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Wo steckt das menschliche Bewusstsein ?












@rayhim,
Zitat:
Und so richtig "klar" finde ich das ehrlich gesagt nicht, dass man sich erlaubt bei Hirntod Organe zu entnehmen.....Die Sache ist ja eben die, dass diese hirntoten Menschen eben noch unter Narkose gesetzt werden müssen, damit sie operiert werden können.

Das "technische" zum Hirntod hat Martin H. ja schon zutreffend dargestellt.
Im Hinblick auf die Narkose gibt es da wohl einiges an Missverständnissen.
Die Tätigkeit eines Anästhesisten bei der Organentnahme – zu Maßnahmen, wie z. B. der künstlichen Beatmung, der Kontrolle der Herztätigkeit und des Kreislaufes sowie der notwendigen Ruhigstellung der Muskulatur- dient auschließlich der Erhaltung der Funktionsfähigkeit der zu entnehmenden Organe. Sobald der Hirntod eingetreten ist, geht die hemmende Wirkung des Hirnstammes auf das Rückenmark verloren. Aus diesem Grund werden somatisch und viszeral ausgelöste Reize mit überschießenden Reflexen beantwortet – sie werden den spinalen Mechanismen zugeordnet. Diese Chirurgische Manipulationen führen durch diesen Mechanismus zu Katecholaminfreisetzung (z.B Adrenalin, Dopamin), die sich als Hypertension, Tachykardie od. Schwitzen zeigt. Dadurch können Schäden an den Spenderorganen auftreten, weshalb diese spinal vermittelte Reflexantwort konsquent therapiert werden
muß.
Die Anästehsie gilt also nicht einem Schmerzempfinden, sondern soll die Tauglichkeit der entnommenen Organe gewährleisten.

Sobald die vegetativen Funktionen aussetzten, also Organe auch nicht mehr durchblutet werden, sind die Organe binnen kürzester Zeit nicht mehr verwendbar.

Das ändert natürlich nichts an der jeweiligen persönlichen Einstellung zum Thema Organspende. Daher habe ich auch Bedenken hinsichtlich einer Widerspruchslösung. Bei dieser Frage spielen so viele religiöse, psychologische, soziale und ganz höchstpersönliche Ansichten eine Rolle, dass jeder nur für sich selbst entscheiden kann. Im Zweifelsfall sollten daher nach meiner Auffassung Organe nicht entnommen werden dürfen.
Ich persönlich habe einen umfassenden Organspenderausweis, d.h. man darf mich notfalls vollständig recyclen - weiss aber nicht ob bei meinen Lebensgewohnheiten die Organe überhaupt noch verwandt werden können.


Zun Thema Bewusstsein - das kann nach meiner Auffassung nur im Gehirn verortet sein. Ein Erlöschen der Hirntätigkeit führt auch zum Verlust des Bewusstseins.
Letztendlich muß wirklich jeder Mensch persönlich entscheiden, ob er bereit ist:

Es ist nicht sinnvoll, den Todesbegriff allein einer naturwissenschaftlichen Deutungshoheit zu überlassen

Die Ausblendung kultureller Deutungsmuster des Todes zugunsten einer rein naturwissenschaftlich begründeten Definition muß zwangsläufig zu unlösbaren Konflikten im Todesdiskurs führen. Es ist das Verdienst von Thomas Schlich deutlich gemacht zu haben, daß es nicht sinnvoll ist, in der Auseinandersetzung um den Tod des Menschen eine scheinbar eindeutige Zäsur zwischen Natur und Kultur ziehen zu wollen [23]. Im Mittelalter konnten Menschen, die sich noch nicht einmal im Sterbeprozeß befanden, wie beispielsweise Aussätzige, zu Toten erklärt, entrechtet und aus den Städten vertrieben werden. Lange Zeit war es in jüdischen Gemeinden in Osteuropa üblich, für einen mit dem Tode ringenden jungen Menschen virtuell "Jahre zu sammeln", in dem Gemeindemitglieder sich bereit erklärten auf Wochen, Monate oder Jahre ihres eigenen Lebens zu verzichten - sozusagen das Gegenszenario des hirntoten jungen Menschen, der als Quelle zusätzlicher Lebenszeit für die Mitglieder einer Gesellschaft dient. In Japan, so der Kulturwissenschaftler William LaFleur von der Pennsylvania State University, ist die Assoziationsbrücke zwischen Organtransplantation und Kannibalismus legitim, selbst in der parlamentarischen Diskussion, während sie im Westen als populistische Polemik abgetan wird. Aus kulturellen und religiösen Gründen ist im japanischen Gesetz über Organtransplantation vom 17. Juni 1997 die Organentnahme bei Hirntoten zur Transplantation zwar erlaubt, der Hirntod jedoch kein Todeskriterium. Voraussetzung ist ferner, daß eine schriftliche Einwilligung des Spenders vorliegt und die informierten Angehörigen der Entnahme nicht widersprechen [24]. Eine Multiorgan-Transplantation in einem westlichen Transplantationszentrum und die Zerstückelung von Toten im tibetischen Hochland (Luftbestattung), um den Verzehr der sonst nicht zu beseitigenden Körper durch Geier zu erleichtern - aber auch aus karmischen Gründen - sind grundlegend unterschiedliche Antworten auf die Frage, was man mit Toten tun darf. Dies bedeutet, daß sich die Zukunft des Todesbegriffes in enger Bindung an den Primat einer naturwissenschaftlichen Deutungshoheit und dem Zurückdrängen soziokultureller Sinndeutungen entwickeln könnte.
Die Frage wäre dann nicht mehr, was können wir für Tote tun, sondern was können wir mit ihnen machen? Ob diese wie auch immer als tot bezeichneten Toten "wirklich" tot sind, könnte zum nachgeordneten Problem werden. Entscheidend wäre nur noch, ob die Kriterien zu ihrer Instrumentalisierung erfüllt sind. Schon Hans Jonas schrieb, die Kernfrage sei nicht: "Ist der Patient gestorben?, sondern: Was soll mit ihm - immer noch ein Patient - geschehen?" [25].
Die Zukunft des Todes ist ungewiß. Das gilt für den Tod des Menschen sowohl als Begriff als auch als Handlungsanleitung. Werden die Naturwissenschaften unter Ausblendung des soziokulturellen Kontexts weiter über das Deutungsmonopol verfügen, ist ein kaum absehbarer Spielraum für Definitionen und Szenarien zu erwarten. Erfüllt sich jedoch die Vision, daß die Organtransplantation als einzige Therapieform, die immer an Eingriffe in die Leiblichkeit des Anderen gebunden ist, durch wirkliche Fortschritte der Medizin überholt sein wird, dann könnten sich die Sichtweisen auf den Tod grundlegend ändern. Ob die Medizinhistorie einmal auf die Ära der Organtransplantation als glorreiche oder düstere Epoche zurückblicken wird, sei dahingestellt. Denkbar aber wäre, daß in Zukunft jene symbolische "Minute" einer scheinbaren Tatenlosigkeit nach dem Tode wieder Eingang in die Sterbekulturen findet.

http://www.linus-geisler.de/art2006/200605chaz-hirntod.html

Die Vorstellung vom Gehirn als dem obersten Steuerungsorgan gilt aus Sicht namhafter Hirnforscher als widerlegt

Was das Thema 'Bewußtsein' angeht, ist das letzte Wort sicherlich noch nicht gesprochen.

Info3: Wenn das Gehirn nicht der Schöpfer des Bewusstseins ist, was ist es dann?
http://www.psychophysik.com/html/re052-nahtodesforschung-s3.html

Gedanken darüber machen sich schon genügend Leute aus allen Bereichen.
Zitat:
Ist unser Gehirn ein Empfänger für Bewusstsein außerhalb seiner selbst?
Interview mit Prof. Dr. Günter Ewald


http://www.google.de/search?hl=de&a.....che&meta=lr%3Dlang_de

Da kann sich Jeder aussuchen, was ihm glaubwürdig erscheint.
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