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Hilfsprojekte hin oder her - es gibt 'Hilfs'-projekte, die mehr Schaden anrichten, als dass sie nützen. Meist nur Projektionen der eigenen Ohnmächtigkeit. Es macht diese Menschen langfristig stärker, wenn sie sich selbst am eigenen Schopf aus dem Sumpf ziehen und die Voraussetzungen dafür scheinen ja da zu sein.
Es geht ums Selbstvertrauen und wie soll jemand sich selbst vertrauen lernen, wenn andere ihm das Ruder aus der Hand nehmen?
Hier gibt es sehr viele Menschen, die betteln. Ich kann nicht jedem etwas geben, da ich selbst knapp bei Kasse bin. (Eine andere Frage ist, ob ihnen das wirklich hilft... in Dt. hat sich seit kurzem eine richtige Bettelmafia entwickelt, hier ist sie Tradition.)
Dann geh ich nach Gefühl, wenn das sagt: "gib der Frau einen Peso", mach ich das.
Habe aber so meine Grundsätze: ich kaufe Kindern nichts ab, weil ich gegen Kinderarbeit bin. 1. Meistens versäuft es der Vater, 2. Wenn die nix verdienen würden, würden sie nicht zum Arbeiten oder Betteln geschickt. Finde es darum gut, dass du ihnen Kekse statt Münzen gibst, Astrella.
Ich bin eher bereit Menschen etwas zu geben, wenn sie etwas dafür tun. Bei Leuten, die singen und Gitarre spielen, werd ich immer besonders schwach. Oder die Jugendlichen, die einem im Super die Sachen einpacken... denen steck ich auch gerne mal was.
Aber materiell hab ich der Welt leider nicht viel zu bieten. Ich seh dann eher zu, dass ich den Menschen in meinem Dunstkreis helfe sich weiterzuentwickeln. Und diskutiere mit dem Eisverkäufer rum, der sich vor mich hinstellt und 500 Pesos will (wofür eigentlich?).
"Du hast doch dein Geschäft."
"Das gehört nicht mir."
"Dann sparst du eben solange, bis dir der Wagen gehört."
"Aber du hast viel mehr Geld. Das zeigt doch allein die Tatsache, dass du dir den Flug hierher leisten kannst!"
"Viel mehr als den Flug kann ich mir auch nicht leisten."
"Ich bin total arm!" Zeigt mir das Loch in seinem Shirt.
Ich zeig ihm ein Loch in meinem Shirt und sag: "Hehe, sowas hab ich auch...!"
"Du kannst dir ein neues kaufen."
"Und du kannst deins zunähen. Gib mir noch ein Eis, dann hast du was für's Nähzeug."
Der Mann hätt sich ja noch mehr schämen müssen in seinem Innersten, wenn ich ihm die 500 Pesos tatsächlich gegeben hätte...
LG
Lisken
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