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Gibt es eine monotheistische Religion mit Reinkarnation.












Z. B. Banco Ambrosiano http://de.wikipedia.org/wiki/Banco_Ambrosiano, oder http://diepresse.com/home/panorama/welt/309604/index.do, um nur neuere Ereignisse zu nennen. Oder viel harmloser, die vom Finanzamt eingezogenen Kirchensteuern. Oder wie wär's mit dem Abtreibungselend oder den Machenschaften des Opus Dei oder der Unterstützung reaktionärer Regimes durch den Vatikan in der jüngeren Vergangenheit?
Damit soll aber die Church of Scientology nicht verteidigt werden.
Wo viel Geld und Macht im Spiel sind, ist Skrupellosigkeit nie sehr weit.
Ok Fipps, da gehe ich nach ausgeschlafener Nacht gerne drauf ein!

Gruß
Hallo Positiv

Du brauchst nicht darauf einzugehen. Ich halte mich nicht gern mit den negativen Seiten anderer Organisationen oder Personen auf. Die Geschichte der römischen Kirche weist Höhen und Tiefen auf und ist darin so menschlich, diesseitig und irdisch wie alles, das "von dieser Welt" ist.

Interessant ist eigentlich nur die spirituelle Seite, und da war für mich die Scientology in einer bestimmten Lebensphase bei weitem ergiebiger als irgendeine abrahamitische Religionsvariante. Damals brauchte ich einen für mich selbst erkennbaren inneren Fortschritt, und da hat's die Scientology wirklich gebracht. Das könnte für manche heutige junge Menschen ebenfalls noch greifen.

Man kann sich aber wegen des traditionellen Absolutheitsanspruchs der meisten Religionen/Sekten in etwas verrennen oder spirituell erstarren, und das ist niemals gut.

Ganz nebenbei: Die Fluktuationsrate in der Scientology ist immens. Die allermeisten Leute machen den Kommunikationskurs (billig), kaufen ein paar Bücher und ziehen daraus einige persönliche Gewinne -- und sind dann wieder weg. Einige bleiben etwas länger und geben entsprechend mehr Geld aus, aber nur sehr wenige sind nach einem oder zwei Jahren immer noch dabei. Man muss sich eine Scientology-Organisation als eine Art privates Lehrinstitut samt Klinikum vorstellen, mit Kursräumen, Kursleitern, Checksheets, Prüfungen, Qualitätskontrolle, Trainingsräumen, Praxisräumen, Bibliothek und Gerätepark (vor allem das berühmte Elektropsychometer und Abspielgeräte für audiovisuelles Material). Das ist alles ziemlich aufwändig und wird -- natürlich -- nicht staatlich gefördert. Der einzige Inhalt ist Scientology und Dianetik, aber das ist ein recht umfangreiches Gebiet mit tausenden von Seiten schriftlichen Materials und Tonbandvorträgen. Da lauscht man keinen Predigten und geht dann erbaut nach Hause, sondern das ausgedehnte Material an mentalen Techniken wird fleißig studiert, geübt, trainiert und geprüft, denn es soll ja praktisch angewendet werden, und jeder Scientologe soll wissen, "wie es funktioniert".

Dieser enorme Praxisbezug mit klar umrissenen und zu erzielenden Ergebnissen war für mich außerordentlich faszinierend, und die Erfolge stellten sich von Anfang an schon durch den "Kommunikationskurs" ein, der den Beginn jeder Scientology-"Laufbahn" bildet.

Auweia, die nachträgliche Begeisterung trägt mich auf ihren Schwingen.

Irgendwann hatte ich erreicht, was mir die Scientology bieten konnte, und mehr und mehr plagten mich die Schattenseiten der Church of Scientology. Es wurde auch immer langweiliger, und das ist tödlich.
@ Fipps

Zitat:
Das könnte für manche heutige junge Menschen ebenfalls noch greifen.


Zitat:
Man muss sich eine Scientology-Organisation als eine Art privates Lehrinstitut samt Klinikum vorstellen, mit Kursräumen, Kursleitern, Checksheets, Prüfungen, Qualitätskontrolle, Trainingsräumen, Praxisräumen, Bibliothek und Gerätepark



Mann Fipps, glaube mir die jungen Leute haben doch keinen Bock auf irgendeine durchrationalisierte Geräte Hightech alternativ Psychatrie, die auch noch der Schule ähnelt Wenn schon ein junger Mensch eine Religion sucht, dann sucht er eine lustige Gemeinde, wo er mit anderen gleichgesinnten jungen Menschen zusammen auch mal weggehen und bei religiösen Anlässen andächtig werden kann.

Zitat:
Da lauscht man keinen Predigten und geht dann erbaut nach Hause, sondern das ausgedehnte Material an mentalen Techniken wird fleißig studiert, geübt, trainiert und geprüft, denn es soll ja praktisch angewendet werden, und jeder Scientologe soll wissen, "wie es funktioniert".


Ich lausche lieber einer Predigt, mache mich darüber lustig, ziehe mir daraus die eine oder andere Lehre und chill mich down. Habe doch kein Bock mir bei dem ganzen Studienstress auch noch weitere Papierprüfungen anzutun. Der Glaube soll mich aus meinem Alltag herausziehen und verzaubern und nicht mich noch mehr an das binden, was ich ohnehin schon ständig mache.

LG
@Rahiym
Du sprichst der großen Menge des Volkes sicher aus dem Herzen.
Der Punkt hier ist wohl, dass der wahrhaft spirituell Suchende keine Opfer und Mühen scheut. Er gibt sich nicht mit heiterem esoterischem oder religiösem Klimbim zufrieden. Gelegentlich wird er auch das Opfer geschickter Manipulateure oder auch nur eingebildeter Schwätzer, die irgendeine Einsicht zum Besten geben.

Aber nichts, was er tut, wird ohne Sinn oder ohne Gewinn bleiben.

Immerhin, wie du richtig festgestellt hast, werden nicht allzu viele junge Leute den Nerv haben, sich der Mühen der Scientology zu unterziehen. Ältere sogar noch viel weniger, denn der erforderliche Enthusiasmus will sich mit den Jahren nicht mehr so recht einstellen. Wir waren damals überwiegend Leute zwischen 20 und 40, und wenn ich mir die heutige Scientology-Werbung ansehe (meine 86-jährige Mutter wird immer noch damit zugeschneit, obwohl das Abenteuer nun schon an die 30 Jahre zurückliegt), dann hat sich am Altersdurchschnitt seitdem nicht viel geändert. Studenten waren weniger dabei -- die haben andere Prioritäten -- aber Akademiker gab es reichlich. Es war sogar ein evangelischer Pfarrer dabei, aber das muss wohl als statistischer Ausreißer angesehen werden.

Stimmt schon, die Scientology bringt dem Menschen bei, im ganz normalen diesseitigen Leben gut zurechtzukommen. Das dann verbunden mit der Einsicht, dass man ein geistiges Wesen und kein reiner Fleischkörper ist, samt Reinkarnation und wie man frühere Leben samt uralten seelischen Traumata aufspürt, um heutige Barrieren zu beseitigen, kann für manche eine sehr attraktive Mischung sein.

Das wird auch alles schön in meinem englischen Artikel beschrieben (Link ist auf einer der früheren Seiten dieses Threads). Dort habe ich auch den Ablauf einer Dianetiksitzung geschildert, falls es jemand mal wissen möchte.
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