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Lieber Sebastian,
soweit kann ich Dir zustimmen: Gebet, Meditation, Kontemplation sind Medizin für die kranke Seele, jedoch keine Schutzimpfung - ohne ständiges Bemühen um Gottesnähe gibt es keinen Fortschritt.
Lieber aerobird,
Der Begriff" Engel und Dämonen" lässt sich sicherlich vereinfacht als gute und schlechte Mächte darstellen - es stellt sich aber folgende Frage: Wenn Gott seine Schöpfung liebt, warum sollte er dann "schlechte Mächte" zulassen? Wie ich bereits ausgeführt habe, ist im ganzem Kosmos nur die vernunftbegabte Schöpfung in der Lage, sich frei und selbstbestimmt zu verhalten - somit liegt die "schlechte Macht" in uns selbst. d.h. in unseren Entscheidungen, wie wir unser Leben leben, wie wir miteinander umgehen und ob und wie wir versuchen, Gott nahe zu sein - oder auch nicht.
Die Interpretation "Engel/Teufel" die sich übrigends nicht nur im Christentum, sondern auch im Islam, Judentum und in der Religion Zarathustras findet, ist m.E. eine vereinfachte Darstellung zweier Zustände: Gottesnähe und Gottesferne. Vom Sachverhalt her spielt es jedoch keine Rolle, ob man der Gottesnähe und Gottesferne nun eine "Macht" oder "Person" zuordnet, oder Gottesnähe und Gottesferne als Eigenschaften begreift - solange man sich vom eigenen Bild nicht zusehr beeinflussen lässt (Ich denke da an die klassischen Poltergeist- und Horrorfilme, aber auch an gleichermassen unsinnige wie erdrückende Massnahmen der Kindererziehung: "Wenn Du Deinen Teller nicht aufisst, kommt der schwarze Mann" oder: "Wenn Du nicht in die Kirche/Moschee/Synagoge/Tempel gehst, holt Dich der Teufel"). Wer mit solchen "Argumenten" hausiert, ist m.E. sehr weit von der Liebe und Barmherzigkeit Gottes entfernt.
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