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Verzweiflung












Hallo.
Durch zufall habe ich diese seite gefunden.
Da mir gerade die worte und der verstand fehlen, fange ich einfach direkt an:
Soeben habe ich erfahren, dass ein freund von mir gestoreb ist. ich habe zwar seit mehr als 3 jahren keinen kontakt mehr zu ihm gehabt, ich bezeichne ihn jedoch als meinen freund. er war ab der 8. klasse in meiner klasse, damals hatte ich auch nicht wirklich viel mit ihm zu tun, allerdings war ich sehr gut mit seinem bruder befreundet. diesen kenn ich schon länger ( ab der 5. klasse), habe jedoch auch diesen für einen moment meines lebens außer augen verloren, da ich nach der 10. klasse die schule gewechselt habe. In der 12. klasse habe ich durch einen kooperationskurs ( kompliziert und unwichtig) jedoch im sowi-lk wieder mit dem bruder des nun verstorbenen unterricht gehabt. Seit dem zeitpunkt habe ich auch mit ihm wenig zu tun ( eigentlich nur während des unterrichts), jedoch wohnt er in meiner stadt ( welche sehr klein ist) und deshalb geht mir das alles sehr nah...

Wie dem auch sei, vor ca. 6 monaten habe ich erfahren, dass der nun verstorbene mensch an krebs erkankt ist. da einige monate vorher mein opa ebenfalss an krebs gestorben ist, hab ich das einfach damals nicht realisiert. natürlich hat mich das auch damals getroffen, aber es war ....wie soll ichsagen...es hat in mir kein gefühl erzeugt. naja, ich war sehr stutzig, aber mehr konnte ich nicht empfinden. ich glaube ich wollte es einfach nicht wahr haben. naja, vielleicht muss ich noch weiter ausholen. bevor mein opa verstarb, litt ich schon unter mittelstarken depressionen, aufgrund vieler umstände ( stress in der familie, unter anderem habe ich das bild vor augen wie meine mutter sich die pulsadern aufscheinden wollte als ich sehr klein war, weiss jedoch nicht ob dies nur ein gedanke is den ich verdrängen wollte oder nicht...desweiteren hatte ich in der familie weitere probleme, da mein vater einmal zu meiner mutter gesagt hat, das er sich wegen mir schon eimal umbringen wollte.) die übrigen problem kommen noch dazu ( freundin, schule usw.). Naja, da vor ca. 2 jahren schon einmal ein freund aus der grundschule verstarb ( er ist von einer 1 meter hohen leiter gefallen), habe ich mit so etwas schon erfahrenungen. ihn habe ich nach der 4. klasse auch kaum noch gesehen, allerdings war ich in der grundschulzeit sehr gut mit ihm befreundet und sein tod hat mich auch sehr berührt.

auch wenn es egoistisch klingt, mache ich mit nun doch sehr sorgen um meine gesundheit ( psychisch). natürlich habe ich hier nur die schattenseiten meines lebens aufgezählt, jedoch kann ich kaum von rosigen ereignissen bereichten.

für mich wirft dies alles viele fragen auf. zum einen glaube ich, dass ich meinen zustand nicht akzeptieren will und es nicht kann. das hört sich komisch an, aber ich weiss auch nicht genau wie ich das beschreiben soll.

auf der einen seite denke ich mir, dass es normal is sich nun so schlecht zu fühlen, ganz objektiv betrachtet.
doch auf der einen seite denke ich mir immer: " stell dich nicht so an, es gibt genug leute mit schlimmeren problemen, du bist ein weichei (das mit dem weichei wurde mir generell aus anderen gründen jahre lang vorgeworfen, zumindest glaube ich dass...auch wieder eine schwere sachce)

wo ist nun der sinn meines beitrages=? nun, ich hoffe doch das vielleicht jemand diesen beitrag liest, der mir helfen kann, sei es ein psychologe ( ich traue mir einfach nicht, persönlich einen aufzusuchen) oder jemand der ähnliche erfahrungen hat.

ein positiver nebeneffekt des beitrages: ich hab mir das erste ma seit langem etwas von der seele geschrieben und bin zu der kenntnis gekommen, dass ich glaube aufgrund irgendeines "psychologischen mechanismus" meine probleme verdränge und unbeabsichtit verharmlose...

ich freue mich über jede antwort.

edit:
ist es komisch, das ich mich dafür schäme, so persönliche dinge zu erwähnen?
Hallo, Einband,

zunächst einmal finde ich es sehr mutig, schön und gar nicht "beschämend", dass Du hier so offen über Dich schreiben kannst. Das wird Dir nicht nur gut tun, sondern es wird auch die Menschen, die das lesen, berühren und vielleicht ein wenig inne halten lassen.

Du hast zur Zeit viel durchzustehen, viel mit Tod und Sterben zu tun, aber auch mit Deiner näheren Umgebung, in der ja manches nicht so ganz in Ordnung zu sein scheint.

Deine "Erinnerungen" an das Pulsaufschneiden Deiner Mutter kann ein Gedankenkonstrukt sein, aber es kann auch eine wage Erinnerung an etwas Reales sein. Um das herauszufinden, solltest Du mit einem Psychotherapeuten reden. Vielleicht kannst Du dann im Laufe der Therapie auch mal mit Deiner Mutter sprechen (was möglich sein kann, aber nicht sein muss).

Dann die Bemerkung Deines Vaters, dass er sich schon mal umbringen wollte wegen Dir: Das ist extrem herzlos und egoistisch von IHM. Wie kann man so etwas über sein Kind sagen? Selbst wenn man es mal GEDACHT haben sollte, so hat man das als Vater (bzw. überhaupt als Mensch) für sich zu behalten, und nicht offen zu äussern, denn damit kann man einem jungen Menschen das ganze Leben kaputt machen. Wie soll ein/e Sohn/Tochter mit dieser "aufgebundenen Schuld" fertig werden? Auch diese Bemerkung Deines Vaters und wie sie auf Dich gewirkt hat, solltest Du mit einem Psychotherapeuten besprechen.

Dass andere Menschen schlimmere Probleme haben als Du, das mag ja sein. Aber das nutzt Dir im Moment nichts. Wenn man selbst Schmerzen hat, nutzt es auch nichts, zu wissen, dass es Menschen gibt, die schlimmere Schmerzen haben. Der eigene Schmerz tut nun mal verdammt weh.

Es ist auch nicht egoistisch, liebe/r Einband, sich um die eigene Gesundheit Sorgen zu machen. Religiös gesehen sagte mal ein Apostel (ich glaube, es war Paulus), dass wir der Tempel Gottes sind, auf den wir gut aufpassen und den wir sorgsam pflegen müssen.

Psychologisch ausgedrückt heisst das nichts anderes als "um gesund und auch für andere verantwortungsvoll zu leben, müssen wir unseren Körper, unseren Geist und unsere Seele in Einklang halten und vor allem: uns selbst mögen".

Oder noch einfacher ausgedrückt: Wir sollen uns selbst so lieben wie wir unseren Nächsten lieben sollten (In der Bibel steht es zwar etwas anders, nämlich, dass wir den anderen lieben sollen wie uns selbst, aber das ist letztendlich das gleiche).

Vielleicht helfen Dir meine Gedanken ein wenig. Aber wirklich helfen solltest Du Dir von einem Psychotherapeuten lassen, dafür sind Internetforen nicht wirklich geeignet, selbst von ausgebildeten Therapeuten kann man sich online kaum helfen lassen (und ich weiss, wovon ich rede, da ich selbst fast 15 Jahre Therapeut war).

Liebe Grüsse, und wann immer Du willst: Schreib's Dir von der Seele...!

PeBu
Forum -> Kummerkasten


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