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Mahabharata
aus Wikipedia
Das Mahabharata (Sanskrit, महाभारत, n., mahābhārata) ist zusammen mit dem Ramayana das bekannteste indische Epos. Man nimmt an, dass das Mahabharata erstmals zwischen 400 v. Chr. bis 400 n. Chr. niedergeschrieben wurde, aber auf älteren Traditionen beruht.
Es umfasst etwa 100.000 Doppelverse (Shloka).
Bedeutung
Große indische Dichter, wie z.B. Kalidasa haben immer wieder auf das Mahabharata, und auf das Ramayana, das zweite große Volksepos Indiens, zurückgegriffen. Die Epen (im Sanskrit Itihasas genannt) bilden zusammen mit den Puranas und anderen Werken Teil der Smritis den Kern der hinduistischen Überlieferung. Die Bhagavad Gita, eines aber nicht das einzige der bedeutenden philosophischen Texte aus der Mahabharata, wird oft auch zu den Shrutis gezählt. Das Mahabharata wird zusammen mit dem tibetischen Epos des Königs Gesar zu den umfangreichsten literarischen Werken der Weltgeschichte gerechnet.
Entstehung
Traditionell wird Vyasa als Autor angenommern, der in der Geschichte selber eine Rolle spielt. Ob er eine historische Persönlichkeit war, ist nicht bewiesen. Im Laufe der Jahrhunderte kam es immer wieder zu Veränderungen und Weiterentwicklungen des Werks, denn vieles wurde lange Zeit nur mündlich überliefert. Das Mahabharata besteht aus vielen Schichten, die sich im Laufe der Zeit anlagerten, so dass es mit seinen vielen regionalen Zusätzen und Eigenarten, kaum noch zu überschauen ist. Mit seiner großen Anzahl von Geschichten und an religiösen und philosophischen Parabeln wird die Bedeutung des Mahabharata am besten mit diesem Satz aus dem ersten Parva des Mahabharata zusammengefasst: "Was hier gefunden wird, kann woanders auch gefunden werden. Was hier nicht gefunden werden kann, kann nirgends gefunden werden."
Das Mahabharata beschreibt den Kampf der Kauravas mit den Pandavas auf dem Schlachtfeld in Kurukshetra (nördlich von Delhi). Es ist sehr wahrscheinlich, dass es sich im Kern um ein historisches Geschehen handelt. Für viele Inder ist es eine unumstrittene Tatsache, dass das Erzählte auch so geschah. Dieser Kampf wird als schrecklicher Bruderkrieg dargestellt, bei dem sehr viele Menschen starben. Das Mahabharata ist sowohl Volks-/Heldenepos, als auch ein bedeutendes religiöses und philosophisches Werk (durchaus üblich im alten Indien, Religion und Philosophie waren nicht getrennt). Man geht davon aus, dass der Ursprung der Sage in vedischer Zeit liegt. Viele gläubige Hindus lesen deshalb zu Feiertagen unter anderem auch im Mahabharata, vor allem in der Bhagavad Gita, dem bekanntesten Teil des Epos.
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Inhalt
Das Mahabharata ist in 18 Kapitel und einen Appendix unterteilt. Das Mahabharata ist neben der Hauptgeschichte voll von hunderten kleinerer Episoden und Geschichten.
Die Hauptgeschichte beschreibt den Kampf der Kauravas mit den Pandavas, zwei verfeindeten Teilen aus derselben Königsfamilie. Vichitravirya hatte drei Söhne: Der älteste war Dhritarastra, der zweitälteste Pandu und der jüngste Vidura. Der blinde Dhritarashtra, der älteste der drei Söhne, kann wegen seiner Blindheit den Thron nicht besteigen. Aber Pandu übertrug nichtsdestotrotz den Thron seinem blinden Bruder und zog sich mit seinen beiden Frauen Kunti und Madri in die Wälder zurück. Dort wurden ihm, bevor er starb, fünf Söhne geboren, die Pandavas: Yudhishthira, Bhima, Arjuna, Nakulam und Sahadava. Auch der blinde Prinz Dhritarashtra hatte Söhne (die Kauravas), und zwar einhundert, der älteste von ihnen hieß Duryodhana.
Ein großer Teil der Geschichte handelt von dem Konflikt zwischen diesen Kauravas (den 100 Söhnen und ihren Verbündeten) und den Pandavas (die fünf Söhne und ihre Verbündeten). Die Kauravas schmieden den Plan, die Pandava-Brüder zu beseitigen, doch die Pandavas können entkommen, und streifen verkleidet als Priester und Samnyasins umher. In einem anderen Königreich gewinnt Arjuna die Hand der Königstochter Draupadi. Als die fünf Söhne nach Hause kommen, sagt deren Mutter Kunti, sie sollen sich untereinander alles teilen. Da einem Befehl der Mutter nicht widersprochen werden darf, heiratet Draupadi nicht nur Arjuna, sondern alle fünf Söhne, obschon dies nicht Sitte ist, und trotz der Bedenken des Königs.
Im weiteren Verlauf der Geschichte besitzen die Pandavas und die Kauravas je ein Königreich. Die Kauravas organisieren ein Würfelspiel, in dem die Pandavas ihr gesamtes Königreich verlieren. Schließlich müssen die Pandavas zwölf Jahre lang im Exil leben, und im dreizehnten Jahr müssen sie verkleidet unter den Menschen leben, werden sie aber im dreizehnten Jahr entdeckt, müssen sie noch einmal zwölf Jahre ins Exil. Falls sie nicht entdeckt werden, gehört ihnen das Königreich. Nach dreizehn Jahren, in denen die Pandavas unentdeckt leben, weigern sich aber die Kauravas, das Königreich abzutreten, und es kommt zu dem Krieg, auf den auch in der Bhagavad Gita hingewiesen wird. Arjuna weigert sich zuerst gegen seine Verwandten zu kämpfen. Krishna, sein Wagenlenker und göttlicher Mentor, leitet ihn an und überzeugt ihn davon zu kämpfen. Am Ende gewinnen die Pandavas den Krieg.
Am Schluss der Geschichte gehen die Pandava Brüder mit ihrer Frau auf eine Pilgerreise. Yudhishthiras vier Brüder und Draupadi sterben unterwegs. Ein Hund folgt Yudhishthira auf dem ganzen Weg, bis zum Himmelstor. Dort wird er geprüft, und als sich herausstellt, dass er bei seiner Frau, seinen Brüdern und dem Hund bleiben will, fällt sein menschlicher Körper von ihm ab, und er erlangt Moksha.
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Struktur
Die Mahabharata ist in 18 Parvas unterteilt, die die folgenden sind:
Adiparva - Einführung, Geburt und frühe Jahre der Prinzen
Sabhaparva - Leben im Königshof, das Würfelspiel, und das Exil der Pandavas.
Aranyakaparva (auch Vanaparva, Aranyaparva) - Die 12 Jahre im Exil.
Virataparva - Das letzte Jahr im Exil
Udyogaparva - Vorbereitungen für den Krieg
Bhishmaparva - Der erste Teil des großen Kriegs, mit Bhisma als Kommandant der Kauravas.
Dronaparva - Der Krieg geht weiter, mit Drona als Kommandant.
Karnaparva - Wieder der Krieg, mit Karna als Kommandant.
Salyaparva - Der letzte Teil der Schlacht, mit Salya als Kommandant.
Sauptikaparva - Wie Ashvattama und die übriggebliebenen Kauravas die Pandava Armee im Schlaf töteten.
Striparva - Gandhari und andere Frauen traueren um die Toten.
Shantiparva - Die Krönung von Yudhisthira, und seine Instruktionen von Bhishma
Anushasanaparva - Die letzten Instruktionen von Bhisma.
Ashvamedhikaparva - Die königliche Zeremonie oder Ashvameda, ausgeführt von Yudhisthira.
Ashramavasikaparva - Dhritarashtra, Gandhari und Kunti gehen in ein Ashram, und sterben später im Wald.
Mausalaparva - Der Kampf unter Yadavas.
Mahaprasthanikaparva - Der erste Teil des Pfads zum Tode von Yudhisthira, seinen Brüdern und ihrer Frau.
Svargarohanaparva - Die Pandavas erreichen die spirituelle Welt.
Es gibt auch einen Appendix von 16.375 Versen, das Harivamsaparva, das das Leben Krishnas beschreibt.
Unter den wichtigen Geschichten und Texten, die Teil der Mahabharata sind, sind die folgenden:
Bhagavad Gita (Krishnas Dialog mit Arjuna. Bhishmaparva.)
Damayanti (oder Nala und Damayanti, eine Liebesgeschichte. Aranyakaparva.)
Krishnavatara (die Geschichte von Krishna)
Rama (eine Zusammenfassung der Ramayana. Aranyakaparva.)
Rishyasringa (oder Rshyashrnga. Aranyakaparva.)
Vishnu sahasranama (berühmte Hymne an Vishnu. Anushasanaparva.)
Anugita (ein weiterer Dialog Krishnas mit Arjuna)
Während des 20. Jahrhunderts wurde versucht, verschiedene regionalen Versionen des Epos in einem Buch zusammenzubringen. Daraus entstand die "Critical Edition of the Mahabharata", die vom Bhandarkar Oriental Research Institute, Pune herausgegen wurde.
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Geschichtliche Hypothesen
Manche Historiker sehen in dem Kampf der Kauravas mit den Pandavas die dichterische Verarbeitung des Konflikts zwischen arischen Stämmen (Aryas), die, wie angenommen wird, ab etwa 1500 v.Chr. in Nordindien (zuerst im Punjab) einwanderten, und der "Urbevölkerung" Nordindiens. Dafür spricht die, in den restlichen Teil der Erzählung eingefügte Philosophie der Bhagavad Gita, die den Kampf rechtfertigt. Allerdings gibt es für diese Theorie nicht genügend fundierte Beweise. Da die Sesshaftwerdung in der Gangesebene ab ca. 900 v. Chr. erfolgte, könnte in diese Zeit auch der Bharata-Krieg fallen. Gegen die Theorie eines Krieges zwischen Ariern und Urbevölkerung spricht, dass es sich beim beschriebenen Kampf zwischen Pandavas und Kauravas um einen Kampf zwischen Verwandten handelte, was eher dafür spräche, dass er innerhalb der arischen Stämme stattfand.
Die Datierung des Mahabharata-Kriegs ist unklar, einige Untersuchungen wie z.B. von Subhash Kak, die aber umstritten sind und auch anders interpretiert werden könnten, vermuten aufgrund astronomischer Berechnungen, dass der Krieg u.a. auf 1478 v.Ch, 1924 v.Ch. oder 3137 v.Ch. datiert werden könnte. Im Jahr 3102 v.Ch fängt nach hinduistischer Mythologie das Kali Yuga an, Krishnas Tod am Ende der Mahabharata wird traditionellerweise oft als Beginn des Kali Yuga angesehen.
An der Nordwestküste Indiens wurden auch Überreste einer versunkenen Stadt im Ozean gefunden, und es wird von einigen angenommen, dass es sich um die antike Stadt Dwarka (Dwaraka) handeln könnte, die im Mahabharata auch eine große Rolle spielt. Im Mahabharata wird auch beschrieben, dass der einst größte der sieben heiligen rig-vedischen Flüsse, der Sarasvati Fluss, nur noch ein kleiner Fluss ist, der in der Thar Wüste (und nicht mehr im Ozean) versickert.
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