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Hi,
| Zitat: |
| Allgemein gilt: Jede Sprache die Du dazu lernst ist eine enorme geistige Erweiterung, denn jede Sprache vertritt auch eine neue Denkweise, in die man eben in der eigenen Muttersprache nicht so leicht hinein findet. |
Ich kann das nicht ganz nachvollziehen.
Ich glaube eher, dass das Erlangen einer neuen Denkweise, wenn ueberhaupt, von der Komplexitaet einer Sprache abhaengt. Je weniger komplex eine Sprache, umso weniger neue Denkweisen lassen sich erkennen.
Als Lehrer fuer moderne Sprachen habe ich den Vergleich zwischen Deutsch, Englisch, Spanisch, Franzoesisch, Indonesisch, Arabisch, Mandarin und Koreanisch und ich muss feststellen, dass Deutsch und Englisch bezueglich ihrer Komplexitaet an der Spitze stehen. Andere Sprachen haben nicht die Moeglichkeit derart komplexe Sachverhalte kurz aber praezise auszudruecken.
Den meisten Sprachen fehlt es sowohl an Vokabeln als auch an der notwendigen Grammatik.
So ist zum Beispiel eine hochtechnische Gebrauchsanweisung oder ein philosophischer Text, der in deutsch oder Englisch vielleicht 500 Worte umfasst, in arabisch, indonesisch oder in anderen Sprachen aus Drittweltlaendern 1500 - 2000 Worte lang und trotzdem mit zum Teil erheblichen Inhaltsverlust verbunden.
Umgekehrt gilt dieses jedoch nicht. Im Gegenteil, mangels eigenen Wortschatzes werden hier massiv englische, hollaendische oder deutsche Begriffe eingefuehrt. (Bahasa Indonesia)
LG
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Dafür wird es andere Felder geben, in denen andere Sprachen führend sind.
In der Philosophie trickst das Deutsche ja, indem es griechische Begriffe einführt, die dann auch nur der Fachmann versteht, während Lieschen Müller nicht mitkommt. Natürlich haben die deutschen Philosophen auch dazu beigetragen, daß deutsche Begriffe in die Philosophie aufgenommen werden. Wenn man sich die Theologie ansieht, dann gibt es viele Worte, die so einfach nicht verständlich sind. Griechische Begriffe wie Logos kann man nicht einfach mit Wort übersetzen, ohne noch ne längere Erklärung anzufügen, wie das im theologischen Kontext verstanden wird oder verstanden werden könnte. Ähnliches gilt für althebräische Wörter: Näfäsch heißt zum Beispiel Seele, Leben, Kehle, kann auch Mensch heißen etc. Es gibt da dutzende Wörter, die man so einfach nicht übersetzen kann, die ein ganzes Bedeutungsfeld mit meinen, das in der Übersetzung aber verloren geht.
INsofern denke ich, daß neue Sichtweisen auch durch Wortbedeutungen vermittelt werden. Es werden andere Begriffe zusammengefasst, bzw auseinanderdifferenziert. Wie viele Wörterhaben die Inuit für Schnee? Sowas mein ich. Das ist auch Erweiterung.
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| Zitat: |
| Wie viele Wörterhaben die Inuit für Schnee? |
Naja, wir benutzen dann eben Woerter wie Pulverschnee, Schneematsch oder Kunstschnee.
Da sehe ich keine grossen Unterschiede.
Den Unterschied macht Praezision der Sprache in der Alltagswelt aus. Und da gibt es erhebliche Unterschiede.
lg
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Eine ganz simple Sprache kann sicher auch eine geistige Erweiterung sein. Je weniger Worte eine Sprache hat umso mehr muss man überlegen was mit den einzelnen Worten gemeint ist.
Man fängt automatisch an zu philosophieren um die Bedeutung des Ausdrucks auch richtig zu verstehen.
Man braucht also eine neue Denkweise und Einstellung gegenüber der Sprache.
In einer komplexen Sprache wird einfach alles schon vordefiniert, man muss selbst kaum noch überlegen ob das Gesagte des Gegenübers nicht eine andere Bedeutung haben könnte.
Ich denke, je weniger komplex eine Sprache, desto mehr Denkweisen lassen sich erkennen.
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@DeBenny,
| Zitat: |
| Wie viele Wörterhaben die Inuit für Schnee? |
Weniger als gemein hin geglaubt wird. Das es über 100 Worte dafür gebe, ist ein verbreiteter, aber unzutreffender Irrglaube.
Im Übrigen, frage mal einen Metereologen, wieviele unterschiedliche Worte für Schnee es im Deutschen gibt, z.b Harsch, Firn, Griesel, Neuschnee, Pulverschnee und sicherlich noch viele mehr.
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