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| Hallo, ich brauche dringend einen Rat. Seit ca. 4 Wochen wisssen meine Schwester und ich, dass unser Vater unheilbaren Lungenkrebs hat. Das hat mir fast die Füße weggezogen, aber ich muß jetzt stark sein, für ihn und meine Mutter, die auch pflegebedürftig ist. Bevor er zum arzt ging, sagte er zu mir >ich möchte nicht wissen was ich habe, es sei denn ich muß sterben<. Wir haben es respekiert und es ihm nicht gesagt. Nun will meine Schwester es ihm sagen. Ich habe Angst, wenn er es weiß, dass er sich aufgibt. Bitte helft mir. Gebt mir einen Rat. Danke
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Hallo Chris,
Es ist schwer dir etwas zu raten ohne deinen Vater und eure Situation zu kennen.
Meine Mutter galt nach ihrer Brustkrebsoperation schon als ausgeheilt. Ein halbes Jahr nach dem Tod meines Vaters brach sie zusammen, die Diagnose: Metastasen im ganzen Körper besonders an der Wirbelsäule hatten einen Wirbeleinbruch und die totale Auflösung dreier Wirbel verursacht.
Der behandelde Spitalsarzt gab ihr noch maximal drei Monate.
Weder die Ärzte noch wir haben es ihr gesagt und sie lebte noch drei Jahre, wenn auch ans Bett gefesselt. Sie hatte einen starken Lebenswillen und sprach oft von Genesung, um mit den Enkelkindern Ausflüge zu unternehmen.
Ich denke jedoch, dass sie über ihren Zustand genau Bescheid wusste. Nicht darüber zu reden war für sie, als wäre ihr Zustand nichts Endgültiges, als könne es sich verbessern oder sie könne wieder ganz genesen.
Ich kann nicht sagen, was gewesen wäre, hätten wir es ihr gesagt, leider lebt sie nicht mehr.
Aber sie hat bis zu ihrem Tod in einer für sie schönen und lebenswerten Illusion gelebt, hatte trotz Schmerzen und schlechter Tage noch viel Freude im Kreise ihrer Lieben erleben können und ist in völliger Ruhe in den Armen ihrer Kinder mit einem Lächeln auf den Lippen hinübergegangen.
Aus den vom Fachmann prognostizierten drei Monaten sind es drei Jahre geworden. Eine für uns alle besonders intensive Zeit des Austauschs.
Ich wünsche dir alle Kraft, um in dieser schweren Situation für euch die beste Lösung zu finden.
Liebe Grüße
Tündér
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Hallo Tünder, vielen Dank für deine Antwort. Du hast mir damit gezeigt, dass ich auf dem richtigen Weg bin. Dem Weg es nicht zu sagen, zumal er wieder geäußert hat, dass er es nicht wissen will. Er lebt auch in der Hoffnung, dass es wieder etwas besser wird. Ich habe ihm gesagt, dass es nicht mehr so werden wird, wie es einmal war, aber vielleicht ein wenig besser als jetzt. Ich habe auch die Hoffnung, dass er in seiner Welt noch viel Kraft entwickeln kann. Ich danke dir ganz doll, für deine Worte, die mir auch Trost gaben.
LG Chris
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Hallo chris,
ich wollte dir mein Mitgefühl ausdrücken. Es tut mir wahnsinnig leid.
Wenn deine Schwester und du es tragen könnt, sagt es nicht. Der Fels ist zwar schwer aber ich denke, du bist nicht allein, deine Schwester steht neben dir. Macht daraus ein Geheimnis.
Euer Vater sollte die Zeit, die ihm noch bleibt, soweit es geht genießen und in guter Erinnerung von uns gehen. Wenn er es schwer verkraften würde, und dadurch in Depressionen fällt o.ä. ist es besser, wenn er es nicht weiß, auch für eure Mutter ist es dann ein Stück einfacher.
Haltet zusammen.
Ich drück dich und wünsche dir alles Liebe und Gute. Viel Kraft und Ausdauer. Halt die Ohren ´steif
Liebe Grüße
Josefin
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Liebe/r Chris,
ich denke, Du hast richtig gehandelt, weil Du Deinen Vater kennst. Zwar hat er auch gesagt "es sei denn ich muss sterben", und das KÖNNTE man als Hinweis sehen, dass er es DOCH wissen will...
Andererseits weiss man nicht, ob er wirklich daran sterben wird. Es ist immer Hoffnung da. Meine Mutter wurde 1990 nach einem schweren Schlaganfall aufgegeben, man sagte meiner Frau und mir "Suchen Sie einen Pflegeplatz, es muss nichts Tolles sein, sie wird es sowieso höchstens noch 3-6 Monate schaffen". Wir nahmen meine Mutter zu uns, und sie lebte noch 9 gute und schöne Jahre (!) mit uns.
Wichtig ist, zusammenzuhalten. Ohne meine Frau hätte ich das damals auch nicht geschafft, bzw. ich hätte es mir nicht zugetraut, meine Mutter zu uns zu holen, sie zu pflegen und sie auch bei ihrem Sterben zu begleiten (sie starb dann 1999 ganz ruhig und gelassen in meinen Armen).
Aber wenn man zusammenhält, dann schafft man so viel!
Ganz liebe Grüsse und Wünsche
PeBu
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