|
|
|
Auf dem Weg zu Gott
Wenn Du zu Gott willst, dann können Dir viele Menschen dabei helfen, aber zu Gott wollen, dazu musst Du Dich selbst durchringen.
Einleitung: Suche
„Wir haben den Messias gefunden!“ verkündete der Hl. Andreas freudestrahlend seinem Bruder dem Hl. Petrus.
Nun könnte man meinen, dass die beider ihr Ziel erreicht hätten - sie haben den gefunden, den sie so lange gesucht hatten. Aber wie war es wirklich? Sie standen eher am Anfang als am Ziel. Die Suche begann jetzt erst richtig: Sie versuchten ihren Meister zu verstehen, sie versuchten ihm treu nachzufolgen, sie versuchten sein Wort an alle Welt weiterzugeben und schließlich suchten sie ihre Ewige Heimat.
Der Weg war nicht einfach und es gab beim Suchen viele Misserfolge, bei denen die Apostel oft von Hoffnungslosigkeit und Sinnlosigkeit überwältigt wurden – denken wir nur an ihre Verzweiflung nach der Kreuzigung ihres Herrn, auf den sie alle Hoffnung gesetzt hatten.
Sind wir heute nicht in der gleichen Situation? „Wir haben den Messias gefunden!“ das ist durch unsere Taufe und noch einmal für jeden ganz bewusst in der Firmung zur Wahrheit geworden. Aber trotzdem gilt es den Weg mit Jesus, trotz aller Schwierigkeiten, bis zum Ende zu gehen – das bleibt keinem von uns erspart, wenn wir unser Ewiges Ziel nicht verfehlen wollen.
Für Viele ist jedoch trotz Taufe und Firmung Gott in unendlich weiter Ferne, auf keinen Fall so nahe, dass er einen führen könnte:
|
|
|
|
Einleitung: Gottesbeweis
- Niemand kann mir beweisen, dass es Gott gibt! Ist da das Fundament nicht zu schwach, um sein ganzes Leben darauf aufzubauen?
+ Es ist richtig, dass Dir keiner Deiner Mitmenschen beweisen kann, dass es Gott gibt. Aber darf ich Dir eine Geschichte erzählen?
Es war einmal in einem Land, in dem die Menschen noch kein Feuer kannten. Eines Tages entdeckte einer seiner Bewohner ein Haus in dem ein Ofen stand. Es war angenehm warm, während es draußen bitter kalt war. Der Entdecker war natürlich begeistert. Er erforschte alles ganz genau, soweit es ihm möglich war und eilte dann sofort zu seinen Freunden, um sie an seinem Glück teilnehmen zu lassen.
Als er dem ersten, den er begegnete, davon berichtete brach dieser in schallendes Gelächter aus: „Wie kann etwas warm sein, wenn es nicht von der Sonne beschienen wird? Das ist doch reine Utopie. Schön wäre es ja schon, wenn es so etwas gäbe, aber das ist ja nur ein Märchen.“ Der Entdecker versuchte ihm alles ausführlich zu erklären und ihn davon zu überzeugen, dass dies alles Wirklichkeit sei. Doch sein Freund bewies ihm immer wieder, dass dies alles nach dem Stand der Erkenntnis gar nicht möglich sei. So endete das lange Gespräch ohne jeden Erfolg. Aber unser Entdecker gab nicht auf die beste Trumpfkarte hatte er ja noch im Ärmel: „Komm und sieh!“ Sein Freund erwiderte: „Ich werde mich doch nicht vor meinen Mitmenschen lächerlich machen, dass ich auf solch einen Unsinn hereinfalle. Das kann ich mir nicht leisten und überhaupt ist unser Leben hart genug, dass ich für so etwas keine Zeit habe. Die Idee war ja schön, aber jetzt wollen wir uns wieder realistischeren Dingen zuwenden.“ Enttäuscht ging der Entdecker davon. Aber er gab nicht auf und brachte seine Botschaft einem anderen Freund. Dieser ging ganz vorsichtig in das Haus, näherte sich dem Ofen Schritt für Schritt, ging wieder etwas zurück und etwas vor, bis er genau den richtigen Abstand gefunden hatte und er sich wohl fühlen konnte. Danach bemühte er sich, den Ofen immer besser kennen zu lernen. Doch ihm war es ebenfalls unmöglich seine Freude für sich zu behalten und er rannte alsbald los, um es den anderen mitzuteilen.
Hast Du verstanden, was ich mit der Geschichte sagen will?
|
|
|
|
- Doch, niemand kann mir beweisen, dass es Gott gibt, aber ich kann es mir selbst beweisen, indem ich auf Ihn zugehe und mich von Seiner Existenz überzeuge.
+ Richtig, man muss persönlich erfahren, dass Gott lebt.
- Und man kann nach Deinem Beispiel Gott nur erfahren, wenn man voraussetzt, dass es Ihn wirklich gibt und sich dementsprechend verhält.
+ Genau, man kann nur Kontakt mit Gott aufnehmen, wenn man Seine Existenz anerkennt. Mit einem Phantasiegebilde kann ich keine Verbindung herstellen.
- Und so könnte ich Erfahrungen mit Gott machen und wissen, dass es Ihn wirklich gibt?
+ Ja, Du musst Dir nur darüber klar werden, ob es Dir möglich ist, bzw. ob Du dazu bereit bist, diese Voraussetzung zu erfüllen – ganz so zu leben, als ob Du sicher wüsstest, dass Er existiert.
- Ist das nicht ein sehr großes Risiko, einfach an Seine Gegenwart zu glauben, ohne irgendwelche Voraussetzungen – einfach so ins Leere hinein?
+ Wer etwas gewinnen will, muss immer ein Risiko eingehen, aber stell Dir vor, was Du dabei gewinnen kannst – dafür rentiert sich ein hoher Einsatz. Und was hast Du eigentlich wirklich dabei zu verlieren, wenn Du es richtig bedenkst?
Und so ganz ohne Voraussetzung und ins Leere hinein beginnt man nun auch nicht. Es gibt unwahrscheinlich viele Menschen, verschiedenster Art und verschiedenster Intelligenz, die wirklich wissen, dass es Gott gibt, durch die Erfahrung, die sie bereits mit ihm gemacht haben. Vieles im Leben glauben wir nur auf die Aussage anderer Menschen hin, die wir für glaubwürdig halten. Meinst Du nicht, dass es unter den vielen Gläubigen, selbst wenn Du sehr skeptisch bist, wenigstens einige gibt, denen man wirklich glauben darf?
- Also gut, ich bin bereit, soweit mir das mit all meiner Unsicherheit und meinem Zweifel möglich ist, mich auf die Suche zu machen – aber welchen Weg muss ich da einschlagen, wie kann ich Kontakt zu Gott bekommen? Gibt es da Wege für die Praxis?
(Wenn ich mich auf Gott einlassen will, muss ich manchmal meine gewohnten Grenzen sprengen. Ein kleines Mädchen hat es gewagt:
GanzAlleinFürMich unter
http://www.geistigenahrung.org/ftopic48673.html)
Kontakte mit Gott: Gebet
+ Sicherlich, zuerst musst Du versuchen mit Gott zu sprechen.
So schwer Dir das am Anfang auch fällt, weil Du vielleicht meinst einen Monolog zu führen, versuch es einfach. Sprich über alles, was Dir am Herzen liegt, über Deine Suche, über Deine Unsicherheit, Deine Zweifel – aber auch über ganz gewöhnliche Dinge des Alltags – was Dich freut, wo Du Angst hast und Dir Sorgen machst und bitte Gott auch um Hilfe.
- Also so wie zu einem guten, sehr vertrauten Freund.
+ Ja das wäre schon mal eine gute Grundlage.
- Aber da bleibt das Problem der Antwort. Ist es nicht sinnlos in den Wind zu reden?
+ Du wolltest voraussetzen, dass es Gott wirklich gibt, also sprichst Du zu Jemanden und nicht in den Wind.
Du kannst doch Sachen manchmal mit Dir selbst besprechen. Wenn Du nun Gott in das Gespräch mit einbeziehst, dann werden die Antworten, die Du Dir selbst zu geben meinst, von Gott beeinflusst sein. Für Gott ist es ja kein Problem, in Deine Gedankenwelt einzugreifen und Dir so etwas mitzuteilen. Dabei ist es natürlich wichtig, mit der Zeit immer besser zu lernen, Seine und die eigenen Gedanken zu unterscheiden. Wie weit habe ich mir da gerade etwas zurecht gelegt, was mir passt, oder wie weit habe ich Gott Raum gelassen, mich von meinem Eigenwillen getrennt, um mir durch meine Gedanken etwas mitteilen zu lassen?
Dazu ist es natürlich notwendig etwas über den Willen Gottes zu wissen und damit wären wir beim nächsten Punkt.
(Man sagt: Leben lehrt Beten. Aber da gehört auch der Dank und der Lobpreis dazu:
Mein Leben mit Gott - Gebete als Gedichte unter
http://www.geistigenahrung.org/ftopic47940.html)
|
|
|
|
Kontakte mit Gott: Bitten
- Halt, bevor wir zu einem weiteren Punkt kommen: Das mit dem Sprechen mit Gott ist sicherlich einen Versuch wert, auch über längere Zeit, was ja sicher von Nöten ist, wenn man das Sprechen und Antwort hören richtig lernen will, aber Du sprachst vorhin im Zusammenhang mit dem Beten auch vom Bitten – da zeigt doch die Erfahrung ganz klar, dass unsere Bitten oft nicht erhört werden, dass oft sogar das Gegenteil von dem eintritt, um was wir gebetet haben. Da hat man doch das Gefühl, dass einem der Gegenüber nicht hören kann oder will.
+ Wir können Gott um etwas bitten, aber wir können Ihm nichts befehlen und wir müssen Gott auch zugestehen, dass er den besseren Überblick hat, was wirklich gut für uns ist. Ein großer Fehler, den wir beim Bitten machen ist, dass wir uns eine genaue Vorstellung machen, wie unsere Bitte in Erfüllung zu gehen hat. Dadurch bitten wir oft um etwas sehr konkret, was nach unserem Dafürhalten das Richtige ist. Wenn wir zum Beispiel um die Genesung eines Kranken bitten, was sicherlich richtig ist, sehen wir unsere Bitte nur als erfüllt an, wenn der Betreffende wieder gesund wird. Ist das aber in jedem Fall das, was wir wirklich wollten? Wir wollen doch sicherlich das Beste für den, für den wir beten? Nun was ist im Einzelfall das Beste? Man könnte jetzt den voreiligen Schluss ziehen: „Natürlich ist das Ewige Leben bei Gott das Beste.“ Wenn es uns also nicht nur um uns selbst, um das was wir verlieren, geht, sondern wirklich um das Wohl des andern, kämen uns jetzt zumindest Zweifel, ob die Genesung wirklich das war, was wir eigentliche wollten, oder nicht eigentlich das Gegenteil. Aber um dies zu beurteilen fehlt uns die genaue Kenntnis über das Leben unseres Mitmenschen und des Heilswillen Gottes. Vielleicht will er ihn gesund machen, damit er noch Gutes auf Erden wirken kann, oder die Möglichkeit bekommt Gott besser zu erkennen. Vielleicht soll er durch sein Leiden zum Heil der Menschen beitragen, vielleicht ist es aber auch schon der richtige Zeitpunkt für die Ewige Herrlichkeit beim Vater. Wir müssen schon Gott überlassen, wie er unsere Bitten erfüllt.
(Bittet und ihr werdet empfangen verspricht uns die Bibel:
Warum erhört Gott unser Bitten nicht? - ein Märchen unter
http://www.geistigenahrung.org/ftopic51272.html)
|
|
|
|
- Wird da aber die Bitte nicht sinnlos, wenn letztlich doch alles geschehen kann?
+ Nein, weil Du mit Deiner Bitte dem Kranken hilfst vor das Angesicht Gottes würdig zu treten, seine Krankheit in rechter Gesinnung zu tragen oder sein weiteres Leben nach dem Willen Gottes auszurichten. Deine Bitte ermöglicht ihm das und jeder Mensch ist auf Hilfe angewiesen.
- Aber es gibt doch auch Bitten, wo das Resultat nicht beliebig ausfallen kann und sichtbar werden muss. Wenn ich zum Beispiel um die Bekehrung eines Menschen bete.
+ Gerade da ist es sehr schwer zu beurteilen, wie weit Gott bereits Einfluss auf ihn genommen hat. Es kommt hier natürlich hinzu, dass Gott niemand zwingen will auf sein Wort zu hören, er kann bzw. will es nur immer wieder anbieten, mit viel Geduld und ohne zu verzweifeln. Und gerade das fehlt uns so oft: Wir haben keine Geduld. Wir meinen unsere Anliegen müssten immer sofort, möglichst mit einem Wunder, erhört werden. Wir sollen ausdauernd und beharrlich im Gebet und besonders im Bitten sein. Zudem sollen wir fest glauben, dass unsere Bitte in Erfüllung geht. Einem Zweifler wird nichts gewährt, wie der Hl. Jakobus schreibt. Auch sollen wir natürlich um keine unsinnigen Dinge bitten, oder um Sachen, die nur unserem privaten Eigennutz dienen. Wir sollen immer im Namen Jesu Christi bitten; das schließt eigentlich diese falschen Bitten schon aus.
- Kann man denn überhaupt ohne irgendeinen Zweifel bitten?
+ Wenn man auf Gott vertraut, ihn in Seiner ganzen Größe wirklich voll anerkennt, dann wird man auch glauben können, dass er unsere Bitten erhört. Aber Du merkst sofort, dass es Bitten gibt, die sich von vornherein ausschließen, weil Du nie ernsthaft an ihre Erfüllung glauben würdest, eben die unsinnigen, egoistischen Bitten, oder solche, die zum Unheil anderer wären.
- Du sprachst davon, dass es noch andere Möglichkeiten gibt mit Gott Kontakt aufzunehmen, eine um den Willen Gottes kennen zu lernen. Welche meinst Du damit?
|
|
|