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Ganga
aus Wikipedia
Ganga(Sanskrit, f., गङ्गा, gaṅgā), der indische Name für den Fluss Ganges, ist auch der Name einer Göttin des Hinduismus.
Ganga gilt Hindus nicht nur als heilig sondern ist die lebendige Wasserform der Göttin, der Fluss selbst ist ihre Personifizierung. Mehr als alles Andere verkörpert es Reinheit, und dementsprechend dient Gangeswasser in allen Riten zur materiellen und spirituellen Reinigung. Für jede Puja, den hinduistischen Gottesdienst, ist es als "Weihwasser" unerlässlich. Gläubige Hindus haben oft einen kleinen Vorrat im Hause, selbst wenn sie vom Fluss weit entfernt leben. Millionen von Pilgern besuchen das ganze Jahr hindurch unzählige große und kleine Wallfahrtsorte entlang den Ufern; mindestens einmal im Leben möchte jeder rituell in die heiligen Fluten tauchen. Für die eigene Familie und die Nachbarn nimmt man das kostbare Naß dann in Flaschen mit nachhause - viele versprechen sich davon sogar Heilung, wenn sie es als Medikament nehmen, und manche Homöopathen brauchen es als Basis für ihre Medizin.
Trotz der extremen Verschmutzung des Flusses ist die Bedeutung als heiliger Fluß ungebrochen; viele Hindus vertrauen weiter ihrer unendlichen Reinigungskraft. Aber selbst wenn hinsichtlich der Verschmutzung Skepsis angebracht ist - immer wieder entdeckt man sowohl chemische als auch biologischer Phänomene, die den Strom als etwas Besonderes ausweisen: Methodisch belegt ist die Tatsache, daß er im Vergleich zu anderen Gewässern über eine dreifache Selbstreinigungskraft verfügt. Jeder Indienreisende kann eine ganz besondere Eigenschaft selbst überprüfen: Gangeswasser - nicht nur das aus der Quelle, sondern sogar in der Nähe der Mündung geschöpft, nachdem es allen Unrat der großen Städte aufgenommen hat - kann jahrelang in Behältern aufbewahrt werden und bleibt dabei stets frisch!
Die Verehrung gilt dem Wasser selbst, aber auch anthropomorphe Darstellungen sind bekannt: Dort ist sie eine junge Frau deren Begleittier ein krokodilähnliches Seetier ist.
Über die Entstehung der Ganga erzählt folgender Mythos:
Der Weise Kapila hatte die Söhne des Königs Sagara wegen ihrer schlechten Verhaltensweisen durch einen Glutstrahl aus seinen Augen zu Asche verbrannt. Einem Verwandten des Königs hatte Kapila anvertraut, das erlösende Totenritual für die Söhne könne nur mit Hilfe der als Milchstraße am Himmel fließenden Ganga vollzogen werden. Jedoch wurde erst drei Generationen später mit Baghiratha jemand geboren, der imstande sein sollte, Ganga vom Himmel zu holen. Er brachte Ganga an die Stelle, wo seine toten Vorfahren lagen, ihr heiliges Wasser erlöste sie.
Baghiratha gelang es nach vielen Jahren der Askese so viel innere Kraft und Verdienste anzusammeln, dass die Göttin vor ihm erschien. Sie warnte jedoch davor, sie auf die Erde zu holen: ihre herabstürzenden Wassermassen würden die Erde zerschmettern. Allein Shiva sei in der Lage, die Wasser sanft aufzufangen. Tausend Jahre trieb Bagirath am heiligen Berg Kailash Askese, bis Shiva seine Hilfe zusagte. Als die Wassermassen herabstürzten, bremste der Gott den Aufprall mit seinen Haaren und ließ den Schwall über seine langen Flechten in sieben Strömen auf die Erde laufen. Indien besitzt seitdem sieben heilige Flüsse. Die Ganga ist der heiligste dieser Flüsse und fließt im Golf von Bengalen in den Indischen Ozean. Da Bhagiratha sie nach der Legende einst zur Erde brachte, heißt Ganga auch Bhagirathi. Als Erinnerung daran gibt es jedes Jahr ein grosses Pilgerfest, die Sagar-Mela.
Noch heute spielt Ganga an vielen Stellen für Hindu-Pilger eine zentrale Rolle.
Die Bedeutung der Ganga für Hindus ist im folgenden Gebet aus dem Epos Ramayana ersichtlich:
O Mutter Ganga!
Du bist der Halsschmuck auf dem Kleid der Erde.
Du bist es, durch die man den Himmel erreicht.
O Bhagirathi! Ich bitte dich, möge mein Körper vergehen,
nachdem er an Deinen Ufern gelebt und dein reines Wasser getrunken hat;
nachdem ihn Deine Wellen geschaukelt und er Deines Namens gedacht hat.
Text und Bilder dieses Beitrages basieren auf dem Artikel Ganga aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und stehen unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.
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