Traum


Traum
aus Wikipedia

Der Traum ist eine Art von meist unbewusster geistiger Tätigkeit, deren biologischer Sinn noch nicht voll verstanden wurde. Sowohl Menschen als auch höhere Tiere träumen. Ohne Träume scheint die psychische und körperliche Gesundheit zu leiden. Man nimmt an, dass das Träumen eine Funktion des Gedächtnisses ist.

Die meisten Träume bleiben unbewusst. Beim Aufwachen kann jedoch der letzte Trauminhalt ins Bewusstsein dringen. Der Traum wird meistens während des Schlafes erlebt, manchmal auch im Wachzustand als Wachtraum bzw. Tagtraum.

In einer überwiegenden Zahl der Fälle ist der Träumer nicht in der Lage, zwischen Traum und Realität zu unterscheiden. Er akzeptiert den Traum als Realität, gleich wie absurd sich die einzelnen Traumelemente darstellen. Es ist jedoch möglich, sich während des Traumes bewusst zu werden, dass es sich um einen Traum handelt. Dieser Zustand wird Klartraum oder auch "luzider Traum" genannt.

Der Traum setzt sich über Grenzen von Zeit, Ort und Naturgesetzen hinweg; er ermöglicht die Begegnung mit Verstorbenen, Welt- und Zeitreisen, verleiht Tieren Sprache und dem Träumenden besondere Kräfte. Dabei findet der Traum nach Ansicht der meisten Menschen ausschließlich im Geiste des Träumers statt. Einige Menschen gehen allerdings davon aus, dass Träume eine eigene Realität besitzen.

Kleine Kinder träumen meist von Spielen oder Tieren und sind dabei sehr aktiv. Bei Mädchen sind Kontaktaufnahme und "Happy End" häufiger als bei Jungen, die eher von unangenehmen, konflikthaften Themen träumen. Bei Heranwachsenden nehmen bizarre Züge in den Träumen zu.

Während des Einschlafens verliert man zunächst die Kontrolle über den Gedankenablauf, dann entschwindet die Raum-Zeit-Orientierung, schließlich treten Traumbilder auf, die normalerweise als wirkliches Geschehen empfunden werden.

Träume kommen in allen Phasen des Schlafes vor (Einschlafen, Aufwachen, REM-Schlaf und Non REM-Schlaf). Allerdings berichten Probanden am häufigsten von lebhaften Träumen wenn sie direkt aus dem REM-Schlaf geweckt werden. Erwacht man allerdings aus dem Tiefschlaf, mangelt es an Orientierung und am Erinnerungsvermögen. Die Erinnerung an die Traumgeschehnisse verblasst nach dem Erwachen üblicherweise binnen etwa 5-10 Minuten.

Albtraum

Der Albtraum spielt sich normalerweise in der zweiten Nachthälfte ab und endet meist mit einem Aufschrecken. Man erinnert sich an ihn, ist sich aber bewusst, dass es ein Traum war. Eine besondere Art des Albtraums ist der Pavor Nocturnus (Nachtangst). Der Träumer erwacht mit einem lauten Schrei, ist schweißgebadet und atmet schnell. Er braucht eine Weile um sich zu beruhigen. Die Erinnerung an den Albtraum verschwindet. Erwacht man aus dem REM-Schlaf, ist man sofort präsent.

Wachtraum

Auch im Wachen kann man träumen. Wenn man entspannt ist und die Augen geschlossen hat, wandern die Gedanken. Manchmal verliert sich der Träumende so sehr im Tagtraum, dass er sich nicht bewusst ist, wo er sich befindet. Dabei kann man seine Phantasien sogar mitsteuern.

Träume bei Tieren

Tiere mit einem komplexen Gehirn können ebenfalls träumen. Hunde bewegen z.B. ihre Pfoten so als würden sie jagen. Dabei verarbeiten sie offenbar Erinnerungen des vorangegangenen Tages. Es wurden auch Versuche an Ratten durchgeführt, die zeigen, dass die Gehirnaktivität, die sie bei einer Futtersuche zeigen, in der darauf folgenden Schlafphase ganz ähnlich wiederkehrt.

Inhalt von Träumen

Die Trauminhalte können entweder indirekt oder im Klartraum direkt beeinflusst werden. Trinkt man beispielsweise vor dem Einschlafen sehr viel Flüssigkeit, dann bekommt man schon während der Nacht Harndrang. Das kann zu Träumen mit Verfolgungscharakter führen. Auch abendliche Filme, die einen sehr aufwühlen, können die eigenen Träume indirekt beeinflussen. Auch die letzten Gedanken vor dem Schlafengehen können zu entsprechenden Traumerlebnissen führen. Geht man immer zur selben Zeit ins Bett und steht immer zuselben Zeit auf, dann werden einem die eigenen Träume nur selten bewusst. Steht man zu unregelmäßigen Zeiten auf und schläft ab und zu länger, auch wenn man gar nicht mehr so müde ist, dann werden einem Träume deutlich öfter ins Bewusstsein dringen.

Die Bedeutung des Traumes

Der Traum ist ein biologisch sinnvoller Vorgang, der die Funktion des Nervensystems gewährleistet. In vielen Kulturen nahm man an, dass die Seele im Schlaf den Körper verlässt. Seit der Neuzeit wird der Trauminhalt als Teil der Seele aufgefasst. Das Traumerleben kann für Wachtätigkeiten nützlich sein, daher kommt auch die Volksweisheit: Ein Problem zu "überschlafen". Außerdem eignen sich Träume sehr gut, um über sich selbst, seinen Körper, seine Begierden, seine Gefühle, seine Erinnerungen und sein intuitives Wissen mehr zu erfahren (Traumdeutung).

Klartraum

Der Klartraum oder auch luzider Traum ist ein Traum, in dem der Träumer sich bewusst ist, dass er träumt.

Durch dieses Wissen ist es ihm begrenzt möglich in seinen Traum einzugreifen, seine geistigen Ressourcen zu aktivieren und planvoll zu handeln. Er kann dabei nicht nur seine eigenen Handlungen kontrollieren, sondern auch auf die Traumumgebung einwirken. Allerdings kann er keine komplizierten Aufgaben wie etwa mathematische Berechnungen erledigen, da vor allem der logische Teil des Gehirns teilweise nicht funktionsfähig ist. Ob diese Beschränkungen zu überwinden sind, ist Teil der aktuellen Forschung.

Klarträume wurden bereits im Labor z.B. von Stephen LaBerge und Paul Tholey untersucht. Dabei standen und stehen Fragestellungen wie "Wie erzeugt man luzide Träume?", "Auf welche Weise kann man während des Traumes mit Außenstehenden Kontakt aufnehmen?", "Wozu kann man luzide Träume nutzen?" im Vordergrund. Eine Kontaktaufnahme zu Außenstehenden ist z.B. durch vorab vereinbarte Augenbewegungen möglich, da die Augenmuskulatur nicht von der Schlafparalyse betroffen ist.

Es wurden spezielle Klartraumtechniken entwickelt, mit denen die Häufigkeit und die zeitliche Ausdehnung von Klarträumen gesteigert werden kann. Diese beruhen meist auf dem Aktivieren des Bewusstseins, den so genannten Realitychecks und dem Führen eines Traumtagebuchs. Auch wird daran geforscht, inwieweit sich motorische Fertigkeiten im Klartraum verbessern lassen.

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Aus den Baha'i Schriften über das Thema Traum

Zitat:
Nun zu deiner Frage über die Welten Gottes. Wisse wahrlich, daß die Welten Gottes zahllos und unendlich weit sind. Keiner kann sie zählen oder erfassen außer Gott, dem Allwissenden, dem Allweisen. Denke an deinen Zustand im Schlafe. Wahrlich, Ich sage, diese Erscheinung ist das geheimnisvollste der Zeichen Gottes unter den Menschen, wollten sie doch im Herzen darüber nachsinnen. Siehe, wie das, was du im Traume geschaut hast, nach langer Zeit voll verwirklicht wird. Wäre die Welt, wo du dich im Traum befunden hast, dieselbe wie die Welt, in der du lebst, dann hätte die Begebenheit jenes Traumes im Augenblick ihres Geschehens zwangsläufig in dieser Welt bekannt werden müssen. Wäre es so, dann wärest du selbst dessen Zeuge. Da dies jedoch nicht der Fall ist, muß notwendigerweise daraus folgen, daß die Welt, in der du lebst, von jener, die du im Traum erlebt hast, verschieden und gesondert ist. Diese letztere Welt hat weder Anfang noch Ende. Es wäre wahr, wenn du behaupten wolltest, daß diese Traumwelt nach dem Ratschluß des allherrlichen und allmächtigen Gottes in deinem eigenen Selbst liegt und ganz in dir aufgeht. Es wäre ebenso wahr zu sagen, daß dein Geist, wenn er die Grenzen des Schlafes überschritten und sich von allen irdischen Bindungen befreit hat, durch Gottes Ratschluß ein Reich durchwandert, das in der innersten Wirklichkeit dieser Welt verborgen liegt. Wahrlich, Ich sage, die Schöpfung Gottes umfaßt Welten neben dieser Welt und Geschöpfe außer diesen Geschöpfen. In jeder dieser Welten hat Er Dinge verordnet, die niemand erforschen kann außer Ihm, dem Allerforschenden, dem Allweisen. Denke nach über das, was Wir dir enthüllt haben, damit du die Absicht Gottes, deines Herrn und des Herrn aller Welten, erkennest. In diesen Worten sind die Geheimnisse göttlicher Weisheit verwahrt.

Baha'u'llah


Zitat:
Siehe, wie dein Traum nach vielen Jahren vor deinen Augen wieder abrollt. Bedenke, wie seltsam das Geheimnis der Welt ist, die dir im Traum erscheint. Bewege die unerforschliche Weisheit Gottes in deinem Herzen und versenke dich in ihre mannigfaltigen Offenbarungen.

Baha'u'llah


Zitat:
Zum Beispiel sieht er im Zustand des Schlafes ohne Augen, ohne ein Ohr hört er, ohne eine Zunge spricht er und ohne Füße läuft er. Kurz, diese Handlungen sind jenseits der Mittel von Werkzeugen und Organen. Wie oft kommt es vor, daß der Geist in der Welt des Schlafes einen Traum sieht, dessen Bedeutung erst zwei Jahre später durch entsprechende Ereignisse sichtbar wird. Und wie oft geschieht es, daß ein Problem, das man in der Welt des Wachseins nicht lösen kann, in der Welt der Träume gelöst wird. Im Wachsein sieht das Auge nur auf eine kurze Entfernung, in den Träumen aber sieht der, welcher sich im Osten befindet, den Westen. Im Wachen sieht er die Gegenwart, im Schlafe die Zukunft. Im Wachsein kann er mit schnellen Verkehrsmitteln höchstens zwanzig Parasange in der Stunde (Anm. persisches und türkisches Längenmaß, 7-10 Kilometer) reisen, im Schlaf durchmißt er in einem Augenblick den Osten und den Westen. Denn der Geist reist auf zwei verschiedene Arten: ohne Mittel was gleich geistigem Reisen, und mit Hilfsmitteln, was gleich körperlichem Reisen ist, wie Vögel, die fliegen, und solche, die getragen werden.

Abdu'l-Baha


Zitat:
Ja, mein Bruder, wenn wir über irgendeines der erschaffenen Dinge nachdenken, so werden wir hunderttausend vollkommene Weisheiten finden und ungezähltes wundersames und neues Wissen erfahren. Eine der erschaffenen Erscheinungen ist der Traum: Sieh, wie viele Geheimnisse er birgt, welche Weisheiten er enthält, und wie groß die Zahl der Welten ist, die er einschließt. Du schläfst in einer verschlossenen Wohnung und weilst doch plötzlich weitab in einer Stadt, in die du eintrittst, ohne die Glieder zu rühren oder dich des Körpers zu bedienen, du siehst ohne Augen, hörst ohne Ohren und sprichst ohne Zunge. Und vielleicht geschieht es, daß du zehn Jahre danach in der äußeren Welt dem, was du nächtlich im Traum geschaut hast, begegnest.

Viele Weisheiten sind im Traum, dessen wahren Sinn niemand sonst als der Wanderer in diesem Tale wirklich verstehen kann. Vor allem, was ist das für eine Welt, in der wir uns ohne Auge, Ohr, Hand oder Zunge dieser Sinne bedienen? Sodann, wie kommt es, daß sich dir heute in der äußeren Welt ein Traum verwirklicht, den du vielleicht zehn Jahre vorher geträumt hast? Denke über den Unterschied zwischen diesen beiden Welten nach und über die Geheimnisse, die darin verborgen liegen, damit dir göttliche Bestätigung und himmlische Entdeckung zuteil werden und du die Welten der Heiligkeit begreifest.

Gott, der Erhabene, hat diese Zeichen in die Menschen gelegt, damit die Philosophen die Geheimnisse des Fortlebens nicht zu leugnen vermögen, noch herabsetzen, was ihnen verheißen ist.

Baha'u'llah