Ein Korn Reis


Ein Korn Reis

Die Tochter des Kaisers von China war krank und der Kaiser versprach dem, der sie heilen könnte, unermessliche Reichtümer. Ein junger Bauer namens Pong Lo kam zum Palast. Mit Einfallsreichtum und Mut pflegte er die Prinzessin gesund und gewann ihr Herz. Als Belohnung erbat Pong Lo die Hand der Prinzessin. Der Kaiser weigerte sich und sagte dem Bauern er müsse sich etwas anderes einfallen lassen.

Nach einigen Augenblicken des Nachdenkens sagte Pong Lo: "Ich hätte gern ein Korn Reis."

"Ein Korn Reis! Welch ein Unsinn! Bitte mich um feine Seide, die besten Gemächer im Palast, einen Stall voller wilder Pferde - all das soll Dir gehören!"

"Ein Korn Reis reicht aus," sagte Pong Lo. "Wenn seine Majestät jedoch darauf besteht, so mag er den Betrag jeden Tag für 100 Tage verdoppeln."

So erhielt Pong Lo also am ersten Tag ein Korn Reis, am zweiten Tag zwei und am dritten Tag wurden ihm vier Körner Reis gebracht, am vierten Tag acht Körner. Am fünften Tag: 16 Körner. Am sechsten Tag: 32 Körner. Am siebten Tag: 64 Körner. Am achten Tag: 128 Körner. Am zwölften Tag waren es schon 2.048 Körner, und am zwanzigsten Tag wurden 524.288 Körner geliefert. Am dreißigsten Tag wurden 40 Diener benötigt um die 536.870.912 Körner zu tragen und an Pong Lo zu liefern.

In seiner Verzweiflung tat der Kaiser das einzig ehrbare und willigte in die Heirat ein. Aus Rücksicht auf die Gefühle des Kaisers wurde während der Hochzeitsfeierlichkeiten kein Reis aufgetischt.
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"Die Trübsale dieser Welt gehen vorüber, und was uns bleibt, ist das, was wir aus unserer Seele gemacht haben." Shoghi Effendi