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Ich frage mich, wo ich anfangen soll!
Mein Alltag sieht in etwa so aus:
Ich quäle mich morgens aus dem Bett, mache mich fertig und gehe zur Schule. Danach steht manchmal noch Sport an. Wenn ich nach Hause komme fühle ich mich meistens unendlich erleichtert und verteibe mir den Tag mit Hausaufgaben, Lesen, Fernsehen, Zeichnen oder Schreiben, meistens bin ich also alleine.
Das Alleinsein macht mir kaum etwas aus. Ich beschäftige mich meistens mit etwas, wo ich einfach abschalten kann und ich nicht meinen Gedanken nachhängen muss. Meine Gedanken sind unklar, gehen alle mögliche Wege, meiden jedoch stehts den präzisen Geradeausweg.
Ich habe nicht so viele Freunde, die meisten wohnen weit weg und sind nicht einmal in meiner Klasse/ auf meiner Schule und meistens auch älter als ich. In meiner Klasse fühle ich mich nicht ganz zugehörig, habe wohl den Ruf des schüchternen Mädchens, das ein wenig schwer von Begriff ist und kaum redet.
In der Tat bin ich nicht die gesprächigste und habe Schwierigkeiten mich auszudrücken, finde also nicht direkt die richtigen Worte und verhaspel mich ständig. Ich wünschte ich könnte daran etwas ändern, doch gehen mir meistens sehr schnell die Gesprächsthemen aus.
Das ist jedoch nicht das, was mich am meisten bedrückt. Ich bin viel zu sensibel, denke viel zu viel nach und verstecke mich meistens vor den Menschen. Selbst den Kontakt zu meinen besten Freunden, die mich innerlich immer wieder zum Lächeln bringen, kann ich nur schwer halten.
Ich hasse es außerdem, ich selbst zu sein. Ich lächle, auch wenn es mir schlecht geht, behalte Dinge, die mich bedrücken, ständig für mich. Auch dies zu schreiben hat mich einige Überwindung gekostet, jedoch will ich endlich etwas ändern.
Wenn ich nach draußen gehe, spaziere, oder etwas mit Freunden unternehme, ist es anfangs zwar ganz lustig, jedoch sackt meine Laune immer weiter ab, bis sie fast ihren Tiefpunkt erreicht hat. Es kann sein, dass ich sauer werde, traurig werde, alles völlig grundlos, jedoch lasse ich es mir nicht anmerken. Und wieder, wenn ich zuhause bin, geht es mir besser, ich kann aufatmen.
Seit ein paar Wochen fühle ich mich manchmal richtig verloren. Ich fange an, ohne Grund zu weinen, und fühle nur dieses seltsame Gefühl der Leere.
Es ist fast, als hätten Seele und Körper die Verbindung verloren. Als würde mein Körper automatisch reagieren. Bei Witzen lachen, auf dem Nachhauseweg einen Fuß vor den anderen setzen, bis man am Ziel ist. Dann ein Strom von wirren Gedanken, der mit Ablenkung unterdrückt ist. In letzter Zeit raubt mir mein ständiges Grübeln sogar schon den Schlaf.
Wenn ich dann übermüdet aufwache geht der graue Alltag wieder von vorne los, automatisches Aufstehen, ständig begleitet von dem Gefühl der Leere, der Leblosigkeit. Ich stelle meine Dusche so kalt es geht, anstatt beißender Kälte nehme ich jedoch nur ein Kitzeln war. Ich kratze und beiße an meinen Armen herum, will mich wieder lebendiger fühlen, aber es tut nicht weh.
Hat jemand Erfahrung damit?
Ich hasse es einfach, zumal ich für all das nicht einmal einen Grund habe. Es hat sich einfach so entwickelt.
Selbst meine Mutter ist mir in letzter Zeit immer fremder geworden. Meine Eltern leben getrennt, sie hat einen neuen Freund, mit dem ich mal so mal so klarkomme. Ich meide Gespräche mit ihr, das Meiste, was sie sagt, nervt mich einfach, stört mich. Manchmal gibt sie mir das Gefühl falsch zu sein. Am liebsten würde ich sie anschreien: "Na und! Was geht es dich an!"
Ich will nur noch, dass es aufhört. Die Leere, die Abneigung gegen alles, was mir sonst Freude bereitet. Gibt es vielleicht etwas, was ich tun kann?
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In Teilen geht es mir auch so.
Ich rate dir, dein Leben/Lebenstil zu aendern. Wie waers mal mit was Neuem?
Hast du einen Freund?
Wie alt bist du?
Wie waers, wenn du dir ein neues Hobby zulegst, was man mit anderen machen kann? Was fuer ein Sport machst du?
Such unbedingt Kontakt zu anderen Menschen, den dann fuehlst du dich mit der Zeit sicherer im Reden und Gespraechsthemen fallen dir auch ein.
Sprich mit Menschen und auch mal mit dem anderen Geschlecht.
Ich hatte sehr lange Zeit auch so ein Problem. Mir half der Kontakt zu anderen.
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Das was Karim geschrieben hat, halte ich in deinem Fall mal für einen guten Ansatz.
Hast du es schonmal mit Meditation probiert?
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Danke für deine Antwort!
Einen Freund habe ich nicht, will ich auch eigentlich nicht.
Ich bin 14, gehe zwei mal in der Woche zum Fechttraining und spiele am Wochenende Theater. Ich habe schon viele Dinge durchprobiert, verschiedene Sportarten, aber mit allen habe ich nach ein paar Wochen wieder aufgehört. Mit vielen Leuten komme ich nicht sofort klar, aber ich weiß nicht genau warum. Muss wohl an mir liegen. Hoffentlich legt sich wenigstens das mit der Zeit.
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Hallo Nameless!
Dein Zustand klingt so auf´s Erste zwar besorgniserregend aber wie wäre es, wenn du es von der positiven Seite angehst?
Betrachte es als ein Zeichen der inneren Einkehr.
Jetzt siehst du es als Belastung, als etwas Unnatürliches, dass du dich von den anderen zurückziehst. Es könnte aber auch etwas von dir Gewolltes sein, du hast den positiven Zugang nur noch nicht erkannt.
Was ich meine ist, kämpfe nicht dagegen an, dass du dich zurückziehen willst, sondern lass es zu, ohne dich selbst schlecht, dir Vorwürfe oder schlechte Gedanken zu machen.
Es könnte sein, dass sich so von selbst in dir eine Lösung oder Erklärung bemerkbar machen kann, die du mit den negativen Gedanken und Verurteilungen derzeit nicht aufkommen lässt.
Mir ging es in deinem Alter sehr ähnlich und war damals auch sehr ratlos und hilflos ob der unerwünschten Situation.
Nach vielen Jahren sinnloser innerer Kämpfe zeichnete sich die Lösung allmählich erst dann ab, als ich begann mich so zu akzeptieren, wie ich bin: Ich brauche meinen Rückzug, das Alleinsein ist für mich Lebensnotwendig. Das Erlernen einer Art Transzendentaler Meditation hat mir besonders viel geholfen. Dabei lasse ich meinen Gedanken einfach freien Lauf, ohne mich aktiv einzumischen oder zu werten. In diesem Zustand drängen sich die Zusammenhänge, die ich vorher nicht erkannt hatte, von selbst in mein Bewusstsein.
Lieben Gruß
Tündér
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