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Kundalini












Kundalini
aus Wikipedia

Kundalini (Sanskrit, f., कुण्डलिनी, kuṇḍalinī, Shakti oder Form von Durga, Schlange, Schlangenkraft) ist eine in tantrischen Schriften beschriebene spirituelle Kraft im Menschen.

Kundalini und Yoga
Der Begriff Kundalini soll eine Kraft oder Energie bezeichnen, die außermenschlich (spirituell, göttlich) ist und gleichzeitig jedem Menschen innewohnt. Kundalini wirkt also im Menschen, sie befindet sich jedoch meistens in einem "schlafenden" Zustand. Die Kundalini liegt nach der aus dem Tantra kommenden bildhaften Vorstellung wie eine Schlange zusammengerollt am unteren Ende der menschlichen Wirbelsäule. Sie kann durch Yoga-Praxis, Meditation, die richtige Lebensweise, Ernährung, Schulung, wie manchmal behauptet wird auch durch Drogen wachgerufen und beeinflusst werden. Sie strebt danach, die Wirbelsäule empor zu steigen; dabei muss sie die 7 als Chakren bezeichneten Energiezentren des Körpers passieren. Die Symbolik stellt diesen Vorgang als Schlange dar, die sich um die Wirbelsäule windet und sich langsam über den Scheitel des menschlichen Kopfes erhebt (ähnlich der Symbolik des Aeskulapstabes).

Im Kundalini-Yoga wird das Ziel der Erweckung und Lenkung der Kundalini-Energie in den Vordergrund gestellt. Typisch für die Yoga-Praxis dieser Richtung sind körperlich fordernde Übungen mit schnellen Bewegungsabläufen, kombiniert mit Ruhephasen und Meditation. Dabei werden gerne Mudras zum Stimulieren der Kundalini verwendet. Kundalini-Yoga hat zahlreiche Gemeinsamkeiten mit anderen Formen des Yoga.

Im soll die Kundalini spontan und sanft erweckt werden.

Die meisten Yoga-Asanas dienen nicht direkt der Erweckung der Kundalini, sondern sollen den Körper auf den sehr anstrengenden Prozess der emporsteigenden Kundalini vorbereiten. Nur wenn die Chakren gereinigt und "durchlässig" sind, kann die Kundalini aufsteigen. Mit Erreichen des obersten Chakras (Kronen- oder Scheitelchakra), wo sich nach tantrischer Auffassung das "reine Bewusstsein" (bzw. Shiva) befindet, beginnt der eigentliche Kundaliniprozess, der als ein Wechsel von aufsteigendem, warmen und absteigendem, kühlen Energiefluß beschrieben wird. Diese Stufe kann nicht jeder erreichen. Andererseits kann Kundalini sich durch "Spontanerweckung" auch zeigen, ohne dass die Person je meditiert oder Yoga praktiziert hat.

Text und Bilder dieses Beitrages basieren auf dem Artikel Kundalini aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und stehen unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.
Das Kundalini-Syndrom
Als Begleiterscheinung der aufsteigenden Kundalini werden körperliche Auswirkungen beschrieben, die durch den heftigen Energiefluss verursacht werden. Zu ihnen gehören Hitzewallungen, d.h. ein Gefühl anflutender Wärme, Kälteschübe, Zuckungen (unbewußtes Schütteln, Zittern, Drehen des Kopfes, unbeabsichtiges Tanzen, Hüpfen, Rotieren oder halsbrecherisch schnelles Laufen), chronische und zeitweilige Schmerzen im ganzen Körper, die sich diagnostisch schwer erfassen lassen, Stechen (wie ein Biss) im großen Zeh und am ganzen Leib, Taubheitsgefühl der Hände und Füße, Schwankungen des ualtriebs, Wahrnehmungen von Stimmen und Klängen, ekstatische Glückseligkeit - sanft oder intensiv -, Brustschmerzen (wie bei einem Herzinfarkt), unkontrollierte Laute, zeitweise Schließen der Augenlieder, die sich dann kaum mehr öffnen lassen, Aura sehen, helle Lichter, blendende Lichter, Farbenmuster und Formen, innere Bilder und Visionen.

Normalerweise ist ein Kundalini-Aufstieg ein sich selbst regulierender Prozess, jedoch wird für Krisen und ungewöhnlich heftige Entwicklungen eine Begleitung oder Beratung durch erfahrene Lehrer empfohlen. Langzeitmeditierende, insbesondere Zen-Schüler, berichten häufig von einem plötzlich einsetzenden, subjektiv als "Überhitzung" empfundenen Syndrom. Wenn das Syndrom länger anhält, kann es ohne Konsultation von medizinischer oder anderweitig qualifizierter Hilfe zu länger andauernden körperlichen Beeinträchtigungen führen. Obwohl sich Zen-Buddhisten von anderen Traditionen abgrenzen, suchen sie beim Überhitzungs-Syndrom häufig fachlichen Rat z.B. bei Psychotherapeuten oder Daoisten (taoistischen Priestern), um die spontan aktivierte Kundalini-Energie wieder in geregelte Bahnen zu lenken. Die Kundalini selbst bereitet keine Schmerzen - es sind die Blockaden, die Schmerzen verursachen. Negativ empfundene Auswirkungen der Kundalini-Kraft sind in diesem Zusammenhang als Beitrag zur Reinigung des Körpers und der Seele zu sehen.

Das körperliche Symptom der "Erhitzung" wird von einigen Schulen des tibetischen Buddhismus durch bestimmte Techniken gezielt hervor gerufen. Eine klassische Methode besteht darin, im Winter in Eiswasser getränkte Wolldecken auf dem nackten Körper zu trocknen. Auf diese Weise soll die Beherrschung der Körpertemperatur unter extremen Bedingungen geübt werden. Die bei traditionellen fernöstlichen Lehrer/innen sehr beliebten extremen Praktiken zur Kontrolle von Körperfunktionen werden heute nur noch fortgeschrittenen Schülern empfohlen - sie sind glücklicherweise keine Voraussetzung für das Erwecken der Kundalini.

Es wird empfohlen, bei der Wahl von Kundalini-Lehrer/innen und Kundalini-Therapeuten/innen darauf zu achten, dass sie auf eigene Praxis zurückgreifen können, und Lehrende Erfahrung haben. Kundalini kann sich wie eine milde Brise zeigen, aber auch wie ein heftiger Sturm.

Mantras
Kundalini-Yoga und Mantrameditation werden oft miteinander kombiniert. Die Rezitation eines Mantras soll das Bewusstsein von Ablenkungen durch die Umgebung frei halten. Machmal wird es als Ziel der Meditation verstanden, den "inneren Dialog" - die ständige Beschäftigung mit der Frage, was wir tun sollten oder nicht - zu beenden, um innerlich zur Ruhe zu kommen.

Hinsichtlich der Bedeutung einzelner Mantras - und der Meditation selbst - gibt es mehrere Interpretationen, die sich auf unterschiedliche Ebenen beziehen (die spirituelle Ebene, die körperlich-weltliche, die "feinstofflich-weltliche" etc.). Viele Zen-Praktizierende verwenden Mantras als technisches Hilfsmittel, lehnen Bedeutungszuweisungen aber grundsätzlich ab.

Manchmal wird die Auffassung vertreten, dass Mantras (insbesondere die so genannten Keimmantras) durch ihren Klang, d.h. durch ihre Schwingungen, bestimmte förderliche Wirkungen auf Kundalini haben.

Ein bekanntes Mantra im Kundalini-Yoga ist "Sat nam". Die Silben stammen aus dem Sanskrit und drücken aus Sat = Das Sein und Nam = der Name, der Prozess des Erkennens. "Sat nam" bedeutet außerdem in der Sprache des Hindi "Sieben Namen" . Das ist eine Anspielung auf die Lehre von den 7 Hauptchakras. "Sat nam" lässt sich insofern als Aufforderung verstehen, sich auf die eigene, innere Energie zu besinnen.
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