempelt" wurde.
Und auch wenn der Glaube an Gott da ist, versucht man ihn wissenschaftlich zu erklären, mit Argumenten und dem Verstand. Aber bei Kindern ist der Glaube eine Sache des Herzens, nicht des Verstandes, es ist eine wahre und reine Liebe ohne zu hinterfragen wie und warum. Es ist einfach da.
Vielen Dank, dass Du diese Erfahrung mit uns geteilt hast, ich bin jedenfalls sehr fasziniert davon, das ist so wunderschön.
Deas

Zitat:
In jener Stunde traten die Jünger zu Jesus und fragten: "Wer ist im Himmelreich der Größte?"
Da rief er ein Kind herbei, stellte es mitten unter sie
und sagte: "Wahrlich, ich sage euch: Wenn ihr nicht umkehrt und wie die Kinder werdet, werdet ihr keinesfalls in das Himmelreich eingehen.
Wer sich nun erniedrigt wie dieses Kind, der ist der Größte im Himmelreich. Matthäus 18:1-4

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"Die Trübsale dieser Welt gehen vorüber, und was uns bleibt, ist das, was wir aus unserer Seele gemacht haben." Shoghi Effendi
Liebe Deas,

Vielen Dank für Deine Antwort. Du hast völlig Recht, die Reaktion im engen Familienkreis war tatsächilich die, dass sie meine Tochter als verträumt und phantasiereich abstempelten. Darum habe ich ihr sofort erklärt, dass nicht alle Menschen "das können was sie kann" und dass viele Menschen erst dann etwas glauben, wenn sie es sehen oder anfassen können. Deshalb gibt es auch viele Menschen die nicht an Gott glauben. Ich wollte damit vermeiden dass sie mit anderen, ausser mir, darüber spricht und evt. von irgendjemanden ausgelacht wird. Hat ja auch gut geklappt.

Und was Kinder im allgemeinen angeht, so können wir Erwachsene sehr viel von ihnen lernen. Dinge, die sicher einmal in uns schlummerten und von den Erwachsenen "erstickt" wurden, können wieder zum Vorschein kommen. Ich habe noch eine Tochter, die ist heute 6 Jahre alt, und ich kann mit beiden tiefgreifendere spirituelle Gespräche führen als mit manch einem Erwachsenen. Ich werde auf jedem Fall versuchen dies zu fördern und nicht zu "ersticken".

Rosa.
Hallo Rosa!

Ich möchte dir auch dafür danken dass Du uns diese Geschichte erzählt hast. Einige interessante Gedankn habe ich dazu im Internet gefunden:

Die Weisheit führt uns zur Kindheit zurück.
Blaise Pascal, 1623-1662, französischer Philosoph, Mathematiker und Physiker

Wir können die Kinder nach unserem Sinne nicht formen; so wie Gott sie uns gab, so muss man sie haben und lieben.
Johann Wolfgang von Goethe, 1749-1823, deutscher Dichter

Jedes Kind, das zur Welt kommt, predigt sogleich das Evangelium der Liebe.
Karl Gutzkow, 1811-1878, deutscher Schriftsteller und Journalist

Ein Kind ist kein Gefäß, das gefüllt, sondern ein Feuer, das entzündet werden will.
François Rabelais, 1494-1553, französischer Satiriker und Humanist, Arzt, Benediktiner, Franziskaner und Weltgeistlicher

Kinder sind Rätsel von Gott und schwerer als alle zu lösen. Aber der Liebe gelingt's, wenn sie sich selber bezwingt.
Christian Friedrich Hebbel, 1813-1863, deutscher Dichter

Jedes Kind bringt die Botschaft mit auf die Welt, dass Gott sich von den Menschen noch nicht hat entmutigen lassen.
Rabindranath Tagore, 1861-1941, indischer Dichter, Nobelpreisträger für Literatur 1913

Jesus sprach nie eine größere Wahrheit aus, als da er sagte, die Weisheit komme aus dem Mund der kleinen Kinder.
Mahatma Gandhi (Mohandas Karamchand G.), 1869-1948, indischer Freiheitskämpfer, Verfechter des gewaltfreien Widerstandes

Das Kind hat das Recht auf Zwiesprache mit seinem Gott.
Janusz Korczak, 1878-1942, polnischer Arzt und Pädagoge, ging mit Kindern ins KZ

Wie betest du? Du solltest zu Gott gehen wie ein kleines Kind. Ein Kind hat keine Schwierigkeiten, seine Gefühle in einfachen Worten auszudrücken, die so viel sagen.
Mutter Teresa (Agnes Gonxha Bojaxhiu), 1910-1997, albanische Ordneschwesterin unter den Armen in Indien, Friedensnobelpreisträgerin


Andrea
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"Du magst denjenigen vergessen, mit dem Du gelacht hast, aber nie denjenigen, mit dem Du geweint hast." (Khalil Gibran)
"Der Schlaf ist der kleine Bruder des Todes." (Homer)
Oh, Danke Andrea!

Wunderschöne Zitate die ans Herzen gehen und wie wahr....

Rosa
Liebe Rosa,

In einem anderen Forum las ich unlängst einen Beitrag, der mich sehr bewegt hat. Während der Entwicklung im Mutterleib entfernt sich die Seele des Kindes unmerklich vom Kontinuum, und wird getragen von der Liebe des Kontinuum und der Liebe der Mutter.

Diese Verabschiedung aus dem Kontinuum mit dem göttlichen und der Willkommensgruß von der liebe der Mutter gehen Hand in hand. Das Kleine Geschöpf wird von der Liebe Gottes getragen, und die Mutter übernimmt diese Liebe.

Als ich die so bewegende Geschichte von deiner Tochter gelesen habe, dachte ich sofort daran, als hätte das kleine Mädchen sich an diese Fähigkeit "erinnert". Im Mutterleibe haben die Kinder noch keine Wahrnemungen von Häusern und Straßen und Bäumen, oder der Decke eines Zimmers. Ihre Seele geht aus- und ein.

So bin ich ganz besonders berührt von dem Umstand, daß dein Töchterlein gesehen hat daß es ihm nicht guttut, und es deshalb nicht mehr tut. Darin sehe ich ganz tiefe Weisheit, du hast ein so wunderbares Töchterlein!

Alles Liebe von Yojo
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"Es ist die Sehnsucht Gottes an diesem Tage, alle Menschen als eine Seele und einen Körper zu betrachten" (Bahá'u'lláh)
Liebe(r) Yojo,

Dein Beitrag hat mich sehr berührt und es ist nicht nur eine wunderschöne Vorstellung sondern es ist sogar sehr "logisch". Wieso sollte auch eine Seele, 9 Monate lang in die Dunkelheit eingesperrt werden. Das würde keinen Sinn ergeben. Da sich doch letztendlich alles auf die Liebe "reduziert", ist es nur verständlich, dass die Seele "aus- und eingeht" immer umhüllt von göttlicher Liebe, bis sie bei der Geburt dann vollständig mit ihrem Körper vereint von der Mutter und deren Liebe empfangen wird.

Meine Tochter hatte als Kleinkind auch sehr starkes Asthma mit erschreckenden Erstickungsanfällen, erholte sich aber immer schnell wieder in der Notaufnahme der Kinderklinik, Dank einer Behandlung mit einer kleinen Sauerstoffmaske, durch die sie ein bestimmtes Präparat einatmete.

Louise Hay schreibt darüber in ihrem Buch: "Gesundheit für Seele und Körper", dass Asthma bei Kleinkindern bedeuted: "dass die Seele nicht hier sein will..." - Als ich das im Nachhinein las, stimmte es mich traurig. Jedoch wurden die Anfälle bei meiner Tochter von Jahr zu Jahr weniger und vorallem schwächer und heute sind sie so gut wie ganz verschwunden. Ob es damit zusammenhängt, dass sie nun "endlich ganz" mit den Füssen auf der Erde" steht....

Alles Liebe,

Rosa
Hi there,
die Seele an sich ist bekanntermassen gänzlich immateriell und daher von unseren Sinnen nicht zu erfassen. Da sie mit dem materiellen Körper nichts gemein hat, sträubt sie sich zuerst natürlich, mit ihm "zusammenzuarbeiten" und flieht gerne mal in der Anfangsphase unseres Erdendaseins, was vielen, die die Erinnerung an die eigene früheste Kindheit verloren haben, natürlich wie kindliche Fantasterei vorkommt.
Die Seele gewöhnt sich erst allmählich an den Körper und verbindet sich immer fester mit ihm, bei vielen wird diese Bindung zu fest, dass die Seele mit der Zeit vergessen wird - wenn wir sagen: "Ich bin..." meinen wir ja meistens unseren Körper, gelle?
Tschau