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Prakriti












Prakriti
aus Wikipedia

Prakriti (Sanskrit, f., प्रकृति, prakṛti, ) in der indischen Samkhya-Philosophie die Urmaterie aus der das Universum besteht. Prakriti ist die kosmische Substanz, die ursprüngliche, nicht verursachte Ursache phänomenaler Existenz, die formlos, grenzenlos, unbeweglich, ewig und alldurchdringend ist. (pra, vorher, zuerst + kri, machen). Die Prakriti gibt es in zwei Zuständen: in "nicht-entfalteten" (d.h. nicht-manifestiertem) Zustand (Avyakta) und in "entfalteten" (d.h. manifestiertem) Zustand (Vyakta). Sie ist aus den folgenden drei Gunas (Eigenschaften) zusammengesetzt: Tamas (Trägheit, Dunkelheit, Chaos), Rajas (Rastlosigkeit, Bewegung, Energie) und Sattva (Harmonie, Einheit mit dem Selbst). Sattva neutralisiert Rajas und Tamas.

Den Vorstellungen der (dualistischen) Samkhya-Philosophie zufolge ist die Welt aus zwei Prinzipien aufgebaut: Purusha (Geist) und Prakriti (Urmaterie). Purusha ist das reine Bewusstsein (Cit). Das Benennbare, sich Manifestierende hingegen ist Prakriti (Urmaterie). Das menschliche Denkorgan (Manas) entstammt auch der Prakriti. Die Prakriti ist die Grundlage alles Materiellen und Dynamischen im Universum. Obwohl ewig getrennt, beeinflussen Purusha und Prakriti einander. Die Prakriti wurde als weiblich empfunden und könnte als das schaffende Prinzip verstanden werden. Purusha hingegen ist das erkennende Prinzip und männlich.

Der Samkyha-Philosoph Pancashikha entwickelte die Vorstellung, dass die Urmaterie, die ewig und allgegenwärtig ist, unendlich fein (sukshma) ist und daher nicht wahrgenommen werden kann. Aber sie ist trotzdem vorhanden und aus ihr geht die sichtbare Welt hervor und kehrt wieder in sie zurück. Sie ist jedoch ungeistig und daher Materie. Überdies ist sie tätig und schaffend.

Pancashika nahm an, dass sich drei verschiedenen Eigenschaften (Gunas) der Prakriti in der verschiedensten Form miteinander verbinden. Sobald die Urmaterie bei der Weltenschöpfung in Bewegung gerät, wird das ursprüngliche Gleichgewicht der Eigenschaften gestört. Die Eigenschaften vermischen und verbinden sind (zu dieser Zeit stellte man sich die Eigenschaften noch substanzhaft vor). Bald überwiegt diese, bald jene Eigenschaft. Die unendliche Mannigfaltigkeit der Mischung ermöglicht die Verschiedenheit der Dinge. Dabei ergeben die Urmaterie und ihre Schöpfungen die Zahl von 24 Wesenheiten (Tattvani), zu denen die Seele als fünfundzwanzigste tritt. Aus der Prakriti geht das Erkennen (Buddhi) hervor und aus dem Erkennen das Ichbewusstsein (Ahamkara). Dieses ist einerseits der Ursprung des Denkens (Manas) und der zehn Sinnesorgane (Indriyani). Außerdem entstehen daraus die fünf Elemente (Mahabhutani).

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