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Als Atheist, sage ich mir nur eins












Fortsetzung

In den Nomadenlagern ist das Geschirr aus gebranntem Ton, im Paradies aus edlen Metallen und Juwelen. Im Zelt sitzt man auf rauen Teppichen und teilt sich ein bescheidenes Mahl: Milch von der Kamelstute, Hammelfleisch und Pfefferminztee, und selbst dies ist nicht jeden Tag leicht aufzutreiben. Im Himmel gibt es Speisen und Getränke in unvorstellbaren Mengen, und alles wird auf grünem Samt und Brokat serviert. Unter dem Stoffsegel des Stammes sind die Gerüche streng, kräftig, durchdringend: Schweiß, Fett, Leder, Tierfell, Rauch, Talg und Schwitzwasser; in Gesellschaft Mohammeds jedoch gibt es nur großartige Düfte: Kampfer, Moschus, Ingwer, Weihrauch, Myrrhe und Zimt. Wer am Lagerfeuer - wie es der Zufall eben will - Alkohol trinkt, hat mit der Trunkenheit Probleme; im muslimischen Himmel kennt man weder den Rauschzustand (XXXVII 47) noch die Kopfschmerzen (LVI 19), und unmäßiger Konsum ist keine Sünde!
Das Paradies ist die verlockende Gegenwelt, mit der man den Menschen dazu bringt, die oft unerquickliche Realität zu ertragen.
Der Islam ist ursprünglich eine Religion der Wüste mit ihrem brutalen, heißen und gewalttätigen Klima. Kein Wunder also, wenn im islamischen Paradies der ewige Frühling herrscht, ohne Sonne und Mond, ohne Tag und Nacht, dafür aber eine immerwährende Helligkeit. Der Schirokko und der Harmattan, beides heiße Wüstenwinde, gerben die Haut und trocknen den Körper aus. Die Winde des islamischen Himmels sind voller Moschusduft, und weil überall Milch, Honig, Wein und Wasser fließen, nehmen die Winde diese Wohlgerüche auf und verteilen sie reichlich. Die Ernte in den Wüstenländern ist oft unsicher, manchmal findet man etwas, manchmal auch nichts oder nur wenig, winzige Beeren beispielsweise, einzelne Datteln oder ein paar Feigen.
Bei Mohammed sind die Weinbeeren so groß, daß ein Rabe über einen Monat braucht, um die Traube zu umkreisen. In den sandigen Weiten der Wüste ist der kühle, willkommene Schatten äußerst rar. Im muslimischen Elysium braucht ein Pferd hundert Jahre, um aus dem Schatten einer Bananenstaude herauszukommen.
Die Karawanen kommen in den Sanddünen nur langsam voran, unendliche Kilometer schleppt man sich durch die Wüste. Im Stall des Propheten aber stehen geflügelte Pferde aus Rubinen, frei von materiellen Zwängen und deshalb schnell wie der Blitz.
Mit dem Körper verhält es sich ebenso: Auf Erden ist er ein anstrengender Partner, der ohne Unterlaß Wasser, Nahrung und sexuelle Befriedigung fordert - alles Gelegenheiten, sich vom Propheten und vom Gebet fernzuhalten. Im Paradies ist der Körper frei von diesen natürlichen Zwängen: Wenn er Nahrung zu sich nimmt, dann nur noch zum Vergnügen. Und mit der Verdauung muß sich der Körper auch nicht mehr belasten - schon Jesus, der ja bekanntermaßen Wein, Brot und Fisch zu sich nahm, hatte keinerlei körperliche Ausscheidungen - also keine Blähungen mehr, keine Darmwinde, denn aus den übel riechenden irdischen Gasen werden im Himmel Moschus geschwängerte Körperdämpfe.
Auch dem Fortpflanzungszwang zur Sicherung der Nachkommenschaft ist man nicht mehr unterworfen. Man verspürt auch keine Müdigkeit mehr und schläft deshalb auch nicht. Selbstverständlich muß man sich nicht mehr die Nase putzen oder spucken, und Krankheiten sind ebenfalls kein Thema mehr, und zwar für alle Zeiten. Leid, Angst und Demütigung - die auf Erden oft so übermächtig sind - kann man im Paradies aus seinem Wortschatz streichen. Man hat auch kein Verlangen mehr (die platonische Tradition setzt Verlangen mit Schmerz und Entbehrung gleich), denn sobald sich ein Verlangen einstellt, wird daraus sofort ein Vergnügen: Bereits beim begehrlichen Blick auf eine Frucht spürt man deren Geschmack und Konsistenz im Mund.
Wer kann da noch widerstehen? Es ist durchaus verständlich, dass Millionen von Muslimen bei der Aussicht auf einen solchen fortwährenden Traumurlaub mit fliegenden Fahnen in den Kampf ziehen. Was schon beim ersten Raubzug des Propheten in Nakhla galt, gilt erst recht für den iranisch-irakischen Krieg. Vor diesem Hintergrund begreift man auch, warum sich palästinensische Terroristen als lebende Bomben in israelischen Straßencafes in die Luft sprengen, warum Luftpiraten mit entführten Flugzeugen in die Zwillingstürme von New York rasen oder warum man vollbesetzte Pendlerzüge auf dem Weg nach Madrid zur Explosion bringt. Denn immerhin muss man ja jenen Fabeln Opfer darbringen, welche schon die bescheidenste Intelligenz verblüffen ...


Ich hoffe, dass diese Schilderung alle, die zuweilen mit dem Gedanken spielen, ihrem Leben ein vorzeitiges Ende zu bereiten, zur Vernunft bringt.
Nach diesem Leben gibt es kein weiteres, deshalb macht das Beste daraus, solange Ihr dazu noch Gelegenheit habt.

Satiro, (diesmal ganz ernst)
Lieber Satiro,

klingt alles ziemlich überzeugend, nur stimmt es halt nicht.
Es gibt nämlich diese ganzen paradisischen Existenzebenen wirklich. Und noch viele darüber hinaus, die nicht mal annähernd mit den Worten wiederzugeben sind, die im Vortrag gebraucht wurden. Sicherlich gibt es viele Interpretationsmöglichkeiten, erst recht, wenn es sich um Existenzebenen handelt, die man nicht immer unmittelbar erfahren kann. Was jedoch nicht heisst, daß es sie nicht gibt.Woher ich dies weiss ? Tja, weil ich mich zufällig an eine dieser höheren Daseinszustände noch erinnern kann. Als Kind hatte ich diese Erinnerung zwar noch deutlicher als heute, aber ihre Gewissheit, daß es sich dabei nicht um eine Einbildung oder Traum gehandelt hat, die besteht nach wie vor. Und ein Jeder kann sich durch die entsprechende Arbeit am Herzen selbst hiervon überzeugen, ohne auf den Tod warten zu müssen. Alleine mit der Logik und dem Verstand wird dass nichts. Ganz dem Spruch :
Zitat:

" Mensch wird das Paradies in dir nicht ersichtlich sein,
so glaube mir gewiß, du kommst nimmer rein. " ( Cherubinischer Wandersmann I,295 )


Leider bringt Monsieur Onfray hier etwas durcheinander. Er setzt den Trugschluss des Glaubens, mit einer mörderischen
Gesinnung im Herzen ( Hass, Abneigung, Zorn ) Allah / Gott , welches das
Ebenbild von Allgütiger Liebe, Wohlwollen und Verständnis ist, näher zu kommen mit dessen Tatsächlichem Eintreffen statt, was jedoch von vorneherein nicht möglich ist. Und anstatt diesen offensichtlichen Trugschluss aufzudecken, zieht er es vor die Möglichkeit der Vergeltung guter und schlechter Taten, gänzlich vom Programm zu streichen und denkt hierdurch dieser " Ungerechtigkeit " genüge zu leisten. Was jedoch bei genauerer Betrachtung sich ins Gegenseitige umschlägt, dadurch, daß es sich Selber der Grundlage für ein gutes Verhalten entzieht. Ein Jeder vernünftige Moslem weiss, daß kein Mensch durch Gewalt ins Paradies kommt und deshalb beführworten sie in der Regel solche
Taten auch nicht. Aber hierbei kann man sehen, was man mit Worten alles bewirken kann und wie unzuverlässig sie eigentlich sind, wenn man sie nicht mit Herz und Verstand nachprüft. Wozu das führen kann, sieht man in der Welt. Die Selbstmordattentäter, die Radikalen Anhänger, welche Bereit sind mit Gewalt für etwas zu kämpfen, daß von vorneherein auf Gewaltlosigkeit aufbaut, sind ein gutes Beispiel.

Im übrigen würde ich mich nicht mit Jemanden einlassen wollen, der nicht an eine Fortexistenz glaubt. Wieso nicht ? Was ist von solch einem Menschen schon zu erwarten ? Ein Mensch der nur denkt, daß keine Tat, kein Gedanke oder kein Wort, eine Konsequenz über diese Existenz hinaus hat, der wird zusehen, daß er soviel wie Möglich aus diesem Leben macht, ohne Rücksicht auf sein Herz, da es ja für solch einen Menschen sowieso keine Bedeutung hätte. Lüge, Mord und alles Üble, um dieses Dasein angenehmer zu gestallten, wären zu billigen, da man ja ohnehin keine Vergeltung zu erwarten hätte. Doch genau hierdurch würde sich solch einer zunehmends unangenehmer Situationen und dem Tadel von anderen aussetzen die nicht seiner Meinung sind ( so wie meinem z.B. ) und falls es dennoch weitergehen sollte ( was ja von ihm zu keiner Zeit bewiesen wäre ), hätte er auch auf der anderen Seite verloren. (2:0 Führung für die Fortexistenz )
Ein verständiger Mensch ( der seinen Verstand benutzt ), würde stets sein Leben so ausrichten, daß er immer von einer Fortexistenz ausgeht. Er würde deswegen hier schon sein Verhalten auf Tugen und Reinheit des Herzens aufbauen und hätte ein viel ruhigeres ( Gewissen ) Leben, würde von den Verständigen Lob ernten ( Wer sollte einen Guten Menschen, der nichts böses im Schilde führt schon tadeln können ?)und falls es weiter geht, ( was für Ihn ebensowenig bewiesen wäre ), hätte er auch auf der anderen Seite gewonnen. ( 4 : 0 für die Fortexistenz ). Und wenn es nicht weiter ginge, so stünde es immer noch 2:0 für die Fortexistenz. Du siehst, daß dein Meister Michel Onfray, der atheistische Philosoph, nicht an den einfachen Bauern rankommt, der von einem Leben nach dem Tode ausgeht, auch wenn dieser Bauer weder was von Philosphie, New York, Madrid oder Selbstmordattentätern jemals was gehört hätte.



Mit lieben Gedanken an euch alle

Natha
""klingt alles ziemlich überzeugend, nur stimmt es halt nicht.
Es gibt nämlich diese ganzen paradisischen Existenzebenen wirklich. Und noch viele darüber hinaus, die nicht mal annähernd mit den Worten wiederzugeben sind, die im Vortrag gebraucht wurden. Sicherlich gibt es viele Interpretationsmöglichkeiten, erst recht, wenn es sich um Existenzebenen handelt, die man nicht immer unmittelbar erfahren kann. Was jedoch nicht heisst, daß es sie nicht gibt.Woher ich dies weiss ?---""



Tja was soll man auf solche “Logik“ noch erwidern?

Aber wenn sie Dir hilft, liebste Natha, bleibe dabei und lass Dich nicht beirren.

Es gibt wirklich Schlimmeres als dumm zu sterben.

Wie heißt es nicht so schön in der Bibel: „Gott liebt die Einfältigen “
(Bin fast sicher, dass im heiligen Koran etwas sehr Ähnliches zu finden ist. Wenn aber Du wissen möchtest, warum das so ist, dann solltest Du in den nächsten Buchladen gehen, um das oben empfohlene Buch zu bestellen und dann auch zu lesen. )

Satiro, einem Gast, dem es hier in diesem Forum etwas zu langweilig geworden ist.

Ciao, Ciao
Grüsse euch ihr Lieben,


Zitat von Satiro ( der es vielleicht zu Ernst gemeint hat ):

Zitat:
Tja was soll man auf solche “Logik“ noch erwidern?


Lieber Satiro, gegen die eigentliche Logik die hier aufgeführt wurde, lässt sich leider gar nichts sagen, weil sie einer Wahrheit entspricht, dass aus der Vernunft herrührt. Deiner Antwort zu Folge höre ich lediglich Enttäuschung, jedoch keine trifftigen Gründe, die diese Logik auch nur im entferntesten anzweifeln könnten.

Zitat:
dann solltest Du in den nächsten Buchladen gehen, um das oben empfohlene Buch zu bestellen und dann auch zu lesen



Warum sollte ich ein Buch von Jemandem Kaufen und Lesen, dessen Grundgedanken weder mit Moralischen noch Vernünftigen Aspekten in Einklang zu bringen ist ? Wenn du mir einen trifftigen Grund hierfür nennen kannst, so wäre ich dir dankbar.

Zitat :
Zitat:
Aber wenn sie Dir hilft, liebste Natha, bleibe dabei und lass Dich nicht beirren.


Ja lieber Satiro, sie hilft mir. Nicht nur mir, sondern allen Menschen die an eine gewisse Ordnung / Gesetz / Gott glauben. Sie hilft Ihnen einen Sinn und Frieden in ihre Herzen zu bringen. Sie hilft das Gute in der Welt aufrecht zu erhalten. Sie hilft den Glauben an das Gute im Leben nicht zu verlieren. Sie hilft ein besserer Mensch zu werden.

Zitat:
Es gibt wirklich Schlimmeres als dumm zu sterben.


Ja das stimmt. Noch schlimmer als dumm zu sterben, ist nämlich als ein schlechter Mensch zu sterben. Und die Argumente des lieben Herrn Michel Onfray laden gerade zu dazu ein, das Herz ( den Charakter ) verkommen zu lassen, auch wenn dieser es gut meint und sich hierrüber nicht klar sein sollte.

Zitat:

Satiro, einem Gast, dem es hier in diesem Forum etwas zu langweilig geworden ist.


Schade eigentlich, daß du so schnell die Finte ins Korn wirfst. Aber ich wünsche dir von ganzem Herzen alles Gute.

Mit lieben Gedanken an alle

Natha
Wu hat folgendes geschrieben:
Schön - ein leidenschaftlich engagierter Text, aber ebenso eine Aneinanderreihung von Behauptungen wie alle die religiösen Behauptungen, die er angreift - nicht verifizierbar, nicht falsifizierbar...
- bis auf die Geschichte mit Spinoza, die ist falsch. Das war nämlich der Vorsokratiker Xenophanes


Onfray hat den Begriff der Atheologie entwickelt. Dass er leidenschaftlicher Atheist ist, kann ich daher nur bestätigen. Er predigt bewußt den Atheismus, ähnlich wie es religiöse Predigten gibt.

Spinoza hat folgendes geschrieben:
In der Philosophie aber erkennt man klar, daß man jene Attribute, die den Menschen vollkommen machen, Gott so wenig zuschreiben und andichten kann, als man das, was den Elefanten und den Esel vollkommen macht, den Menschen zuschreiben wollte; hier haben diese und ähnliche Worte keine Stelle und können hier nicht ohne die vollste Verwirrung unsrer Begriffe gebraucht werden. Um daher philosophisch zu sprechen, darf man nicht sagen, daß Gott von jemandem etwas verlangt und ebensowenig, daß ihm etwas mißfällig oder angenehm ist. Das sind alles menschliche Attribute, die bei Gott nicht Platz haben.

Brief an Wilhelm von Blyenberg vom 13. März 1665

Onfray zitiert Spinoza nicht gerade wörtlich und sein Zitat ähnelt doch mehr dem Zitat von Xenophanes, von den Ochsen und Löwen, ist aber zumindest sinnverwandt.
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