Foren-Übersicht
Login | Registrieren | Forum | Suche | Impressum

Offenbarung












Offenbarung
aus Wikipedia

Offenbarung ist ein Begriff, der vorwiegend in der Religion und Theologie gebraucht wird.

Aus dem althochdeutschen Adjektiv offan ("offen") wird schon früh die Ableitung offanbar ("deutlich, klar ersichtlich, eindeutig") gebildet, dazu das Verb offenbaeren mit der Bedeutung "offen zeigen, enthüllen, kundtun" sowie das mittelhochdeutsche Substantiv offenbarunge ("Kundgabe, Bekenntnis"). Im heutigen Deutsch fächern sich die Bedeutungen weiter aus, so auch im Sinne von "sich jemandem anvertrauen". Mitunter wird das Wort im übertragenen Sinn scherzhaft gebraucht ("Das Essen war eine Offenbarung"). Die älteren Bedeutungen bleiben daneben erhalten.

In der Umgangssprache wird unter Offenbarung meistens verstanden, dass etwas bislang Verborgenes enthüllt wird. Im religiösen Sprachgebrauch bezeichnet das Wort Offenbarung gewöhnlich eine auf übernatürlichem Wege stattfindende Mitteilung göttlicher Wahrheiten oder eines göttlichen Willens. Der folgende Artikel befasst sich nur mit dem religiösen Begriff der Offenbarung.

In religiöser Hinsicht kann man zwei verschiedene Formen der Offenbarung unterscheiden, nämlich zum einen die Selbstoffenbarung Gottes in der von ihm geschaffenen Welt (natürliche O.) und zum anderen die Offenbarung Gottes, die einem einzelnen Menschen widerfährt (übernatürliche O.). In welchem Verhältnis beide Formen der Offenbarung zueinander stehen, ist umstritten. Gäbe es eine natürliche Offenbarung, müsste sie grundsätzlich allen Menschen zugänglich sein. Dann wäre (z.B. vom Boden des Christentums aus) schwer begreiflich zu machen, warum es unter Menschen überhaupt verschiedene Religionen geben kann. Wenn sich ein Gott in der von ihm selbst geschaffenen Welt zu erkennen gibt, warum gibt es dann mehr als eine Religion? Die übernatürliche Offenbarung Gottes in oder durch einen einzelnen Menschen wirft kaum weniger beunruhigende Fragen auf, die darauf zurückgehen, dass religiöse Offenbarungen weniger von ganzen Gruppen, sondern häufiger von Einzelnen erlebt werden. Solche Fragen können z.B. sein: Warum offenbart sich Gott dir, aber nicht mir? Welche von zwei gegenläufigen Offenbarungen ist die, als deren Urheber Gott gelten soll?

Legt man den Gehalt des Begriffs auseinander, stößt man auf ein Subjekt, das etwas offenbart, ein anderes Subjekt, das eine Offenbarung empfängt, sodann auf einen Inhalt, der mitgeteilt und empfangen wird. Der Begriff bezieht sich also einerseits auf einen Vorgang der Mitteilung, andererseits auf deren Inhalt. Im Einzelnen gibt es unterschiedliche Arten von Offenbarungen. Man kann Offenbarungs-Erlebnisse und die Deutung von Offenbarungs-Erlebnissen unterscheiden. Dieser Unterschied ist vor allem deshalb wichtig, weil die Deutung des Erlebnisses unvermerkt schon durch den vorgenommen werden kann, dem das Erlebnis widerfährt. Die verschiedenen Arten von Offenbarungen lassen sich weiter nach Gruppen ordnen. Häufig ist eine Einteilung, die nach dem Sinn der Wahrnehmung unterscheidet, über den die Offenbarung bei einem Empfänger ankommt. Manche Offenbarungen werden (in welcher Weise auch immer) "geschaut" (Vision). Manche Offenbarungen werden (in welcher Weise auch immer) "gehört" (Audition). Offenbarungen sind für jene, denen sie widerfahren, einschneidende Erlebnisse, die den ganzen Menschen ergreifen und seine Persönlichkeit und sein künftiges Leben nachhaltig verändern können. Vielfach werden Offenbarungserlebnisse als überwältigend beschrieben, häufig wird ihr verpflichtender Charakter betont. Gleichzeitig lässt sich feststellen, dass diese Erlebnisse höchst individuell ausfallen, weshalb auch von der "Vielfalt religiöser Erfahrung" (W.James) gesprochen wurde. Wenn sich sich Offenbarungen auf die Zukunft beziehen, handelt es sich um Prophetie. Spricht man von "übernatürlicher Offenbarung", wird die Nähe des Offenbarungsbegriffs zum Begriff Wunder deutlich. Ein anderer verwandter Begriff ist Erleuchtung. Der Unterschied zwischen Offenbarung und Erleuchtug ist wichtig mit Blick auf Religionen, die nicht an einen persönlichen Gott im Sinne des Christentums glauben. Einsicht durch Erleuchtung spielt im Buddhismus, gerade auch im Zen-Buddhismus (der das Satori genannte blitzartige Aufleuchten von Einsicht betont), eine große Rolle. Unter dem Gesichtspunkt des ganzheitlichen Erlebens ist auch der Begriff Intuition verwandt.

Die Sprache unterscheidet zwischen "wissen", "meinen" und "glauben". Alle drei Wörter bedeuten, dass etwas für wahr gehalten wird. Deshalb kann sich für jeden Sprecher mit Blick auf Offenbarungen sofort eine weitere beunruhigende Frage stellen: welche Offenbarungen sollen (im Sinn der Umgangssprache) als wahr gelten? Anders gefragt: handelt es sich bei Offenbarungen um Erkenntnis oder um Illusion, wenn nicht gar um Betrug? Diese kritischen Fragen stellen sich unvermeidlich schon auf dem Boden des Offenbarungsglaubens selbst im Nu, und zwar dann, wenn in der gleichen Sache zwei oder mehr verschiedene Offenbarungen vorliegen, die sich nicht zur Deckung bringen lassen. In der Geschichte des Glaubens an Offenbarungen taucht dieses Problem keineswegs selten auf. Wegen ihres oft verpflichtenden Gehalts drängen Offenbarungen zum Handeln. Wenn entschieden werden muss, was getan werden soll, können die Akteure beim Vorliegen gegensinniger Offenbarungen ratlos zurücklbleiben oder auch miteinander in Streit geraten. weil sich der eine auf diese, der andere auf jene Offenbarung stützt. Welche Offenbarung jeweils die "richtige" gewesen war, erschließt sich aus der Sicht der Akteure immer erst nachträglich. Damit entscheidet ein oft nicht bewusstes Kriterium der Praxis darüber, ob eine Offenbarung als wahr aufgehoben werden soll oder als unwahr verworfen werden muss. Von hier aus ist nur noch ein kleiner Schritt bis zur neuzeitlichen Religionskritik. Die moderne Religionskritik wächst auf dem Boden von Fragen und Zweifeln, denen sich fromme Anhänger des Glaubens an Offenbarungen nicht entziehen können. Trotzdem lassen sich beide Standpunkte an ihrer Fragerichtung deutlich erkennen. Kritik an der Religion von innen fragt: Ist diese oder jene Offenbarung wahr? Die allgemeine Kritik an der Religion fragt: Können Offenbarungen überhaupt wahr sein? Wer verneint, dass es einen Gott im Sinne des Theismus gibt, hat damit zugleich die Möglichkeit einer Offenbarung Gottes durch sich selbst verneint.(Vergleiche Atheismus!)

Der Glaube an Offenbarungen schließt zwei Behauptungen ein, denn zum einen soll eine Offenbarung von Gott bewirkt worden sein, zum anderen soll der Inhalt jeder Offenbarung wahr sein. Der Anspruch auf Wahrheit, der von demjenigen erhoben wird, der eine Offenbarung erlebt, wird schon innerhalb des Glaubens an Offenbarungen fraglich. Das Problem ist sehr alt und wird z.B. im Pentateuch in die Worte gefasst: "Wie kann ich merken, welches Wort der Herr nicht geredet hat?" (5.Mos.18, 21) Auf diese Frage hat der Glaube an Offenbarungen bis heute keine allgemein überzeugende Antwort gefunden. Dies gilt auch, wenn man an dieser Stelle zuendeliest: "...wenn der Prophet redet in dem Namen des Herrn und es wird nichts daraus und es tritt nicht ein, dann ist das ein Wort, das der Herr nicht geredet hat. Der Prophet hat's aus Vermessenheit geredet; darum scheu dich nicht vor ihm"(5.Mos.18,22). Jedoch taugt auch Kenntnis der Zukunft nicht als Kriterium zum Unterscheiden von echter und falscher Offenbarung; denn das vermeintliche Vorwissen eines Propheten könnte auf gutes Raten zurückgehen, das jedem Menschen möglich ist, auch ohne Gottes Hilfe. Der eintretende Erfolg einer in die Tat umgesetzten Absicht taugt ebenfalls nicht als Kriterium einer im Sinne des Offenbarungsglaubens absoluten Wahrheit, da Erfolg unter Menschen oft nicht von Dauer ist. Die angeführte Stelle zeigt auch klar und deutlich, dass bereits auf dem Boden des Offenbarungsglaubens eine moralisierende Kritik einsetzt; die Unzulänglichkeit einer unechten Offenbarung wird mit der Unzulänglichkeit des Propheten erklärt. Das Problem der falschen Propheten hängt dem Offenbarungsglauben an, soweit unsere geschichtlichen Kenntnisse reichen. Die Existenz von falschen Propheten wird gleichermaßen im alten wie im neuen Testament beklagt. Die Frage, ob eine Offenbarung als wahr gelten soll, verschärft sich noch, wenn viele Propheten mit gegenläufigen Offenbarungen auftreten. Wie man sich in Fällen großer Zweifel zu helfen versuchte, ergibt sich auch aus 2.Mos.28,30: "Und du sollst in die Brusttasche tun die Lose Licht und Recht, so dass sie auf dem Herzen Aarons seien, wenn er hineingeht vor den Herrn, dass er die Entscheidungen für die Kinder Israel auf seinem Herzen trage vor dem Herrn allezeit." (Vergleiche Urim und Tummim!) Orakel waren keineswegs ausschlielich bei Heiden üblich. Auch im alten Israel konnte man "mit den heiligen Losen den Herrn befragen" (4.Mos.27,21). Außer Losorakeln kannte man noch Becherweissagung (1.Mos.44,5), Baumorakel (2.Sam.5,22f) und Leberschau (Hes.21,26).

In unterschiedlichen Denkbewegungen der (christlichen) Theologie ist der Begriff Erfahrung entweder Gegenbegriff: das heißt er spielt keinerlei Rolle (z.B. Karl Barth) bzw. er wird im Gegenteil überbetont im Zusammenhang mit der Vernunfterkenntnis (vergleiche z.B. Liberale Theologie); oder er ist Komplementärbegriff (ergänzend) zu dem der Offenbarung.

Text und Bilder dieses Beitrages basieren auf dem Artikel Offenbarung aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und stehen unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.
Offenbarung durch ein spirituelles Erleben
Als Offenbarung wird der passiv erlangte Gewinn religiöser Überzeugungen durch unmittelbares spirituelles Erleben verstanden. Da dieses Erlebnis nicht für den Menschen verfügbar ist, und somit nicht als Mittel für die experimentell-wissenschaftliche Methode in Frage kommt, wird der Erkenntnisgewinn von den Naturwissenschaften nicht anerkannt oder z.B. als Wahnmanifestation oder ähnliches eingestuft. Der Begriff der Offenbarung ist allerdings mit dem wertneutraleren, nicht unbedingt religiösen Begriff der Erleuchtung verknüpft. Im Gegensatz zur naturwissenschaftlichen Erkenntnis bestimmt und beeindruckt eine Offenbarung als religiöses Erschließungsereignis immer den ganzen Menschen; der Glaube, der sich dieser religiösen Offenbarung gewiß ist, geht von einem ´übernatürlichen´ bzw. transzendenten Grund und Auslöser des Geschehens aus. Der Empfänger einer solchen Offenbarung wird mitunter als Prophet bezeichnet, gelegentlich auch als Botschafter Gottes.

Judentum
In der hebräischen Bibel wird von zahlreichen Offenbarungen an Propheten berichtet, angefangen bei Noach und Abraham, weiter über Mose, Elija, Jeremia und Jesaja bis zu Daniel. Für sie alle wird der Anspruch erhoben, göttliche Botschaften empfangen zu haben. Auch weibliche Propheten werden als Überbringer von Gottesnachrichten dokumentiert.

Christentum
Nach christlichem Verständnis ist die Offenbarung das sich Zeigen (des grundsätzlich verborgenen) Gottes in der Welt. Hierbei geht der christliche Glaube davon aus, dass Gott sich im wesentlichen auf zwei verschiedenen Wegen in der Welt zeigt: (1) in der Schöpfung, (d.h. der Mensch wird als fähig erachtet, durch die ihm gegebenen Möglichkeiten der Bezugnahme auf die ihn umgebende Welt, in dieser das verborgene Wirken des die Welt lenkenden Gottes und damit ansatzweise, in "Spuren", Gott selbst zu erkennen) sowie (2) in der Bibel (d.h. die in der Bibel beschriebenen Bezugnahmen Gottes auf den Menschen, insbesondere in der Person Jesu Christi, werden als charakteristisch für die Bezugnahme Gottes auf den Menschen überhaupt angesehen und damit als charakteristisch für Gott selbst). Gott zeigt sich also dem Menschen aus christlicher Sicht sowohl durch das "Buch der Schöpfung" als auch durch das "Buch der Bibel".

Konsequenz dieser bereits biblisch fundierten Lehre von den zwei Offenbarungswegen ist die wichtige Tatsache, dass diese (bei konsequenter Beachtung) vor einer Ideologisierung schützt. Denn: Da zum einen sich Gott den Menschen auf zwei verschiedene Weisen zeigt, zum anderen davon ausgegangen wird, dass er sich auf diesen beiden Wegen nicht widersprüchlich dem Menschen zeigt, steht der Mensch vor der Herausforderung, seine eigene Welt- und Schöpfungserfahrung mit denjenigen Erkenntnissen, die er der Bibel entnimmt, zu harmonisieren. Oder anders gesagt: Der Christ ist einerseits dazu herausgefordert, die Bibel vor dem Hintergrund seiner Welterfahrung je neu auszulegen und umgekehrt seine Welterfahrung mit Hilfe der biblischen Darstellungen je neu zu deuten. Aus dieser permanent gelebten Spannung heraus gestaltet er - freilich im Kontext der Kirche und mit der Hilfe von Tradition und Lehramt - sein selbst zu verantwortendes Leben vor Gott.

Islam
Im Islam ist die Offenbarung des Korans durch den Propheten Mohammed recht gut beschrieben. Dabei werden auch die physischen und psychischen Aspekte von denen Mohammed dabei betroffen ist (Klingeln in den Ohren, trockene Kehle, Trance) geschildert.

Asiatische Religionen
In den asiatischen Religionen hat der Begriff der Offenbarung oder göttlicher Eingebungen eine wesentlich geringere Rolle als in den drei Buchreligionen. Aber auch im Hinduismus ist die Offenbarung des Göttlichen von Bedeutung. Die bekannteste ist die Offenbarung Krishnas im zehnten Kapitel der Bhagavadgita, sowie die Offenbarung der Göttin im Devibhagavatam (7. Buch, Kap.33), einem der wichtigsten Bücher des Shaktismus.
Indirekte Offenbarung durch Erkennen der Welt
Viele Religionen, darunter der Buddhismus (in Teilen), der Hinduismus und die diversen Formen des Lamaismus, deuten die Welt anhand eines Schöpfungsmythos. Vorausgesetzt wird, dass (ein oder mehrere Götter) die Welt entweder direkt erschaffen haben oder zumindest eine bereits vorhandene, ungeordnete Masse so geformt haben, dass daraus ein Kosmos (also eine nach Gesetzen geordnete Welt) entstanden ist. Infolgedessen wäre die Beschaffenheit der Welt ein Produkt des göttlichen Willens und offenbart die Eigenschaften ihres Schöpfers.
Monotheismus
In den monotheistischen Religionen wird der Begriff Offenbarung für einen Akt Gottes benutzt, der damit dem Menschen etwas über sich bekannt gibt, seinen Willen kundtut oder zu einem Erkenntnisgewinn führen soll.

Offenbarungen (im Plural) werden durch die Religionen auf verschiedenste Weisen definiert und interpretiert. Diese Form des Kennenlernens von Gott wird unter anderem auch vom Christentum praktiziert, wobei die erkannten Wunder und Werke als Beleg für das Wirken Gottes auf Erden dienen.
Mündliche Offenbarung
Einige Menschen glauben, dass Gott direkt mit den Menschen kommunizieren kann, um ihnen so den Text einer Offenbarung direkt einzugeben, quasi zu diktieren, die sogenannte Verbalinspiration. Die Realinspiration lässt den Menschen selber den Bibeltext verfassen, der nachträglich von Gott "abgesegnet" wird. Nach der Personalinspiration hat die Bibel zwei Ursachen: Gott und den Menschen. Beispielhaft für Verbalinspiration sei die Neuoffenbarung angeführt.
Forum -> Forums-Lexikon


1, 2  Weiter
Ähnliche Themen
Gedankliches Probelm mit der Baha'i Offenbarung
Bibel insbesondere das NT göttliche Offenbarung?
Johannes Offenbarung
Was ist eine Offenbarung ?
Jakobus bis Offenbarung
Offenbarung des Johannes
Johannes Offenbarung 19:10- Lukas 4:41
Offenbarung Jesu Christi
Widerfahrene Offenbarung
Wortlaut der Offenbarung