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Auf dem Weg zu Gott - Fragen eines Gottsuchers - Dialog












Kontakte mit Gott: Sakramente BEICHTE
- Aber die Beichte ist doch eine ganz heikle Sache. Warum braucht man dazu den Priester und kann das nicht persönlich mit Gott abmachen?
+ Jesus sagt ausdrücklich: „Wem ihr die Sünden vergebt, dem sind sie vergeben und wem ihr sie behaltet dem sind sie behalten.“ Er wünscht also ganz offensichtlich, dass die Sündenvergebung durch von ihm ausersehenen Menschen geschieht. Und an die Weisung Jesu haben wir uns als Christen nun einmal zu halten, auch wenn uns oftmals andere Wege besser erscheinen würden. Wir können uns darauf verlassen, dass Gott den besten Weg kennt und ihn uns auch gehen lässt; wir müssen IHM nur folgen. Zudem versündigt man sich nicht nur gegen Gott, sondern immer auch gegen die Gemeinschaft: Wir stehen als ein Leib vor Gott, und wenn irgendein Glied davon krank ist, dann leidet der ganze Leib darunter und steht nicht mehr in seiner vollen Herrlichkeit vor Gott. Auch deshalb ist die Sündenvergebung nicht eine persönliche Sache zwischen dem Einzelnen und Gott.
- Aber warum dann in Form der Einzelbeichte? Warum genügt nicht das Sündenbekenntnis in der Messe oder eine Beichtandacht?
+ Warum wollen das die Meisten so viel lieber? Wahrscheinlich, weil man dabei seine Schuld viel leichter im Allgemeinen lassen kann und sich nicht selbst zwingen muss sich ganz konkrete Gedanken darüber zu machen.
Zudem gibt es viele Menschen, die bei einer allgemeinen Schuldvergebung immer im Zweifel wären, ob ihre Schuld jetzt wirklich vergeben ist; die persönliche Zusicherung des Priesters, im Auftrag Gottes, lässt aber keinen Zweifel mehr daran. Auch wird hier in besonderer Weise eine Stelle des „Vater unsers“ verwirklicht: „Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.“ Bei jeder Beichte erklärst Du Dich ja auch bereit, Deinen Mitbrüdern und Mitschwestern zu vergeben und erteilst dem Priester den Auftrag dies auch in Deinem Namen zu tun, so dass er jeden im Auftrage Gottes und im Auftrag aller Kinder Gottes lossprechen kann. Eine wichtige Auswirkung der Beichte soll ja sein, dass Du wieder in der Lage bist Deinem Mitmenschen aus ganzem Herzen zu verzeihen.
- Ich glaube, dass viele gern zum Beichten gingen, aber überhaupt keine rechte Beziehung zu Sünde und Schud haben. Gerade heute, wo es keine festen Regeln mehr für Recht und Unrecht gibt, ist Sünde etwas so Theoretisches, wo den Meisten der praktische Bezug dazu fehlt. Kann man überhaupt erklären was Sünde ist – sozusagen für die Praxis?
+ Ich würde ganz einfach sagen: Alles womit Du Dir oder Deinem Mitmenschen schadest ist Sünde.
- Das klingt ganz einfach und mir fällt auf, dass dabei gar nicht die Rede von Gott ist.
+ Sicherlich, weil ein Mensch nicht in der Lage ist Gott zu schaden, außer durch die Sünde, die Gott, der uns unendlich liebt auch unendlich große, unvorstellbare Schmerzen bereitet. Es ist eigentlich unverständlich, dass dies Wissen so wenig unser Verhalten ändert. Mir fällt dazu gerade eine Geschichte ein, die ich einmal als kleine Episode einer größeren Geschichte gelesen habe: Es ging um einen Jungen, der einen unausmerzlichen Fehler hatte. Der Junge hätte sich gerne gebessert, aber er wusste nicht wie. Als er mit seinem Erzieher, der an ihm Vaterstelle vertrat und den er sehr liebte, darüber sprach, nahm dieser eine Peitsche und meinte, dies sei der einzige Weg mit dem Fehler fertig zu werden. Der Junge fürchtete zwar die Peitsche, aber er war damit einverstanden, die Schläge auf sich zu nehmen, wenn er diesen Fehler wieder beginge. Da sagte ihm sein Erzieher, dass er ihn falsch verstanden habe, nicht er würde den Jungen schlagen, wenn dieser wieder rückfällig würde, sondern umgekehrt, er würde die Strafe für ihn auf sich nehmen und der Junge müsse ihn auspeitschen. Das schien dem Jungen unannehmbar, denn solch ein Tun schien ihm zu grausam – aber es blieb dabei. Und der Junge wurde wirklich nach einem einzigen Rückfall, bei der die Abmachung, zur größten Qual des Jungen, befolgt wurde, für immer von seinem Fehler geheilt. Um wie viel grausamer sind wir da oft gegenüber unserem Herrn? Dass wir immer wieder mit der Peitsche durch unsere Sünden auf ihn einschlagen ist für uns schon so zur Selbstverständlichkeit geworden, dass wir selber nicht mehr an eine endgültige Heilung ohne Rückfall glauben.
- Um so wichtiger ist es unsere Schuld zu erkennen und auf Gott zu vertrauen, dass es uns mit SEINER Hilfe gelingt und mit unserem aufrichtigen Wollen, unseren Fehlern doch Schrittchen für Schrittchen Herr zu werden. Aber zurück zu Deiner Definition. Umfasst sie wirklich alles?
Kontakte mit Gott: Sakramente BEICHTE – Gewissen
- Was Jemanden schadet kann man doch sehr verschieden beurteilen. Das ist doch keine einheitliche Richtschnur!
+ Richtig erkannt, dass daraus für den Einzelnen ganz verschiedene Bewertungen möglich sind. Da kommt unser Gewissen ins Spiel. Es gibt eben Menschen mit einem sehr weiten Gewissen, die eine Schädigung des Mitmenschen erst erkennen können, wenn sie ihn töten oder zum Krüppel schlagen, und andererseits gibt es Menschen mit einem sehr ängstlichen Gewissen, die schon eine Schädigung des Mitmenschen in einem nicht gegebenen „Grüß Gott“, was ja „Gott möge Dich behüten“ bedeutet, sehen, weil sie ihren Mitmenschen nicht dem Schutze Gottes anvertraut haben.
- Aber da kann doch etwas nicht stimmen – Gott kann doch nicht so verschiedenes Recht gegeben haben.
+ Es stimmt auch etwas nicht. Unser Gewissen ist nämlich nicht mehr unverfälscht, wie es uns Gott ursprünglich gegeben hat. Zu viele Einflüsse wirken und prägen unser Gewissen mit, so dass es zu so extremen Auseinanderklaffen kommen kann.
- Ist dann das Gewissen als Richtschnur nicht untauglich?
+ Es dient uns natürlich um so mehr, je mehr es wieder seiner ursprünglichen Form näher kommt. Das können wir erreichen, indem wir uns immer mehr auf unseren Herrn einlassen. Je länger und intensiver unser Umgang mit ihm ist, desto „gesünder“ wird unser Gewissen. Deshalb sind wir mit unserem „kranken Gewissen“ auch so sehr auf die „Ratschläge Gottes“ und der Kirche angewiesen.
Kontakte mit Gott: Sakramente BEICHTE - Ge-und Verbote
+ Die uns oft so lästig erscheinenden Ge- und Verbote sollen uns darauf aufmerksam machen, wenn wir uns nicht mehr auf der „Straße des Lebens“ befinden, sondern im Begriff sind geradewegs in den Straßengraben zu fahren. Wenn wir meinen, dass in einem, ganz speziellen Einzelfall etwas davon nicht richtig ist, wird uns diese Warnung dazu dienen genau zu überlegen, ob es aus bestimmten Gründen doch nötig ist in den Straßengraben zu fahren, um noch Schlimmeres zu vermeiden. Aber das ist die große Ausnahme und wir müssen uns dann so schnell wie möglich bemühen wieder den rechten Weg zu finden.
- Und Gott hilft uns durch die Beichte wirklich aus jedem Straßengraben wieder heraus?
+ Wenn wir das wirklich und aufrichtig wollen, ganz auf SEINE Barmherzigkeit vertrauen, ernsthaft einen Neubeginn suchen, dann wird uns unser Vater immer wieder mit offenen armen aufnehmen.
- Wenn man das wirklich glauben kann, dann wird einem so richtig warm ums Herz und man fühlt sich richtig geborgen.
(Gebote kommen aus der väterlichen Fürsorge:
Die zwölf Gebote unter
http://www.geistigenahrung.org/ftopic49061.html)
Kontakte mit Gott: Sakramente KOMMUNION
- Aber wie ist es mit der Kommunion? Es gibt doch viele Leute, die regelmäßig, ja sogar täglich kommunizieren und bei denen man überhaupt keine positive Veränderung feststellen kann.
+ Das ist leider wahr, aber das kommt davon, das unser Herz, durch unser mangelndes Vertrauen auf Gott und dadurch, dass wir uns immer wieder seiner Führung entziehen, wie mit Granitfelsen verschüttet ist. Unser Vater, der uns so unendlich liebt, steht mit Meisel und Hammer davor und versucht unser Herz wieder zu befreien. Eine mühsame Arbeit, bei der er auch noch besonders vorsichtig zu Werk gehen muss, um unser empfindliches Herz nicht zu verletzten. Von Innen gesehen scheint nun kein Unterschied zu sein, ob die Felsendecke meterdick oder nur noch zentimeterdick ist – das Herz sitzt immer noch im Dunkeln oder hat nur einen kleinen Schlitz durch den es erahnen kann was draußen vor sich geht. So kann sich schon viel an uns verändert haben ohne, dass wir oder unsere Mitmenschen es bemerken. Schlimm wäre es nur, wenn wir die Hoffnung aufgeben würden, dass sich unser liebender Vater mit aller Beharrlichkeit und Geduld zu uns durcharbeiten wird. Vor allem wäre es schlimm, wenn wir ihm unsere Mithilfe, so unwesentlich sie auch erscheinen mag, da wir ja aus eigener Kraft ohnmächtig sind, verweigern würden. Eine dieser Mithilfen ist es eben auch den Kontakt zu unserem Retter herzustellen, damit er unsere Lage orten kann und dadurch optimal weiterarbeiten.
- Wenn sich der Herr solche Mühe mit uns macht, dann sollten wir unsere geringe Mitarbeit wirklich nicht verweigern und mit ganzem Herzen unser Bestes tun.
Kontakte mit Gott: Sakramente EHE
- Wie steht es eigentlich mit der Ehe? Kann man denn wirklich ein Versprechen für das ganze Leben abgeben? Man weiß ja nicht, was noch alles geschieht, wie sich der Partner vielleicht grundlegend ändern kann, da ist es einem evtl. mit dem besten Willen nicht mehr möglich seinem Versprechen treu zu bleiben.
+ Rein menschlich gesehen ist das richtig. Deshalb kennen auch alle rein menschlichen Gesetzgebungen die Scheidung, weil ein Mensch aus eigener Kraft wirklich zu schwach ist um ein Versprechen auf Lebenszeit einhalten zu können. Aber glücklicherweise sind wir nicht allein auf uns angewiesen, - bei all unseren Schwächen wäre das furchtbar – sondern wir dürfen ja auf Gott vertrauen. Und wenn wir uns wirklich von IHM führen lassen, was wir auf unserer Suche nach IHM immer besser lernen wollen, dann wird ER uns erst einmal den richtigen Ehepartner zuführen und uns dann auch die Stärke und Ausdauer schenken in guten und bösen Tagen zusammen zu stehen. Deshalb sollten wir schon bei einer ernsthaften Freundschaft, aber auf jeden Fall vor einer Bindung, bei unserem Herrn und Vater nachfragen, ob wir auf seinem Weg gehen und seinen Willen erfüllen.
- Vielleicht sollte man überhaupt öfters, auch im gewöhnlichen Alltag Rückfrage halten, ob wir noch an SEINER Hand gehen und uns von IHM führen lassen.
+ Wer dies tut hat sicherlich schon einen großen Schritt auf der Suche nach Gott geschafft und kann voll Vertrauen in die Zukunft sehen.
(Wie kann einer Gott lieben, den er nicht sieht, wenn er nicht seinen Mitmenschen liebt, den er sieht?
Was ist Liebe? Gedanken über Partnerschaft unter
http://www.geistigenahrung.org/ftopic48939.html)
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