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Guru
aus Wikipedia
Ein Guru (Sanskrit, m., गुरु, guru, dt. "schwer") ist ein religiöser Titel für einen spirituellen Lehrer im Hinduismus. Dies beruht auf dem philosophischen Verständnis von der Bedeutung des Wissens im Hinduismus. Der Lehrer ist für den Schüler unentbehrlich für die Suche nach Wissen und den Weg zur Erlösung. Bis heute hat der Titel in Indien und unter den Anhängern der Hindu- oder Sikh-Glaubensrichtung seinen bedeutsamen Stellenwert behalten. Im Tibetischen wird der Titel analog mit "hoch" (transliteriert: Blama, gesprochen Lama) wiedergegeben.
Im zeitgenössischen Sprachgebrauch, hauptsächlich im Westen, kann als Guru jeder bezeichnet werden, der durch seine religiösen oder philosophischen Aussagen Anhänger um sich schart. Im weiteren Sinne kann ein Guru einfach ein Experte sein. In diesem Zusammenhang kann die Bezeichnung auch abwertend oder spöttisch gemeint sein.
Gurus im Hinduismus
Das Wort Guru bedeutet in Sanskrit und anderen aus dem Sanskrit abgeleiteten Sprachen wie Hindi, Bengali und Gujarati Lehrer. Es bezeichnet den "Verleiher" des Wissens (Vidya). Das Wort kommt von der Wurzel "guru", welche wörtlich schwer, gewichtig bedeutet. In hinduistischen Schriften selbst wird der Guru als Vertreiber der Dunkelheit (Dunkelheit als Avidya, Unwissen) interpretiert.
Im oben erwähnten Sinne ist "Guru" mehr oder weniger austauschbar mit Satguru (wörtl.: wahrer Lehrer) und Satpurusha (wahrer Geist). Meist gibt es eine Abstammungslinie von Gurus. Die Schüler eines Guru werden Shishya oder Chela genannt. Ein Guru lebt oft in einem Ashram. Die Abstammungslinie eines Guru ist als Guru Parampara (Guru-Tradition) bekannt und wird von würdigen Schülern verbreitet, die die besondere Botschaft ihres Gurus weiterführen. (vgl. Swami)
Im traditionellen Sinne beschreibt das Wort eine Beziehung. "Guru" wird nur von Schülern benutzt um ihren Meister anzureden. Einige Hindu-Glaubensgemeinschaften, wie der Swaminarayan Sanstha, halten daran fest, dass ein persönliches Verhältnis zu einem lebenden Guru notwendig ist um Moksha (Erlösung) zu erreichen. (vgl. Bedeutung des Veda und Hinduistische Orden)
Die Verwendung von "Guru" kann bis in die frühen Upanishaden zurück verfolgt werden, wo sich die Vorstellung vom göttlichen Lehrer auf Erden erstmals in frühen brahmanischen Vorstellungen zeigte. Tatsächlich gab es ein Verständnis, dass, wenn ein Schüler dem Guru und Gott gegenüber gestellt werden würde, dieser zuerst dem Guru Respekt zollen sollte, da der Guru das Instrument sei, den Schüler zu Gott zu führen.
Die Rolle des Gurus im ursprünglichen Sinne des Wortes wird weitergeführt in Hindu-Traditionen wie im Vedanta, Yoga, Tantra und dem Bhakti Yoga. Ein Guru ist ein spiritueller Lehrer auf Erden, der das Wissen über die sechs Darshanas (sechs orthodoxe System, vgl. indische Philosophie) oder auch die tantrisch- agamischen Strömungen vermittelt. In manchen eher mystischen Hindu-Kreisen herrscht der Glaube, dass ein Guru im Schüler schlafendes spirituelles Wissen, sogenanntes Shaktipat, wecken kann.
Bekannte Gurus (chronologisch geordnet):
Shankara
Chaitanya
Dayananda
Yogananda
Ramakrishna
Yukteswar Giri
Vivekananda
Aurobindo
Maharishi Mahesh Yogi
Ramana Maharshi
Sivananda
Nisargadatta Maharaj
Sri Sri Ravi Shankar
Chinmayananda
Sathya Sai Baba
Neem Karoli Baba
Ram Dass
Madhukar
Prabhupada A.C. Bhaktivedanta
Mata Amritanandamayi oder Ammachi
Mutter Meera
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Gurus im Sikhismus
Im Sikhismus bezeichnet der Titel Guru die Gründer der Religionsgemeinschaft sowie die Personen, die den Sikhismus weiter entwickelten und bekannt machten. Die berühmten 10 Gurus der Sikhs wirkten im Zeitraum von 1469 bis 1708:
Guru Nanak 1469 - 1539
Guru Angad 1494 - 1552
Guru Amar Das 1479 - 1574
Guru Ram Das 1534 - 1581
Guru Arjan Singh 1563 - 1606
Guru Har Gobind 1595 - 1644
Guru Har Rai 1630 - 1661
Guru Har Krishan 1656 - 1664
Guru Teg Bahadur 1621 - 1675
Guru Gobind Singh 1666 - 1708
Die heilige Schrift des Sikhismus heißt Guru Granth Sahib und stellt die höchste Autorität dar.
Weitere Bewegungen
Der Titel Guru wird auch in Bewegungen verwendet, die nicht unmittelbar etwas mit dem Hinduismus oder dem Sikhismus zu tun haben.
Prem Rawat oder Maharaji, früher Guru Maharaji Ji, ehemaliger Guru, er behauptet jetzt ein Motivationsredner zu sein
Marshall Applewhite Anführer von Heaven's Gate
Asahara Shōkō ehemaliger Guru der Aum Shinrikyo
Helena Petrovna Blavatsky Gründerin der Theosophie
Aleister Crowley
G. I. Gurdjieff
Krishnamurti
U.G.Krishnamurti
Meher Baba
Shirdi Sai Baba
Bhagwan Shree Rajneesh oder Osho
Choa Kok Sui
Chinmoy
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