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Guna
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Guna (Sanskrit, m., गुण, guṇa, urspr.: Schnur, Faden; später: Eigenschaft, Qualität) ist ein philosophisches Konzept der indischen Samkhya-Philosophie, das später aber auch von anderen Richtungen übernommen wurde. Guna bedeutet Eigenschaft und Qualität.
Nach Vorstellungen des Samkhya ist die Urmaterie (Prakriti) aus den folgenden drei Gunas zusammengesetzt: Tamas (Trägheit, Dunkelheit, Chaos), Rajas (Rastlosigkeit, Bewegung, Energie) und Sattva (Harmonie, Einheit mit dem Selbst). Diese Gunas sind auch Ursache der psychischen Regungen.
In der ältesten Zeit ging man davon aus, dass bestimmte Eigenschaften der Elemente als Objekte der Sinnesorgane nicht nur Wahrnehmungen hervorrufen, sondern auch den Anstoß zur Entstehung der Empfindungen geben. In der Belehrung Shvetaketus waren den drei Urelementen bestimmte Farben zugeschrieben worden, nämlich weiß, rot und schwarz. Die gleichen Farben wurden auch im Samkhya der Urmaterie zugeschrieben. Bei Shvetaketu handelte es sich jedoch dabei um drei verschiedene Elemente; der Samkhya-Philosoph Pancashika nimmt hingegen die Gunas als drei Eigenschaften einer Urmaterie an.
Der Begriff der Eigenschaft als eigener Kategorie des Seins war jedoch zu dieser Zeit noch nicht entwickelt, dies war eine Leistung des Vaisheshika-Systems. Eigenschaften erschienen noch dinghaft, als eigenständige Wesenheiten. Bei Pancashika verbinden und trennen sich die Gunas, stützen und verdrängen sich wie selbständige Elemente. Aus der noch nicht-manifestierten Urmaterie manifestiert sich die Welt der Phänomene, wie das Ichbewusstsein (Ahamkara, wörtlich: "Ich-Macher") und die zehn Sinnesorgane (Indriyani).
Obwohl diese Konzept der Gunas von der dualistischen Samkhya-Philosophie entwickelt wurde, ließ es sich später ohne weiteres in den monistischen Advaita Vedanta integrieren. Hier werden die Gunas jedoch nicht der Prakriti zugeordnet, sondern der Maya (Illusion), die sich ebenfalls in den zehn Sinnesorganen manifestiert (Swami Chinmayananda).
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