Über die Gottesboten und die Einheit der Religionen


Nach den Baha'i Lehren zählen zu den Gottesboten: Abraham, Noah, Krishna, Moses, Buddha, Zarathustra, Jesus, Mohammed, Bab, Baha'u'llah. Nachfolgend einige Auszüge aus Heiligen Schriften über das Wesen der Gottesboten.

Über die Gottesboten und die Einheit der Religionen

Die Propheten und Boten Gottes wurden zu dem einzigen Zweck herabgesandt,
die Menschheit auf den geraden Pfad der Wahrheit zu führen. Ihre Offenbarung
hat den Zweck, alle Menschen zu erziehen, damit sie zur Todesstunde in
größter Reinheit und Heiligkeit, in völliger Loslösung zum Throne des
Höchsten aufsteigen. Das Licht, das diese Seelen ausstrahlen, bewirkt den
Fortschritt der Welt und den Aufstieg ihrer Völker. Baha'u'llah, Ährenlese
_________________
"Eine Stunde Nachdenkens ist mehr wert als
siebzig Jahre frommer Andacht."
Baha'u'llah
Meditative Texte täglich per Email
Aus der Bibel

Ihr erforscht die Schriften, weil ihr meint, in ihnen das ewige Leben zu
haben; gerade sie legen Zeugnis über mich ab.
Und doch wollt ihr nicht zu mir kommen, um das Leben zu haben.
Meine Ehre empfange ich nicht von Menschen.
Ich habe erkannt, dass ihr die Liebe zu Gott nicht in euch habt.
Ich bin im Namen meines Vaters gekommen, und doch lehnt ihr mich ab.
...
Denkt nicht, dass ich euch beim Vater anklagen werde; Mose klagt euch an,
auf den ihr eure Hoffnung gesetzt habt.
Wenn ihr Mose glauben würdet, müsstet ihr auch mir glauben; denn über mich
hat er geschrieben.
Wenn ihr aber seinen Schriften nicht glaubt, wie könnt ihr dann meinen
Worten glauben?
Neues Testament, Johannes 5:39-47, Christentum (vor ca. 2000 Jahren)

Aus dem Koran

Wir gaben Moses fürwahr das Buch und ließen Gesandte folgen in Seinen
Fußstapfen; und Jesus, dem Sohn der Maria, gaben Wir offenkundige Zeichen
und stärkten Ihn mit dem Heiligen Geist. Wollt ihr denn, jedesmal da ein
Bote zu euch kommt mit dem, was ihr selbst nicht wünschet, hoffärtig sein
und einige als Lügner behandeln und andere erschlagen?
Koran 2:83-87, Islam (vor ca. 1300 Jahren)
Diese eure Religion ist die eine Religion ... Gott hat euch den Glauben
bestimmt, welchen Er einst Noah befahl und welchen Wir dir geoffenbart haben
und welchen Wir Abraham, Moses und Jesus befahlen mit den Worten: "Befolgt
diesen Glauben und seid darin nicht in Sekten gespalten!"
Mohammed
Wenn der eine, wahre Gott - gepriesen sei seine Herrlichkeit - sich den
Menschen offenbart, verfolgt Er das Ziel, die Edelsteine ans Licht zu
bringen, die in den Gesteinsadern ihres wahren inneren Selbstes verborgen
liegen. Daß den verschiedenen Gemeinschaften der Erde und den mannigfaltigen
religiösen Glaubenssystemen niemals erlaubt sein sollte, feindselige Gefühle
unter den Menschen zu nähren, gehört an diesem Tage zum Wesen des Glaubens
Gottes und Seiner Religion. Diese Grundsätze und Gesetze, diese fest
begründeten, machtvollen Systeme entspringen einer einzigen Quelle und sind
die Strahlen desselben Lichtes. Daß sie voneinander abweichen, ist den
unterschiedlichen Erfordernissen der Zeitalter zuzuschreiben, in denen sie
verkündet wurden.

Rüste dich, o Volk Bahás, in dem Bemühen, den Sturm religiösen Haders, der
die Völker der Erde erregt, zum Schweigen zu bringen und jede Spur davon zu
tilgen. ...

Religiöser Fanatismus und Haß sind ein weltverzehrendes Feuer, dessen Gewalt
niemand löschen kann. Nur die Hand göttlicher Macht kann die Menschen von
dieser verheerenden Plage erlösen. ...
Das Wort Gottes ist eine Lampe, deren Licht der Satz ist: Ihr seid die
Früchte eines Baumes und die Blätter eines Zweiges. Verkehrt miteinander in
inniger Liebe und Eintracht, in Freundschaft und Verbundenheit. Er, die
Sonne der Wahrheit, bezeugt Mir: So machtvoll ist das Licht der Einheit, daß
es die ganze Erde erleuchten kann. Der eine, wahre Gott, der alle Dinge
kennt, bezeugt die Wahrheit dieser Worte.
Baha'u'llah, Ährenlese

***

Wenn Gott Seine Propheten zu den Menschen sendet, ist Seine Absicht eine
zweifache. Die erste ist, die Menschenkinder aus dem Dunkel der Unwissenheit
zu befreien und sie zum Lichte wahren Verstehens zu führen, die zweite, den
Frieden und die Ruhe der Menschheit zu sichern und alle Mittel
bereitzustellen, durch die beides erreicht werden kann. Baha'u'llah, Ährenlese
Seit den Tagen Adams bis heute wurden die Religionen Gottes offenbart; eine
folgte der andern, und jede erfüllte ihre Aufgabe, belebte die Menschheit,
gab ihr Erziehung und Erleuchtung. Sie erlösten das Volk aus dem Dunkel der
stofflichen Welt und führten es in den Glanz des Gottesreiches. Jeder
nachfolgende Glaube, jedes neu offenbarte Gesetz blieb jahrhundertelang ein
überaus fruchtbarer Baum, dem das Glück der Menschheit anvertraut war. Aber
im Laufe der Jahrhunderte alterte er, blühte nicht mehr und brachte keine
Frucht mehr hervor. Deshalb wurde er wieder verjüngt.

Gottes Religion ist eine einzige Religion, aber sie muß immer wieder
erneuert werden. Moses zum Beispiel wurde zu den Menschen gesandt; Er gab
ein Gesetz, und durch dieses Mosaische Gesetz wurden die Kinder Israels aus
ihrer Unwissenheit befreit und ins Licht geführt. Sie wurden aus ihrem Elend
emporgehoben und erlangten unvergängliche Herrlichkeit. Und doch, als die
langen Jahre vergingen, verblaßte dieser Glanz, die Pracht verschwand, der
helle Tag wurde zur Nacht, und als die Nacht stockdunkel war, ging der Stern
des Messias auf, so daß wieder eine Herrlichkeit über der Welt leuchtete.

Was wir sagen wollen, ist folgendes: Es gibt nur eine Religion Gottes. Sie
ist die Erzieherin der Menschheit, aber sie muß erneuert werden. Wenn du
einen Baum pflanzt, wächst er Tag für Tag. Er blüht, bekommt Blätter und
saftige Früchte. Nach langer Zeit aber wird er alt und trägt keine Frucht
mehr. Dann nimmt der Gärtner der Wahrheit Samen von ebendiesem Baum und legt
ihn in unverbrauchte Erde. Und siehe! Bald steht da der erste Baum, genauso
wie er vordem war.

Bedenke sorgfältig, daß in dieser Welt des Seins alle Dinge immer wieder
erneuert werden müssen. Schau dich um in der stofflichen Welt, sieh, wie sie
jetzt erneuert wird. Die Gedankenwelt verändert sich, die Lebensweise
wandelt sich, Wissenschaften und Künste zeigen neue Kraft, Entdeckungen und
Erfindungen werden gemacht, neue Erkenntnisse gewonnen. Wie könnte da eine
so lebensnotwendige Kraft wie die Religion - die Garantin für die großen
Fortschritte der Menschheit, das Mittel zur Erlangung ewigen Lebens, die
Hebamme unbegrenzter Vollkommenheit, das Licht beider Welten - nicht
erneuert werden? Das wäre mit der Gnade und Barmherzigkeit des Herrn
unvereinbar.

Religion ist im übrigen keine Ansammlung von Glaubenssätzen oder Bräuchen;
Religion ist die Lehre Gottes, des Herrn, eine Lehre, die das Leben der
Menschheit begründet, dem Verstand erhabene Gedanken eingibt, den Charakter
veredelt und den Grundstock legt für des Menschen ewige Ehre.
Abdu'l Baha, Briefe und Botschaften