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Mudra
aus Wikipedia
Die Mudra (Sanskrit, f., मुद्रा, mudrā, urspr.: „Siegel“) ist eine symbolische Handgeste (Handbewegung, Handstellung), die sowohl im alltäglichen Leben (siehe die Gruß-Geste Namaste), in der religiösen Praxis als auch im indischen Tanz ihre Anwendung findet.
Solche Gesten werden heutzutage vor allem mit der hinduistischen und buddhistischen Praxis in Verbindung gebracht und sind auch bei vielen Darstellungen von Buddhas, Bodhisattvas oder hinduistischen Gottheiten zu finden. Einerseits dienen sie der Darstellung einer religiösen Symbolik, andererseits haben sie auch eine ganz konkrete Funktion – etwa als Teil einer Reinigungshandlung, um zum Beispiel Wohnräume spirituell zu reinigen. Besonders im Tantrismus werden die Mudras komplexer und zahlreicher.
Für einige Richtungen des Yoga haben Mudras, über die symbolische Bedeutung hinausgehend, die Funktion, auf den Organismus zu wirken und sind so Teil der Yogapraxis. Die chinmudra (Zeigefinger und Daumen zusammen, Hände liegen auf den gekreuzten Beinen) soll den Energiefluss begünstigen. Die rechte Handfläche in der auf den gekreuzten Beinen liegenden Linken charakterisiert den Meditierenden (dhyanamudra). Die vishnumudra (Ringfinger und Daumen zusammen) wird bei Atemübungen eingesetzt.
Für die Darstellungen von Gottheiten sind die Mudras ein wesentlicher Bestandteil. Die Stellung von Hand und Fingern deutet gewöhnlich eine Tätigkeit an, mit der die oder der Dargestellte beschäftigt ist, und diese Tätigkeit ist Ausdruck einer Idee. Die häufigste Mudra früherer Zeiten war die abhayamudra, welche die Idee „Fürchte dich nicht“ darstellt. Diese Mudra ist auch im Buddhismus sehr bekannt.
Zu einem Mudra im Buddhismus gehören immer ein Mantra und Mandala. Zusammen bilden sie die drei Geheimnisse des Universums, Gedanke, Wort und Tat (jap. Sanmitsu).
Mudras spielen eine ent wichtige Rolle im klassischen indischen Tanz und im indischen Schauspiel.
Auch im westlichen Kulturkreis sind symbolische Gesten in einem spirituellen Kontext bekannt; man denke etwa an die gefalteten Hände beim Beten, das Segnen durch einen Priester oder, vor allem in Südeuropa (z. B. Italien), an die Abwehrgeste gegen den Bösen Blick (vergleiche die tibetisch-buddhistische Bannungsgeste Karana). Das Kreuzen von Mittel- und Zeigefinger der linken Hand, hinter dem Rücken des Schwörenden, ist noch heute im süddeutschen Raum sowie im gesamten Alpengebiet bei einem Meineid gebräuchlich.
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