Moses - Stifter des Judentums


Auszug aus Abdu'l Baha, "Beantwortete Fragen", erschienen im Baha'i Verlag.

Moses

(Anmerkung: nach den Baha'i Lehren zählt Moses neben Abraham, Zarathustra, Buddha, Krishna, Jesus Christus, Mohammed, dem Bab und Baha'u'llah zu den "Offenbarern Gottes" - Gottesboten, die den Menschen den Weg weisen und das geistige Leben der Menschen erneuern.)

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Moses war lange Zeit Hirte in der Einöde. Rein äußerlich gesehen, war Er ein Mensch, der in einem tyrannischen Haushalt erzogen worden war, und die Leute wußten, daß Er einen Mord begangen hatte. Bei den Beamten und Priestern Pharaos war Er im höchsten Grade verhaßt und verabscheut.

Aber dieser Mann befreite ein großes Volk aus den Ketten der Gefangenschaft und brachte ihm Zufriedenheit. Er führte es aus Ägypten heraus und schließlich in das Heilige Land.

Dieses Volk wurde von den Tiefen der Erniedrigung zur Höhe des Ruhmes emporgehoben. Es war gefangen und wurde frei; es war das unwissendste unter den Völkern und wurde zum klügsten. Als Folge der Einrichtungen, die Moses ihm gab, erreichte es eine Stellung, die es zur Ehrenstelle unter allen Völkern berechtigte, und sein Ruf erfüllte die Welt. Dies ging so weit, daß die Nachbarvölker, wenn sie jemanden loben wollten, sagten: „Sicherlich ist er ein Jude.“ Moses gab die religiösen und staatlichen Gesetze, die das jüdische Volk neu belebten und es den höchsten Grad der damaligen Kultur erreichen ließen.

Es erreichte eine so hohe Entwicklungsstufe, daß die Weisen Griechenlands die berühmten Männer Israels als Muster der Vollkommenheit ansahen. Einer von diesen war Sokrates, der Syrien besuchte und von den Kindern Israels die Lehren von der Einheit Gottes und der Unsterblichkeit der Seele übernahm. Nach seiner Rückkehr verkündete er diese Lehre in Griechenland. Später empörten sich die Griechen gegen ihn, klagten ihn der Gottlosigkeit an, stellten ihn vor Gericht und verurteilten ihn zum Tod durch Gift.

Ein Mensch mit einer schweren Zunge, Der im Hause des Pharao aufgewachsen und unter den Leuten als Mörder verrufen war, Der sich lange aus Furcht verborgen halten mußte und darum Hirte geworden war, - wie konnte solch ein Mann ein so gewaltiges Werk errichten, während die größten Philosophen der Erde nicht ein Tausendstel solchen Einflusses erkennen ließen? Sicherlich ist dies ein Wunder.

Einem Mann, Der stotterte und unfähig war, eine richtige Unterhaltung zu führen, gelang es, einen so großen Glauben zu verkünden! Ohne göttlichen Beistand hätte Er niemals dieses große Werk vollbringen können. Dies sind die Tatsachen, die niemand leugnen kann. Wissenschaftler, die Philosophen Griechenlands und die großen Römer wurden weltberühmt, obwohl jeder von ihnen nur einen Wissenszweig beherrschte. So errangen zum Beispiel Galenus und Hippokrates in der Heilkunde, Aristoteles in der Logik und Beweisführung, Plato in der Ethik und Theologie eine große Berühmtheit. Wie war es möglich, daß ein Hirte all dieses Wissen begründen konnte? Es kann kein Zweifel darüber bestehen, daß Er von einer allgewaltigen Macht unterstützt war.

Überlege, wie viele Prüfungen und Schwierigkeiten über die Menschen kommen. Moses hatte, um eine Grausamkeit zu verhindern, einen Ägypter erschlagen und war unter dem Volk als Mörder verrufen, um so mehr, als der Getötete dem Herrschervolk angehörte. Dennoch wurde Er nach Seiner Flucht zum Offenbarer auserwählt!

Trotz Seines schlechten Rufs, wie wunderbar wurde Er durch eine überirdische Macht geführt, als Er Seine großen Einrichtungen und Gesetze begründete!

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