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Liebe Freunde
Als Christ war mir der Satz „Du sollst dir von Gott kein Abbild machen“ durchaus geläufig. Zwar wird Jesus als Teil der Dreifaltigkeit Gottes gesehen, aber kaum ein Christ scheint ein Problem zu haben wenn Jesus oder Gott in Bildern dargestellt wird.
Erst als ich Bahai wurde begegnete mir die Sitte des „Nichtdarstellens“ des Offenbareres bewusst. Von Baha’u’llah werden bekanntlich keine Bilder, Zeichnungen oder gar Karikaturen veröffentlicht, obwohl meines Wissens ein Foto in Haifa existiert. Es scheint mir durchaus angebracht, aus Respekt vor der Heiligkeit eines Gottesoffenbarers, seinem Bildnis mit äußerster Verehrung und Vertraulichkeit zu begegnen, obwohl Baha’u’llah nicht als Gott angesehen wird, wohl aber als eine Manifestation Gottes als Mensch.
Durch die (traurigen und beschämenden) Ereignisse rund um die Karikaturen des Propheten Mohammed finde ich es wichtig, die Gründe für das Verbot oder Nichtverbot einer Darstellung zu hinterfragen.
Einige Fragen, die ich mir stelle:
Christen karikieren Jesus, obwohl er als Teil Gottes angesehen wird?
Muslime lehnen eine Darstellung ab, obwohl der Prophet nur als Mensch gesehen wird?
Stammt die Ablehnung von Darstellungen im Islam und in der Bahai-Religion möglicherweise von der Bescheidenheit der Offenbarer, so dass sie sich selbst nicht zwischen Gott und die Menschen stellen wollten?
Um einen Personenkult zu verhindern und nur Gott in den Vordergrund zu rücken?
Wie sehen die verschiedenen Religionen die Darstellungen?
Ein Dialog könnte das gegenseitige Verständnis fördern.
Alles Liebe
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Hallo Robinson,
vielleicht ist es nicht mal so sehr die Karrikatur an sich, - das Bildnis an sich, als solches, was die Gemüter erregt, sondern vielmehr der Grad der Geringschätzung, der hierdurch offengelegt wird, dem gemeinsamen Spott quasi freigegeben.
Hätte man dasjenige, was dargestellt ist, alleine beschrieben, oder Worte von ähnlicher Wirkung veröffentlicht, so wäre das Ergebnis sicherlich ähnlich gewesen. Denken wir an Salman Rushdi, der mit seinem Buch seinerzeit die Religion verunglimpfte, was einen Mordaufruf mit Belohnung heraufbeschwor.
Die Tatsache, daß der Gottesoffenbarer auch Mensch ist, war schon immer der größte Schleier zwischen Ihm und den Menschen, die Ihn deshalb nicht erkannt hatten. Wenn wir uns vergegenwärtigen, mit wievielen Menschen Bahá'u'lláh zusammenkam, oder Abdul'l-Bahá, und wieviele von denen in der Lage war, Ihn zu erkennen, dann ist das schon sehr vielsagend.
Warum sollte nun etwas, was als das mit geringste Erkennungsmerkmal des Gottesoffenbarers angesehen werden muß, gepflegt werden? Warum sollte das Bild des äußeren menschlichen Körpers irgendeinen Wert haben, der die Stellung des Gottesoffenbarers im Herzen festigt oder es erleichtern könnte, den Nächsten zu erkennen?
Wer Bahá'u'lláh begegnete, und mit dem Auge des Herzens, den Geist des Schöpfers in Ihm deutlich wahrnahm und - sehend was er da sah -, ausrief: "gepriesen sei Gott, der herrlichste Schöpfer", der kann wahrhaftig zu den scharsichtigen gerechnet werden.
Deshalb denke ich daß das Verbot des Bildnisses der Absicht entspringt, dem menschlichen Geist zu ermöglichen Ihn zu erkennen. So ein Abbild würde verehrt werden, und man würde sich mehr um das schützen des Abbildes kümmern als um die Reinheit der Nähe zu Ihm im Herzen. Es schleicht sich ein, man merkt es kaum, und schon fährt man auf dem "falschen Gleis".
Nichtsdestotrotz ist es für einen Bahá'i natürlich ein besonderes Privileg, wenn er einen Blick auf ein Foto von Bahá'u'lláh werfen darf, Schuhe sieht, die Er getragen oder den Rosenkranz mit dem Er gebetet. Diese Dinge jedoch würden, wenn "freigegeben", zum Kult, der den Geist aus der Religion heraussaugen kann.
Für die moslems hat ihre Religion, in welcher Form auch immer, den größten Stellenwert von allen Dingen in ihrem Leben, und wir hier im Westen täten gut daran, davon zu lernen. Werimmer dies verunglimpft, verunglimpft jeden einzelnen Muslim und alle miteinander gemeinsam, und eine solche Verunglimpfung geht weit über das Recht auf freie Meinungsäußerung hinaus.
Genauso wie man nicht einfach tun kan wasimmer man möchte, darf man auch nicht sagen wonachimmer einem ist, beides gehört, genau wie der Ursprung, das Herz, wohl gezügelt und kultiviert.
Sicherlich gibt es viele Aspekte um die Nichtdarstellung des Gottesoffenbarers, du lieber Robinson hast ja auch einiges aufgezeichnet, denn die heiligen Worte sind wie ein niemals auszuschöpfendes grenzenloses Meer der Inspiration.
Alles Liebe von Yojo
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Liebe Leute!
Ich war traurig als ich von den Karikaturen gehort habe. Wie kann man einen Propheten darstellen und auf solche Weise? Den grosten Prophen der Zeit. Mohamed war Gottes Verkunder und eine gottliche Schonheit.
Otish
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