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ist jesus gott












Teil 2

Dies kommt daher, weil er ein Bote von Gott zu uns gewesen ist und uns unsere Seeligkeit zugetragen hat. Die Seeligkeit, die er uns zutrug, sie war unser. Dort wo der Vater seinen Sohn gebiert in dem innersten Grunde, da hat die Menschennatur ein Hineinreichen in ihn. Diese Natur ist einheitlich und einfaltig. Wohl vermag hier etwas herauszuschauen und etwas überzuhängen, das dieses eine nicht ist. Ich sage etwas weitere und etwas schwierigeres. Wer in der Blossheit dieser Natur ohne Vermittelndes bestehen soll, der muss zum einen aus allem personhaften herausgegangen sein, derart, dass er den Menschen, der jenseits des Meeres ist, den er mit Augen nie gesehen hat, dass er dem Menschen ebenso gutes gönne, wie dem Menschen, der bei ihm ist und sein vertrauter Freund. Solange du deiner Person mehr gutes gönnst, als dem Menschen, den du nie gesehen hast, steht es wahrlich unrecht mit dir. Auch hast du niemals auch nur einen Augenblick in diesen einfaltigen Grund hineingeschaut. DU hast zwar in einem abgezogenen Bilde, gewissermassen in einem Gleichnis die Wahrheit gesehen, es war aber nicht das beste. Zum anderen sollst du reinen Herzens sein. Einzig jenes Herzen ist rein, dass alle Geschaffenheit zunichte gemacht hat. Zum dritten sollst du vom Nichts entblösst stehen. Es ist eine Frage was in der Hölle brenne. Die Meister insgesamt sprechen: Das tut der Eigenwille. Ich aber spreche wahrheitsgemäss, dass das Nichts in der Hölle brennt. Nun prüfe an einem Beispiel. Man nehme eine brennende Kohle und lege sie auf meine Hand. Sagt ich, dass die Kohl auf meiner Hand brenne, so täte ich ihr sehr Unrecht. Ich muss aber im eigentlichen Sinne sagen was mich brennt: dies tut das Nichts. Denn die Kohle hat in sich etwas wovon meine Hand nichts hat. Seht: eben dieses Nichts brennt mich. Hätte meine Hand aber all das in sich was die Kohl eist und aufzubringen vermag, dann hätte sie ganz und gar die Natur des Feuers. Nähme dann einer all das Feuer, das je brannte und schüttete er es auf meine Hand. Dies vermöchte mich nicht zu peinigen. In gleicher Weise sage ich, da Gott und alle diejenigen, die in der Anschauung Gottes stehen rechter Seeligkeit entsprechend etwas in sich haben, das jene nicht haben, die von Gott getrennt sind, peinigt alleine dieses Nichts die Seelen, die in der Hölle sind. Mehr als der Eigenwille oder irgendein Feuer. Ich sage fürwahr: so viel dir an Nichts anhaftet soweit bist du unvollkommen. Darum: wollt ihr vollkommen sein, so müsst ihr vom Nichts entblösst sein. Davon spricht der Satz "Gott hat seinen eingeborenen Sohn in die Welt gesandt." Dies dürft ihr nicht verstehen in Bezug auf die äussere Welt, wie er mit uns ass und trank. Ihr müsst es verstehen in Bezug auf die innere Welt. So war der Vater in seiner einfältigen Natur seinen Sohn natürlicherweise gebiert, so wahr gebiert er ihn im innigsten des Geistes. Und dies ist die innere Welt. Hier ist Gottes Grund mein Grund. Und mein Grund Gottes Grund. Hier lebe ich aus meinem eigenen wie Gott lebt aus einem eigenen. Wer in diesen Grund je auch nur für einen Augenblick hineinschaute, diesem Menschen sind 100 Mark geprägten Goldes wie ein falscher Heller. Aus diesem innersten Grunde sollst du alle deine Werke wirken, ohne "warum?".
Teil 3

Ich sage fürwahr. Solange du deine Werke wirkst um des Himmelreiches oder um Gottes oder um deiner ewigen Seeligkeit willen, von aussen her, so ist es wahrlich nicht recht um dich bestellt. Man mag dich zwar wohl hinnehmen, dass beste jedoch ist es nicht. (...) Und wer Gott in einer Weise sucht, der ergreift die Weise und lässt Gott, der in der Weise verborgen ist. Wer Gott aber ohne Weise sucht, der erfasst ihn, wie er in sich selbst ist. Und dieser Mensch lebt mit dem Sohne und er ist das Leben selbst. Wer das Leben 1000 Jahre lang fragte "Warum lebst du?", müsste es antworten, so spräche es: "Ich lebe darum, dass ich lebe. Dies kommt Daher, weil das Leben aus seinem eigenen Grunde lebt. Und aus seinem eigenen quillt. Darum lebt es ohne "warum", dadurch, dass es sich selbst lebt. Wer nun einen aufrichtigen Menschen fragte, der da aus seinem eigenen Grunde wirkte: "Warum wirkst du deine Werke?", müsste er recht antworten, spräche er er nichts anderes als: "Ich wirke darum, dass ich wirke." Da wo die Kreatur endet, da beginnt Gott zu sein. Nun verlanggt Gott nicht mehr von dir, als dass du aus dir selbst ausgehest, gemäss der kreatürlichen Weise und Gott Gott sein lässest in dir. Das geringste kreatürliche Bild, das sich jemals in dir abbildet, das ist ebenso gross, wie Gott gross ist. Warum? Weil es dich an einem ganzen Gott hindert! Genau da wo das Bild eingeht, da muss Gott weichen, und seine ganze Gottheit. Wohingegen das Bild ausgeht, da geht Gott ein. Gott begehrt also sehr danach, dass du aus dir selbst ausgehst, gemäss kreatürlicherweise, als ob seine ganze Seeligkeit daran läge. Wohlan lieber Mensch! Was schadet es dir, dass du Gott gönnst, dass Gott Gott in dir sei. Geh ganz und gar aus dir aus, um Gottes Willen. Dann geht Gott ganz und gar aus sich heraus um deinetwillen. Da wo diese zwei, der Mensch und Gott, aus sich ausgehen, was dann verbleibt, das ist ein einfaltiges Eines. In diesem einen gebiert der Vater seinen Sohn in einem innersten Hervorquellen. Da blüht der Heilige Geist aus. Und da entspringt in Gott ein Wille, welcher der Seele zugehört. Solange dieser Wille unberührt steht von allen Kreaturen und von aller Geschaffenheit, so lange ist der Wille frei! Christus spricht: "Niemand gelangt zum Himmel, ausser wer vom Himmel gekommen ist. (Joh. 3,12) Alle Dinge sind geschaffen aus Nichts. Darum ist ihr rechter Ursprung das Nichts. Und insoweit sich dieser Wille den Kreaturen zuneigt, insoweit verfliesst er mit den Kreaturen in ihr Nichts. Nun stellt sich die Frage, ob sich dieser Wille derart verfliesse, dass er niemals wieder zurückkomme. Die Meister sprechen übereinstimmend, dass er niemals wieder zurückkomme, insoweit er mit der Zeit verflossen ist. Ich aber sage, wann immer dieser Wille sich von sich selbst und von aller Geschaffenheit abkehrt, für einen Augenblick wieder in seinen Ursprung, dann steht dieser Wille in seiner rechten freien Art und ist frei. Die Leute sagen öfters zu mir: "Bittet für mich!" Dann denke ich: "Warum geht er aus? Warum bleibt ihr nicht in euch selbst? und greift ihrnicht nach eurem eigen Gut? Ihr tragt doch alle Wahrheit wesenhaft in euch!" Dass wir innen derart wahrhaftig bleiben mögen, dass wir alle Wahrheit besitzen mögen ohne vermittelndes und ohne Unterschiedenheit in rechter Seeligkeit, dazu verhelfe uns Gott. Amen. " (Meister Eckhart, Predigt 5b)
Liebe Alle,

verzeiht den langen Eintrag, aber ich war sicher, Nasruddin sucht zur Zeit genau nach diesen Erkenntnissen. Ausserdem ist es eine gute Predigt.

Gruss,
Andreas
@Baruch
Zitat:
Jesus ist Gott. Das ist Faktum.

Falsch! Das ist Glaube! Und da schließe ich mich meinen Vorschreibern an! Wie kommst du auf dieses fatale Fehlurteil?

Gruß!
Andreas: Gott ist nicht allein Mensch geworden, vielmehr hat er menschliche Natur angenommen.

Ich würde das so sehen:

" Wie im physischen Leib des MenschenLeben ist, das von unzähligen Seelen gelebt wird, so ist auch in jenem alle Seelen umfassenden "Leib", der Gottes Abbild ist. Leben, das von unzähligen Seelen gelebt wird.
In Gott ist Leben, und das bedeutet: Alles in seinem "Leib" (im Universum" ist in Wandlung begriffen. - Gott selbst wandelt sich nicht. Er ist vollkommen. - In ihm: in seinem "Leib" hingegen wandelt sich unentwegt alles. Denn alles strebt nach Vollkommenheit.
Im Leib "Gottes" geht es - wie ein einem Bienenstock oder in einem Ameisenhaufen - emsig zu: Die meisten arbeiten daran, für alles zu sorgen, alles in Ordnung zu halten oder in Ordnung zu bringen. Und obwohl sich alles nach der höchsten Harmonie: der Weltharmonie, richtet,, verläuft auch im "Leib" Gottes nicht alles "gradlinig". - Denn es gibt in Gottes "Leib" hinreichend Raum nicht nur für jene Wege, auf welchen die Seelen schon bewußt und mit vollem Einsatz nach Vollkommenheit streben, sondern auch für alle Umwege und Ruheplätze und Rückfälle, die ja ebenfalls zum Entwicklungsweg der Seele gehören."


Warum macht sich Gott im Christentum so klein ? Würde er sonst von den Menschen nicht verstanden werden ? Ist es für das Christentum so wichtig, daß immer jemand leidet - Gott leidet ? Warum sollte Gott leiden ? Er ist vollkommen. Er braucht nicht zu leiden.
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