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Scheinbar hat sich niemand von meinen Vorgaengern diesen Link angeschaut. Die Gesundheitsreform kostet naemlich nur potentiellen Kindern das Leben, Kindern die noch nicht mal gezeugt (bzw. erzeugt) worden sind! Wenn man die Regierung kritisieren will sollte man ein Mindestmass an Fairness aufbringen ...
Den utilitaristischen Gedanken, dass es in Ordnung sei zum Wohl der Mehrheit eine Minderheit zu opfern finde ich sehr sehr fragwuerdig. Das Opfer wuerde immer zu Kosten der Schwaecheren gehen, im Falle der Stammzellenforschung zu Kosten eines voellig wehrlosen Wesens. Der Embryo hat naemlich keine Moeglichkeit seinen "Opfertod" freiwillig zu "waehlen" oder eben nicht.
Heutzutage werden Tierversuche stark in Frage gestellt, dann muessen zweifelhafte Experimente an menschlichen Wesen erst Recht Tabu sein. Und Alternativen zur Stammzellenforschung gibt es mit Sicherheit...
Der Utilitarismus ist schon tausend mal diskutiert und eigentlich schon laengst wiederlegt und diskreditiert worden. Im Bioethik-Diskurs nimmt Peter Singer eine extreme utilitaristisch gepraegte Position ein. Er meint z.B., dass Kleinkinder bis zum Alter von 2, 3 Jahren noch keine Menschen seien, da ihr Bewusstsein noch nicht voll ausgepraegt sei. Deshalb sei es in Ordnung das Leben dieser Kinder fuer das vermeintliche Allgemeinwohl zu opfern. Ich finde dieses Beispiel illustriert ganz gut die Perversitaet des utilitaristischen Denkens, welches aus meiner Sicht ein Ausdruck dafuer ist, wie sehr uns das technische Fortschrittsdenken in Leib und Seele uebergegangen ist und auch in ethischen Fragen ueberhand nimmt. Auch der Sozialdarwinismus und die Rassenideologie der Nazis waren in diesem Sinne logisch und "rational", aber eben auch voellig unmenschlich.
Auf der Seite http://www.phillex.de/utilitar.htm findet sich folgendes Beispiel zur Fragwuerdigkeit des Utilitarismus:
"Judith Jarvis Thomson hat im Zusammenhang mit der Abtreibung folgendes Beispiel vorgestellt:
Stell dir vor - so Thomson - du wachst eines Morgens auf und befindest dich in einem Krankenhausbett, und im Bett neben dir liegt ein bewusstloser Mann, an den du irgendwie angeschlossen bist. Man erzählt dir, dieser Mann sei ein bekannter Geiger mit einem Nierenleiden. Er könne nur überleben, wenn sein Kreislauf an das Kreislaufsystem eines anderen Menschen mit derselben Blutgruppe angeschlossen werde, und du bist die einzige Person, deren Blut geeignet ist. Deshalb hat dich eine Gesellschaft von Musikliebhabern gekidnappt, die Operation des Ankoppelns vollziehen lassen, und da bist du nun. Da es sich um ein renommiertes Krankenhaus handelt, könntest du jetzt, wenn du dich dafür entscheidest, einen Arzt herbeirufen, um dich von dem Geiger abkoppeln zu lassen; aber der Geiger wird dann mit Sicherheit sterben. Wenn du dagegen für neun Monate mit dem Geiger verbunden bleibst, wird er genesen, und du kannst von ihm abgekoppelt werden, ohne ihn zu gefährden.
Nach der utilitaristischen Position muss ist das Kidnapping in Ordnung, da die Gesamtsumme des Glücks gemehrt wird."
... Also Konrad: bitte ueberdenk nochmal Deine Position!
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