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Theologie als Wiege der Demokratie?












Titel: Die mosaische Unterscheidung
Autor: Jan Assmann
Broschiert - Hanser Verlag
Erscheinungsdatum: August 2003
ISBN: 3446203672
S.: 286
EUR 19,90




"Macht, Schuld, Gerechtigkeit und Solidarität, ja der Begriff des Gesetzes selber, oft auf den primären Gesetzgeber, also Gott, zurückgeführt, waren allesamt politische Prinzipien bevor sie gleichsam religiös kodifiziert wurden - vermutlich zur ideologischen Absicherung. Auf sie beriefen sich noch in der Neuzeit die Herrscher "von Gottes Gnaden". Die wechselseitige Abhängigkeit prägte den Begriff "politische Theologie", die also nicht nur in Theokratien eine Rolle spielt, sondern im ganzen kultischen Bereich der hoheitlichen Rituale.
Weder das Theologische noch das Säkulare seien etwas Ursprüngliches, vielmehr hätten immer wieder Umbuchungen zentraler Aspekte des Politischen von der Erde in den Himmel - so nennt der Autor diese Gegenbewegung zur Säkularisierung - stattgefunden; dieser scheinbar so natürlichen kulturellen Evolution, der Säkularisierung als Inbegriff des Fortschritts, seien nämlich seinerseits Prozesse der Theologisierung und Sakralisierung staatlichen Denkens vorausgegangen. "Diese Prozesse deuten sich zum Teil in Ägypten schon an und kommen dann in Israel zum Durchbruch, und zwar in polemischer Abgrenzung zu Ägypten. Alle Kapitel dieses Bandes beleuchten diese Wende von verschiedenen Seiten her", erläuterte Assmann damals seine Methode. Ägypten war die Hegemonialmacht wie heute US-Amerika, und auch damals versuchten sich kleinere Gemeinwesen abzugrenzen. Der Kult und Körper Gottes in Gestalt des Pharaoh fand seinen Gegenspieler im kleinen Israel, das den Gott gleichsam in die Transzendenz abschob samt dem Verbot, sich ein Bild von ihm zu machen. Dieser Gott schloss einen Bund mit seinem Volk - und schon haben wir das Urbild des Vertrags."
(Ausschnitt der Rezension von Eike Gebhardt: http://www.dradio.de/dlf/sendungen/buechermarkt/270425/)
Interessant - scheint lesenswert zu sein... (vgl. hier)
Die neue "chrismon" -

http://chrismonblogs.de/Religion-fuer-Einsteiger

Blog: Religion für Einsteiger
Was soll der Zölibat?

Luthers revolutionärer Schritt richtete sich nicht nur gegen die Mönchsgelübde, sondern faktisch auch gegen die Zölibatspflicht der Gemeindepriester - in beiden Fällen gegen alte kirchliche Traditionen. Seit dem vierten Jahrhundert, nicht zufällig nach der rechtlichen Anerkennung des Christentums im Römischen Reich, war über die Einführung der Zölibatspflicht diskutiert worden - die Kirche suchte nach sozialen Unterscheidungsmerkmalen für ihre Kleriker. Im Jahr 1139 war es dann tatsächlich so weit, dass die Ehelosigkeit zur Pflicht der Geistlichen wurde - im Weströmischen Reich. Die Ostkirchen schlossen sich dieser Entscheidung nicht an.

Braucht man Wissen um zu glauben?
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Ist Ehre ein religiöses Wort?
Ehelos - um Gottes willen?
Muss man Gott fürchten?
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Ich sehe "Chrismon" als eine Zeitschrift, die Einblick darüber gibt, wie Christen denken.

Wo sich Menschen auf ein ganzes Lebenskonzept einlassen, müssen sie auch Fragen stellen dürfen. Immerhin geht es ja nicht nur um den Wahrheitsgehalt einzelner Aussagen, mit denen man sich geistig auseinandersetzt, sondern um den Sinn des eigenen Lebens.
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