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Mirabai
aus Wikipedia
Mirabai (Mira, Meera) (* ca. 1498 - 1546) ist eine indische Mystikerin und Dichterin. Sie ist nicht nur wegen ihrer eigenwilligen Persönlichkeit eine höchst faszinierende Frauengestalt der Religionsgeschichte. Ihre ganz persönlich gehaltenen ekstatischen Liebes-, Preis- und Klagelieder sind durch die Jahrhunderte lebendig geblieben und werden noch heute auf dem indischen Subkontinent von Hindus, Sikhs, Muslimen und Christen gleichermaßen rezitiert, gesungen und von den indischen Radiostationen ausgestrahlt. Es gibt zahlreiche Buchausgaben, CDs mit Vertonungen ihrer Lieder; ihr Leben wurde Gegenstand eines Spielfilms. Ihre Verse gehören zum Schatz der Weltliteratur und stehen neben denen der Dichter-Mystiker Hafis, i, Kabir und Hildegard von Bingen.
Leben
Geboren als Rajputenprinzessin des Herrschers von Merta in Nordindien, verschrieb sich Mirabai schon als Kind der Bhakti-Verehrung Krishnas und betrachtete sich als seine Gattin seit Geburten. Nichtsdestotrotz wurde sie 1516 an den Sohn des Herrschers von Mewar (Hauptstadt Chittor), des mächtigsten Fürsten der Rajputen vom Klan der Sisodiyas, verheiratet. Mirabai konnte sich gegen die politische Heirat nicht wehren. Aber sie erklärte ihrem jungen Gatten Bhojraj, daß sie Krishnas Gattin sei und weigerte sich, die Ehe zu vollziehen. Während ihr Ehemann Verständnis zeigte, ihr einen Tempel bauen ließ und eine zweite Frau heiratete, erregte Mirabais Weigerung das Mißfallen der königlichen Schwiegerfamilie, das noch verstärkt wurde, als Mirabai die Verehrung der Schutzgöttin der Sisodiyas vernachlässigte. Als Bhojraj nur drei Jahre später in kriegerischen Auseinandersetzung starb, wurde für Mirabai die Lage am Königshof sehr schwierig. Der Nachfolger versuchte, sie zu vergiften. Die Legende berichtet, daß Krishna den Gifttrank in Nektar verwandelte. Auch zwei weitere Mordanschläge überlebte sie. Zeitweise hielt man sie gefangen. Die ständigen Kriege schwächten die Herrschaft der Sisodiyas. Mirabai gelang es, den Königshof zu verlassen. Sie legte die gelben Gewänder der Heiligen (Yogis) an und zog nach Dvarka, des Fürstensitzes von Krishna. Ihr weiteres Leben liegt im Dunkel. Sie soll 1546 gestorben sein. Andere Quellen besagen, daß sie - von vielen verehrt als Heilige - zwanzig Jahre länger lebte.
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