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Einseitigkeit unter der Lupe












Liebe Wahrheitssucher

Gedanken zur Einseitigkeit lassen erkennen, dass sie die Ursache vieler Irrtümer ist, auch wenn die einseitige Betrachtung eines begrenzten Themas selbstredend andere Folgen nach sich zieht als die einseitige Behandlung so einer wesentlichen Grundlage wie es z.B. die Bibel ist.

Ein zweifellos begrenztes biblisches Thema ist die Gerechtigkeit Gottes, wo es heißt: "Gott vergilt nach seiner Gerechtigkeit. Er ist immer gerecht. Wenn du seine Gebote missachtest, wird Gott auch dich verachten und dir mit der Hölle Gerechtigkeit zukommen lassen", oder: "Glaubst du nicht und bist du sündig, dann verfällst du der Hölle und beim letzten Gericht der ewigen Verdammung".

Bei der einseitigen Betrachtung dieser und ähnlicher Aussagen wird viel zu leicht übersehen, dass hier von einer unteren Gesetzmäßigkeit die Rede ist, die in ihrer abstoßenden Wirkung aber Folgendes beabsichtigt: Jeder soll erkennen lernen, dass höhere Gesetze stets niedrigere Gesetze aufheben und dass es eben deshalb jene Stellen gibt, die dies zum Ausdruck bringen, etwa: "Die Barmherzigkeit Gottes schließt niemanden aus" oder "Durch die Gnade Gottes werden alle Sünden gelöscht" oder "Gott sucht jedes verlorene Schaf" oder "Zuletzt wird es nur eine Herde und einen Hirten geben" oder "Jesus Crhistus ist wegen der Kranken und Sünder gekommen".
Part zwei:

Gleichzeitig soll man begreifen, dass eine übertriebene Sicht sowohl der unteren als auch der hohen Stufe keinen Sinn ergibt. So führt die Übertreibung der schrecklichen Gerechtigkeit Gottes hin zur Angst. Der einseitige Blick zur Sündenvergebung verführt dagegen zur Annahme, man könne unbekümmert alles tun, weil ohnedies alle Sünden vergeben werden. Man muss herausfiltern, dass das Spannungsfeld zwischen beidem zum Lernen auffordert.

Ähnlich ist es auch bei der Bibel selbst. Ihr Spannungsfeld regt einerseits zu tiefstem religiösen Glauben an, hält aber andererseits ganz hart fest, sie sei ein Buch unhaltbarer, frommer Legenden. Beherrscht nur das erste, nämlich die völlige Einseitigkeit eines Glaubens die Szene, der blind alle Texte annimmt und spiegelt, dann folgen sehr schnell Überheblichkeit oder christlicher Fanatismus. - Der zweite Bereich betrifft die Einseitigkeit im Urteil über die Bibel selbst, wenn ihre "Eigenheiten" aufgedeckt werden.

Natürlich stimmt es, dass die Bibel von Menschen geschrieben wurde und unter bestimmten Umständen zu ihrer Form gelangte. Natürlich stimmt es, dass viele Teile zu anderen Zeit abgefasst, ausgewählt und übersetzt wurden und dass alles auch vom starken Stempel bestimmter Persönlichkeiten geprägt ist, die über eine jeweils völlig andere Bildung, Einstellung, Auffassung verfügten.

Teil drei folgt.
Teil drei

Hinzu kommt, dass sie auch ihre ganz besondere innere Welt, mystische Reife und visionäre Begbung besaßen. Und natürlich stimmt es, dass diese Menschen alles aus ihrer Warte und darüber hinaus mit dem Ausdruck absoluter Wahrheit, Weisheit und Zuverlässigkeit niedergelegt haben.

Aber sobald dies alles der Bibel so zur Last gelegt wird, als würde Ähnliches oder Gleiches anderswo überhaupt nicht zutreffen, dann beabsichtigt eine solche Einseitigkeit eine fast feindselige Herabsetzung der Bibel und die Anpreisung oder Glorifizierung eines anderen Weltbildes, sei es das des Materialismus, Atheismus, Realismus, Islam oder Buddhismus.

Materialismus, Atheismus, Realismus: Ist das alles in einem Guss und aus einem einzigen Zusammenhang entstanden? Und wurde (wird) dies nicht stets von seinen Vordenkern und Visionären als absolute Weisheit dargestellt?
Teil vier und Schluss

Islam, Buddhismus, andere Religionen inklusive Sekten, moderne Propheten, spirituelle Wege und Einweihungen: Keine dieser Positionen ist aus einem Guss und so, dass sie absolut nie von individueller Auffassung, Schau, Reife und Vision frei wäre. Alles hängt von der inneren Verbindung zum Geistigen und von der geheimen Schwingungswelt ab, die jeden Einzelnen bestimmt, und das gerade auch bei denjenigen, die sich heute im lebendigen Austausch mit der geistigen Welt befinden und dies auch bekunden.

Wenn dem so ist, so ergibt sich, dass es bei geistigen Offenbarungen keine absolute Sicherheit gibt. Deshalb wird alles umso schwieriger, je enger und einseitiger etwas ausfällt und je beharrlicher daran festgehalten wird. Das festzustellen ist bei anderen Menschen verhältnismäßig leicht. Umso schweiriger ist es aber, selbst nicht einseitig zu sein.

Und das beziehe ich hier in erster Linie auf mich selbst, denn es fällt mir oft schwer, nicht einseitig zu sein, meint beschämt aber mit lieben Osterwünschen - reinwiel
Hallo reinwiel,
weiß nicht so ganz ob ich Deinen Gedankengängen richtig folgen kann. Hätte man das nicht etwas einfacher schreiben können?
Soviel ich verstanden habe und das ist natürlich wieder von meiner eigenen Vorstellung her geprägt, gehts darum, dass man beim Lesen der Bibel oder anderer Offenbarungen den gesunden Menschenverstand mit einschalten soll. Nicht am Buchstaben kleben bleiben, sondern den hilfreichen Sinn der dahintersteckt zu verstehen suchen. Aber natürlich ist die persönliche Erfahrung unverzichtbar und gibt dem einzelnen Leben eben seinen ganz persönlichen Charakter.
Die Gefahr sehe ich auch, dass wir heute nur noch den liebenden Gott sehen und leichtsinnig werden. Im Gegensatz zu früher, wo man nur den gerechten und strafenden Gott gesehen hat, was zu sehr viel Angst geführt hat.
Das Leben scheint sich in Extremen abzuspielen.
Ein angstfreies verantwortungsvolles (verantwortbares) Leben ist wohl gefragt (sich gegenüber und/oder Gott gegenüber).

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