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Hochmut (Jer 13,15.17)
Hört und merkt auf! Seid nicht hochmütig; denn der Herr redet. Wenn ihr aber darauf nicht hört, so muss ich im Verborgenen weinen über den Hochmut, und mein Auge muss ohne Unterlass Tränen vergießen, da die Herde des Herrn weggeführt wird.
Wahrheit (Joh 18,37f)
Pilatus sagte zu ihm: Also bist du doch ein König? Jesus antwortete: Du sagst es, ich bin ein König. Ich bin dazu geboren und dazu in die Welt gekommen, dass ich für die Wahrheit Zeugnis ablege. Jeder, der aus der Wahrheit ist, hört auf meine Stimme. Pilatus sagte zu ihm: Was ist Wahrheit?
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So muss ich im Verborgenen weinen über den Hochmut, und mein Auge muss ohne Unterlass Tränen vergießen.
Dies ist wohl eine der eindruckvollsten Stellen, wie sehr unser Wohlergehen Gott am Herzen liegt.
Hochmut entsteht da, wo wir nicht mehr auf Gott hören und er entfernt uns von Gottes liebender Nähe.
Das Gefährliche dabei ist, dass wir unseren Hochmut zumeist nicht entdecken: Wenn wir lügen oder stehlen, dann sind wir uns dessen bewusst, aber der Pharisäer spricht: Herr ich danke Dir, dass ich nicht so bin wie dieser Zöllner. Hochmut versteckt sich oft hinter dem Dank und Lobpreis Gottes, so dass wir ihn nicht wahrnehmen. Aber gegen etwas, das wir nicht wahrnehmen, können wir auch nichts tun. Und plötzlich befinden wir uns in einem Sumpf, aus dem wir aus eigener Kraft nicht mehr herauskommen. Verfallen wir jetzt nicht in den Fehler zu meinen, dass dies nur auf die Pharisäer zutrifft und wir ganz frei von Hochmut sind.
Aber jetzt erst mal zur Frage: Was ist Wahrheit? 'Jeder, der aus der Wahrheit ist, hört auf meine Stimme.' Wahrheit hat also etwas mit zuhören zu tun. 'Ich bin dazu geboren für die Wahrheit Zeugnis abzulegen.'
Jesus gab Zeugnis von Gott und vom Weg zu Gott. Wahrheit steht also in enger Beziehung zu Gott.
Der hl. Rabanus Maurus drückte es so aus:
Alles was zu Gott führt ist Wahrheit und alles was von Gott wegführt ist nicht wahr. Er selbst war damit nicht zufrieden und suchte sein Leben lang weiter nach der Wahrheit. Aber kann man besser beschreiben, was Wahrheit ist? Er hatte nur nicht den Mut diesen Gedanken weiterzuführen:
Was mich zu Gott führt, muss nicht auch Dich zu Gott führen und umgekehrt.
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Das kann sogar soweit gehen, dass Du meinst, dass mein Weg nur ins Unheil führen kann. Trotzdem kann es genau der Weg sein, den Gott mit mir geht damit ich Ihm näher komme. Ich muss also respektieren, dass es für meine Mitmenschen eine andere Wahrheit gibt wie die meinige und dass sie nur durch „ihre“ Wahrheit Gott näher kommen können.
Dies ist leicht verständlich, wenn man davon ausgeht, dass Gott die Wahrheit ist. Wenn man also nach der einen Wahrheit sucht, bedeutet das, dass man Ihn völlig verstehen will und das ist Hochmut der von Gott wegführt. Leider sind viele Gelehrte und sogar Heilige darauf reingefallen, so dass Streit, Kriege und Spaltungen entstehen konnten unter denen wir heute noch leiden.
Es ist wie bei einem Puzzlespiel das aus 1000 Teilen besteht von denen ich 10 besitze, die noch nicht einmal zusammenpassen, und mir daraus ein Bild des Ganzen mache. Mein Nachbar, der 10 andere Teile davon hat macht sich auch sein Bild und weil es mit dem meinen nicht zustammen stimmt fangen wir zu streiten an. Jeder Mensch bekommt von Gott genau den Teil der Wahrheit, den er braucht um zu Gott zu finden.
Und in Frieden soll jeder Mensch, mit der ihm zugeteilten Wahrheit, seinen Weg unter Führung des Hl. Geistes zu Gott gehen. Das heißt nicht, dass wir einen Mitmenschen, dessen Weg uns falsch erscheint, nicht liebevoll so dass er auch unsere Besorgnis spüren kann, darauf aufmerksam machen sollen, dass es vielleicht an der Zeit wäre nachzuprüfen, ob der Weg, den er eingeschlagen hat noch der richtige ist. Vielleicht kann er dazu ja auch einen Vertrauten um Hilfe bitten. Aber wir sollten ihm keine Vorschriften machen, wie er zu leben hat um zu Gott zu finden.
Ich kannte mal Jemanden, der ganz genau wusste, wie man richtig und gottgefällig leben muss und er ermahnte ständig seine Mitmenschen, doch den rechten Weg zu gehen. Wie schnell winken wir da ab und sagen: „Lass ihn reden. Der ist einfach zu eng in seiner Überzeugung.“ Aber wenn wir so denken sind wir selbst zu eng und unfähig seine Wahrheit zu tolerieren und Gott in ihm zu erkennen, was uns wiederum selbst von Gott wegführt.
Prüfen wir uns also immer wieder, ob wir noch auf „unserem“ Weg zu Gott sind; ihm wirklich zuhören und die Wahrheit, die er uns für unser Heil geschenkt hat, konsequent leben.
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