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Liebe Freunde
Was mich heute interessiert ist die Art wie Baha'i beten und meditieren.
In den religiösen Traditionen gibt es ja die verschiedensten Traditionen.
1. Da die Baha'i auch das Erbe der Kultur Indiens antreten wollen, habe ich mich gefragt, ob es unter Baha'i auch so ausgefeilte Meditationstechniken gibt wie bei Hindus und Buddhisten? Welche Rolle spielt Yoga?
2. Gibt es Baha'i, ehemalige Christen und/ oder Muslime, die ihre Form des Gebets weiterhin praktizieren? Also knien oder zu Boden fallen. Oder das beten mit nach oben geöffneten Händen vor der Brust, das es bei Christen und Muslimen gibt.
3. Oder gibt es eine eigene, neue Art der Meditation?
Danke für ein paar Antworten zu diesem wichtigen Thema und Gruss,
Andreas
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Lieber Andreas,
1. Im Bahaitum steht es den Gläubigen frei zu meditieren, wie sie möchten, so lange es nicht andere Gesetze der Bahá'i verstößt. Wie zum Beispiel die Nutzung von Drogen und Alkohol. Ein Bahá'i kann also durchaus Yoga praktizieren oder buddhistische Techniken bzw. christliche Techniken von Eckhart oder auch Techniken der Sufis verwenden.
2. Es gibt drei Pflichtgebete, von welchen man sich eines aussuchen und dieses auch konsequent verrichten muss (wobei man jeden Tag auch ein anderes sich aussuchen kann, der Flexibilität steht nichts im Weg!).
Ausser diesen fest vorgeschriebenen Gebeten, samt Waschungen und Körperhaltungen, ist es dem Gläubigen freigestellt alle anderen Gebete so zu beten, wie er möchte. Man kann sich also durchaus bei freiwilligen Gebeten so verhalten, wie man es sich gewohnt ist.
Noch zu den Pflichtgebeten:
- Beim kurzen Pflichtgebet muss man sich nach Akka wenden und im stehend ein kurzes Gebet sprechen.
- Beim mittleren beugt man sich einmal und setzt sich hin und spricht auch dann Gebete.
- Das lange sieht dann eigentlich wie das islamische Beten aus. Es ist tatsächlich recht lang besteht aus Beugungen und Niederwerfungen und Gebeten mit Händen an der Brust.
3. Eine Bahá'i spezifische Meditationstechnik wäre vielleicht das 95-malige Sprechen der Formel Allah'u'Abha, was ich generell nach dem langen Pflichtgebet mache, falls ich dieses verrichten sollte. Zudem wirken die Andachten und das Pflichtlesen der Verse Gottes jeden Morgen und Abend auch recht meditativ.
Gruß,
Rahiym
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Lieber Andreas,
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| Da die Baha'i auch das Erbe der Kultur Indiens antreten wollen, habe ich mich gefragt, ob es unter Baha'i auch so ausgefeilte Meditationstechniken gibt wie bei Hindus und Buddhisten? Welche Rolle spielt Yoga? |
Unter "meditieren" wird in der Bahá'í-Religion zuerst einmal das spirituelle Erforschen von Offenbarungstexten verstanden. Wie dies dann genau geschieht, und mit welchem Mitteln, ist nicht festgelegt und Shoghi Effendi hält auch fest, das kein Bahá'í dies anderen Bahá'í aufdrängen soll und auch keine bestimmte Meditationstechnik als "Bahá'í-Meditation" ausgegeben werden soll.
Yoga kann jeder machen der will, muss aber niemand. Einfluss des Ganzen auf die persönliche Praxis wird wohl da sein, wenn man es macht. Einige Bewegungen des mittleren und des langen Pflichtgebetes haben eine gewisse Ähnlichkeit zum Yoga.
| Zitat: |
| Gibt es Baha'i, ehemalige Christen und/ oder Muslime, die ihre Form des Gebets weiterhin praktizieren? Also knien oder zu Boden fallen. Oder das beten mit nach oben geöffneten Händen vor der Brust, das es bei Christen und Muslimen gibt. |
Hier muss zuerst unterteilt werden. Bahá'í kennen mehrere Arten von Gebeten, die Pflichtgebete und freiwillige Gebete. Die Pflichtgebete kennen alle, mehr oder weniger, genaue vorgegebene Gesten. Diese hat Rahiym hier schon kurz angeschnitten. Die entsprechenden Gesten wurden von Bahá'u'lláh zum Gebetstext offenbart.
Bei den freien Gebeten gibt es keinerlei Vorgaben, siehe dazu die Beschreibungen weiter oben. Hier bleibt also Platz für persönliche Kreativität. Bedingung ist eben das es würdig für ein Gebet ist.
Die freien Gebete können, im Gegensatz zu dem Pflichtgebeten, auch in der Gemeinschaft gesprochen werden. Andachten, wie Bahá'í ihre Gebetskreise nennen, sind sogar sehr verbreitet.
Dabei gibt es natürlich persönliche und kulturelle Unterschiede. Bahá'í sind angehalten die Verse Gottes zu singen und zu rezitieren, so klingt dies aber bei Persern ganz anders als bei Deutschen und bei Amerikanern klingt es wieder anders als bei Indern.
In den USA hat sich z.B. eine Art Bahá'í-Chorgesang entwickelt, welcher zwar sehr von der amerikanisch-evangelischen Kirchenmusik beeinflusst ist, aber eben trotzdem anders und viele interkulturelle Elemente aufweist.
Ähnliches gibt es natürlich mit den Gesten. Europäer neigen beim Beten zum Hände falten, das ist Persern nicht so bekannt. Inder neigen wieder zu anderen Gebetshaltungen.
Viele dieser Unterschiede hängen natürlich auch davon ab, welche Religion die entsprechenden Leute vorher einmal hatten bzw. ihr kulturelles Umfeld mehrheitlich hat.
Liebe Grüße, Tobias
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Lieber Tobias
Vielen Dank für die schönen Gebetstexte und Lieder.
Das sind sehr wirkungsvolle und schöne Gebete.
Viele Grüsse,
Andreas
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